Einen Trommler, bitte – „Imaginary Walls Collapse“ von Adam Stafford

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Einsame Wölfe sind keine Teamplayer. Für diese Erkenntnis hätte es Adam Staffords "Imaginary Walls Collapse" nun wirklich nicht gebraucht. Wie viel weniger man zusammen allein sein könnte, bleibt dennoch ein Hauptanliegen des aktuellen Albums vom multimedial überdurchschnittlich begabten Vorzeigeschotten.

Adam Stafford
Imaginary Walls Collapse
Song, by Toad
30. Juli 2019
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Musicload

So gesehen ist Adam Stafford ein Singer-Songwriter, dem die Band abhanden gekommen ist. Als würde er diese Tatsache damit irgendwie ungeschehen machen könnte, arrangiert er seine Songs nach wie vor für mehrköpfige Ensembles. Nur um dann im Studio feststellen zu müssen, dass er doch wieder allein ran muss. Diesen Höreindruck jedenfalls hinterlassen die meisten der insgesamt neun Songs auf "Imaginary Walls Collapse".

Beim exzeptionellen "Please" und dem verwunschenen "Ghostly Arms" geht diese Rechnung ganz wunderbar, um nicht zu sagen, phänomenal, auf. Auch für das so gar nicht zum sonstigen Rest passen wollende "Phased Return" ist das ein Segen. Im Falle von "Vanishing Tanks", "Invisible Migration" und "His Acres" allerdings glänzt die Kehrseite der Medaille. Was ganz nebenbei bemerkt, nur wenig mit der Qualität des Songs als solchen zu tun hat. Sondern samt und sonders auf die unsensibel wirkenden Beat-Box-Einsätze Staffords zurückzuführen ist. Durchaus denkbar, dass er zu den Besten das Fachs gehört – passen tut es deswegen noch lange nicht.

Einzige diesbezügliche Ausnahme ist das süß-saure "Cold Seas". Über die Länge des Songs tritt die Mundwerk-Percussion langsam aber sicher in den Hintergrund; Text, Stimme und andere Klangquellen überlagern den Beat; und der wird unsichtbarer Teil des ganzen, gerade so, wie eine Nebelbank in der anderen aufgeht. Was die Fanfaren ähnlichen Bläser kurz vor Ende des Stücks sollen? – Man weiß es nicht; steht ja auch nicht drauf. Der Autor jedenfalls hätte das Album allein wegen "Please" haben wollen. Das kann man zwar so nicht sagen, aber mal laut denken: Der Rest ist egal.

Foto: DAVID P SCOTT 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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