Im Namen der Bassdrum, Amen – „No Ceremony///“ von No Ceremony///

noceremony

Mit Adidas haben die drei von No Ceremony/// nichts am Hut – den drei Streifen im Projektnamen zum Trotz. Vor dem musikalischen Vermächtnis ihrer Heimatstadt Manchester verbeugen sie sich auf ihrem gleichnamigen Album umso deutlicher.

No Ceremony///
No Ceremony///
Noc/// / PIAS / Roughtrade
30. August 2013
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Musicload

Seit knapp einem Jahr geistert der Name No Ceremony/// durch sämtlich Online- und Offline-Medien. Als Remixer fanden ihre Interpretation von Alt-J-, Patrick Wolf- und John Grant-Werken reißenden Absatz. Zum popmusikalischen Ritterschlag fehlte nur noch eins: Eine Produktion unter eigenem Namen. Et Voilà – mit "HURTLOVE" veröffentlichte No Ceremony/// nicht nur ihre erste offizielle Single. "HURTLOVE" definierte gewissermaßen das Band-Profil und darüber hinaus, was Hörer von No Ceremony/// erwarten dürfen. Und was nicht. Logisch, dass "FEELSOLOW" als zweiter Release in genau dieselbe Kerbe schlug.

Melancholischer Betroffenheitspop mit einem Fünkchen Hoffnungsschimmer (wie die ersten Sonnenstrahlen auf der Tanzfläche der Panorama-Bar) trifft auf leicht brustschwache 4-2-the-Floor Rhythmik. Weder ist ersterer sich zu schade für die populär-ravigen Aspekte des Eurodance (das großartig gelungene "HOLDONME" zeugt davon ebenso wie die Sägezahn-Schranz-Reminiszenz von "HEARTBREAKER"), noch verbietet die rhythmische Hauptstoßrichtung, es auch mit passenden Alternativen aufzunehmen; insbesondere "HEAVYHOUR" und "WARSONGS" machen dabei deutlich, welche fantastischen Konsequenzen diese – nennen wir sie – bewussten Regelverstöße zeitigen können.

No Ceremony/// - der Name ist Programm, wie könnte es auch anders sein. Entsprechend wenig bzw. keinen Bohei machen No Cermony dann auch um ihren innovativen Gebrauch von Vokal-Effekten. Noch ist es zu früh, um das Übereinanderlegen von originalen Stimmquellen, Vocoder-Effekten und Auto-Tune als ihr Markenzeichen hochzujubeln. Immerhin entlocken sie diesen, innerhalb der letzten Dekade inflationär eingesetzten Techniken, ein paar überraschende Klang-Aspekte. Und diese ihre Technik verwischt zunehmends auch die normalerweise gut hörbaren Geschlechterunterschiede. Ob das schon Gender-irgendwas ist? – Muss man wahrscheinlich The Knife fragen. Zu hoffen wagt der Rezensent jedoch, dass dies ein Klangkniff um des Sounds Willen war. Ansonsten: Sehr zu empfehlen! 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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