Techno Weltweit – Australien, Japan, Wien und zurück.

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Techno. Ein Funken, dereinst in Detroit gezündet, um später aus Berliner und Frankfurter Kellern und Clubs heraus die Jugendkultur, halb Europa und ganze Heerscharen in flammende Leidenschaft zu versetzen. Nach mehr als zwanzig Jahren natürlich ein wenig heruntergebrannt ist das Feuer der geraden Bassdrum jedoch noch lange nicht erloschen und entfacht schon seit geraumer Zeit auch Herzen in etwas entlegeneren Winkeln der Welt. So verwundert es uns mittlerweile kaum mehr, dass sich ein australisches Label mit einem Vinylsampler rein japanischem DubTechno widmet und Produzenten aus dem tendenziell eher gemächlicheren Wien einen brettharten Alarm veranstalten, der auch belgischen Produzenten der frühen 90er Jahre gut zu Gesicht gestanden hätte. Zwei Platten wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten.


Paranoia106 / Takashi Watanabe / Yuuki Hori / Seri
Transpacific Express Vol. 2

Hypnotic Room 004

Auf diesem 4-Track Vinylsampler des australischen Label Hypnotic Room versammeln sich Paranoia106, Takashi Watanabe, Yuuki Hori und Seri, um sich gemeinsam der von ihnen bevorzugten Variante technoider Klangwelten zu widmen. Kennzeichen dieser: dubbige Referenzen, vorwiegend weiche, fliessende Strukturen, ein gewisser Fliegereffekt und dennoch genug Druck in den Bassdrums, um die Crowd in Bewegung zu halten und den nächsten grossen Hit vorzubereiten. Das Ganze in Verbindung mit extrem sauberer technischer Ausführung, schwerem blauen Vinyl und einem Ausflug in Acid-lastige Intelligent Techno-Gefilde ergibt genug positve Argumente für 8/10 Punkte. 



Herla
Shadows Of A Conclusion EP

Birdkids 002

Schwergewichtiger Analogtechno? Ja bitte. Sprenkel von Säure? Gern. Rohe reverbstrotzende Bassdrums? Immer. Psychotische Vocalsamples und die Eleganz eines Kettenschleppers? Mit Vergnügen. Zuckende Strobos und schweissglänzende Leiber in dunklen Kellergewölben? Auch, natürlich. Wer jede dieser Antworten mit einem leichten, vielleicht unbewussten, aber immer zustimmenden Kopfnicken quittiert, im Geiste das Scheppern alter Industriefenster und Maschinenanlagen in semilegalen Locations hört und auch sonst die Variante von Techno als fordernder "body music" dem Popowackeln auf fluffigen Open Air-Verunstaltungen vorzieht, ist mit diesen drei Tracks aufs Beste bedient. Bretthart und konsequent. In Stein gemeißelte 8/10 Punkte.


Foto: JuergenG

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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