Von Kopf bis Fuß gelungen – Kristoffer And The Harbour Heads mit „Hands“

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Mit Vogelgezwitscher ähnlichen Klängen geht es los. Dann setzen die Drums ein. Verwunderlicher Weise aber so gefühlvoll gespielt, dass das Gezwitscher  zwar übertönt, nicht aber brutal unterbrochen wird. Es scheint eher so, als seien die Drums der Paukenschlag der Natur und ein Zeichen dafür, dass die nun erwacht ist. Also, aufwachen, aufpassen, genau zuhören: Kristoffer And The Harbour Heads und ihre einmalige Mischung aus Indierock und experimentellem Garage-Pop kommen. Ihre neueste Mission lautet: "Hands".

Kristoffer And The Harbour Heads
Hands
Qq5/Jsm / rough trade
18. Oktober 2013
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes

Im Laufe des Albums stellt sich allerdings heraus: Um die Natur geht es hier nicht wirklich. Stattdessen dreht sich das Album um unsere Sinne, um den Menschen. Um "Hand And Fingers", um "Face To The Voice". Darüber hinaus spielen Drums und Gitarren eine große Rolle. Für den Rhythmus. Während das Piano, das Schifferklavier, die Orgel und das Keyboard sich für die Melodien verantwortlich zeichnen. Für Melodien, die ganz großartig gelungen sind auf diesem Album. Für Melodien, die unterstützt werden von Kristoffer Ragnstams Stimme. Dass man ihn gerne auch den "schwedischen Beck" nennt, kommt nicht von ungefähr. 

Eben dieser Kristoffer und seine beiden Musikerkollegen Emil Rinstad und Joel Lundberg haben sich mit diesem Album zur Aufgabe gemacht, ein ehrliches, menschliches Produkt zu schaffen, das auf moderne Aufnahmetechniken verzichtet, sich dafür aber Klangexperimenten und andersartigen Instrumenten öffnet. So abstrus dies vielleicht klingen mag - am Ende klingt's ganz hervorragend. Zumindest bis auf die vielleicht etwas zu gewollt-dramatischen und deswegen eigentümlich balladesken Stücke "My Mothers House" und "Salute The Mute", die irgendwie nicht so recht zum Rest des Albums passen wollen.  Jedenfalls nicht beim ersten und zweiten Hören. 

Spätestens der Abschluss des Albums ist dann aber wieder mehr als gelungen. Zum Ende gibt es passender Weise "You Owe Me Twenty Something" und "Miss You", Stücke, die ganz im Kristoffer And The Harbour Heads-Stil daher kommen. Lange, experimentelle Instrumentals und geleierte Melodien, die zeitweise fast ein wenig orientalisch angehaucht scheinen, zeigen ihre Wirkung, überzeugen und lassen einen zufriedenen Hörer zurück. Vom Ohrwurm ganz zu schweigen. Trotzdem gilt aber auch bei dieser Band, wie bei so vielen anderen: live erleben. Der Sänger am Schlagzeug, gerne mit einem Hippie-Band im Haar, gute Laune, viel Experimentierfreude und Kreativität, alles irgendwie stimmig. 

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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