They Built This City – „Big TV“ von White Lies

white lies

Was dabei rauskommt, wenn man Johnny Hates Jazz und Starship mit dem Größenwahn der Simple Minds verheiratet und das Ergebnis mit den Produktionsstandards  von heute dopt, weiß die Welt spätestens seit "Big TV", dem dritten Album des Londoner Dreiers White Lies.

White Lies
Big TV
Polydor / Universal
09. August 2013
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | Musicload

Dass die oben Genannten mitnichten die einzigen Pop-Fossilien bleiben, die entscheidenden Einfluss auf die überdeutlich herausgestellte White Lies Lieblingsreferenz Eighties genommen haben, wird im Verlauf des Albums zur Gewissheit. "Getting Even" ist ein Alphaville-Waise, "Mother Tongue", "Tricky To Love"  und "Goldmine" sind, was herauskommt, wenn man Huey Lewis & The News und The Romantics in einen Topf wirft und mit Balladeskem wie "Change" und "Heaven Wait" bemühen sich White Lies um das Beste zwischen Japan und Talk Talk.

Das scheinbar Wahllose in ihren Klang-Referenzen aber entpuppt sich nach nur wenigen Takten als wohlinformierte Kennerschaft, mit Hilfe derer White Lies zusammenbringen, was nicht zusammen gehört. Damit sich die Verschmelzung so nahtlos wie möglich vollzieht, gibt Frontmann Harry McVeigh alles. Und so muss man das nachbarschaftliche Verhältnis zu den Stimmfarben Rick Astleys und Dave Gahans wohl als gewollten Zufall bezeichnen, Was der Autor über "Be Your Man" nun wirklich nicht sagen kann. Bis auf diesen einen Ausreißer allerdings gelingt der Kraut-und-Rüben-Ansatz einigermaßen perfekt.

Auch nicht unwesentlich: die Schulsterpolster-Synthies, ein über-präsenter und den restlichen Sechs-Saitern zu Hilfe eilender Peter-Hook-Lässt-Grüßen-Bass sowie jede Menge Groove, Groove und nochmals Groove.  Manchmal zwingend wie auf dem Titelstück "Big TV", manchmal lässig vertrackt wie bei "First Time Caller". Nebenbei übrigens die aus Popmusik-Gesichtspunkten wohl reifste Nummer des gesamten Albums. Der Punktabzug muss aber dennoch sein – die 1980er sind ja schon seit einiger Zeit nicht mehr. Und für Retro um der Nostalgie Willen haben wir Götz Alsmann

Foto: Universal Music

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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