Pop-Feldzug – „Breaking The Silence“ von Clarence + Napoleon

CundN

Wer Clarence und wer Napoleon ist, lässt sich bei Anna Bauer und Arne Straube nicht mit letzter Sicherheit sagen. Dass das Duo ihr Album-Debüt "Breaking The Silence" betitelt, ist ja auch mehr als nur Koketterie.

Clarence + Napoleon
Breaking The Silence
ferryhouse productions / Warner
06. September 2013
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Musicload

"Breaking The Silence" ist nicht nur Album- und Tracktitel, sondern auch Ansage, Drohung und Versprechen in einem. Entsprechend atmosphärisch dicht gestaltet sich die Dramaturgie des Eröffnungssongs. Wie aus dem Nichts schälen sich einzelne Klangpartikel aus der Stille, scharen sich umeinander und verschmelzen gen Ende zu einer Bond-Song ähnlichen Hymne. Überhaupt wird deutlich, dass der gekonnte Umgang mit dieser intensiven und kontrastreichen Dynamik zu den großen Stärken des Zweiers gehört. Besonders gut nachzuhören auf dem ergreifenden "5 Seconds" und dem am besten als Mut- und Trostmacher zu bezeichnenden "Be Alright".

Dass Anna und Arne im Clarence + Napoleon-Modus und als so genanntes klassisches Pop-Duo auch ganz anders können, zeigen die electrophileren Up-Tempo-Tracks wie "Do That Thing", "Angels" oder auch "Goodbyes". Eine entscheidende musikalische Rolle übernehmen dabei die perkussiven Elemente. Ihre exakt platzierten Akzente sind Songfundament und Soundwürze in einem. Keine einzige Klangzutat wird dem rhythmischen Zufall überlassen – das gilt selbstverständlich auch für die analog-organischen Instrumentalspuren, denen man nachträglich und per digitaler Klangbearbeitung in Sachen rhythmischer Akkuratesse zum absoluten Optimum verholfen hat.

Umso erstaunlicher, dass Kompositionen wie "The Girl You Love" und "Body & Melodies" dazu zwar nicht wirklich im Gegensatz stehen, zumindest aber von vollkommen anderer Beschaffenheit sind. Das emotional vereinnahmende Stakkato weicht hier insbesondere beim letztgenannten Song einem Rhythmus, der mehr Fluss als Impuls ist. Der Intensität tut das keinen Abbruch. Dafür sorgt allein die Enya-eske Verwendung von Vokal-Sätzen.

Apropos Intensität: zwei der insgesamt zwölf Songs auf "Breaking The Silence" eifern diesbezüglich um den Titel Erster unter Gleichen. Da wäre zum einen das schaurig-schön gelungen Danzig-Cover "Mother", das selbst Glenn Danzig vor Stolz noch 5 Zentimeter würde wachsen lassen. Und zum anderen der persönliche Favorit vom Rezensenten "Beautiful People". Trotz seiner inhaltlichen Vagheit (oder vielleicht gerade deswegen), kann man sich den hypnotischen Qualitäten des Songs kaum entziehen. Was bleibt, ist der Kopfnicker-Reflex und der Refrain im Ohr.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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