Everybody Bounce Now – „Moshislongo EP“ von Arp Aubert

SAMSUNG DIGITAL CAMERA

Arp Aubert? Stephan Lorenz? Marco Niemerski? Mirau Musik? Ki Records? – Gemach. Zusammen mit dem als Tensnake berüchtigten Marco Niemerski veröffentlicht der Hamburger Label-Macher (Mirau Musik & Ki-Records) Stephan Lorenz bereit seit 10 Jahren Musik als Arp Aubert. Die "Moshislongo EP" ist der fünfte Arp Aubert Release überhaupt und nachdem die ersten drei auf Mirau Musik erschienen sind, deutet alles darauf hin, dass die nächsten drei auf – genau - Ki Records rauskommen.

Arp Aubert
Moshislongo EP
Ki Records
16. März 2015
8 / 10
Erhältlich bei HHV | Ki Records Shop

So auch "Moshislongo". Und was immer die Wortneuschöpfung bedeutet – der erste von insgesamt vier Tracks (einer von zwei Arp Aubert Originalen und wohl nicht ganz zufällig der Titeltrack) ist eine von den Nummern, die einen nicht mehr loslassen, obwohl sie alles andere als Ohrwürmer sind. Ein fein ziselierter Stereo MCs Breakbeat stützt ein Orgel-Bett (Erobique?), über dem wie in Endlos-Schleifen Vibra- bzw. Xylophon-artige Loops kreisen und wabern, nicht ziellos zwar, aber auch ohne wirklich ankommen zu wollen. Ein paar Space-Synthieattacken später bricht der Beat erst ab, um über den Umweg verhuschter Vokal-Spuren und Kinderspielplatz O-Tönen zu sich zurückzufinden. Und dann geht’s von vorne los. Das ist beruhigend und erhebend zugleich, passt zu länger werdenden Tagen und sprießenden Krokussen, aber auch zu Nightlife-Slo-Mo und Club-Impressionen.   

Der Me Succeeds Remix interpretiert "Moshislongo" nicht als bouncenden Elektronik-Flummi, sondern nimmt erst einmal den Fuß vom Gas, um dem Affen in Form von reduzierten Dub-Rhythmen und zusätzlichen Vocals von Me Succeeds Sängerin Mona Steinwidder wieder Zucker zu geben. Alexander Polzin verfolgt einen ganz ähnlichen Ansatz und gewinnt dem verspielten Original durch Reduktion eine unerwartet majestätische Dunkelheit ab, die zum Ende der achteinhalb-minütigen Elegie und mit jedem Takt ca. zwei Lux aufhellt. Für beide Remixe gilt: Das Original gefällt besser. Mangels der Remixe erscheint diese Aussage über "Lowport" zwar nur bedingt sinnfällig. Aber auch dieses Stück kann dem Titeltrack das Wasser kaum reichen. Mehr "Moshislongo".

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.