Music Your Mama Loved Best – Lady live in Berlin

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Atlantic, Motown, Stax, Temptations, Diana Ross & The Supremes, Norman Whitfield, Berry Gordy, Sisters Love, Jackson 5, Edwin Starr, The Undisputed Truth, Angie Stone, Gladys Knight, Lamont Dozier, Ashford & Simpson, Dennis Coffey, Truth & Soul, El Michaels Affair, Mary J. Blige, Kid Cudie, Black Keys, Aloe Blacc Lee Fields, Alicia Keys, Charles Bradley, Sharon Jones, Nicole Willis – selbstredend ist diese Aufzählung alles andere als vollständig. Dass sie sich zwar weder beliebig noch endlos, so doch über etliche Folge-Seiten fortsetzen ließe, macht mindestens zwei Dinge deutlich: 1. Was alles in Lady steckt – im Wortsinn, und 2. dass es Ladys Musik trotz der offensichtlichen und bis weit in die popmusikalische Vergangenheit reichenden Klangfäden nie früher hätte geben können.

Mit dem zweiten Punkt wäre sogleich die wichtigste Regel des nun schon seit einigen Jahren grassierenden Retro-Booms gelüftet – es geht nicht darum, in der Vergangenheit zu versinken, sondern sie in die Gegenwart holen. Selten haben zwei junge Frauen aus dem hier und jetzt dieses Gebot so umgesetzt, wie es Terri Walker und Nicole Wray als Lady und auf dem gleichnamigen Debüt-Album gelungen ist. Das zeigte sich auch bei ihrem umjubelten Auftritt im Roter Salon in Berlin. Der äußerst fähigen, im Vergleich zu den Studio-Aufnahmen aber minimierten Begleittruppe konnte man die fehlenden Bläser nicht zum Vorwurf machen. Sie als exzellent erweiterte Rhythmusgruppe zu würdigen, kommt der Wahrheit nämlich viel näher. Apropos Rhythmus: ganz besonders wohltuend war, dass sich Schlagzeuger und Percussionist beim Setzen der rhythmischen Akzente ergänzten wie sonst nur yin und yang. Vom feist groovenden Bassisten gar nicht erst zu sprechen.

Dass Terri Walker und Nicole Wray seit noch nicht allzu langer Zeit als Duo auftreten, war den beiden Sängerinnen dank ihrer mannigfaltigen Bühnen-Erfahrungen an keiner Stelle anzumerken. Das Gegenteil war der Fall: Die beiden interagierten mit sich und dem Publikum wie aus einem Guss. Dass Frau Walker darüberhinaus des Deutschen und zwar fließend mächtig ist, machte die Sache umso überzeugender (Geburtsname: Gstettenbauer!). Eindeutiger musikalischer Höhepunkt dieses an Großartigkeiten nicht gerade armen Abends: "Good Lovin'" - da hätte selbst Dennis Coffeys "Scorpio" sich hintangestellt.

photo: Boris Spyker

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