Gimme, Gimme, Gimme – „Gimme 6“-EP von Second Storey & Appleblim

also

R&S hält die Latte hoch. Diesmal mit der „Gimme 6“-EP der beiden Brexit-Gegner (hoffentlich?!) Appleblim und Second Storey. Die drei Tracks starke EP ist nicht die erste gemeinsame Produktion auf dem belgischen Traditionslabel. Wohl aber die erste, die nicht unter dem gemeinsamen Pseudonym ALSO veröffentlicht wird.

Second Storey & Appleblim
Gimme 6 EP
R&S Records
04. November 2016
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | Bandcamp | Webshop

„Levying Rocks“, der ebenso tiefschürfende wie funky-bouncende Gummiball von einem Track, hat die Nase in jeder Hinsicht vorn. Und zwar auch ohne Zielfoto. Eine halbe Minute braucht die treibende Bass-Drum bis zu ihrem ersten Einsatz, aber wenn sie sich dann im Verlaufe des Tracks erst mit dem vom Blubberbass angerichteten Säurebad anfreundet und auch die mechanisch messerscharfen Hand-Claps richtig in Szene zu setzen weiß, kann man sich ihrer nur noch schwer erwehren.

Rhythmisch etwas traditioneller, dafür aber mit noch mehr Zug zum Dancefloor-Tor, zeigt sich auf dem Titeltrack „Gimme 6“, was die Kooperation der beiden Produzenten und DJs ausmacht: Eine vor allem sich rhythmisch manifestierende diebische Freude daran, bestimmten Hörerwartungen absichtlich zuwider zu laufen. Ohne dabei allerdings den Sinn und Zweck ihrer Arbeit aus den Augen bzw. Ohren zu verlieren: Auf dem Dancefloor dürfte die Nummer schon bald einschlagen wie Mörser in Mossul.

Nicht unbedingt experimentell, aber schon irgendwie laborbedingungsmäßig steril, entfaltet sich der dritte Track auf der „Gimme 6“-EP von Second Storey und Appleblim. Nervös klackernde Bassdrum-Patterns wetteifern erst mit Klöppelsounds und ab der Hälfte des Tracks mit klatschnassen Snares um die rhythmustechnische Deutungshoheit. Kurz vor dem ersten massiven Break setzen Synth-Arpeggios ein, die für die restliche Dauer der Nummer abwechselnd rein- und wieder rausfaden. Und irgendwo im Hintergrund wabert ein zweitöniges Sample, das sich im Klangpanorama gegenüber den anderen Schwergewichten nicht wirklich durchsetzen kann, bis es bei ungefähr Minute 4 für kaum 20 Sekunden eine harmonische Auflösung antäuscht, die der in der Folge sich nur noch in Einzelteile auflösende Track allerdings nie wirklich liefert.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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