Von Wegen Handzahm – „Imitation of Life“ von PET

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Egal, was Google meint – PET ist ein Haustier. Das als Duo gegründete und inzwischen zu einem Sechser im Musiklotto erwachsene Projekt führt Hörer schon mit dem Namen hinters Licht. Wie auf dem aktuellen Album "Imitation of Life" zu hören, sind PET alles mögliche – nur nicht zahm.

PET
Imitation of Life
Neun Volt Records
15. November 2013
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes

Dass PET für ihr drittes Album fast sieben Jahre brauchten, hat auch damit zu tun, dass Gründungsmitglied Andre Abshagen mit Neun Volt Records inzwischen sowohl ein eigenes Label als auch ein eigenes Studio betreibt. Um dennoch auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu können, benötigte er wohl beides: Zeit und kreativen Input. Zwar fungiert Abshagen noch immer als Songwriting-Prinzipal, aber ohne das Zutun von Dodo NKishi, Eric Voss, Stefania Vacca und dem Neuzugang Julie Miess würde "Imitation of Life" mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit anders klingen.

Apropos Klang: Abshagen und Company glückt, was in der Regel so selten ist wie ein gut sichtbarer Kometenschweif. Trotz eines verhältnismäßig geringen vokalen Wiedererkennungswertes und einer dazu im Vergleich großen genretechnischen Bandbreite, zieht sich ein unüberhörbarer roter Klangfaden durch das gesamte Album. Diesen herauszustellen und zwar unabhängig davon, ob es sich um energiereiche Uptempo-Nummern wie "Thinking of You", "Miss Brown" oder "Oh No!", leicht balladesken Melancholie-Indie à la "Grey" "Everytime I Turn My Head" oder "Kiss Me" und Ausreißer per se vom Stile "I Won’t Hurt You"s oder dem Titeltrack handelt, das ist eine mehr als reife Leistung. Ganz konkret gehören zu den definitiven Markenzeichen PETs ein in New Order-Manier singender Bass, fett-volle Drum-Sounds, eine mehr als ungewöhnliche aber dennoch nicht weniger eingängige Melodieführung sowie die friedliche Koexistenz von verzerrten Gitarren und allerlei digital-elektronischen Klangmitteln.

Neben der wirklich herausragenden Single "Talk to You", die vor allem über ihren unwiderstehlichen Groove punkten kann, gestatten sich PET mit "Counting The Stars" noch ein weiteres Rhythmus-Experiment. Statt wie sonst gerade und direkt, nimmt Schlagzeuger Dodo NKishi hier bereitwillig jeden noch so vertrackten Umweg – Hauptsache der Beat stimmt. Wenn überhaupt irgendeine Frage offenbleibt, dann, ob der Rezensent sich nur einbildet, beim Titeltrack "Imitation of Life" Prince-Gitarren zu hören. Und? 

Foto: Olof Pock

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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