Gelée Royal Rocks – „Royal Blood“ von Royal Blood

Royal Blood

Schon beeindruckend, was Mike Kerr und Ben Thatcher aka Royal Blood alles aus einem Bass und einem Drumset rausholen. Richtig gelesen: Mike Kerr und Ben Thatcher sind die einzigen beiden Mitglieder dieser für ein Zwei-Mann-Musik-Unternehmen doch ziemlich imposant drückenden Band. Beweise? – Finden sich auf dem gleichnamigen Debüt-Album gleich zuhauf.

Royal Blood
Royal Blood
Warner Music International
22. August 2014
9 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Als musikalischer Gutmensch könnte man sich stundenlang das Maul darüber zerreißen, ob und wie credibil es ist, entdeckt zu werden, weil der Arctic Monkeys Schlagzeuger das bandeigene Merchandise während des Glastonbury-Festivals präsentiert – und zwar Wochen vor jeder offiziellen Veröffentlichung. Andererseits: Man kann auch einfach mal die Fresse halten, wenn das, was am Ende an die Öffentlichkeit dringt, derart restlos überzeugt. Sogar als Gutmensch. Das gilt umso mehr, als dass die erst 2013 gegründeten Royal Blood sich mehr oder minder aus dem Stand in der Spitzengruppe der 4-bis-6-Saiten-und-ein-Schlagzeug-Bands katapultieren.

Wie das sein kann? – Nun, der bescheidenen Meinung des Autors nach dürfte es vor allem daran liegen, dass Royal Blood der Balance-Akt zwischen Metal-Brett und Alternativ-Rock mit am besten gelingt. Weswegen – derselben Meinung nach – Vergleiche mit den White Stripes, The Black Keys und auch Muse ins Leere laufen. Zu blues-rootsy die ersteren, zu kompliziert und verkopft die Truppe um Matthew Bellamy. Tatsächlich würden Queens of the Stone Age als sehr viel aussagekräftigere Klangorientierung taugen. Noch treffender wären nur noch die Früh-Neunziger Alben von The Almighty (ja, genau die) oder etwa Corrosion of Conformitys "Deliverance".

Einer der Gründe für den weit über die Inselgrenzen ihrer Heimat hinausreichenden Erfolg muss damit zu tun haben, dass Sänger und Bassmann Mike Kerr mit Hilfe von Effektschleifen zwar allerlei Gitarren-Klänge emulieren kann – wegen der dicken vier Bass-Saiten allerdings auf die sonst obligatorischen Soli komplett verzichtet. Stattdessen arbeiten sich die beiden dann an unglaublich groovigen Riff-Gewittern ab, wovon Über-Songs wie "Come On Over", "Loose Change" oder auch die Single "Figure It Out" beredt Zeugnis ablegen. Dass das Royal Blood Debüt mit unter anderem "You Can Be So Cruel" oder "Better Strangers" auch sehr viel weniger gut gelungenes Material am Start hat – angesichts des gelungen Artworks fast schon verziehen. Nur eines geht nicht: Ein Album mit 32 Minuten Spielzeit!   

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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