California-Balearic – „Air Pacific EP“ von Urulu

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Heute zäumen wir das Pferd von hinten auf. Weil Cascine, das Label, auf dem Urulus „Air Pacific EP“ erscheint, keine ausschließlich selbstverständliche Adresse für Produzenten derart stark funktional zugeschnittener Sounds ist. (Abgesehen davon hat Urulu aka Taylor Freels mit Amadeus schließlich eine eigene Veröffentlichungsplattform.) Eine Plattenfirma allerdings, die in der About-Sektion ihrer Homepage lediglich verlautbaren lässt: „Cascine is an independent record label based in New York. It was founded in 2010 and is known for its consistently stylish brand of alternative pop and electronic music.“, darf alles.

Urulu
Air Pacific EP
Cascine / Irascible
16. Dezember 2016
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Webshop

Zurück zum eigentlichen Thema: Die Air Pacific EP des Produzenten, DJs und Vinyl-Sammlers Urulu aka Taylor Freels. Mit Releases auf Dirt Crew, Needwant, Shabby Doll und seiner eigenen Tonträgermarke Amadeus macht der junge Mann (angeblich sucht er in der Sammlung seines – Achtung – Großvaters nach fluffigen Disco-Samples) seit ca. vier Jahren auf sich aufmerksam. Am Anfang mit tendenziell klassischem 90ies House inklusive hoher Vocal-Sample-Dichte, entwickelte sich sein Produktionsstil mit den Jahren immer weiter in eine Richtung, die mit California-Balearic vielleicht gar nicht soooo schlecht umschrieben ist.

Die „Air Pacific EP“ ist da keine Ausnahme. Dass der Kalifornier inzwischen in Berlin beheimatet ist, ändert daran nichts. Als hätte John Tejada das Tech aus seinem Tech-House einfach mal weggelassen und Classixx ihren Neo-Disco kurz in Säure gebadet, setzt sich Freels schon mit dem Eröffnungstrack „Cinnamon Boys“ zwischen mindestens diese zwei Stühle: Ein warmer, einladender und dennoch pumpend pulsierender Groove bildet das perfekt Fundament für die flirrenden West-Coast-Funk Synthies. Den Vogel abschießen aber tut Urulu mit dem ganz am Ende freigestellten Original-Sample.

Auratechnisch knüpft der zweite Track, ein Live-Mix des kryptisch benannten „Lauf Kleiner Delfin“, genau da an. Nur ausmehren kann er sich lange nicht so gut. Die Dub-Elemente punkten, sind aber auf die Dauer zu wenig. Viel mehr gibt es auch zum Titeltrack „Air Pacific“ nicht wirklich zu sagen: Klar rummst die Bass-Drum, aber für die Dauer von über sechs Minuten ist da schlicht zu wenig Dynamik drin. Ganz im Gegenteil zur letzten Nummer der EP, „Easy Going Greg“. Die mit Abstand langsamste Nummer auf dem Kurzalbum erinnert in ihrer Einfachheit schon fast an Alex Gophers „Super Disco“. Die japanischen Sprachsprengsel erledigen den gekonnten Rest.

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