Haus am See – „Purposely Uncertain Fields“ von Lake People

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Permanent Vacation – seit mittlerweile knapp neun Jahren ist das in München beheimatete Label von Tom Bioly und Benjamin Fröhlich mittlerweile in meist melodisch-spacigen Musikurlaubsgewässern unterwegs und mit seinem inzwischen mehr als 130 Releases umfassenden Katalog dabei zu einem beachtlichen Dickschiff gewachsen, das mit Vorliebe in von Groove und Deepness geprägten Gewässern vor Anker geht.

Lake People
Purposely Uncertain Fields
Permanent Vacation / Groove Attack
6. Februar 2015
9 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV
 

Unter diesen Vorzeichen ist es keine grosse Überraschung, dass dieser Tage nun auch Martin Enke mit dem sehr gelungenen Debutalbum seines Lake People-Projekte ein Zuhause auf Permanent Vacation gefunden hat, nachdem schon in 2013 seine Single "Uneasy Hiding Places" bei den Münchnern erschien und er mit dem Track "Doubtful" im Folgejahr einen Beitrag zur Labelcompilation "If This Is House I Want My Money Back III" leistete. 

Schon der melancholisch-detroitige Opener "Escape Velocity" lässt keinen Zweifel daran, dass fein ziselierte Deepness und sorgsam verwobene Melodiekonstrukte die bestimmenden Themen der folgenden Reise durch Club und Klang sein werden und spätestens mit der kurzen Ambient-Exkursion "Entangled" sowie der kaskadierend-kristallinen Schönheit des elektroiden "Lamb Shift" wird klar, dass es sich bei "Purposely Uncertain Field" um eines der wohl wichtigsten Elektronikalben des noch jungen Jahres handeln könnte, tut die detailreiche Produktionshandschrift der Lake People doch sowohl auf der Tanzfläche als auch im heimischen Ohrensessel ihre Wirkung, transportiert ein einzigartiges, abstraktes Verständnis von Melancholie und Melodie, welches sich sonst in der Regel nur in den an Klassikern reichen Tiefen des Detroiter Technounderground findet, um parallel dazu mit Tracks wie "Orb" immer wieder Ausflüge in die Welt der subaquatischen Electronica zu wagen, die sich vor Klassikern des Genre à la Plaids "Not For Threes"-Album keinesfalls verstecken müssen. 

Mit der fordernden Signalfolge des zweifelsfrei von irisierendem Acid / Intelligent Techno geprägten "Illuminated" trifft der  ganz grosse Rave-Moment auf die unschuldige Schönheit zartfühlend verschwimmender Pianoakkorde, während auf dem vergleichsweise reduzierteren "Blackpoint" die Bedürfnisse der Tanzfläche noch weiter in den Vordergrund rücken, die sich widerstandslos von der verführerischen Kombination aus Groove  und hypnotischer, nur behutsam variierender Repetition des raumgreifenden Motivs einfangen  lässt. Im letzten Teil des Albums schwingen sich mit "Glease 29" dann noch einmal schmeichelnde Electroklänge in Kombination mit fremdartig wirkenden und doch überaus angenehmen Synthesizerlinien zur Herrschaft über die spätnächtliche Tanzfläche auf, bevor die verträumten Ambientpassagen des finalen "Distance" die letzten Minuten des Lake People-Debuts einläuten, das an dieser Stelle nicht nur eingefleischten Elektronikfans empfohlen sei. 

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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