Unanstössig – „Send Two Sunsets“ von Gacha

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Ambient-Freunde aufgepasst. Nach seinen beiden in 2012 und 2014 ebenfalls auf dem R&S-Schwesterlabel Apollo Records erschienen Singles "Remember" und "When The Watchman Saw The Light" veröffentlicht Gacha Bakradze dieser Tage sein erstes Werk im Albumformat und liefert mit "Send Two Sunsets" eine 41-minütige Reise ins Land der völligen, und zuweilen auch weitgehend beatlosen, Entspannung und Kontemplation.

Gacha
Send Two Sunsets
Apollo Records / Alive
29. Mai 2015
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | HHV

Zuweilen entfernt angelehnt an Post-PostRock im Sinne Klimek'scher Ambiententwürfe, teils balearisch-terassentauglich mit entschwebten Vocals wie in "Waterfalls" oder dem zugegebenermassen leicht kitschigen "Bliss", mit dezentem 4/4 und viel zärtelndem Glitzerstaub ("Duras") für das gepflegte WarmUp auf der noch sparsam gefüllten Tanzfläche geeignet, gelingt Gacha mit diesem Erstling die Balance zwischen angenehm und Anspruch, der sich vor allem auch im kristallinen Downbeat Pop des Titeltracks widerspiegelt.

Doch auch das Crossover in dunklere, bedrohlichere Gefilde wagt Gacha mit "Pulsing", geprägt durch an Produktionen unser aller Lieblingsisländerin Björk erinnernde Sägezahnbasslines, das jedoch der einzige Ausflug auf die Schattenseite der Macht bleiben soll. Schon mit dem PostGarage- / Downbeat- / Romantic House-Hybriden "Let Me Love You" herrscht wieder eitel Sonnenschein und auch die darauffolgende Disco-/ Funk-Exkursion "Street Talk" bewegt sich mit leichtfüssigem Groove durch die gepflegten Cocktailbars der Welt, bevor das abschliessende "Blue Distance" wieder ganz im klassischen Ambient-Sound schwelgt. Für Liebhaber des letztgenannten durchaus empfohlen, für alle anderen in letzter Konsequenz vielleicht doch ein wenig zu glattgebügelt und kantenlos, um wirklich herauszustechen.

„DJ – Producer - Label Manager - Networking Person - Music Journalist“, dazu unter anderem Plattendealer und konsequenter Verteidiger der analogen DJ- und Tonträgerkultur. Hört „Quality [electronic] Music“ - und zwar so gut wie ausschliesslich von Vinyl und Tapes. Spezialist für eben jene der abseitigeren Art mit dem Ruf eines wandelnden Musiklexikons.   Nitestylez | TwitterSoundcloudMixcloud | Facebook | Tumblr | Youtube

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