There’s Nothing Like His – „Love In Beats“ von Omar

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There’s nothing like his – Omar Lyefooks Stimme ist und bleibt ein Unikum. Auch knapp 30 Jahre nach seinem Debüt als Solokünstler. Jetzt veröffentlicht der Träger des britischen Verdienstordens MBE sein mittlerweile achtes Album „Love In Beats“.

Omar
Love In Beats
Peppermint Jam / Freestyle / Godbrain
27. Januar 2017
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HVV

Von den insgesamt 11 Songs (das längliche „Girl Talk“-Interlude mit O-Tönen von Lyefooks Familie zählt nicht) hat sich der Sänger und Schlagzeuger für nicht weniger als sechs die Unterstützung mehr oder weniger prominenter KollegInnen gesichert. Darunter Alt-Helden wie den Bedroom-Groove Pionier Leon „Rockin You Eternally“ Ware für „Gave My Heart“ – ganz nebenbei einer der besten Songs des Albums. Bei „Vicky’s Tune“ helfen der amerikanische Jazz-Pianist Robert Glasper sowie sein rappender Landsmann Ty aus. Der Opener gelingt zwar nicht ganz so zwingend – immerhin macht Omar damit aber die musikalische Marschrichtung des darauffolgenden Albums recht deutlich: Auch R’n’B darf sich musikalisch weiterentwickeln, mit neuen Rhythmen und innovativen Klangquellen. Davon zeugt auch das Album-Finale „Destiny“, das Omar zusammen mit dem Sänger Jean Michel Rotin bestreitet.

Und ansonsten? – Kollaboriert Omar auf den drei übrig gebliebenen Features ausschließlich mit schönen und noch schöneren Frauen. Zwar mögen weder der Pseudo-Walzer „De Ja Vu“ mit Maya Andrade noch die Typisch-Omar-Produktion „Insatiable“ zusammen mit Natasha Watts derart zu überzeugen wie das loopige und von Floacist unterstütze „Feeds My Mind“. Aber das sei dem Mann mit dem charakteristischen Augenbrauen-Ring verziehen. Denn eines gelingt diesem Einzelgänger auch auf „Love In Beats“ wieder vorzüglich: Seine unverwechselbare rhythmische Signatur. Lange vor Madlib und J Dilla hat Omar einen Groove entwickelt, dessen eigentliches Geheimnis in seiner Stolperigkeit (kann man das so sagen?) liegt. Die einzelnen Rhythmus-Elemente scheinen kaum zu einander gehören; die Snare hinkt der Bassdrum hinterher und die wiederum muss zusehen, dass sie ja an der Hi-Hat dranbleibt. Am Ende bleibt nur Kopfnicken.

So richtig herausfallen aus dieser Song-Sammlung tut lediglich „Grey Clouds“. Die stark balladeske Komposition wirkt zwischen den anderen Tracks wie ein Fremdkörper. Das Gute im Schlechten: Selten hat man Omars Stimme derart tief vernommen. Dass diese sich nach über vier Jahren Release-Pause überhaupt noch einmal zu Wort meldet, ist im Grunde genommen schon großartig genug.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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