Solide – „Unstuck In Time“ von The Motion Collective

frisina

Kein halbes Jahr ist es her, dass uns Gerardo Frisina mit seinem letzten Solowerk "Movement" auf Schema Records beglückte und mit eben jenem alle Bossa- , Brazil- und Jazz-affinen Tanzflächen in Schwingung versetzte. Nun legt der produktive Italiener nach und liefert mit "Unstuck In Time" das erste Album seines Projektes The Motion Collective, das sich ähnlich heissblütig und perkussiv, jedoch mehr dem gepflegten House-Groove zugeneigt präsentiert, und an anderer Stelle mit organisch-verspielten Downbeats aufwartet.

The Motion Collective
Unstuck In Time
Ama Edizioni / Broken Silence
12. Juni 2018
6 / 10
Erhältlich bei Amazon | JPC

House, das heisst in diesem Falle jedoch weder zur absoluten Seichtheit mutierter DeepHouse, noch muskulös gepimpter New York- oder Miami-Style, sondern vor allem in Tracks wie "Enchanting Drum" oder "Enfarte Musical" die grundsolide 4/4-Basis für allerlei Gastmusiker wie Waldo Reyes, Claudia Marrs, Liviana Ferri oder Carla Bavaro, die der elektronisch erzeugten Basis einen speziellen, exotischen Drive verleihen, der gerade zu später Stunde in kleinen, rotgeplüschten Liebhaberclubs eine besondere Anziehungskraft hat, während "Zagara (Una Mas)" hingegen auch zur tropischen Primetime für hormonschwanger schwingende House-Hüften sorgt. 

"Angels" hingegen wagt sich mit soften Chords in balearische DeepHouse-Gefilde vor, irritiert jedoch durch eine leicht überkomprimiert und verzerrt wirkende Soundästhetik, die jedoch im an Bläser-Stabs und Piano reichen, extrem sonnig karibisch angehauchten Folgetrack "Velvet Spear" glücklicherweise keine Fortsetzung findet. Abseits von House-Pfaden entpuppt sich das mehr als grossartige "Into You" als wunderbare Broken Beat- / Westlondon Phusion-Nummer und gleichzeitig nicht nur heimlicher Hit des Albums, dem einen Stammplatz in den Plattenkisten von DJs wie Dego oder 4Hero und ihrem Gefolge nur zu wünschen ist, während die eher gechillten Gemüter mit dem verführerisch-fiebrigen Downbeat der "Voodoo Lust" Richtung Nirvana driften. 

Dieser Track ist zwar nicht der letzte des Albums, aber der letzte für diese Review relevante, da sämtliche verfügbaren CD- und Rechnerlaufwerke das Abspielen von "Hoverin'", dem ebenfalls enthaltenen "Into You (Radio Edit)" sowie der letzen 30 Sekunden von "Voodoo Lust" komplett verweigern. Das ist schade und gibt einen leichten Abzug in der B-Note, somit kommt "Unstuck In Time" statt 7 nur auf gute 6/10 Points.  

Foto: redbull

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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