Wicked House Music Games – „Days Gone By“ von Bob Moses

bob_moses_-_photo_credit_tim_saccenti_-_d_mg_7189c1-300dpi

Chris Isaak meets House Music? – Ja, nun. Eine einfache Formel ändert nichts an dem komplexen Sachverhalt, die sie (möglicherweise sogar falsch) beschreibt. Außerdem: "Days Gone By" ist ja auch nicht "All In All". War letzteres vor allem eine Ansammlung zuvor veröffentlichter 12’’-Produktionen, kann "Days Gone By" für sich in Anspruch nehmen, das offizielle und damit richtige Debüt-Album der beiden gebürtigen Kanadier zu sein.

Bob Moses
Days Gone By
Domino Records / Good To Go
18. September 2015
7 / 10
Erhältlich bei Amazon | iTunes | JPC

Vor ein paar Jahren erst waren sich DJ Jimmy Valance und Singer/Songwriter Tom Howie in New York über den Weg gelaufen und spontan der Magie dieses einen Moments erlegen. Von da an ging zwar nicht alles wirklich schnell, aber nachdem Produzent und Scissors & Thread-Labelgründer Francis Harris auf sie aufmerksam geworden war, ging überhaupt mal was. Valance und Howie fackelten nicht lange und bis zur ersten EP, "Hands To Hold", war es dann nicht mehr weit. Bis zu ihrem so genannten Signature Sound auch nicht.

Die auch an Chris Isaak erinnernden Gitarrenparts waren schließlich kein Unfall, sondern ein Ergebnis der Überlegung, wie man ganz generell für einen individuellen, vor allem aber wieder erkennbaren Klangstil sorgen kann. Deswegen nimmt es auch nicht wunder, dass mit "Too Much Is Never Enough", "Tearing Me Up" und teilweise auch "She Don’t Mind" drei von insgesamt zwölf Tracks jenen Klangfaden aufnehmen, der sich beinahe komplett durch "All In All" zog. Der beat-lose Lagerfeuer-Stimmungs-Ausreißer "Here We Are" als auch der Warme-Sonntagsbrötchen Houser "Touch And Go" featuren ähnlich prominente Gitarren-Sounds – nur haben die mit Chris Isaak halt nichts am Hut.

Abgesehen davon überraschen Bob Moses auf "Days Gone By" mit einer – nennen wir es nicht - Risikobereitschaft, sondern Experimentier-Freude. Ob die fast schon chill-hoppige Downtempo-Nummer "Before I Fall", die Dub Step Appropriation "Nothing At All" oder die Ballade mit Rhythmus "Writing On The Wall" – diese Produktionen zeigen, was außerhalb der 4-2-The-Floor-Beat-Zelle noch alles geht. Bzw. ginge. Von den in diesem Sinne traditionell(-er) angelegten Stücken auf "Days Gone By" überzeugen ganz klar unmittelbar "Like", das Titelstück sowie die allererste Single-Auskopplung des Albums, "Talk". Insbesondere "Talk" macht deutlich, wie einzigartig und einzigartig gut der Bob Moses Ansatz sein kann, wenn alles, aber auch alles richtig gemacht wurde; wenn Rhythmus, Deepness und Atmosphäre eine Einheit bilden, die mehr ist, als die Summe der Einzelteile. Von solchen Momenten hätte es auf "Days Gone By" ruhig noch ein paar mehr geben können. Beim nächsten Mal dann?

Foto: Tim Saccenti 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.