Party Hardy – „Black Rat“ von DZ Deathrays

DZ

Wie bitte? – Schon wieder so 'ne 2-Mann-Band? – Da sind inzwischen ja sogar DJ-Crews stärker besetzt. Sei’s drum. Die Australier Shane Parsons und Simon Ridley veröffentlichen mit "Black Rat" ihr zweites offizielles Album. Und machen gleich einmal ganz viel richtig.

DZ Deathrays
Black Rat
Pias Coop / Infectious / Rough Trade)
15. August 2014
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

In aller erster Linie besteht das Verdienst der beiden Aussies zunächst einmal darin, dass sie sich mit ihrem Sound vom Wust der ja doch reichlich vorhandenen Irgendwie-Rock-Duos wohltuend unterscheiden. Niemand käme auch nur annähernd auf die Idee, angesichts solcher Perlen wie "Night Slave", "Gina Works At Hearts", "Less Out Of Sync" und erst recht "Reflective Skull" bei DYSE, The Pack a.D. oder auch Royal Blood nach klanglichen Schnittmengen zu suchen. Was selbstverständlich auch damit zu tun hat, dass DZ Deathrays einen sehr viel offeneren Umgang mit nicht-traditionellen Instrumentarium pflegen, sprich: Beat-Maschinen, Drum-Computer und andere Digital-Helferlein ganz selbstverständlich in ihren Sound integrieren.

DZ Deathrays - Less Out Of Sync (Official Video) from Infectious Music on Vimeo.

Besonders auffällig im Sinne von besonders gelungen ist ihnen das beispielsweise auf "Fixations" – einem Geradeaus-Disco-Rocker, wie er von Reptile Youth kaum besser hätte kommen können. Nur um gleich im nächsten Song "Ocean Exploder" die in Riff gegossene Schwermut Crowbars mit der durchaus punkigen und groovigen Wut Warrior Souls zu kombinieren. Dabei vermeiden es die DZ Deathrays jedoch über die gesamte Länge des Albums geschickt, ideologisch, von der Welt beleidigt oder irgendwie anderweitig weltanschaulich engagiert zu klingen – nicht, dass das per se ein Verdienst wäre. Stattdessen aber Vergnügen, Weltvergessen und Feierei zu kommunizieren, schon.

Da macht es dann auch nichts, wenn der Titelsong zu den weniger gelungenen, weil viel zu doll nach überdrehten Weezer klingenden Kompositionen gehört; die Strophen von "Keep Myself On Edge" sämtliche gesanglichen Defizite Shane Parsons ausstellt und "Northern Lights" der härteste Song bleibt, den Bono nie geschrieben haben wird. Dann doch lieber (weitgehend) traditionell geradeaus wie "Nightwalking" oder euphorisch-bombastisch wie bei "Tonight Alright".  

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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