Rio (nicht ganz so) Grande – „Magnus“ von Rio

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Ist doch klar, dass sich Mario Hänni für Rio als Soloprojektnamen entschieden hat. Konsequenterweise hätte er seine Debüt-EP dann aber auch „Grande“ nennen müssen. OMG – was ist von einer Rezi zu erwarten, die schon in den ersten beiden Sätzen den Limbo weit unter Herrenwitz-Niveau tanzt? – Keine weiteren rhetorischen Fragen mehr, so viel steht fest. Also, vas y.

Rio
Magnus
Red Brick Chapel
24. Februar 2017
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Bandcamp | Webshop

Mario Hänni ist nicht nur ein berüchtigter eidgenössischer Multiinstrumentalist – als Kollaborateur und Session-Crack ist er in der Schweiz auch sonst bekannt wie ein bunter Hund. Zumindest in Musiker-Kreisen. Das soll sich mit dem Solo-Debüt des gelernten Schlagzeugers nun ändern. „Magnus“ heißt die EP auf Long Tall Jeffersons Red Brick Chapel Label und das gleichnamige Stück auf der insgesamt sieben Titel starken und 23 Minuten langen Veröffentlichung ist gleichzeitig das genre-technisch wohl am wenigsten repräsentative auf der ganzen Scheibe. Statt Indie-Pop-Elektronika klingt „Magnus“ nach Buddy Miles' Cover von Neil Youngs „Down By The River“ - klitzekleines Gitarrensolo inklusive.

Was das für den Rest der „Magnus“ heißt? – Dass die Kompositionen trotz der Verwendung akustisch-organischer Instrumente einen vor allem elektronischen Eindruck machen. Sicher, detailreiche E-Gitarren-Licks und in Feinarbeit erstellt Drum-Tracks scheinen intuitiv in einer andere Richtung zu weisen. Auch die teilweise ästhetisch nicht zufriedenstellende Abruptheit, mit der die Stücke enden (ganz besonders schade bei „Free Willy“), deutet viel weniger Post-Produktion an, als es die Beat-Struktur zum Beispiel von „Love Song“ oder auch „The Knife“ vermuten lassen.

Apropos „The Knife“ – im Team mit dem Opener „Free Willy“ ist die bereits im letzten Jahr als Single veröffentlichte Nummer die mit Abstand gelungensten Songs auf „Magnus“. Da es sich bei den beiden gleichzeitig auch im die längsten Beiträge handelt, ist es möglicherweise Hännis Absicht gewesen, die anderen fünf als leicht unfertige Skizzen zu präsentieren. Nichts genaues weiß man nicht. Dem Hörvergnügen ist's im Großen und Ganzen auch nicht abträglich. Ein wenig mehr abrunden, finalisieren und feinschleifen hätte der EP trotzdem gut gestanden.

Foto: Paul Märki

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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