Back To The Basics – „Lights“ von The Fauns

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Meterdicke Gitarrenwände, die vor allem akzentuieren, was der Bass macht, und ätherisch-elegisch gehauchte Fast-Flüster-Gesänge – ein Shoegaze-Paradebeispiel? Dem Rezensenten soll’s recht sein. Ihm doch egal, wie man den wunderbar herzergreifenden Sound nennt, den The Fauns auf ihrem zweiten Album "Lights" zelebrieren.

The Fauns
Lights
Invada / Cargo Records
02. Dezember 2013
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Für eine Band, deren Gründung gerade mal vier Jahre zurückliegt, klingen The Fauns enorm gestanden. Was ganz unzweideutig auch mit der musikalischen Nische zusammenhängt, welche die Band um Sängerin Alison Garner für sich ausgesucht hat. Denn wertfrei ausgedrückt, hält sich der Innovationsgrad des Fauns-Sound in sehr überschaubaren Grenzen. Was der Band allerdings noch lange nicht zum Nachteil gereicht. Die nicht ganz so blutjungen Hörer dürften sich an das Beste zwischen Mazzy Star und den Smashing Pumpkins erinnert fühlen: Die Melodie-Verliebtheit, der prominente Bass-Klang, Phil Spectors Wall of Sound-Idee für Gitarre, das latent unterrepräsentierte Schlagzeug und Garners Hauchen – das stimmt schon von den Zutaten her.

Aber auch über die klangvergleichenden Assoziationen hinaus erweist sich "Lights" als geschmacklich potent. Was insofern überrascht, als dass The Fauns auf ihrem gleichnamigen Debüt verzerrte Gitarren zwar nicht gerade gemieden, aber auch längst nicht so vordergründig  mit einbezogen haben wie auf "Lights". Als hätte die Losung "Weg vom Indie-Pop und hin zum Indie-Rock" gelautet. Der soundtechnische Wandel zeigt dann auch gleich doppelt Wirkung. Zum Einen klingen The Fauns ein gutes Stück mehr bei sich, im wahrsten Sinne des Wortes eigenwilliger. Zum Anderen erhöht das Mehr an klanglicher Aggressivität die Stärke des Kontrasts zu den porzellan-zarten Vocals Frau Garners. Das Ergebnis: In jeder Hinsicht schärfer!

An diese Anfänge erinnern von  insgesamt elf Stücken auf "Lights" eigentlich nur "4am" und das Album-Finale "Give Me Your Love". Die neue Härte dagegen macht sich vor allem bei "With You" und dem sehr grunge-ophilen "Nothing Ever" bemerkbar. Dass sich die Band für das Titelstück "Lights" als erste Single entschieden hat, ist dennoch nachvollziehbar. Gutes Teil! 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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