Von besonderer Natur – „Black Oak“ von I Am Oak & The Black Atlantic

TBA-IAO foto HR

Achtung, es wird mit einem Spoiler vorweg losgelegt: "Black Oak", das gemeinsame Projekt von I Am Oak und The Black Atlantic, klingt, wie Musik aus den Niederlanden (denn da kommen die beiden her) eigentlich nur klingen kann. Nein, nicht nach Marihuana, Gouda oder dem Amsterdamer Rotlichtmilieu. Viel mehr klingt "Black Oak" nach Natur, nach weiten Blumenfeldern, nach alten, sich gemächlich drehenden Windmühlen, nach tiefenentspannten Menschen, die am Meer wohnen und ihr Leben genießen.

I Am Oak & The Black Atlantic
Black Oak
Snowstar Records / Cargo
24. Februar 2014
8 / 10
Erhältlich bei Amazon

Wirft man einen Blick auf das Cover von "Black Oak", dann mag man vielleicht zuerst etwas in die Irre geführt werden, bildet es doch verschneite Hügel, wenn nicht gar Berge ab, die es so in unserem kleinen Nachbarland eigentlich eher nicht gibt. Vielleicht entschieden sich I Am Oak (Thijs Kuijken) und The Black Atlantic (Geert van der Velde) aber auch gar nicht ihrer gemeinsamen Heimat wegen für das Cover, sondern vielmehr wegen der Weite, Freiheit und Sehnsucht, die dieses Bild, genau wie die Songs auf ihrer gemeinsamen EP, ausstrahlen. Neben zwei gemeinsam geschriebenen Songs haben wir es auf "Black Oak" mit zwei unveröffentlichten Solo-Songs und jeweils einer Neuinterpretation eines älteren Songs des Einen vom Anderen zutun. Klingt nach einer gelungenen Mischung über die sich Fans beider Projekte, aber auch allgemein Melancholie-, Gitarren- und Folk-Liebhaber durchaus erfreuen können.

Den Anfang macht The Black Atlantic mit seinem neuen Song "Fracture", angeblich ein kritischer Protestsong. Hier haben wir es wohl eher mit einer Sitzblockade zutun, denn es werden äußerst ruhige Gitarrentöne angestimmt. Etwas aufweckender kommt da der nächste Song "Rove" daher, bei dem sich The Black Atlantic I Am Oak mit ins Boot holt. Durch die Unterstützung von Schlagzeug und Keyboard hat man das Gefühl, auch Kristoffer And The Harbour Heads oder The Rhythm Junks hätten sich bei den Aufnahmen kurz im Studio blicken lassen. Absolut großartig geht es dann mit "Curt" weiter. "Curt" stammt eigentlich aus der Feder von I Am Oak und wird von The Black Atlantic a capella interpretiert. Und zwar so a capella, dass es einem die Sprache verschlägt.

Bei "Thaw" steht dann Thijs Kuijkens besondere, zerbrechlich wirkende Stimme im Vordergrund, welche überzeugende Unterstützung durch Geert van der Velde erfährt. Songtitel, EP-Cover und die beiden Stimmen finden auf diesem Stück zu einer vorbildlichen Einheit – alles passt und schmiegt sich aneinander an – zum Dahinschmelzen! Den Abschluss findet die 6-Track EP mit I Am Oaks Cover von The Black Atlantics "Reverence For Fallen Trees". Anders als im Original wird auf die Klavierbegleitung verzichtet und diese durch folkige Akustikgitarrenklänge ersetzt. Wohldurchdacht, denn somit reiht sich das Stück perfekt ein und bildet einen runden Abschluss. Gegen die Einladung, rauszutreten in die Natur und es sich in einer einsamen Hütte, nur mit einem Plattenspieler ausgestattet, gemütlich zu machen, ist nichts mehr einzuwenden.

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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