Eine gemischte Tüte, bitte! – „Better Tell The Truth“ von Who’s Panda

whospanda

Das Album ist mittlerweile fast zwei Monate im Handel erhältlich – und ich habe erst vor kurzem davon Wind bekommen. Schande über mein Haupt. Das Cover ist cool, allerdings so hipstermäßig, dass ich zuerst etwas voreingenommen war und dachte, ich hätte es mit durchschnittlichem Hipster-Rock zutun. Falsch gedacht. Achja, und auch der Name der Band, Who's Panda, hat nix mit dem weitläufigen Hipster-Panda-Trend zu tun. Who's Panda machen auf "Better Tell The Truth" anständigen Indie Rock. Jawoll.

Who's Panda
Better Tell The Truth
In cooperation with Snowhite
24. Oktober 2014
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes

Neben der Tatsache, dass die vier Mitglieder Valentino, Tom, Nicolas und Pace zusammen aufgewachsen sind, verbindet sie vor allem die gemeinsame Liebe zur Musik. Zum Beispiel zu der des 70er Jahre Rock'n'Rolls. Und zu Bands wie Kasabian, Kings of Leon und Coldplay. Aber man hüte sich, jetzt zu denken, die Musik klinge wie die des Followill-Clans, angehaucht durch den Martin-Kitsch. Naja, wie würde das auch klingen? Jedenfalls: Who's Panda schlagen schon eher ihre eigenen Pfade ein, Pfade, die sich durch den Indie-Rock á la Kings of Leon winden und immer mal wieder auch am Pop vorbeischlendern ehe es sie über Blues-Hügel zum Ziel, dem Indie Rock, führt. Ja, insgesamt klingt das Album tatsächlich, wie eine gemischte Tüte vom Kiosk – ein Bonbon mal leckerer als das andere, alles in allem aber das Geld wert.  

Der Opener "Undressed" lässt das Interesse an den Kings of Leon im Gitarrenriff auf jeden Fall erkennen, ist dabei aber auf keinen Fall stumpf nachahmend. Und es folgen zu diesem Zeitpunkt ja immerhin noch dreizehn (die zwei kurzen Intros großzügig mitgezählt) weitere Songs, die von etwas anderem überzeugen können. An die elektronisch angehauchte Stimme bei "Undressed" muss man sich vielleicht gewöhnen, nicht aber an die treibende Melodie. Es folgt "Better Tell The Truth", eine anständige Mitgröhl-Indie-Rock-Hymne. Mit "Anymore" kommt dann die erste Klimax, die auch – so viel sei jetzt schon verraten – bei den zwei darauffolgenden Stücke (plus obenerwähnter Intros) nicht nachlässt: Tastenklänge zu Anfang, dann ein paar "Aaaahs" zum Mitsingen und dann die Stimme von Sänger Valentino, die nun endlich so dreckig klingt, wie eine Rock-Stimme zu klingen hat. "Moving" macht poppig rockig zärtlich weiter, wo "Anymore" den Höhepunkt begonnen hat bis "Knights Of Lights" die unwiderstehlichen Gitarrenriffs zum glückseligen Dahintreibenlassen ausklingen lässt. Und auch "God Bless Them Pretty Women" im Anschluss an "Knights of Lights" lässt eigentlich in keinster Weise nach. Zärtliche Gitarrenriffs, zerbrechlicher Jungsgesang, eine Handvoll Rock'n'Roll. Hachja… Und ja, zugegeben, hier lässt sich die Freude an Coldplay vielleicht nicht ganz verleugnen. Zum Abschluss dann das letzte Bonbönchen grundsoliden Indie Rocks aus der Tüte fischen und "Hit Me" hören.

An dem Slogan auf der Bandhomepage "Four guys kicking asses for the masses" ist auf alle Fälle was dran: zum einen kann die Band durchaus irgendwann auch mal vor Massen spielen, zum anderen sucht sie momentan aber ihren Weg noch aus der Musikmasse heraus – ein, zwei Bonbon-Kreationen weniger hätten's auch getan.

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.