Den Fuss auf dem Dancefloor – Weiter im Viervierteltakt

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Getanzt wird immer. Überall. Auf der ganzen Welt. In diesem Fall im weitgefassten Dreiländereck zwischen Kanada, Deutschland und Mexiko. Doch auch wenn auf dieser Route  gleich zwei Mal das grosse Wasser überquert werden muss, bleibt doch eines auf dieser langen Reise gewiss: die Bassdrum schlägt auch auf der anderen Seite der Welt verlässlich im Viervierteltakt, Clubs sind dunkel und stickig und in irgendeiner Ecke blitzt auch in mexikanischen Kellerclubs garantiert ein Stroboskop mit sich selbst um die Wette. In diesem Sinne: Get ready for take-off.


My Favorite Robot
Atomic Age Remix EP

 

No. 19 Music
30. Dezember 2013

 

Erhältlich bei:
Beatport | iTunes


Zum Jahresabschluss veröffentlichte das in Toronto ansässige Label No. 19 Music noch ein fettes Remixpaket der Kanadier My Favorite Robot, die hier von Produzentengrössen wie Jimmy Edgar, Mr. G und Kate Simko in neue musikalische Gewänder gekleidet werden. Die Ergebnisse sind dabei so funktional wie unterschiedlich: Jimmy Edgar holt ravige Aspekte zurück auf den TechHouse-Floor, Mr G. ertränkt eben jenen in abgrundtiefen Bässen und konzentriert sich darüber hinaus auf perkussiv-minimalistisches Geklöppel, während Kate Simko den Track „Centrofattentionaut“  in eine dezent-trockene DeepHouse-LateNight-Hymne verwandelt. Grosses Kino. Macht 9/10 Punkte.



Febe
Der Groove Günther

 

Romancity
12. Dezember 2013

 

Erhältlich bei:
Amazon | iTunes


Febe ist Felix Bernhardt und verwendet auf seinem, obskuren Jazz samplenden, und sonst vorwiegend auf TechHouse fokussierten Romancity-Debut eine helium'esque Stimmsequenz mit dem tiefsinnigen Satz „Ich versteh' nicht, was du willst“ und leider geht es dem Rezensenten hier ähnlich. Eben ohne jenes Sample hätte „Der Groove Günther“ zumindest als fröhlich umhertollendes, wenn auch nicht sonderlich aufregendes Tool durchaus Gehör gefunden, fällt so aber – trotz sauber ausgeführter Handwerkskunst – aufgrund des vorhandenen Penetrationsfaktors durch, auch wenn Tinush mit seinem dem Funk im MinimalHouse verschriebenen „Durch & Durch Durch Remix“ noch ein paar Punkte zu retten weiß, in dem er bewusst auf voll ausgeführte Vocals verzichtet. Auch das zweite Original „Tag Für Tag“ kommt leider weder ohne alberne Stimmen noch furchtbare KlezmerJazz-Samples  aus und macht so keine Punkte, wird aber ähnlich wie der Titeltrack durch einen diesmal positiv upliftenden Remix gerettet. Mit sehr viel gutem Willen gibt es gerade noch. Magere 4/10 Punkte.



Alex Rubio feat Louie Fresco
Shadows In The Night

 

Mexa Records
16. Dezember 2013

 

Erhältlich bei:
Beatport


Jeden Monat wieder birgt das eintreffende Promopäckchen am Rezensentenschreibtisch neue Überraschungen. Labels im zweistelligen Releasebereich und / oder aus obskuren Ländern – hier: Mexiko –, deren Namen mensch als vollends dem physischen Produkt verschriebener Schreiberling bislang null auf dem Schirm hatte. Ein wenig Recherche ergibt dann meist: „veröffentlicht nur digital“ und die Frage nach dem „Warum?“ hat sich erledigt, auch wenn zumindest der Anstand gewürdigt wird, das eben jenes Label zumindest noch Promo-CDs verschickt anstatt ungefragt den Maileingang mit mp3-/Download-Promos zuzuspammen, die schon aus Prinzip ungehört im Trash landen. Dieser Weg hingegen garantiert Aufmerksamkeit und Wohlwollen und im Falle von „Shadows Of The Light“ sogar positives Aufmerken, sticht die vorliegende – und gelungene - Mischung aus warmen TechHouse und leicht progressiv gniedelnden Gitarren des Originaltracks doch angenehm aus der Massenware dieser Tage heraus, ohne ausschliesslich vom Novelty-Bonus dieser Kombination zu zehren. Ähnlich gut der Remix von Maher Daniel, der mit dubbigen Chords, endlos modulierten (Neo)Trance-Synths und jazzigen Drumspielereien zum Sonnenaufgang punkten kann, während Marc Poppcke trotz solider, stellenweise ins progressive abgleitender Grundlage die Arbeit mit den Vocalsnippets misslingt, die an vielen Stellen schlichtweg zu kurz geschnitten wirken. Nicola Cruz hingegen wählt eine bedrohlich marschierende Interpretation, die in ihrer unterschwelligen Verspultheit Erinnerungen an die längst in Vergessenheit geratene „Sunrize EP“ wachruft, die vor ziemlich genau zwei Dekaden auf dem Label Think Green erschien.  Das Elefantengedächtnis lässt grüssen und vergibt gute 8/10 Punkte.

Foto: froodmat

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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