No Smoking? Anzug reicht! – „Tuxedo II“ von Tuxedo

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Mayer Hawthorne und Jake One did it again. Ihr gemeinsames Post-Disco-Bounce-Projekt namens Tuxedo kommt mit dem zweiten Album um die Ecke geschlurft und einmal mehr heißt es „don’t fucks with the tux“.

Tuxedo
Tuxedo II
Stones Throw
24. März 2017
9 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Webshop

Ob never-change-a-winning-team oder don’t-cut-off-a-working-stream – angesichts der nicht nur stilistischen Homogenität, die sich zwischen Album Nr. 1 und „Tuxedo II“ quasi aufdrängt, erweist es sich als vollkommen unnötig, etwas von „keine Weiterentwicklung und immer nur das Gleiche“ zu faseln. Von Anfang an war Tuxedo als ein Versuch der beiden Fast-40er angelegt, eine ganz bestimmte Phase bzw. ein sehr spezifisches und irgendwie auch kurzlebiges Genre-Phänomen wiederzubeleben: Die vom technischen Fortschritt stark angefixte Post-Disco-Ära der sehr späten 1970er und frühen 1980er Jahre, in der R’n’B, Elektro, Soul, Disco und Dance miteinander verschmolzen wie nie wieder danach – Robo-Funk eben. Den beiden aus ihrem Klangideal, für das ihr erstes Album weltweit Dancing Ovations einheimste, einen Strick drehen zu wollen, indem man ihnen dieses nun vorwirft? – Geht Euch darüber beschweren, dass Schnee weiß ist. Sharon Jones und Beethoven-Interpreten jedenfalls macht man solche Vorhaltungen nicht.

Andersherum wird viel eher ein Schuh draus. Abgesehen vom zeitgemäßen Sound-Design (und den Metadaten) findet sich auf der Veröffentlichung so gut wie kein Hinweis, dass diese Musik zwischen 2016 und 2017 entstanden ist. Kaum zu sagen, wie schwer oder leicht es den beiden Protagonisten gefallen ist, aber die Tatsache, dass die einzige Referenz an eine Zeit diesseits der Post-Robo-Funk-Grenze 1984 in der Text-Zeile „How bout a little Jodeci?“ („U Like It“) besteht, ist bewundernswert. Außerdem: Natürlich hat sich was getan. Im Gegensatz zum ersten Album. Viel mehr Gäste zum Beispiel. Darunter Snoop Dogg und Kokane. Eine richtige Bläser-Sektion mit Holz und Blech. Und die sind so was von gut! Kein Stolper-Instrumental wie „Tuxedo Groove“. Überhaupt: Mehr tempo-technische Abwechslung. Dass auch die geschwindigkeits-technisch gemäßigteren Kompositionen irgendwann Nacken-Starre wegen chronischen Kopfnickens verursachen, versteht sich dabei von selbst. Fazit: Bitte noch mehr vom hoffentlich ganz schön Gleichen.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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