Tanz, Rock, Tanz – „Rivers That Run For A Sea…“ von Reptile Youth

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Du möchtest Teil einer Reptile Youth-Bewegung sein? – Durchaus verständlich. Mit seinem zweiten Album "Rivers That Run For A Sea That Is Gone" liefert das dänische Duo für diesen Wunsch noch mehr gute Argumente.

Reptile Youth
Rivers That Run For A Sea That Is Gone
Believe Digital / Soulfood
14. März 2014
8 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes

Als Reptile Youth im Jahre 2012 mit ihrem selbstbetitelten Debüt aufschlugen, lag die Hochzeit des Sooo-80ies-informierten Electro-Clashs bereits hinter ihnen: James Murphy hatte das LCD Soundsystem aufgelöst, Gomma und WhoMadeWho setzten stellvertretend für alle anderen verstärkt auf die Disco-Karte. Mit ihrem – vor allem live - wohlgelittenen Blut, Schweiß und Tränen Konzept spielten Reptile Youth einen Joker aus, der trotzdem aufging. Zwei Jahre später (inzwischen sind sogar "The House of Jealous Lovers" The Rapture Vergangenheit) lässt sich konstatieren: Reptile Youth scheinen sich in ihrer Nische wohler denn je zu fühlen. Und das hört man endlich auch den Studio-Aufnahmen an.

So gesehen ist "Rivers That Run For A Sea That Is Gone" die logische und konsequente Fortsetzung dessen, was Sänger Mads Damsgaard Kristiansen und Basser Esben Valloe mit ihrem manchmal mehr und manchmal weniger disparat erscheinenden Mischmasch aus 4-2-The-Floor-Beats, Gitarrenbrett und Popmelodeien auf ihrem Debüt angezettelt haben. Aber Reptile Youth wären nicht Reptile Youth, hätten sie dieser Weiterentwicklung nicht auch das nötige Optimierungspotential abgetrotzt. Wenn sich auf Album Nummero 2 auch kein offensichtlicher Ear-Catcher à la "Shooting Up Sunshine" findet – das Mit- und Nebeneinander der einzelnen Sound-Zutaten wirkt nicht nur eigenständiger, sondern auch homogener. Soviel gedreht haben Reptile Youth und ihre Techniker am Klangbild nicht. Immerhin wird anhand von Songs wie "Colours", "All Of The Noise" und "Two Hearts" deutlich, dass die Live-Instrumente einen Tick mehr scheppern, und die digitalen Komponenten nicht mehr ganz so digital-aerodynamisch prozessiert daherkommen.

Im Ergebnis fällt der Live-Apfel nicht mehr ganz so weit vom Studio-Stamm und Reptile Youth rücken als Duo in sehr viel größere Nähe zu Bands, die an vergleichbaren Schnittstellen arbeiten, darunter !!!, PTTRNS und Maserati. Für die erste Single, das 90er-retro-beatige "JJ" gilt das natürlich nur mit Abstrichen. Umso mehr trifft es auf jenen Track des Albums zu, der die Reptile Youth Entwicklung repräsentiert wie sonst kein Stück auf "Rivers That Run For A Sea That Is Gone": "We’re All In Here". Für Reptile Youth Verhältnisse fast schon langsam, birst "We’re All In Here" vor perkussiver Ereignisdichte und zitiert an der genau richtigen Stelle Mick Jaggers "Sympathy For The Devil"–Ooh-Hu-Hu-Hoos. Warum Mads Damsgaard Kristiansen den Autoren unablässig an den Mystery Jets Frontmann Blaine Harrison erinnert, kann auch keiner sagen – oder?

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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