Sonne, Asphalt, Großstadt(t)räume – „Perpetual Surrender“ von DIANA

DIANA01

Mit der ehemaligen englischen Thronfolgerin haben die vier von DIANA nichts am Hut. Daran ändert auch der majestätische Sound nichts, den die vier Toronto-Kanadier auf "Perpetual Surrender" zelebrieren.

DIANA
Perpetual Surrender
JagJaguwar / Cargo Records
23. August 2013
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Dass DIANA zwar Nord-Amerikaner, nicht aber Los Angelenos sind, könnte angesichts der weitläufigen Pastell-Klänge verwundern. "Perpetual Surrender" scheint wie gemacht für’s "Drive"-Sequel: überdrüssig atmet es Sonne, die so selbstverständlich zu sein scheint, dass sie schon wieder nervt. Der flächige Ansatz, als dessen natürlicher Habitat sich der Asphalt der städtischen Highways anbietet, wird nur punktuell und von exakt rhythmisierten Akzenten durchbrochen. Man fährt Cabrio, aber nur, weil die Klimaanlagen-Unverträglichkeit täglich schlimmer wird.

Und während Toronto, DIANAs eigentliche Heimat, referenz-technisch herzlich wenig hergibt, drängen sich andere Assoziationen geradezu auf. So beginnt der Titeltrack wie eine Sade-Blaupause, singende Bässe und Akkupunktur-Percussion inklusive. Das übergroße "That Feeling" huldigt Laid Back, und auf "Strange Attraction" macht Sängerin Carmen Elle keinen Hehl aus ihrer Faszination für alles zwischen Roisin Murphy, Saint Etienne und Everything But The Girl.

Gleichzeitig lassen die in vielerlei Hinsicht offenen Klänge noch sehr viel mehr zu; und DIANA wären nicht DIANA, würden sie diese Optionen nicht nutzen. Bei "Born Again" ist’s die  schüchterne Zupfgitarre, die Chris Rea ins Gedächtnis ruft; das absichtlich übersteuerte "Anna" – der mit Abstand elektronischste Song des Albums – macht deutlich, wie Annie klingen könnte, wenn sie nur wollte. Und die beiden so gut wie beat-freien Songs gen Album-Ende rufen Rilo Kiley Sängerin Jenny Lewis auf den Plan. Vielleicht macht "Perpetual Surrender" genau deshalb einen innerlich zerrissenen, unzusammenhängenden Eindruck. Zum Glück für die Hörer: kein einziger Track scheint unter dieser unverbindlichen Heterogenität zu leiden. Und schon gar nicht das herausragende "That Feeling".

Foto: Laurie Kang 

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