Bayerns bestes Geräuschmittel – „Hinterlandia“ von The Dope

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"Frei Statt Bayern" liest man nördlich von Köln immer wieder auf T-Shirts und Jutebeuteln. The Dope würden das nie unterschrieben. Denn mit "Hinterlandia" ist nun schon das zweite Album des Duos auf dem weiten bayerischen Land entstanden.

The Dope
Hinterlandia
Devilduck / Indigo
19. April 2013
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Dass die musikalischen Freigeister im südlichsten unserer Bundesländer ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrer Heimat entwickeln können, weiß man nicht erst seit Söllner, The Notwist und anderen. Ob und wie genau the Dope dazuzählen, lässt sich noch nicht abschätzen. Hinter dem Titel ihres neuesten Werkes "Hinterlandia" aber steht mit Sicherheit mehr, als die bloße Tatsache, dass  "Hinterland" eines der wenigen deutschen Wörter ist, die Eingang ins Englische gefunden haben (vergl. auch Angst, Blitzkrieg und Kindergarten).

Musikalisch jedenfalls stehen The Dope unzweideutig in der traditionellen Gitarren-Schrammel-Indie-Ecke mit Hang zur Lo-Fi-Ästhetik und bedeutungsschwangeren bzw. –schweren Texten. Und befinden sich so in bester Gesellschaft von Hüsker Dü, Dinosaur Jr., Built to Spill und Two Gallants. Den Letztgenannten dürften sich die beiden Bayern besonders verbunden fühlen – Duos unter sich, sozuagen. Trotz dieser Schubladisierung: The Dope sind sehr wohl in der Lage, eine ziemlich beeindruckende Bandbreite an musikalischen Launen abzudecken. Nicht nur innerhalb eines einzigen Songs, wie man auf "Narratorriors" nachhören kann. Sondern vor allem, was den Verlauf und die Dramaturgie des Albums als Ganzes betrifft. Dazu bedarf es lediglich eines kurzen Hörvergleiches zwischen beispielsweise dem über- und überladenen "Monstertrucks" und dem relativ strukturierten "Hollywood,..".

Die Kehrseite dieser Medaille aber ist, dass ein Viertel des Albums nicht so recht zum Rest passen will. Dass die letzten Nummern in anderen Konstellationen bereits im letzten Jahr veröffentlicht wurden, lässt sich zwar nicht heraushören. Wohl aber, dass sie anders aufgenommen, abgemischt und gemastered wurden. Aber auch das hat sein Gutes – denn trotz dieser deutlich hörbaren Abweichungen bleiben The Dope dank ihrer Lärm-Attacken, charakteristischen Leier-Gitarren und idiosynkratischen Vokal-Einsätze wieder erkennbar. Stark!

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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