„In ’ne Casting-Show zu gehen, ist einfach so krass wack.“ – Fatoni im Interview

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Ist Fatoni wirklich ein „Dicker Hipster“? Dick – würde ich eher nicht sagen. Aber wenn Hipster von Hype kommt, dann ist da was dran. Auch wenn die gute alte Zeit alle Hypes heilt – derzeit ist der Rapper und Schauspieler aus München in aller Munde. Der Tatort-Kommissar in spe hat mit dem Wunderkind-Produzenten Dexter gerade das Album „Yo, Picasso“ verbrochen. Für die JOINMUSIC Redaktion steht längst fest, dass das gemeinsame Werk der beiden Süddeutschen das Zeug zum Klassiker hat. Im Telefon-Interview wollte ich von Fatoni wissen, warum Dexter, welche Parallelen zwischen Theater und Rap bestehen und wie er mit dem zu erwartenden Fame umzugehen gedenkt.

JOINMUSIC: Sach ma was!
FATONI: Ja hallo hallo hallo.

JM: Jupp – das klappt. Wir springen gleich ins kalte Wasser, ja?
FATONI: Okay

JM: Du hast zwei Alben in Kooperation aufgenommen, Dein letztes Solo-Album ist nun auch schon ne Weile her und in den letzten beiden Jahren bist Du mit zwei prominent in der Öffentlichkeit gefeatureten EPs aufgefallen. Warum kommt mit „Yo, Picasso“ nun ein klassisches Rapper/Producer-Album in Koop mit Dexter? Warum kein zweites Solo-Album?
FATONI: Naja – Der Unterschied zu einem „richtigen“ Solo-Album besteht ja eigentlich nur im Namen: Fatoni & Dexter. Es stand auch mal zur Debatte, ob es nicht einfach nur Fatoni Album sein soll. Wollten wir – Dexter und ich – dann aber beide nicht. Aber ein wirklicher Unterschied besteht eigentlich nur in der Wirkung. Weil andere Rapper in der Regel ja auch mit Produzenten zusammen arbeiten – da steht dann aber immer nur der Rapper-Name drauf. Von der Arbeitsweise her, ist „Yo, Picasso“ ein Solo-Album. So gefühlt sogar das erste richtige Solo-Album.

JM: Kann man denn davon ableiten, dass es sich bei Dexter um Deinen Lieblingsproduzenten handelt?
FATONI: Schon. Ich finde, ich mach schon ziemlich verschiedene Sachen und es  gibt auf jeden auch noch andere tolle Leute. Aber es ist schon unglaublich cool, nur mit einem einzigen Produzenten zu arbeiten. Auch wenn ich zwischendurch mal dachte: Och, jetzt würde ich auch mal wieder gern mit jemand anders und so. Aber alles in allem bin ich total glücklich darüber, dass ich mit jemandem wie ihm arbeiten kann. Weil er einfach einer der Geilsten ist.

JM: Was außer ’nem guten Bauchgefühl für Beats macht ihn zu einem der Geilsten?
FATONI: Ich kann das schon machen. Also andere können da mehr übers Equipment reden, also so ein bisschen nerdiger. Ich nicht so wirklich leider. Er hat halt einen total eigenen Stil. Wenn seine Drums reinkommen, dann weiß jeder, der Dexter kennt, dass es Dexter ist. Und so wie die grooven und so. Er hat ein unglaubliches Gespür dafür, diese warmen Beats zu machen, die – in Anführungszeichen – nach „echtem“ Hip Hop klingen, aber ohne so Hängengebliebenen-Musik zu machen.

JM: „Yo, Picasso“ zeichnet sich ja unter anderem durch eine enorme beat-technische Bandbreite aus. Vom Boom-Bap, über Trap bis hin zu Ist-Das-Jetzt-Bassmusik ist da ja alles drauf. Habt Ihr auch mal über Beats gestritten? Nach dem Motto: Darüber rap ich nicht, mach das hier mal anders und so?
FATONI: Nee, eher umgekehrt. Es war eher so, dass ich sagen musste: „Boah ey, den Beat will ich unbedingt.“ Und er dann meinte: „Pfff, den hatte ich dafür aber nicht gedacht.“ Und dann musste ich ihn immer beknien, dass ich ihn kriege.  Ich musste auch tatsächlich nach Stuttgart fahren, um die geilen Sachen zu kriegen, weil er nicht immer alles rausgibt. Er hatte mir mal ein paar Sachen geschickt, die waren cool, da waren aber manchmal auch nicht die richtigen dabei, die ich eigentlich wollte. Und dann war ich bei ihm und er spielt mir irgendwas vor und ist schon dabei, das wieder wegzuskippen mit den Worten: „Nee, das ist so nichts„, und ich sag so: „Mann, das ist GENAU DAS, worauf ich seit Jahr und Tag warte und Du ziehst mir das jetzt sofort auf den Stick.“ Und er so: „Ach, echt? – Na, okay…“ Zum Beispiel bei dem trashigsten Song, „Kann nicht reden, ich esse“, mit Philipp von Deichkind, da musste ich ihn schon überreden, dass er mir ihn gibt.

JM: Wo wir jetzt schon mitten im Tracklisting drinstecken – sag mir doch mal bitte, wie Du auf „Semmelweis-Reflex“ gekommen bist.
FATONI: Also, ich habe diese Geschichte aufgeschnappt, von diesem Semmelweis-Reflex gehört – übrigens ein feststehender Begriff (terminus technicus, Anm. d. R) – und ich finde, das ist ein wahnsinnig tragische Geschichte von dem Dr. Semmelweis, und  die wollte ich verrappen. Und das habe ich dann auch gemacht. Und dann habe ich auch den Refrain gehabt und dann habe ich ganz lange nicht gewusst, wie ich die zweite Strophe mach. Und dann dachte ich, ich hätte eine, die war dann aber wohl dumm und dann hab ich sie weggeschmissen. Und dann meinte Dexter irgendwann – das war übrigens das Einzige mal, das er Einfluss auf meine Texte genommen hat: „Ey, rap doch in der zweiten Strophe über jemanden, der voll den Scheiß erzählt hat, dem aber alle geglaubt haben.“ Und dann dachte ich so: Krass, das ist ja wohl voll genial. Und dann hab ich lang gesucht und irgendwann diesen Edward Clarke gefunden.

JM: Würdest Du abstreiten, wenn ich unterstelle, dass Du auf solche Themen und andere –zum Beispiel „Stalingrad“, „Mike“ und „Schauspielführer“ – kommst, weil Du als Schauspieler steten Kontakt und Austausch mit weitgehend Hip Hop fernen Szenen hast?
FATONI: Ja, das kann schon sein. Das ist jetzt vielleicht Zufall, aber das mit dem Semmelweis-Reflex, da bin ich tatsächlich durch solche Kreise draufgekommen. Mehr oder weniger. Es gibt aber auch schon Hip Hop Kreise, in denen jetzt über andere Sachen geredet wird als Money, Bitches und Drogen. Und natürlich Hip Hop selber. Also in den Hip Hop Kreisen, in denen ich verkehr, freuen wir uns auch über Themenwechsel.

JM: Du bist kein hauptamtlicher Schauspieler mehr – so mit Festanstellung in ’nem Theater und so.
FATONI: Nee. Ich hab jetzt gekündigt. Seit September bin ich Rapper.

JM: Wie ist denn das, wenn Fatoni ’ne Party gibt oder zum Essen einlädt – da treffen dann ein paar kultivierte Stadttheater-Schauspieler auf so ein paar Homies – gab’s da schon mal Beef?
FATONI: Nee. Die Homies versuchen immer nur, die heißen Schauspielerinnen klar zu machen.

JM: Und dabei benehmen die sich dann?
FATONI: Ja, ich bin dann ja doch nur Studentenrapper. Die sind alle ganz nett, eigentlich. Obwohl, ein paar Atzen sind schon auch dabei.

JM: Und in „10 Jahren bist Du dann Tatort-Kommissar“ („ADHS“) – ist das wirklich Dein Ziel?
FATONI: Ja, ich fänd’s schon cool, muss ich sagen. Und zwar, weil es glaube ich ein ganz guter Weg ist, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen und was Cooles zu machen. Tatort kann ja auch mal ganz gut sein. Ist ja immer unterschiedlich. Ich glaub nicht, dass ich mit meiner Musik – zumindest wie sie jetzt ist – einen vergleichbaren gesellschaftlichen Status erlangen könnte – nicht, dass es mir um den Status gehen würde. Sondern eher so, dass ich mit meiner Musik dastehe und denke, ich müsste mir keine Gedanken mehr um irgendwas machen. Und bei der Schauspielerei habe ich da Gefühl, wäre das weniger ein Kompromiss. Das meine Musik gleichviel Leute anspricht wie die Rolle als Tatort-Kommissar, das wäre nur mit unglaublichen Kompromissen möglich. Und deswegen wär’s mit Schauspiel cooler. Aber wer weiß, mal sehen wie weit’s noch geht mit der Musik.

JM: „Yo, Picasso“ ist bis auf eine Ausnahme feature-frei. Warum gerade eines mit Kryptic Joe?
FATONI: Ich wollte gar kein Feature machen, weil ich die letzten Jahre so viel gefeatured habe. Das war schon alles sehr bewusst. Außerdem ist mir aufgefallen, dass fast alle meine Lieblings-Klassiker-Alben kaum Features haben, manchmal auch gar keine. Dann gibt’s noch den Aspekt live. Mit vielen Features ist das live immer problematisch. Und wenn ich dann nur ein einziges Feature mache, dann möchte ich eins, womit keiner rechnet. Also etwas, was nicht so offensichtlich ist wie mit Edgar Wasser oder Juse Ju. Oder Antilopen Gang oder Audio und Yassin. Was alles schon mal da war. Und dann habe ich ja neulich mit Fettes Brot was gemacht auf deren neuem Album und da hab ich dann den Kryptic Joe kennengelernt. Und wir haben uns sehr gut verstanden. Und dann hatte ich diesen Track und dann hat noch ’nen Refrain gefehlt und so und dann hab ich ihm den einfach geschickt und dann kam ne Strophe zurück und kein Refrain. Den haben wir dann noch zusammen geschrieben. Und dann war’s Album fertig. 

JM: In „ADHS“ kommst Du ja drauf zu sprechen, dass Du auf ’ner Fahrt zu ’nem Gig noch einen Brecht-Text lernst – welche Verbindung siehst Du zwischen Rap und dem klassischen Reim-Theater – außer den Reimen. Oder gibt es da keine Verbindung?
FATONI: Es gäbe wahrscheinlich schon viele Verbindungen, wenn man welche sehen wollte. Meinst Du das jetzt in Bezug auf die Texte?

JM: Nee – was ich meine ist: Sollte man den Faust rappen oder nicht?
FATONI: Nee – das ist ne ganz schlechte Idee.  Als ich noch zuhause gewohnt hab, so mit 19 oder so, da kam meine Mutter so an und meinte: „Du findest das bestimmt scheiße, aber da gibt es so einen Rapper, der Schiller-Texte nach-rappt„. Und ich nur so: „Mutter!“ – Nee – so was ist immer wack. Man sollte Faust nicht rappen, sondern geil spielen und darstellen. Man darf den ja auch zitieren. Edgar Wasser hat auf seinem letzten Album einen Track, der heißt „Faust„. Hat außer ihm aber nie jemand verstanden.  Aber irgendwie beruft er sich da ja auf Faust, So was find ich gut, au einzelne Zitate, Ich glaub ich hab auch was zitiert. Coole Sätze nehme ich mir von überall. Aber den Faust rappen fänd ich nicht gut. Leute unterschätzen ja auch gerne, dass Rap ’ne ganz eigene Form hat. Gerade so in der Hochkultur gibt’s so Leute, die gucken runter auf diese komische Jugend-Pop-Kultur. Und denken, dass die Reimschemata in ihrer Hochkultur viel geiler und anspruchsvoller sind. Und ich kenne ja nun beide Seiten. Und es ist einfach Quatsch, das eine mit den Maßstäben des anderen bewerten zu wollen. Rap und Theater sind zwei so unterschiedliche Dinge. Und nur auf der Textebene ist es einfach so, dass es – um auch in Deutschland zu bleiben – niemanden gibt, der anspruchsvollere Sachen macht als Rapper. Ich hab halt manchmal das Gefühl, dass das aber nur Leute wissen, die selber tief da drin stecken, und selber Rap hören. Ansonsten gibt es noch immer diese belächelnde Haltung. Dabei gibt es nur ganz wenig, die nicht aus ‚m Rap kommen, die mit der deutschen Sprache so krassgeil umgehen können. Judith Holofernes oder so. Da fallen mir höchstens zehn ein. Und die anderen sind alles geile Rapper.

JM: Du sagst also, außer den Reimschemata und der Tatsache, dass es um eine Bühnensituation geht, haben Rap und Theater nichts miteinander gemein. Hilft Dir denn Deine Erfahrung auf den Brettern, die die Welt bedeuten, vor ’nem Hip Hop Publikum aufzutreten?
FATONI: Da bin ich mir inzwischen gar nicht mehr so sicher. Ich bin ja schon viel länger Rapper. Und die Idee, auf die Schauspielschule zu gehen, die kam ja auch über den Rap. Das heißt, ich glaube, ich konnte sowieso nur Schauspieler werden, weil ich schon so lange Rapper war. Bühnenpräsenz und so, das hatte ich alles schon. Wenn überhaupt, dann ist da so eine gegenseitige Beeinflussung.

JM: Das Lampenfieber ist kein anderes?
FATONI: Nee, vom Gefühl her nicht.

JM: Hast Du manchmal trotzdem noch Stage-Fright – Schiss in der Hose vor’m Auftritt?
FATONI: Manchmal werde ich so’n bisschen nervös. Aber dann so ganz allgemein. Das kann ich nicht so gut darauf beziehen. Es ist auf jeden Fall extrem wack. Früher war das manchmal auf einmal so ganz krass. So bei ’ner Theater-Premiere ist das dann auch mal richtig geil. So sehr ich manche Stücke auch gehasst habe, wenn man dann aber bei einer Premiere dabei war – richtig krass! Ich spiele ja jetzt auf der Fettes Brot Tour und da hab ich noch ganz schön Respekt vor. Der letzte Gig ist dann in Hamburg und das sind dann mal so eben 16.000 Leute oder so. Ich kann mir nicht vorstellen, da keinen Schiss vor zu haben.

JM: Zurück zum Album – obwohl Du ja „Benjamin Button“ bist – wann merkt man, dass man den kreativen Zenit erreicht hat, von dem alles nur noch bergab geht? Wann muss man mit Rap aufhören?
FATONI: Das ist  ne schwierige Frage. Ich find aber, man muss gar nicht aufhören. Ich hab mir die Frage natürlich auch schon gestellt aber für mich habe ich mir die immer beantwortet mit: Ich seh‘ das nicht, dass man aufhören muss. Ich will ja auch gar nicht aufhören. Klar – ob ich mit 60 noch rappen will?- mein Problem ist auch nicht damit, dass irgendwelche Leute altern. Grown Man Rap kann ja auch cool sein. Ich find das überhaupt nicht peinlich. Und das Phänomen, dass man Fans enttäuscht, weil man sich verändert, das ist ja nun mal so. Der Song ist ja aus der Perspektive eines enttäuschten Fans und wenn ich mir jetzt vorstelle, das Album wird jetzt so der krasse Klassiker und dann so mein Durchbruch, wie bei den jungen Rappern, über die ich darin so rede, und dann habe ich alles erreicht – ich glaube nicht, dass ich aufhören würde, Musik zu machen. Und wenn ich dann irgendwann andere Musik mache – worauf ich schon manchmal Bock drauf habe – dann wär das genau dasselbe. Aber es ist ja auch eine total subjektive Sache.

JM: Und dann würdest Du in Kauf nehmen, dass Dich Leute Scheiße finden…
FATONI: Das kann man ja gar nicht beeinflussen. Es gibt halt dann enttäuschte Fans. Man muss sich ja weiterentwickeln. Man kann doch nicht immer das gleiche machen. Also ich zumindest nicht. Ich versteh’ ja auch die Entwicklung. Wenn jemand Sehnsucht hat, Singer Songwriter Musik zu machen, weil er es immer schon geliebt, aber nie gemacht hat, und jetzt die Mittel hat oder sich endlich traut und dann macht er’s halt, klingt vielleicht manches Scheiße, vielleicht finden’s aber auch andere wieder cool. Es gibt ja auch Beispiele, wo das funktioniert hat. Clueso war ja auch mal ein Rapper.

JM: Ja. Stimmt. Da war er mir sogar lieber als mit Lindenberg und „Cello„.
FATONI: Siehst Du, da hat er Dich verloren. Dann bist auch ein Ex- oder ein falscher Fan. Aber viele viele Menschen kennen nicht mal seine Raps, sondern nur das, was er jetzt macht.

JM: Und Du moderierst dann irgendwann den ZDF-Sommergarten.
FATONI: Nee – das ist ja nun wieder die andere Seite von „Benjamin Button“: Man muss ja eigentlich nicht Scheiße werden. Man sehr gerne andere Musik machen.

JM: Genau: Weiterentwicklung heißt ja nicht schlechter werden, also nicht zwangsläufig. 
FATONI: Musikalisch ist das halt extrem subjektiv. Sagen wir mal, ich mach das  – ich bin mir da nicht so sicher. Aber ich weiß gar nicht, ob ich immer und in jeder Lebensphase dann so zynische Sachen machen will. Und das würden die Leute abfucken, die jetzt mein Album mögen. Aber deswegen muss ich parallel ja nicht den Fernsehgarten moderieren oder in einer Casting-Show sitzen. Wobei sich so was natürlich immer leicht sagt. Wenn man die Leute, um die es in „Benjamin Button“ geht, kennen würde, könnte man das vielleicht nachvollziehen. Der eine hat dann vielleicht zwei Kinder und die Karriere ist dann doch nicht mehr so krass. Aber egal: In die Jury einer Casting-Show zu gehen, ist einfach so krass wack. Fanta 4 und all die anderen. Die sind halt weder cool noch sympathisch. Man kann die dafür nur Scheiße finden. Da gibt’s keine andere Sichtweise drauf.

JM: Würdest Du aber machen, was Dendemann bei Böhmermann macht?
FATONI: Ja, ich find das cool. Ich bin da jetzt der richtige Ansprechpartner. Weil ich bin ein großer Fan. Auch von der Sendung. Aber manchmal, finde ich, ist es immer noch so ein bisschen: Hmm. Er steht da halt so und so. Also ich finde, er hat da noch Verbesserungspotential. Aber die Zusammenarbeit find ich unheimlich großartig. Ich find das total super, dass die das machen. Und ich freu mich auch für Dende, dass er quasi einen festen Job hat. Ist bestimmt ganz cool für jemanden wie ihn, der schon immer dabei ist.

JM: Wäre denn die Verbindung aus Hip Hop und Comedy eine Option? Donald Glover und Lil’ Dicky lassen grüßen…
FATONI: In der Theorie jetzt schon. Aber Comedy ist hier in Deutschland ja auch ein ganz schlimmes Wort. Wenn man in unserem Land an Comedy denkt…. Das ist tatsächlich schon ganz lange ne Idee von mir, da gibt es aber nach wie vor keine Umsetzungspläne. Weil ich da einen krassen Respekt vor habe, weil man da ganz krass auf die Schnauze fliegen kann. Und Lil’ Dicky find ich gut. Auch wenn das noch nicht so kommuniziert worden ist – ich hab ja verschiedene Charaktere. Und einer davon ist Funny Rapper Fatoni. Und immer wenn ich dumme Lieder mache, ist das der. Und das geht schon sehr in die Lil‘ Dickys Richtung. Der ist zwar noch ein Stück weit amerikanischer. Aber auch ganz geil, muss ich sagen.

JM: Woher kennst Du Occupanther?
FATONI: Das ist ganz simple. Wir kommen beide aus München. Wobei: Kennengelernt haben wir uns in Nürnberg. Auf dem Nürnberg Pop Festival, oder so. Wir haben uns da in ’nem Club kennengelernt und haben zusammen geile Dance-Moves ausgepackt. Und darüber haben wir uns verstanden.

JM: ??
FATONI: Wirklich. Jetzt ernsthaft.

JM: In einem länglichen Interview mit Rap.de nennst Du „Come on“ einen sehr dummen Song. Warum?
FATONI: Ich find den wirklich dumm. Es ist halt der gerappte Witz. Hab ich neulich drüber nachgedacht. Wie so schlechte Sketche in den Siebziger Jahren. Und ich hab jetzt den gerappten Witz gemacht. Und dazu auch noch ein Flachwitz. Die Pointen sind echt mies.

JM: Der Kontoauszugsautomat funktioniert aber.
FATONI: Das ist ja auch noch die beste Pointe. Aber „Es war kein Sixpack Muskeln, es war ein Sixpack Bier“ tut schon echt weh, find ich. 

JM: Was ist Fatoni privat wichtig? Worauf freust Du Dich außerhalb von Rap und Schauspielerei? Stricken, an alten Motorrädern basteln oder Tomaten ziehen?
FATONI: Nee nee, handwerklich bin ich krass schlecht. Total unbegabt. Kochen ist ganz nett. Habe ich aber seit über zwei Monaten nicht mehr gemacht. Und was ich auch echt cool finde: Berlin.

JM: Wann ziehst Du denn hierher?
FATONI: Ich war jetzt zwei Monate da. Und nächstes Jahr zieh ich fest hin. Bzw: Das habe ich schon ein paar Mal behauptet, es hat aber nie geklappt. Ich hab jetzt auch so ne Art Zimmer da. Ich komm auch immer mal wieder. Und das ist was, was ich schon gefühlt hab, als ich mit 13 zum ersten mal in der Stadt war – es macht mich einfach glücklich. 

JM: Ein schönes Schlusswort. Danke für das Interview. 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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