Gute Beats kommen in den Himmel – „Prominence“ von Heavenly Beat

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Immer diese Ich-Mach-Alles-Ganz-Allein-Typen. Was is’n da los - haben die keine Freunde, ein Kontroll-Komplex oder beides? Naja – so lange dabei rum- und rauskommt, was John Pena alias Heavenly Beat auf "Prominence" zu einem Klang zusammengebastelt hat, stellen sich die psycho-sozialen Fragen mal schön hinten an.

Heavenly Beat
Prominence
Catured Tracks / Cargo Records
11. Oktober 2013
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

"Prominence" ist bereits das zweite Album John Penas als Heavenly Beat. Keine Ahnung, wie viele er noch rauszuhauen gedenkt und wo genau er damit noch hin will. Sollte es aber so etwas wie ein Klangideal für den jungen Texaner geben, dann ist er diesem mit seinem Debüt-Nachfolger ein gehöriges Stück näher gekommen. Im Vergleich zum Vorgänger "Talent" – der im Übrigen unter identischen DIY-Umständen im selben Home-Recording-Studio (Studio?) aufgenommen, produziert und gemastert wurde, klingt Pena auf "Prominence" voluminöser, kontrastierter, besser. War "Talent" eher Zeitungspapier, so geht "Prominence" ganz klar in Richtung hochwertiger Bütte.

Natürlich kommt auch auf diesem Album der überwältigende Großteil der Sound-Zutaten aus Penas sorgfältig eingemachten Klang-Konserven. Es wimmelt quasi nur so vor Groove-Loops und Instrumental-Samples. Dass er als One-Man-Band Spur auf Spur legen musste, um so etwas wie einen Gesamtklang zu erreichen; dass er nicht anders konnte, als derart sequentiell zu arbeiten, wird besonders bei Songs wie "Forever" oder auch "Stable" deutlich - ist aber im Gesamt-Kontext mehr als verzeihlich. Erst recht angesichts solch gelungener Album-Beiträge wie dem formidablen "Expectation" und dem sommerlich-luftigen "Honest". Vom sonischen Höhepunkt des Albums "Complete" ganz zu schweigen.

Als hätten Washed Out und How To Dress Well sich für eine Zusammenarbeit mit Phoenix entschieden, stechen drei Elemente ganz besonders heraus: das vorsichtige Gitarren-Pizzicato, die Nicht-Ganz-Kopfstimme im Refrain sowie die digitalen Steeldrums. Apropos: Kann es sein, dass Pena eben jene zu so etwas wie einem akustischen Aushängeschild oder zumindest einem roten Klangfaden seiner aktuellen Veröffentlichung stilisieren wollte? Ja? Nein? Wie auch immer die Antwort ausfällt: Er hat es super hingekriegt.

Foto: Terri Nguyen 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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