Schwedische Abiklasse 2014 – The Majority Says von The Majority Says

TheMajoritySays_Presspic_2

Schon seit langem verbinden wir Schweden nicht mehr nur noch mit Einrichtungshäusern, Köttbullar, Elchen und Midsommer, sondern auch mit guter Musik.
Das Heimatland von Pipi, Michel und Bootsmann bringt nämlich neben Abba auch aktuell noch viel gefeierte Musiker hervor. So zum Beispiel First Aid Kit, Little Dragon, Lykke Li und Nina Persson, die zuvor bei The Cardigans sang.  

The Majority Says
The Majority Says
Warner Music
22. August 2014
6 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes

Und mit eben diesen The Cardigans werden The Majority Says verglichen, beziehungsweise als eine Symbiose aus ihnen und Mumford & Sons beschrieben. Ob diese Beschreibung passend ist? Naja. Weder klingt Hannas Stimme wie die von Nina Persson, noch erinnert die Musik von The Majority Says an die von The Cardigans. Die Instrumentalisierung der sechsköpfigen Band mag vielleicht ein wenig an das Quartett rund um Marcus Mumford erinnern. Aber eigentlich ist die Musik von The Majority Says anders. Und das ist ja auch gut so. Möchte man unbedingt Symbiosen beschreiben, dann wohl eher die aus Ellie Goulding und Of Monsters And Men, oder die aus Julia Stone und The Lumineers, oder die aus Birdy und Florence And The Machine.

Gewagt sind diese Symbiosen-Beschreibungen dennoch. Deshalb macht es viel mehr Sinn einfach über die Musik von The Majority Says zu sprechen. Ganz ohne Symbiosen und Vergleiche.
Aufgenommen wurde das Album im Kingside-Studio inmitten der schwedischen Wälder; die größte Inspiration für die Sechs sei darüberhinaus der schwedische Winter. Aber: bis auf das melancholisch-umwerfende "Raindrops" und das düstere "You Steal I Steal" klingt keines der Stücke so, wie sich die Rezensentin die schwedischen Wälder und den Winter dort vorstellen möchte. Grade Tracks wie "I'm Not Gonna Say", "Run Alone", "Calling Your Name" und "Dragon's Den" versprühen geradezu unbeschwerte Freude. Zumindest und auf alle Fälle tun dies die Melodien, weniger die nachdenklichen Texte. Dass hier freudige Melodien und melancholische Texte aufeinandertreffen, ist aber eigentlich wenig verwunderlich. Die Songs spiegeln eben das wider, was die Band momentan erlebt: jung sein, viele verschiedene Gefühle verarbeiten, himmelhoch jauchzen, zu Tode betrübt sein. 

Dass die Band in der Tat noch sehr jung ist, erkennt man letztendlich aber auch am Sound. Das Album präsentiert leichtverdaulichen, einfach gestrickten Indie-Pop, wenn auch facettenreichen. Große Abiball-Hymnen sind auf dem Album auf alle Fälle zu finden. Hannas Stimme ist bestimmt nicht jedermanns Sache, dafür aber individuell. Mädels, wie Jungs werden mit Sicherheit drauf stehen.
Die Band probiert sich aus und macht das nicht schlecht. Landet bei einem Major, um aber angeblich weiterhin ihr eigenes Ding zu machen. Wir hoffen, dass das auch so bleibt und die Band in Ruhe erwachsen werden kann. Ihr Abi haben sie auf jeden Fall schon bestanden.
Foto: Samuel Westergren

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.