His Name Is Luca – „Everyday Is Gonna Be The Day“ von Luca Sapio

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Dark sind Shadows ja meistens – aber ob nun als Tautologie oder Pleonasmus – besser als Luca Sapio und die krummen Bananen klingt's allemal. Und was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte – der italienische Soul-Barde hat nicht nur eine neue Backing-Band, sondern mit "Everyday Is Gonna Be The Same Day" auch eine neue Platte am Start.

Luca Sapio
Everyday Is Gonna Be The Day
GMG / Cargo Records
13. April 2015
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Um das vorwegzunehmen: Wer schon an Sapios Debüt-Album "Who Knows" Gefallen fand, wird auch dessen Nachfolger gegenüber nicht abgeneigt sein: Soul, Blues, Groove, Seelenschmerz und alles mit "richtigen" Instrumenten. Diesen roten Faden allerdings hat Sapio nicht alleingesponnen. Thomas Brenneck, Mastermind und Gitarrist sowohl bei der Budos, als auch für die Menahan Street Band, hat wie schon beim Vorgänger "Who Knows" seine Produzenten Langfinger im Spiel gehabt. Und für einen soliden Mix aus Klang-Tradition-Bewahren und Auch-Mal-Neues-Ausprobieren gesorgt.

Geblieben ist die staubige Südstaaten-Atmosphäre. Das Erbe von Stax, Hi und den Fame-Studios, denen ein gut geöltes Rhythmusquartett - bestehend aus Schlagzeug, Bass, Klavier/Orgel und Gitarre - im Zweifel über alles andere geht. Im Falle Luca Sapios sogar so weit, dass sich auf dem neuen Werk kein einziger Bläser mehr findet. Blech und Holz mussten zu Gunsten eines noch bluesigeren Gesamtklangs (von dem vor allem die Präsenz der Orgel profitiert) außen vor bleiben. Stattdessen setzen Sapio und Brenneck auf mehr Percussion und ein dezentes aber wirksames Background-Sängerinnen Backup. Und kommen der Mischung aus The Doors ("Lawbreakers") und Tony Joe White ("Everyday Is Gonna Be The Same Way") so nah wie nie.

Die Purifizierung, also die Beschränkung auf weniger Klangmittel, birgt allerdings nicht nur Chancen. Und trotz Sapios unverändert kehligem Wehgesang macht sich das auf unangenehme Weise vor allem bei den Balladen bzw. balladeskeren Stücken bemerkbar. So gehören gleich die ersten drei Songs auf dem Album definitiv nicht zu dessen Höhepunkten. Das allerdings ändert sich mit "Nobody Knows" schlagartig. Das Beste aber hebt sich Sapio auf "Everyday Is Gonna Be The Same" für den Schluss auf. Das nackte "I Am So Tired"  hätte auch JJ Cale nicht zwingender bringen können und "I Was A Good Boy", das Experiment mit der Rhythmusmaschine, zeigt, dass Sapio auch in psychadelischeren Gefilden besteht.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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