Prequel und Sequel in einem – „AM Waves“ von Young Gun Silver Fox

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Das ungleiche Duo did it again: Einmal mehr haben Young Gun Andy Platts und Silver Fox Shawn Lee dem längst abgeschlossenen Yacht Rock Roman ein neues Kapitel hinzugefügt. Mit „AM Waves“ gelingt es ihnen sogar, dem Vorgänger „West End Coast“ noch eins draufzusetzen.

Young Gun Silver Fox
AM Waves
Légère Recordings
11. Mai 2018
10 / 10
Erhältlich bei Amazon | Bandcamp | iTunes

Streng genommen ist Yacht-Rock oder wie auch immer man das kurzlebige Genre nennen möchte, das Künstlern wie Rupert Holmes, Bobby Caldwell oder Ambrosia zugeschrieben wird, schon seit ca. 35 Jahren tot. Fakt ist aber auch, dass der ansonsten als Frontmann von Mamas Gun tätige Andy Platts und der hauptamtlich als Produzent und Studiokollaborateur gefragte Shawn Lee mit „AM Waves“ bereits zum zweiten Mal beweisen, dass Wiederauferstehung nichts mit Ostern zu tun haben muss. Dem Hören nach ist auch ihrem neuen Werk die Entstehungszeit kaum anzuhören. Für einen Blockbuster namens Yacht Rock wäre das Ding wie Prequel und Sequel in einem.

Was „AM Waves“ in dieser Hinsicht zu einem ganz besonderen Genuss macht: Die zehn neuen Songs sind nicht einfach unveröffentlichte B-Seiten oder Übriggebliebenes aus „West End Coast“-Sessions. Platts und Lee haben ihre Retro-Not-Retro-Formel weiter verfeinert. Das wirkt sich zu allererst auf den Sound aus. „AM Waves“ ist druckvoller, untenrum runder und mit mehr klanglicher Präsenz produziert. Die Eleganz, das Gefühlvolle und der doch immer latente Kopfnicker-Faktor kommen auf Songs wie „Midnight in Richmond“ oder „Mojo Rising“ so noch viel besser zur Geltung. Einen großen Schritt haben die beiden auch bei den mehrstimmigen Parts und dem Einsatz von Chören gemacht. Wie Hauptstimme und Background-Gesang auf „Lenny“, „Underdog“ und „Caroline“ miteinander in Szene gesetzt werden, ist schon ziemlich beeindruckend und fügt dem eh schon nicht trivialem musikalischen Geschehen eine weitere komplexe Note hinzu.

Genauso gelungen ist die Weiterentwicklung in Sachen Slow Groover. Das bereits erwähnte „Caroline“, aber auch „Just A Man“ und „Love Guarantee“ sind gegenüber vergleichbarem Material auf „West End Coast“ noch pointierter, noch packender, noch pesser. Und mindestens gilt das auch für den absoluten Ausnahmetrack dieses Albums. „Kingston Boogie“ ist nicht nur die mit Abstand längste Nummer auf „AM Waves“. Es ist auch das mit Abstand discoideste Stück. Was Platts und Lee hier mit Bläsersätzen, Breaks und Boogie-Bässen anstellen, grenzt an – keine Ahnung. Ziemlich unglaublich gut jedenfalls. Bitte bitte bitte noch viel mehr genau davon.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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