He Can Do It In The Mix – „DJ Kicks“ von Breach

breachthree

Nach wie vor eine Institution in Sachen Mix-Compilations, muss sich die DJ Kicks Reihe Titel und Status mittlerweile mit der ein oder anderen Serien-Veröffentlichungen teilen. Mit den aktuellen Ausgaben stehen die Zeichen jedoch wieder auf Pole-Position. Und während die ganze Welt ob John Talabots Beitrag noch Bauklötzer staunt, darf der qualitativ ebenbürtige und von Ben Westbeech alias Breach zusammengestellte Mix auf keinen Fall untergehen.

Breach
DJ Kicks
K7 Records / Alive
15. November 2018
9 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Westbeechs musikalische Sozialisation mit "einigermaßen allumfassend" zu beschreiben, ist alles andere als übertrieben. Als Celllist und Pianist fühlt sich der Engländer im 5-Linien-Noten-System ebenso zuhause wie als Produzent und DJ mit Soundsoftware und Mischpult – dass er zunächst als Sänger mit zahlreichen Feature-Auftritten unter anderem für Jazzanova und Kraak & Smaak reüssierte, darf als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden? – Falls nicht: Westbeech ist auch ein formidabler Sänger. Auf seinem DJ-Kicks Mix allerdings wird das nur undeutlich – das von ihm exklusiv für die Serie produzierte "Beroving" enthält nicht mehr als ein reichlich tonloses "Yeah" aus Westbeechs Vokal-Apparat.

Dass der Sänger aber auch als Selecta ein Fan von Vocals, wenn auch nicht unbedingt von Gesang ist, demonstriert er unüberhörbar. Und gut. Ob Wire Peoples gitarrenlastige "Triangle Version", Pedestrians "Hoyle Road", die Close feat. Joe Duki Kollaboration "My Way" im Dusky Remix oder des manische "Attention Seeker" von Iron Galaxy – Stimmen, wie sehr auch immer manipuliert, sind für Breach unverzichtbare Klangquellen. Wieso auch nicht – die digitale Deepness aus Beat und Bass sichert sich auf diese Weise ein Mindestmaß an Soul.

Vielleicht noch einen Ticken wesentlicher, zeichnet sich Breachs DJ-Kicks Compilation aber vor allem durch seine exquisite Track-Auswahl und eine dieser Selektion ebenbürtige Mix-Ästhetik aus. Mit fast schon beängstigender Treffsicherheit lotet Westbeech exakt jene Punkte innerhalb der Songs aus, in dem die Klangelemente der beiden miteinander verwursteten Tracks nicht nur musikalisch-harmonisch sinnvoll erscheinen, sondern auch dramaturgisch auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Zwischen Dopplereffekts "Z-Boson" und Redinhos "Searching" haut das ebenso hin wie für "All Day" vom Beesmunt Soundsystem, das dem Wire People Opener folgt. Und das bei Westbeechs erstem offiziellen Mix – beeindruckend grandios.     

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.