Standardkrass – „Images Under Construction – Selections“ von Dandylion

Dandylion_photo by Mikkel Moxness_2

Dass Norwegen nicht nur viel Öl hat, sondern auch über einen besonders fruchtbaren musikalische Boden verfügt, ist kaum mehr eine Nachricht wert. Dass Marianne Sveen alias Dandylion derart schmackhaft in diesem Musik-Garten angebaut und geerntet hat, schon.


Dandylion
Images Under Construction - Selections

 

Propeller Recordings As / Soulfood
22. März 2013

8 / 10

 

Erhältlich bei: Amazon | iTunes | JPC


Schon als Mitglied des Katzenjammer-Ensembles kannte Marianne Sveen kaum Berührungsängste. Ob Polka, Techno oder Country – dem Vier-Frauen-Team ging es weniger um Musik, als um Klang-Entertainment. Reste dieses Ratatouille-Ansatzes lassen sich zweifelsohne auch auf "Images Under Construction - Selections" nachweisen; ganz ohne Hörmikroskop. Und so steht der tüchtig überzeugende Opener "The Monster" - die Ballade, an der sich Schmettermädchen wie Adele ruhig einmal versuchen sollte – zwischen dem leicht scheppernden und kuh-glöckernen "The Passenger" auf der einen und dem fiependen Elektronik-Pop-Bolzen "Don’t Take Me Dancing" auf der anderen Seite.

Zwei Aspekte fallen dabei ganz besonders auf: Erstens muss man sich soviel Uneinheitlichkeit ersteinmal trauen. Zweitens ist’s wohl gerade diese Heterogenität, welche das Dandylion-Album zu einer solch segensreichen Sache macht. Marianne Sveen, rein äußerlich übrigens eine Marlene Dietrich im Körper Bette Middlers, verblüfft nämlich auch stimmlich über ein Variantenreichtum, von dem die Lena Meyer-Landruts und Ina  Müllers dieser Republik nur träumen können. Und so gelingt ihr die falsettige Zurückhaltung auf dem Peaches-Plus-Popappeal Hammer "Never Look Down" genauso überzeugend wie der Doo-Wop-Soul von "Help Me Forbid".

Weil aber Vielseitigkeit keine Tugend per se ist, gebührt die größte Anerkennung der Tatsache, dass "Images Under Construction – Selections" das Varieté-Fettnäpfchen so weitläufig wie nur möglich umschifft. Als quasi Best-Of einer Trilogie von EPs funktioniert diese Werkschau wohlmöglich noch besser als die einzeln veröffentlichten und deswegen auch wesentlich genre-spezifischer daher-groovenden Kurz-Alben.

photo: Mikkel Moxness

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.