Damals in der Astrastube – „Loom“ von Ms. John Soda

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Ms. John Soda in Zahlen: Zwei Alben, eine 7“ und zwei 12“ Singles in der Zeit von 1998 bis 2006. Dazu nach aktueller Discogs-Zählung fünfundzwanzig Compilationbeiträge und ein Remix. Danach – acht Jahre Stille.

Ms. John Soda
Loom
Morr Music / Indigo
2. Oktober 2015
9 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Anost
 

Jetzt, im Herbst 2015 kehren Ms. John Soda nach langer Abwesenheit wieder zurück und umfangen den geneigten Hörer mit einem zarten und zartfühlenden Gestrick aus lieblicher Indietronica, shoegazendem Popsong und ein wenig Indie, der angenehm nach gut abgehangenem PostRock – und, zumindest für langjährige echte Hamburger, nach der Astrastube der späten 1990er Jahre duftet.

Zusammen macht das Vierergespann aus Stefanie Böhm, Micha Acher, Thomas Geltinger und Neuzugang Cico Beck ergänzt um vereinzelte Gastauftritte verschiedenster Musiker mit ihren zehn Songs auf etwas kurz geratenen 35 Minuten Laufzeit alles richtig, was es für ein derart gelagertes Album richtig zu machen gibt, liefert mit dem angenehm klappernden "Millions" oder "Hi Fool"  sogar ein paar unbedingt lieb zu habende Ohrwürmer für diesen und auch kommende Herbste und steht mit diesem Sound wohl exemplarisch für ein Gefühl, dass auch viele Morr Music-Alben der Labelanfangszeit zu vermitteln wussten – organisches Wohlfühlen ohne sich anzubiedern, Pop ohne klassisches Klischee: Die mittlerweile fast ausgestorbene, verquere, wenn auch musikalisch immer interessante, kleine Bar um die Ecke mit DJ- und Konzertbetrieb vor 20 - 100 Leuten ohne nervige Junggesellenabschiede und prollige Vorstadtstudenten, für den möglichen harten, wenn auch immer gepflegten Totalabsturz im Kreise vertrauter Stammgäste, lustigstes Weihnachten mit Schnaps und der Barfrau bis es wieder hell wird und viel hier aus Gründen Ungenanntes, was der an Leben und Alkohol geschulte Nachtschwärmer dieser Tage in der zwangsangepassten Ausgehindustrie des neuen Jahrtausends schmerzlichst vermisst.

Das ist schön. Und liebenswert.

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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