Gut Geheult – „Two Wolves“ von Marry Waterson & David A. Jaycock

two wolves

Winter. Abend. Kaminfeuer. Gibt es ein besseres Setting für handgemachte, vorwiegend vollakustische Musik wie diese? Wohl kaum. Enter Marry Watersons und David A. Jaycocks Album "Two Wolves".

Marry Waterson & David A. Jaycock
Two Wolves
One Little Indian / Rough Trade
20. November 2015
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | One Little Indian

Unklar ist an dieser Stelle, ob das Label One Little Indian das Releasedatum der jüngst veröffentlichten Zusammenarbeit von Marry Waterson, ihres Zeichens Tochter der seit den Mit-60ern aktiven The Watersons-Sängerin Elaine 'Lal' Waterson, und David A. Jaycock aus diesem Grund in den Dezember gelegt hat, unzweifelhaft bleibt jedoch die Tatsache, dass die fünfzehn Songs auf diesem, "Two Wolves" betitelten Album perfekt in die Jahreszeit passen.

Intim, nah, persönlich und vor allem ganz dicht dran sind die musikalisch erzählten Geschichten, intoniert nur mit Gitarre und Vocals, die den Konsumenten spätestens nach zwei Songs temporär aus der Hektik des Alltags und dem normalen Wahnsinn des Zeitgefüges heben, im grossartigen "Caught On Coattails" sogar psychedelische Züge annehmen und den Beweis antreten, dass für Singer-Songwriter- und Folk-orientierte Musik immerwährende gültige Zeitlosigkeit und alternative Realitäten unverrückbar gesetzt sind, während andere Genres ihrer ständig fortschreitenden Modernisierung und Erneuerung hinterhecheln.

"Ginger Brown &  Apple Green" scheint mit seinem frühlingshaftem Vogelgezwitscher im Hintergrund gar komplett auf der grünen Wiese aufgenommen zu sein, "Circa '73" erzählt die Geschichte einer einfachen, doch traurigen Kindheit und der darauffolgende "Emotional Vampire" legt final mit jazzigen Klavierchords und bluesig-elektrifizierter Gitarre im Hintergrund in Sachen Instrumentation dezent eine Schippe nach, ohne sich in Relation zum Gesamtwerk zu sehr in den Vordergrund zu drängen, bevor das instrumentale "Sing Me Into Your Tune Reprise" einen 108-sekündigen, sanft wärmenden Schlusspunkt zu einem rundum gelungenen Album setzt. Sehr schön.

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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