„An totaler Kontrolle bin ich nicht interessiert“ – The Soft Moon im Interview

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Der weiche Mond, das ist in erster Linie: Luis Vasquez. Denn wenn The Soft Moon nicht gerade live scheint, dann ist der softe Himmelskörper die One-Man-Band des Oaklanders mit den kubanischen Wurzeln. Der ehemalige Grafik-Designer hat mit „Deeper“ gerade sein drittes Album veröffentlicht. In Berlin trafen wir den unerwartet lebensfrohen Exil-Amerikaner und sprachen mit ihm über seine neue Heimat, das neue Album und alte Ängste.  

JOINMUSIC: Ich sprach neulich mit einem anderen Amerikaner (Ian Fisher) über seine Gründe, die amerikanische Heimat zu verlassen. Was war Deine Motivation, der Bay Area den Rücken zuzukehren?
LUIS VASQUEZ:  Meine Fan-Base. Sie ist hier in Europa viel größer und die Verbindung zu meinen Fans ist intensiver. Ich toure viel häufiger durch Europa als durch die Staaten. Man kann also sagen, dass die Gründe vor allem geschäftliche sind. Es machte keinen Sinn in San Francisco zu bleiben und ständig hin und her zu jetten. Das dauert immer so lange und kostet zu viel. Und jetzt, nachdem ich mich hier ein wenig eingelebt habe, kann ich mir nicht mehr vorstellen wieder zurückzugehen.

JM: Welche Gründe fallen Dir dafür spontan ein?
LUIS VASQUEZ: Die Lebensart, die unterschiedlichen Kulturen, die Historie, die Intelligenz-Bandbreite ist größer, finde ich. New York hat etwas Europäisches, auf eine Art. Aber die West-Küste? – Keine Ahnung, irgendwie scheint es da einen kulturellen Mangel zu geben. Kalifornien ist wunderschön, aber ich habe das Gefühl, dass das, was ich jetzt mache – musikalisch, kreativ und in Bezug auf die Reaktionen meines Publikums – besser nach Europa passt, weil es sich mehr nach einer genuinen Beziehung anfühlt.

JM: Wie kam es, dass Du in Italien gelandet bist?
LUIS VASQUEZ: Irgendwie spontan. Ich weiß noch, wie ich mit Marco, meinem Manager, darüber sprach, dass es an der Zeit wäre, ein neues Album zu machen. Und ich wollte es auf keinen Fall in den Staaten schreiben. Und weil ich zu der Zeit so gut wie immer getourt bin, hatte ich eh nicht das, was man Zuhause nennt, sondern war die ganze Zeit am Couch-Surfen. Außerdem war es mir wichtig, mich für den Schreibprozess aus meiner mir bekannten Comfort-Zone zu verabschieden. Und während ich so darüber mit Marco sprach, der aus Venedig stammt, meinte der: Ich kann das einrichten, wenn Du dahin ziehen willst. Und das war natürlich wahnsinnig verlockend. Also bin ich direkt von New York dahin geflogen und in mein neues Zuhause eingezogen.

JM: Auch nicht ohne Ironie: Von allen Städten des italienischen dolce vita, verschlägt es Dich ausgerechnet nach Venedig, der wohl einzigen italienischen Stadt mit Düster-Atmosphäre-Potential – hat Dich diese Morbidität inspiriert?
LUIS VASQUEZ: Eigentlich hat mich das Drumherum oder die Landschaft herzlich wenig gekümmert. Ich bin da gelandet, nicht, weil ich da hin wollte, sondern von allem anderen weg. Um mich nur auf mich  konzentrieren zu können, einhundertprozentig. Und es ist irgendwie ironisch, dass ich mich dabei in unmittelbarer Nähe zu Venedig, eine der wohl schönsten Städte dieser Welt, befunden habe. Anteil genommen habe ich aber daran nicht. Ich würde sogar sagen, dass unterbewusst Berlin in punkto Beeinflussung sehr viel maßgeblicher war. In Berlin habe ich mit dem Schreiben für das neue Album begonnen und habe diese Grundrichtung dann einfach weiter verfolgt. Auch von Venedig aus. 

JM: Ist es mehr als nur ein seltsamer Zufall, dass die Studios, in denen „Deeper“ entstanden ist, Hate heißen?
LUIS VASQUEZ: Ich würde es harmonisch nennen.

JM: Über das neue Album sagst Du, dass Du Dich bei „Deeper“ mehr auf das Songwriting konzentriert hast und weniger mit Soundscapes experimentierst – was genau heißt das?
LUIS VASQUEZ: Ich denke, die bewusste Entscheidung, mich mehr auf das Schreiben, das Songwriting  zu konzentrieren, ist das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung. In all den Jahren und mit der Zeit bin ich gut geworden in meinem Handwerk, in dem was ich tue. Anfangs habe ich einfach was geschrieben, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, keine wirkliche Kontrolle über das zu haben, was am Ende dabei rauskommt. Und dann habe ich nichts mehr daran geändert. Bei diesem Album habe ich zum ersten Mal gespürt, dass ich das Zepter in der Hand hatte und die Songs dahin führen konnte, wo ich sie haben wollte. Das war sonst anders. Deshalb wollte ich mich dieses Mal auf das Schreiben richtiger Songs konzentrieren.

JM: Galt das für beide Disziplinen beim Songwriting – Musik und Text?
LUIS VASQUEZ: Ich lass‘ es ja immer noch ganz natürlich aus mir raussprudeln. An totaler Kontrolle bin ich nicht interessiert. Die Dinge müssen auf organische Weise lebendig werden. Wenn ich dann aber etwas hatte, eine Stimmung oder ein Thema, habe ich gemerkt, wie ich daran arbeiten konnte, um dem Konstrukt Struktur und eine Geschichte zu verleihen. Und das ist etwas, was auf den letzten Alben anders war.

JM: Nicht anders als auf den letzten Alben sind die lyrischen Themen: Alles dreht sich um Deine Ängste, Phobien und Sorgen. Seit drei Alben sprichst Du diese Dinge nun schon an – hat’s geholfen?
LUIS VASQUEZ: Es ist verrückt. Es gibt Momente, da zieht es mich so richtig runter, bis zu einem Punkt, an dem ich kurz vorm Aufgeben bin. Es ist qualvoll, sich bestimmte Sachen eingestehen zu müssen. Sachen, die man aus einem bestimmten Grund geleugnet oder versteckt hat. Das Interessante daran ist, dass es mich sogar noch weiter nach unten zieht, wenn ich mich mit diesen verborgenen Dingen und düsteren Emotionen auseinandersetze, mich ihnen stelle. Aber wenn es mir gelingt, aus diesem Loch wieder rauszukommen, dann habe ich einen klaren Kopf, eine Perspektive. Fast so, als bräuchte ich diese Auseinandersetzung. Eigentlich ist es ein Kampf. Und wenn ich dann in diesem dunklen Loch bin und kämpfen muss und gewinne, dann habe ich was erreicht.

JM: Klingt, als wäre diese Auseinandersetzung keine einmalige Sache, sondern ein Konstante Deines Lebens. 
LUIS VASQUEZ: Auf jeden Fall. Es ist immer da und geht immer weiter. Manchmal fühlt es sich fast so an, als wäre ich süchtig danach. Und was Masochistisches hat es auch.

JM: Musst Du denn in einer bestimmten Verfassung sein, um diesen Prozess anstoßen zu können oder könntest Du Dir auch eine Kugel Eis holen und sagen: So und nun auf zu den dunklen Seiten meiner Seele?
LUIS VASQUEZ: Ironischerweise muss ich für die Auseinandersetzung mit meinen dunklen und verborgenen Seiten gute Laune haben. Ich muss gut drauf sein, um überhaupt beginnen zu können. Traurig sein oder verärgert oder depressiv, das hilft mir nicht. Ich muss wirklich in fantastischer Stimmung sein. Und die notwendige Energie haben.

JM: Wie gehst Du mit diesen Dingen während einer Live-Performance um?
LUIS VASQUEZ: Es ist wahnsinnig emotional für mich. Mega-kathartisch. Eine Riesen-Erleichterung. Das ist auch der Grund, warum der Live-Aspekt für mich wesentliche Bedeutung hat und genauso wichtig ist wie das Schreiben. Das Song-Schreiben ist eine Reise zu sich selbst. Es geht darum, mich zu entdecken und die Grundfeste meiner Existenz in Frage zu stellen. Und live zu spielen wirkt dann wie eine Erlösung davon. Obwohl ich auf der Bühne auch schon zusammengebrochen bin.

JM: Um vom Inhalt mal auf die Soundgestaltung zu kommen. Ganz klar ist, dass der typische Soft Moon Sound – Kein HiFi-Sound zwar, aber Lo-Fi eben auch nicht – auf „Deeper“ am weitesten entwickelt rüberkommt. Mich erinnert es stark an den Sound der New-Romantics, Ende der 1970er, Anfang der 1980er. Gab oder gibt es Künstler, die Dich dahingehend beeinflusst haben?
LUIS VASQUEZ: Na klar, hier was und da was. Ein Snare-Sound, der so klingen sollte, wie auf einem Sisters of Mercy Track. Oder eben Peter Hooks Bass. Dann wieder stehe ich seit ich ein Kind bin auf diese Sounds und merke gar nicht so richtig, dass es da eine Verbindung rauszuhören gibt.

JM: Auf „Deeper“ arbeitest Du erstmals mit einem Co-Produzenten. Kannst Du Dir das auch für zukünftige Alben vorstellen?
LUIS VASQUEZ: Vielleicht. Für Expansionen in dieser Richtung bin ich immer offen. Die Sache ist nur, dass man halt die richtige Person finden muss. Zu Maurizio Baggio, der mich auf vergangenen Touren als Soundmann unterstützt hat, habe ich ein vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut. Er hat mich von allen Seiten kennengelernt – so ist das auf Tour: Da kriegt jeder alles von allen mit. Und weil das so ist, haben wir gegenseitig so viel Vertrauen zueinander aufgebaut, dass sich die enge Zusammenarbeit noch immer gut anfühlt und ich mich vor ihm öffnen konnte, so wie ich bin.

JM: Die richtigen Leute vorausgesetzt – kannst Dir The Soft Moon auch als Band-Projekt vorstellen?
LUIS VASQUEZ: Möglicherweise. Obwohl sich es immer noch als Ein-Mann-Vision anfühlt. Es gibt noch immer Sachen, die rauswollen und –müssen. Und zwar aus nur aus mir heraus, aus meinem Körper. Dinge, um die ich mich eigenhändig kümmern muss. Aber weiß schon, was wird. Ich mag der Zukunft nicht vorweg greifen. Wir werden es sehen, wenn ich schreibe.

JM: Ich mag die Original-Version von „Black“ – zuerst gehört habe ich aber den Trentemöller Remix – die PR-Agentur war schneller. Wie kam diese Kollaboration zustande?
LUIS VASQUEZ: Zuerst begegnet bin ich ihm vor ungefähr drei Jahren in Kopenhagen. Er hat sich ein Konzert von mir angesehen, im Anschluss wurden wir einander vorgestellt und haben uns dann unterhalten. Es ging auch schon damals um einen Remix für einen Song. Dann hat irgendwie jeder sein Ding gemacht und wir haben uns erst wieder gesprochen als ich begonnen hatte, an „Deeper“ zu arbeiten. Anders meinte, dass er noch immer Lust hätte, einen Remix beizusteuern und so ist das Ganze halt drei Jahre später realisiert worden.

JM: Alle Titel auf „Deeper“ sind nur ein Wort lang – war das eine konzeptionelle Voraussetzung?
LUIS VASQUEZ: Es wurde zu einer. Nachdem ich die ersten paar Songs geschrieben hatte, wurde mir klar: Mensch, das sind ja alles nur Ein-Wort-Titel. Und dann, glaube ich, hat mein Unterbewusstsein übernommen und sich gedacht, dass der Rest auch so funktionieren wird. Ein anderer Grund ist, dass die kurzen Songtitel Spielraum für Interpretationen lassen. Nimm nur mal „Black“ – ein Song, der nur „Black“ heißt, könnte alles Mögliche bedeuten – was auch immer Du willst, dass er bedeutet.

JM: Jetzt haben wir so ausführlich über die dunklen Seiten der Seele gesprochen, über Ängste und Depressionen, dass ich doch einigermaßen überrascht bin, Dich als die lebendige Person kennenzulernen, die Du zu sein scheinst.
LUIS VASQUEZ: Da bist Du nicht der erste.

JM: Aber woher kommt die Faszination für die Auseinandersetzung mit den psychischen und mentalen Abgründen?
LUIS VASQUEZ: Das will ich ja herausfinden. Ich weiß auch nicht, warum die Sachen, die ich schreibe, am Ende immer so düster klingen. Ohne dass ich mich dafür anstrengen müsste. Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber tief in mir drin bin ich nicht unbedingt eine Frohnatur. Und mein Äußeres ist fast wie ein Kontrast dazu. Es ist ein Versteck. Und ich übertreibe es mit der guten Laune und dem Lächeln manchmal auch, um die anderen Seiten von mir fern zu halten. Wie in Schutzpanzer.

JM: Hörst Du als professioneller Musiker noch die Musik von anderen?
LUIS VASQUEZ: Nicht wirklich. Ich glaube, ich habe seit zwei Jahren keine Musik mehr gehört. Und wenn ich welche höre, dann ist es fast immer Zeug, mit dem ich aufgewachsen bin. Was zeitgenössische Klänge angeht – ich bin nicht hinter ihnen her. Es nicht so , dass sie mich nicht interessieren würden – ich habe nur so gar kein Antrieb. Außerdem will ich mich so pur und unbelastet wie nur möglich sein.

JM: Das habe ich schon mal gehört.
LUIS VASQUEZ: Ich möchte so einmalig sein wie möglich. Es ist mir wichtig, mich meiner Musik, meinem künstlerischen Ausdruck so ernsthaft wie möglich zu widmen. Würde ich intensiv nach neuer Musik oder einem bestimmten Genre hinterher sein, würde mich das beeinflussen – ob ich will oder nicht. Dein Körper nimmt es auf, absorbiert es und Dein Unterbewusstsein serviert es Dir wieder. Und genau das möchte ich vermeiden.  Ich bin ja mit Musik aufgewachsen und ich glaube ich habe dabei alles mitgenommen, was es mitzunehmen gab. So ein bisschen wie an einer Uni einen Abschluss machen. 

JM: Wie bist Du eigentlich auf den Namen The Soft Moon gekommen?
LUIS VASQUEZ: Weiß ich gar nicht mehr genau. Ich hatte gerade mit dem Songwriting begonnen und arbeitete noch als angestellter Grafik-Designer. Da traf es mich wie der Blitz; The Soft Moon. Ich habe dann recherchiert, aber niemand hatte sich den Namen schon ausgesucht. Nur ein gewisser Italo Calvino tauchte immer wieder auf: Er war der Autor einer Kurzgeschichte gleichen Namens. Und dann stellte sich raus, dass er gebürtiger Kubaner ist – wie meine Familie auch. Die Kurzgeschichte handelt von der Entststehung der Erde und wie die Kontinente sich aus herabfallenden Mond-Fragmenten gebildet hatten. Irgendwie gefiel mir die Geschichte. Und er kommt von dort, wo auch meine Familie herkommt und der Name war noch frei. Da hat es Klick gemacht.  

JM: Danke für das Interview.


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JOINMUSIC: I just recently talked to another American (Ian Fisher) asking him, what his motivation was, to leave the US. What was your motivation to leave San Francisco, The Bay Area?
LUIS VASQUEZ: For me the motivation was that my fan base was large out ere and there was more of a connection. I tour way more often in Europe than I do in the States. So businesswise was my main motivation. It didn’t make any sense to stay in San Francisco and constantly fly back and forth. Because it’s such a long flight. And also the costs … Just knowing that my audience is out here. And now – after being here a while, I do enjoy it quite a bit. It’s hard for me imagining going back.

JM: Why is that – what’s the first thing that comes to your mind?
LUIS VASQUEZ: The way of life, the different cultures, the history, the people, the intelligence span is larger here, I find. I mean, New York is sort of European in a way. But the west coast, I don’t know. They seem to lack a lot of culture. California is beautiful but I just feel like what I’m doing now, musically and creatively and how other people react to it – here, in Europe, it feels more like a relationship.

JM: How did you end up in Italy?
LUIS VASQUEZ: It was sort of spontaneous. I remember talking to Marco, my manager, about how it’s time to write a record. And I didn’t want to write it in the states. And at the time I was kind of couch-surfing, because I was touring so often, I didn’t have a solid base anyways. And I didn’t want to write the record in a familiar territory. I wanted to go somewhere out of my comfort-zone. And I had this conversation with Marco, who’s from Venice, Italy, and he was like: I can set it up if you wanna move there. And it was very convenient and after a tour I flew straight there from New York and moved into my home.

JM: That’s funny. Of all the places in dolce vita Italy you ended up in Venice, probably the only place with dark, atmospheric potential. Did the morbidity of the city inspire you?
LUIS VASQUEZ: Actually – the landscape didn’t really inspire me that much. I ended up there because I wanted to be away from everything else. To focus on myself, 100 percent. And it’s ironic that I was near such a beautiful city. Venice must be one of the most beautiful cities in the world. But I didn’t really partake in it so much. I would say, subconsciously, Berlin had more of an impact in terms of the influence. Because I initially started writing the record here, in Berlin. When I finished the record, it was all based on the initial song I wrote in Berlin. So I just kind of continued in that direction.

JM: Listening to your new album „Deeper“ – is it just a coincidence that the studios you recorded in Venice are named „Hate“?
LUIS VASQUEZ: I would call it „harmonious“.

JM: In Terms of „Deeper” you were quoted saying something in the vain of being able to concentrate more on songwriting rather than experimenting with sound-scapes – can you explain a little bit?
LUIS VASQUEZ: It was a conscious decision on my part to focus more on songwriting and that just happened naturally. Over the years I just became at my craft. Before I would just write but always have the feeling I don’t really have control over what’s coming out. And then I left it that way. With this record, I really felt I had the control and I could really guide the tracks where I wanted them to be. I didn’t have that before. That’s why I wanted to concentrate on writing proper songs.

JM: Does that go for both aspects of songwriting – the music and the lyrics?LUIS VASQUEZ: I still let out what comes naturally. I don’t want to have total control. Things need to come to life organically. But when I did come up with a mood or theme for a song, I realized that I could construct in a way, give it some structure and a narrative. And that’s something, that’s different from the last records.

JM: Not different from the last record is the lyrical topic – it’s all about your fears, phobias and anxiety-situations. You have been addressing this for three records now – has it gotten any better?
LUIS VASQUEZ: It’s insane. At one point it’s actually taking me downward, really really dark to a point where I was close to giving up. It was very torturous to reveal things about yourself. That I guess I was hiding for a reason. What is interesting about that is that when I face these dark territories, dark emotions it does take even further down but then I come out of it and it gives me like a perspective. It’s almost like I need that struggle. It’s a battle, essentially. And if it takes me to a dark place and I have to fight and then  I win, than that’s an accomplishment.

JM: So dealing with these things is not a one off situation but rather a constant state?
LUIS VASQUEZ: Yeah, it’s constantly and ongoing. And it’s almost to the point where I became a little bit addicted to the feeling. It’s kind of like being a masochist.

JM: Do you have to be in some kind of special mood to get to this disposition or could you just get some ice cream on a sunny day and say: Okay, now let’s face the dark?
LUIS VASQUEZ: Ironically, for me to write and to touch on these dark places, I have to be in a good mood. Just to initially start. I can’t be sad or depressed or angry and ten write. I have to be in a fantastic mood. And the energy to do it.

JM: Now how do you deal with all of this during a live performance?
LUIS VASQUEZ: It’s insanely emotional. Super cathartic. But it’s a great release. And that’s why the live aspect is so important  for me. Just as important as the writing process. Because the writing process is an inward journey. And learning about myself, discovering and questioning existence. And then the live aspect is the complete release of all that. Although: I’ve had some breakdowns onstage.

JM: Going from content to sound – it’s clear that there’s this Soft Moon Sound that sounds most developed on „Deeper“. It’s not Hifi, but it’s not Lo-Fi either. It reminds me of the newromantic times. Where or are there artists that influenced you?
LUIS VASQUEZ: There were little bits here and there. A snare I wanted to sound like on a Sisters of Mercy Sound, Peter Hook’s bass. But I’ve been into that since I was young and I didn’t even know that there’s a connection you can hear.

JM: What’s also different about „Deeper“ in comparison to you your previous albums is, that for the first time you had a co-producer. Would you like to share production credits again?
LUIS VASQUEZ: Perhaps. I’ve always been open to the possibility of expanding in this way. The only thing is: It’s hard to find the right person. And with Maurizio Baggio, he worked as the sound engineer on some of my previous tours and we’ve established a very close relationship. He was exposed to every< side of me. When you’re on tour together, everyone gets to everyone elses sides. So because of this, we gained some trust and I felt comfortable enough to work with him pretty closely and open up in front of him.

JM: Does this also yield the possibility of a let’s say Soft Moon Band?
LUIS VASQUEZ: Maybe. I feel like it’s still a one man vision. And I still have something more to say coming only from my body. Things I have create with my hands. But who knows, what will change. I don’t like to predetermine the future. We’ll see when I write.

JM: I like the original version of „Black“ but I first heard the Trentemöller remix – the PR agency just was quicker. How did that come about? Have you met Anders before?
LUIS VASQUEZ: I met him almost three years ago in Kopenhagen. He came to a show and I was introduced to him we talked for a bit and initially talked about a remix for a song from back then. And then we kind of did our own thing and we got back in touch once I had started working on the album and he mentioned that he was still interested in doing a remix. And so it finally happened three years later.

JM: All the titles on deeper are only one word long – was that a conceptual prerequisite?
LUIS VASQUEZ: It became one. After having written the first few songs I realized: Oh, they’re all one word. And then I guess my subconscious figured it’s working, so I might as well go on with this thing. And another reason why i kept it was it leaves room for interpretation. Just take the word „black“ for instance. A song named just black could be whatever you wanted it to be.

JM: Now I’ve read and we’ve talked so much about dark places and fears and anxiety that I find – and please don’t get me wrong here –  it’s kind of surprising to meet you as the lively person you are.
LUIS VASQUEZ: You’re not the first.

JM: But where does the fascination for all the dark stuff come from?
LUIS VASQUEZ: That’s what I’m trying to figure out. I don’t know why , when I sit down to write, it comes out dark. And naturally dark. But also I’m not the happiest person on the inside. And the outside is almost like a contrast. It’s a hide. So it’s almost like I exaggerate this happiness on the outside  and the smiling to keep that persona way from I really do feel. It’s like a shell.

JM: Being a musician – do you still listen to music of others?
LUIS VASQUEZ: Not really. I haven’t listened to music for two years, probably. And if I do, I always go back. To the albums I grew up with. In terms of contemporary sounds – I don’t seek it. It’s not that I’m not interested it’s just that I just never have the urge. And also I want to keep myself as pure as possible.

JM: I’ve heard that more than once.
LUIS VASQUEZ: I want to be as unique as possible. It’s important for me to be very sincere with my music. And my expression. If I was collecting all this music right now, or a certain genre, I couldn’t help the influence. Your body just absorbs it. Your subconscious brings it in. I want to avoid that. I grew up listening to music and I think I gained everything I needed to gain since I was a child up unto a certain point. It’s almost like graduating from university.

JM: What about the name? How did you come up with that?
LUIS VASQUEZ: I don’t even know. I had just started writing songs and I was working a normal corporate job as a graphic designer and it just hit me: The Soft Moon. I looked it up, no-one had it, but what did pop up was this short story by Italo Calvino. And it turned out that he was born in Cuba – that’s where my family is from – and the short story was about how the continents on earth were formed by fragments that fell from the moon. And I thought that’s kind of a cool story. He’s born where my family was born and the name isn’t taken. And that was it. It just clicked.

JM: Thank you for the interview. 

 

 

 

 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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