„Die Idee ist, für immer Musik zu machen!“ – Shane Alexander im Interview

Shane Alexander by Chad Crawford (2)

Shane Alexander hat mit „Ladera“ vor zwei Jahren bereits sein fünftes Album herausgebracht und das Neue ist natürlich schon in der Mache. Uns interessierte also, wie er auf so viele Ideen für Songs kommt, warum „Ladera“ heißt wie es heißt und wie er von Amerika aus an ein niederländisches Label kam. All das erzählte er uns während eines gemütlichen Kaffees auf dem Reeperbahn Festivals: 

English version below.

JOINMUSIC: Ich dachte vielleicht starten wir indem wir über Dein mittlerweile schon fünftes Album reden. Es heißt „Ladera“, richtig? Also, schon Dein fünftes Album… woher nimmst Du denn all die Inspiration um so viele Songs zu schreiben?

Shane: Naja, ich denke, die besten Ideen kommen aus dem echten Leben. Und die letzten fast zehn Jahre war ich international auf Tour. Und je weiter ich von zu Hause weg bin, desto mehr Geschichten nehme ich auf von all den Leuten. Politisch ist eine Menge los in den Staaten, die Wirtschaft ist sehr komisch. Und ich habe viele Freunde, die durch wirklich sonderbare Zeiten gingen. Also ja, ich gehe raus in die Welt und nehme Geschichten auf. Und genau deshalb ist mein Handy voll von tausend, wirklich tausenden von Ideen. Wenn ich in Europa bin, dann nehme ich oft den Zug und schreibe dann Ideen auf. Und dann suche ich einen leeren Wagon, da wo die Fahrräder stehen zum Beispiel, und dann spiele ich. Ich schreibe also kleine Ideen auf, nehme sie mit meinem Handy auf und dann nehme ich sie mit nach Hause und gehe nochmal durch sie durch. Ich versuche mir jeden Tag Zeit zum Schreiben zu nehmen. Ich habe nicht immer Erfolg, aber ich versuche es.

JM: Und fängst Du dann erst mit den Texten an oder ist es andersherum?

Shane: Normalerweise mit der Musik. Wenn ich Glück habe und vorher schon eine Zeile oder sowas habe, dann starte ich damit. Der schwierigste Teil ist echt etwas zu finden über das man singen kann. Die Musik ist dann der einfacherere Teil.

JM: Was bedeutet „Ladera“ eigentlich? Ich habe gelesen, dass es einen Ort in Kalifornien gibt, der so heißt.

Shane: Ja, also, da ist eine Straße in Beverly Hills, die heißt „Ladera“. Bevor ich mir mit Musik mein tägliches Brot verdienen konnte, da habe ich für Irving Azoff gearbeitet, ein sehr erfolgreicher Musikindustrie-Mogul. Das war also mein letzter richtiger Job, für ihn und sein Label und seine Management Firma zu arbeiten. Er hatte da also das Haus in der Straße „Ladera“ in Beverly Hills. Als ich also anfing, den Song „Ladera“ zu schreiben, da dachte ich, das ist ein echt schönes Wort. „Ladera“ bedeutet eigentlich sowas wie Hang. Die Idee war also, er hat diese riesige Villa – ein Symbol für seinen Erfolg und ich habe nun auch mein Haus und das ist auf einem Hang gelegen, also, unten an einem Hang, und das ganze Album dreht sich irgendwie darum, wo wir im Leben anfangen und wo wir am Ende des Lebens angelangen. Also habe ich eigentlich angefangen, den Song über ihn zu schreiben, und am Ende ging es aber um mich.

JM: Schöne Geschichte! Ich habe im Infotext auch gelesen, dass die Texte auf „Ladera“ sehr unmissverständlich in ihrer Ehrlichkeit sind und die Zuhörer damit zurücklassen, dass sie über ihre eigene Lebensgeschichte und ihre Defizite grübeln. Denkst Du, dass Du mit Deinen ehrlichen Texten vielleicht auch Nachrichten an die Leute rausschickst?

Shane: Ich hoffe, dass die Leute etwas Geborgenheit in meinen Songs finden. In der gleichen Art und Weise, wie Musik mich tröstet und Geborgenheit spendet. Ich habe mich oft durch die Plattensammlung meines Vaters gehört und eine Menge dieser Musik funktioniert ja heute auch noch, die macht noch immer Sinn heutzutage. Weil sie ehrlich geschrieben wurde. Für mich ist es also sehr wichtig, mir aus der Seele zu schreiben. Als ich ein Teenager war, da habe ich Neil Young im Greek Theatre in L.A. gesehen. Er war alleine unterwegs, akustisch, und das hat mich echt zum Weinen gebracht, das war sehr bewegend. Und genau das war es. Es war sehr offen und ehrlich und irgendwie auch verletzlich, weil er über die echten Dinge gesprochen hat. Das Leben ist hart, das Leben ist schön, und es ändert sich von Tag zu Tag. Und jeder Künstler, ob nun ein Schriftsteller oder ein Maler, Du versuchst bloß alles irgendwie zu zelebrieren. Kunst aus allem zu machen. Wenn Du Dich zum Beispiel hier umschaust, das ist ja ein altes Gebäude, also gab es einen Ansatz, von dem aus man starten konnte. Man nahm zum Beispiel diesen Baumstamm da und nutzte ihn als Tisch. Ich habe das auch in meinem Studio in meinem Haus gemacht. Also man schaut sich ja immer nach der Kunst im täglichen Leben um.

JM: Ja, da ist was dran… Ich mag den Song „Raincloud of Knowable Things“ sehr gerne. Worum genau geht es da?

Shane: Das ist echt ein witziger Song. Ich habe den Song zusammen mit einer Freundin geschrieben, Amanda Williams, in Nashville. Jetzt ist sie eine Freundin von mir, damals hatte ich sie allerdings noch nie zuvor getroffen. Und jemand hat das organisiert, dass wir zusammen schreiben. Und ich erinnere mich, dass ich einen Flieger kriegen musste und es war mein letzter Tag in Nashville, der letzte des Schreib-Trips. Also saß ich in diesem kleinen Studio und wartete, sie war eine beschissene Stunde zu spät und ich wurde langsam sauer. Weil ich ja den Flieger kriegen musste. Und plätzlich platzte sie also in den Raum, sie hat dieses lange, gigantische rote Haar und diesen Südstaaten-Akzent, und sie ist total klein. Sie schmeißt ihre Tasche hin. Und ich denke mir nur „Wer ist diese Person?“ Sie setzt sich also hin und fragt „Also, worüber schreiben wir jetzt?“ Und ich nur „Keine Ahnung“, und sie dann „Dann lass uns mal schauen, was es in dieser Regenwolke an erkennbaren Dingen so zu finden gibt.“ Und ich dachte mir nur „Was hast Du da grade gesagt?“ Also erzählte sie mir, dass diese „Raincloud of knowable things“ eine Philosophie der Hindus ist. Und ich selber bin ja Buddhist, inzwischen schon seit zwanzig Jahren. Diese Regenwolke ist also diese Idee, dass es da dieses kosmische Lager gibt, wo alle Ideen entstehen. Und man muss da einfach nur reingehen. Und ich fragte dann „Kann ich das aufschreiben? Ich würde das gerne stehlen und mit nach Hause nehmen.“ Wie auch immer, ich habe dann Gitarre gespielt und wir haben so ein bisschen rumgespielt. Und ich habe dann angefangen das für den Refrain zu singen. Und ich dachte mir nur „Oh, mein Gott, das ist super!“ Also ging alles am Ende richtig schnell, aber ganz zu Ende haben wir es nicht gebracht, und dann habe ich das mit nach Hause genommen und die Bridge dafür geschrieben. Und dann habe ich es ihr geschickt und sie meinte dann auch „Wunderbar!“ Also kam das alles echt sehr organisch zusammen. Und ich finde die Idee der Brücke auch echt super, dieses „why would you hide, you have been right before my eyes, am I finally getting wise.“ Es ist ein sehr einfacher Song, aber ich mag ihn wirklich sehr. Und das war alles nur, weil sie dieses Wort in den Raum schmiss und ich es so mochte. Und dann war es ein Take, ein Mikrophon.

JM: Fantastisch. Du hast ja schon erwähnt, dass Du viel Neil Young gehört hast, aber wie bist Du denn eigentlich dazu gekommen, Musiker zu werden?

Shane: Ich denke, eine Menge Musiker starteten wegen der Scheiße, die sie zu Hause erlebten. Meine Eltern haben sich getrennt als ich noch sehr jung war, drei Jahre. Und mein Vater war dann noch öfter verheiratet, insgesamt gab es sieben Hochzeiten bei meinen Eltern. Selbst für amerikanische Verhältnisse ist das sehr viel. Also seit ich sehr jung bin gibt mir Musik einen gewissen Trost. Und dann gab es da die Musiksammlung meines Vaters… schon mit fünf Jahren habe ich mir die Schallplatten immer wieder angehört. Das hat mich einfach sehr beruhigt und bewegt und zwar sehr tief. Noch bevor ich eigentlich verstehen  konnte, was da wirklich passiert… Und als ich zehn Jahre alt war, da schenkte mir meine Großmutter eine Gitarre. Während meiner gesamten Schulzeit kam ich dann nach Hause und habe einfach stundenlang gespielt. Am Anfang wollte ich nur Rock spielen, weil ich Black Sabbath mochte. Und dann bin ich nach L.A: gezogen und da auf eine Musikhochschule gegangen. Und da habe ich mich ganz gut gemacht. Und dann wurde ich gefragt, ob ich Gitarre für Plattenaufnahmen spielen würde und ich war auch in einer rein instrumentalen Band. Und mit denen hatten wir riesige psychedelische Konzerte mit einem riesigen Publikum. Und da kamen tausend Leute nach L.A. und ich war zu der Zeit ja noch ein Teenager. Und von da an habe ich dann in mehr Bands gespielt und dann auch Songs geschrieben und ganz am Ende dann acuh Songs gesungen.

JM: Also Du sagtest, Du hast auch in Bands gespielt, aber jetzt bist Du ja schon sehr lange ein Solokünstler. Was meinst Du, was sind da die Vor- und die Nachteile?

Shane: Naja, wenn man in einer Band spielt ist das wie eine Demokratie. Es ist ganz witzig, der Schlagzeuger, mit dem ich schon damals zusammen in einer Band gespielt habe, der ist jetzt seit einigen Jahren wieder in meiner Band, aber wir kennen uns, weil wir zusammen aufgewachsen sind. Ich hatte diese Rockband und er hat da Schlagzeug gespielt. Und das war so die letzte Band, in der ich gespielt habe. Und obwohl ich eigentlich der war, der die Texte schrieb, war das trotzdem wie eine Demokratie. Und als wir uns dann trennten, da dachte ich, ich werde nie wieder in einer fucking Band spielen. Und jetzt ist meine Philosophie die, dass ich mich mit den besten Musikern umgebe, die ich bekommen kann. Und wenn sie für mich arbeiten, dann gibt es auch keinen Stress. Sie helfen mir also quasi, meine Vision zum Leben zu erwecken. Und ich bin da wirklich sehr gesegnet, sowohl mit meiner amerikanischen, als auch mit meiner holländischen Band, das sind alles echt begnadete Musiker. Und das nimmt dann echt so ein bisschen den Stress. Wie gesagt, in einer richtigen Band ist es so, wie mit Deinem kleinen Bruder; es gibt einfach immer etwas, worüber man sich streitet. Und ich versuche meine Musiker echt gut zu behandeln und respektvoll mit ihnen umzugehen und so bin ich der Glückliche, der mit den Besten aus L.A. und mit den Besten aus Holland zusammen spielen darf.

JM: Ist Deine Band heute Abend bei dem Gig auf dem Reeperbahn Festival auch dabei?

Shane: Nein, heute Abend spiele ich alleine. Im Jahr spiele ich für gewöhnlich so 75 bis 100 Shows und 75% davon spiele ich alleine. Die größten Touren, die ich jemals gespielt habe, habe ich alleine gemacht. Aber das war niemals mein Ziel. Aber nochmal, als ich damals als Teenager Neil Young im Greek Theatre solo gesehen habe, das war einfach einschneidend. Und wenn ich mit meiner Band spiele ist das wunderbar. Meine Band in L.A., das sind inzwischen manchmal 7 Leute, weil ich auch zwei Background Sänger habe. Aber die meisten meiner allergrößten Fans, die mögen meine Solo-Shows am meisten. Und ich versuche einfach das Beste aus jeder Show zu holen.

JM: Du sagtest, dass Du mit Deiner ersten Band schon vor einem riesigen Publikum gespielt hast, aber Du hast alleine auch den Support bei Shows von Seal oder Lisa Marie Presley gemacht. Wie war denn das für Dich, alleine vor so einem riesigen Publikum?

Shane: Lisa Marie Presley und Jewel, die auch eine große Sängerin in den Staaten ist, das war beides fast zur selben Zeit und das waren meine ersten, riesigen Shows, so ein- bis dreitausend im Publikum. Und Seal war dann ein Jahr später und das waren dann schon drei- bis zehntausend. Und vor zwei Jahren habe ich dann mit Styx und Yes gespielt, vor 25.000 Leuten und das war echt das größte, was ich jemals gemacht habe. Und mit jedem neuen großen Ding… Also, ich erinnere mich, dass als ich mit Seal auf Tour war… Also, meine Performance war gut, aber mental war das echt schwierig für mich. Ich war ganz alleine und mir gingen Gedanken durch den Kopf wie „Kennst Du die Texte? Was ist der nächste Akkord?“ Und wenn Du da alleine vor so vielen Leuten stehst, dann musste das Beste aus so einem Moment machen. Aber das ist echt ein Lernprozess. Also als ich dann diese riesigen Shows spielte, vor zwei Jahren, da bekam ich gesprächiger und habe das echt genossen. Du hast so hart dafür gearbeitet um auf so einer riesigen Bühne zu stehen, da ist es doch echt ein Fehler, da raus zu gehen und sich zu stressen. Mach etwas Wunderbares daraus und lass das ein Austausch sein. Viele Leute fragen mich das, weil sie wissen, dass ich schon oft so große Shows gespielt habe, aber ich mache ja auch die kleinen Shows. Das ist mir egal, ich will nur, dass das Publikum meine Musik hören kann.

JM: Ich finde ja, dass das das Besondere am Reeperbahn Festival ist: obwohl das ja auch ein Business-Event ist, hören die Leute auf den Konzerten echt zu. Da mögen vielleicht nicht total viele Leute sein, weil einfach echt viel los ist, aber die, die kommen, die hören für gewöhnlich auch zu.

Shane: Das ist sehr wahr. Gestern Nacht war das Publikum auch echt super. Das hat mich umgehauen. Ich finde sowieso in Deutschland, ich liebe das deutsche Publikum. Das ist immer sehr respektvoll und hört echt immer zu. Verglichen zu den Holländern sprechen die Deutschen ja nicht alle so fließend Englisch und darum schenken die einem bei Konzerten echt viel Aufmerksamkeit.

JM: Du schreibst ja auch Musik für TV Serien. Also, schreibst Du die Musik wirklich, oder wurde die lizensiert?

Shane: Das ist eine sehr gute Frage und Du hast sie schon selbst beantwortet. Ich habe nie spezifisch für das Fernsehen geschrieben, aber meine Musik wurde schon oft dafür verwendet. Und so findet meine Musik ihren Weg durch die Welt, was echt super ist.

JM: Guckst Du Dir generell denn auch TV Serien an?

Shane: Ich gucke schon Fernsehen, klar. Aber nicht unbedingt die Serien, in denen meine Songs genutzt wurden. Letztes Jahr hatte ich einen meiner Songs in der Show „Deadliest Catch“. Da geht’s um diese Fischer, die rausfahren um Krabben zu fischen, weit draußen im Norden von Alaska. Und das sind echt hartarbeitende Fischer. Die gehen da echt im krassesten Winter raus. Und diese Serie gucke ich schon seit Jahren und sie haben meinen Song „Keep You In Mind“ für das Staffelfinale genutzt. Und das waren dreieinhalb Minuten und die waren echt so wunderschön. Wenn der Song genau zur Szene passt, dann ist das echt ein Geschenk. Dann suchen die Leute bei Shazam nach dem Song und so. Und dann wurde der Song echt ziemlich oft heruntergeladen und so habe ich viele neue Fans einsammeln können.

JM: Und Du schreibst auch für Filme, richtig? Oder wahrscheinlich genau das Gleiche: sie nutzen Deine Musik für die Filme?

Shane: Ich habe auch schon Musik für Filme geschrieben, aber meistens ist es so, dass die Leute Songs nutzen wollen, die es schon vorher gab. Aber ich habe mir jetzt mein eigenes Studio gebaut, also komponiere ich auch mehr.

JM: Ahja, das war auch eine meiner Fragen, weil ich gelesen habe, dass Du Dir Dein eigenes Studio gebaut hast. Und jetzt macht der Name auch Sinn, es heißt BuddhaLand, richtig?

Shane: Ganz genau. Das ist auch mein Verlag und mein Label.

JM: Und wie bist Du auf die Idee gekommen, Dir ein eigenes Studio zu bauen?

Shane: Also letztes Jahr habe ich eine EP für einen Künstler in Kalifornien produziert. Und zu dieser Zeit hatte ich eher so ein Schlafzimmer-Studio. Und wenn Du einen Song mischst, dann hörst Du den echt hunderte Male. Und da wurde mir immer bewusster, dass ich meinen eigenen Raum dafür brauche. Also dachten wir darüber nach, ein größeres Haus zu kaufen, irgendwie sowas. Aber dann habe ich mein Haus einfach vergrößert, um ein ganz schönes Stück. Und dann haben wir ein neuen Platz geschaffen, der fast so groß ist, wie das Haus zuvor. Und nun ist die Idee, dass ich einfach für immer Musik machen kann. Und das Studio ist groß genug, ich kann mit meiner Band darin proben und wir können sogar Performances darin machen. Und ich möchte auch so eine Liveshow über BuddhaLand machen, so eine Webserie, um meine Band zu präsentieren.

JM: Oh, also da wird auf jeden Fall noch eines kommen mit dieser Studio-Serie?

Shane: Ja, auf jeden Fall.

JM: Ich bin über die Info gestolpert, dass Du auch dein eigenes Musical, oder die Musik für ein Musical geschrieben hast. Wie kam es denn dazu?

Shane: Als ich diese riesige Tour zusammen mit Styx und Yes gemacht habe, da habe ich auch in New York City gespielt. Und jemand, der da war, hat alle meine Platten gekauft und sie dieser Person gegeben, die inzwischen mein Partner ist, sein Name ist Larry Carpenter, er ist ein TV und ein Broadway Regisseur. Und er hatte da diese Idee eines speziellen Musicals. Damals war das so, dass man den  bereits existierenden Musikkatalog eines Songwriters nahm und eine Story dazu verfasste. Und er wollte sich also mit mir treffen und ich wusste nicht, warum. Also erzählte er mir von dieser Idee und ich sagte, wenn er mir ein paar Ideen gäbe, dann kann ich dazu gerne was schreiben. Und er sagte dann „nein, Du verstehst mich nicht. Ich möchte eine Geschichte zu Deinen Songs schreiben.“ Und das war das schmeichelhafteste, das ich jemals hörte. Und das war 2011, in den letzten vier Jahren wurde also die Geschichte entwickelt. Und wir haben das schon zweimal aufgeführt, zwei Shows getrennt voneinander. Einmal gab es da so eine inszenierte Lesung vor zwei Jahren und dann zwei Veranstaltungen in einem Theater in L.A., da passen 1200 Leute rein. Und was war echt wunderbar. Und als wir uns trafen sagte er „Gib mir einfach alles.“ Und so gab ich ihm sogar Songs aus meiner Teenager-Zeit, diese Rockersachen, und diese Songs wieder live zu sehen, und diese wunderbaren Stimmen und diese großartigen Schauspieler, das war wirklich sehr besonders für mich. Und das Feedback war auch großartig. Das ist ein bisschen eine Art politische Rock-Oper. Und das war echt eine ganze Menge an Arbeit. Und das Theater, mit dem wir zuletzt zusammenarbeiteten, die haben sich die Kosten mit uns geteilt, und das ist echt ein wichtiges Theater für darstellende Kunst, und die entwickeln neue Musicals. Und da kamen echt viele Leute. Und man sagt, um ein Musical vom Papier auf die Bühne zu bringen, das kann auch schon mal zehn  Jahre dauern. Das ist echt ein langer Prozess. Und nach der letzten Aufführung kam Larry zu mir nach Hause. Und Larry, der hat schon Emmys gewonnen für seine TV-Arbeit und er war für den Tony beim Broadway nominiert. Also er hat echt schon viel erreicht. Und er kam also zu meinem Haus und sagte „Ich muss Dir etwas sagen. Ich schulde Dir eine Entschuldigung. Als ich damals mit der Idee an Dich herantrat, da habe ich Dir nicht gesagt, wie lange das dauern und schwierig das werden wird. Wenn Du das nicht mehr machen möchtest, musst Du nur was sagen.“ Und ich sagte nur „Nein, Mann, ich bin dabei!“ Und wenn das dann noch funktioniert, das ist wunderbar zu sehen. Wenn Du lange an der Idee bastelst und an den Songs und der Instrumentierung, dann ist da plötzlich so viel, das funktioniert, aber Du musst halt dran bleiben. Und das war eine gute Lehre für mich. Anders als sonst. Also lernte ich echt viel.

JM: Und war das mit einem ganzen Orchester?

Shane: Wir hatten eine abgespeckter Version eines Orchesters, also eine fünfköpfige Band. Aber beim nächsten Mal sollen dann auch Streicher dazukommen.

JM: Und Dein sechstes Album… ist das auch schon in der Mache, oder vielleicht sogar schon fertig?

Shane: Es ist halbfertig. Das ist mein erstes Album, das ich selbst produziert habe. In meinem eigenen Studio. Es ist also zur Hälfte gemischt und auch die zweite Hälfte ist fast fertig. Da wird dran gearbeitet, während ich hier bin.

JM: Dieser Song „I’ll die alone“, wird der auf dem Album sein?

Shane: Ja.

JM: Weil ich mag den Song echt gerne. Der ist so unfassbar traurig, aber dann auch irgendwie so… anders.

Shane: Der ist… Ich liebe den Song, vielen Dank. Das ist nicht unbedingt einer dieser persönlichen Songs. Mehr so eine musikalische Geschichte, ein alter Johnny-Cash-ähnlicher Song. Ich habe ihn zusammen mit einer Freundin geschrieben und wir beide schreiben echt gut zusammen. Und er ist echt schnell entstanden.

JM: Und gibt’s dafür ein Video?

Shane: Noch nicht. Aber ich denke, es wird eins geben. Ich habe da so eine Vision für das Video. Ich möchte, dass mein Neffe mitspielt. Er ist sehr hübsch und etwa 12 Jahre alt. Und das soll so etwas sein, wie er draußen in der Wüste…

JM: Ohja, das klingt interessant. Ich musste mir den Song echt mehrmals anhören, weil er so besonders ist.

Shane: Ich mag ihn auch sehr.

JM: Und „Heart of California“ ist auch ein neuer Song, richtig? Ist das eine Hommage an Kalifornien?

Shane: Ja. Das ist witzig, weil den Song habe ich eigentlich in Deutschland geschrieben. Es gibt so viele Leute, die einen normalen Job haben und ein normales Leben. Die kommen wahrscheinlich nicht von zu Hause weg. Und ich bin echt oft von zu Hause weg. Und wenn ich dann zu Hause bin, dann denke ich „Oh, shit, ich muss wieder los!“ Und in der Sekunde, in der ich im Auto oder im Flugzeug sitze, weg von zu Hause, dann denke ich „Oh, mein Gott, ich muss wieder zurück!“ Ich mag Südkalifornien, aber zur gleichen Zeit fühle ich mich auch sehr gesegnet, dass ich so viel durch die Weltgeschichte reise. Ich habe schon Songs über andere Orte geschrieben, aber nie über mein Zuhause.

JM: Aber es gibt doch den Song „Skyway Drive-In“ und ich habe gelesen, dass der von Deiner Heimatstadt handelt?

Shane: Ja, ein kleines Dorf in Pennsylvania. Und was wirklich witzig ist bei diesem Songs: ich habe ihn an Weihnachten geschrieben, vor zwei Jahren. Ich wachte auf, ich hatte ein paar Getränke, ein Weihnachtsfrühstück, und dann habe ich „Neil Youngs Gitarrenstimmung“ gegoogelt. Weil es da dieses mysteriöse Ding gab… Also stimmte ich meine Gitarre und schrieb diesen Song über meine Heimatstadt. Und ich habe versucht, den Song sehr generell zu halten, damit sich jeder an seine Heimatstadt erinnert fühlt. Und als ich den Song schrieb, ich erinnere mich, da war ich sehr bewegt, weil’s ein guter Song ist. Das ist immer ein Geschenk, wenn das so einfach geht. Und dann kam mein Album raus und die Leute liebten diesen Song, und genau wie bei Neil Young im Greek Theatre sah ich Leute zu diesem Song weinen. Und als ich das Album aufnahm, da kam ich in den Abhörraum und mein Produzent weinte. Und das ist doch eine gute Sache. Also, der Punkt ist, ich war sehr stolz auf den Song, ich liebte den echt, aber er wurde nie lizensiert und hat über meine Fans hinaus die Leute erreicht. Aber diesen Sommer, aus dem Nichts heraus, da funktionierte er plötzlich auf Spotify. Und jetzt hat der Song über eine Million Streams auf Spotify, alleine während der letzten fünf, sechs Wochen. Die haben den Song in eine Playlist oder so gepackt. Und das ist so großartig, weil ich so sehr an den Song glaubte. Und jetzt wurde er so häufig gestreamt.

JM: Du hast vorhin erwähnt, dass Du diese holländische Band hast… und in 2005 hast Du ja bei dem holländischen Label Lucky Dice Records unterschrieben und die Single „The Open Road“ war sehr erfolgreich in den Niederlanden. Wie kam es denn dazu und wie denkst Du darüber?

Shane: Naja, das witzige ist, wenn ich über diese Zeit nachdenke, dann war es die Myspace-Zeit, noch bevor Facebook. Und das war das erste Mal, dass die Leute sich miteinander zu verbinden begannen. Und das lief auf Myspace echt gut. Ich hatte fast eine Million Streams. Und Leute von der ganzen Welt hatten die Chance, mich zu entdecken. Und das war genau zu dieser Zeit, als mein erstes Album herauskam. Und dann gab es da einen Redakteur in Holland, der eine Rezension über mein Album geschrieben hat, und dann mailte ich ihm und sagte „vielen Dank für Deine netten Worte.“ Und dann schrieb er mir zurück, dass es da dieses Label gibt, das an mir interessiert sei. Und ich dachte nur „wie können diese Leute überhaupt von mir wissen?“ Und dann stellte sich heraus, dass sie noch in dieser Woche in L.A. sein würden. Und ich lud sie dann zu mir nach Hause ein, wir aßen gemeinsam und ich habe für sie gespielt. Und dann haben sie direkt 300 Alben gekauft. Und dann haben sie mich für meine erste Tour rübergeholt. Und das ist jetzt schon fast zehn Jahre her. Und bei dem Label habe ich dann meine ersten beiden Alben herausgebracht. Und das waren beides Bestseller bei dem Label. Und die Presse in Holland hat schöne Sachen über mich geschrieben. Und von da an ging’s dann los. Dann in Südamerika und in Deutschland und dann in Skandinavien und in England und dann Österreich, Frankreich und Belgien… Also ich kam ein wenig herum.

JM: Unglaublich… Das ist so cool, weil das ja auch alles irgendwie im fast kleinsten Land von Europa stattfand.

Shane: Ja genau und von da an habe ich so viele tolle Fans und wundervolle Freunde in Deutschland und Holland gefunden. Und zwischen dem Internet und dem Touren, da sieht die Welt echt klein aus. Das ist so wie „Ich werde jetzt meinen Freund Dennis sehen!“ Und das ist ein zehnstündiger Flug, aber ich bin so oft hier, und somit habe ich meinen Kreis echt erweitert.

JM: Hast Du jemals auch in Holland gelebt?

Shane: Nein, das nicht, aber wenn ich komme, bleibe ich meistens für einen Monat oder so.

JM: Wir sprachen ja schon über das Musikvideo für „I’ll die alone“, das es vielleicht bald geben wird. Aber generell gibt es gar nicht so viele Musikvideos von Deinen Songs, oder? 

Shane: Hm, es gibt da vielleicht so drei, vier. Einmal „The Sky Below“, dieses Performance-Video. Hm, ich kann mich echt nicht erinnern… Es gibt noch das Video für „Shipwrecked“, das ein Fan für mich gemacht hat. Und das ist echt mein Favorit. Das Problem ist, also, weil ich ja kein Label habe, dann muss oft ich alles finanzieren. Und wenn ich ein Video mache, dann soll es auch gut werden. Achja und es gibt noch „Good As Gold“. Und der Regisseur, ein guter Freund von mir, der teilte sich die Kosten mit mir. Und wir mussten echt viele Gefallen einfordern. Also ja, ich habe ja für das Major Label gearbeitet, und um das Video bei einem Label zu machen, das würde so sechs- oder zehntausend Dollar kosten. Und für einen independent Künstler wie mich ist da einfach kein Ertrag dafür. Also mussten wir echt viele Gefallen erbitten und haben das Video am Ende sehr günstig gemacht und es ist schön. Aber das war echt eine Menge Arbeit. Und ich kenne ein paar Trickfilmzeichner, die machen echt spezielle, schöne Sachen, und da habe ich auf jeden Fall ein paar Pläne für Videos. Und da ich ein DIY-Künstler bin habe ich echt viel auf dem Weg gelernt, also musst Du Dir echt viele Dinge anschauen. Und dann denkst Du Dir „Ja, ich muss das machen, das weiß ich.“ … Und ja, das war am Ende auch ein bisschen die Idee, warum ich das Studio gebaut habe. Aber die Grundidee hier ist es, meine Band zu dokumentieren, zu zeigen, wie gut die sind, und damit will ich mehr machen. Und ja, meine erfolgreichsten Videos auf YouTube waren meistens Fanvideos und da ich ja auch viele Songs für TV habe, gibt’s da auch viele Klicks. Und die machen ja ihren eigenen Inhalt, was echt gut ist.

JM: Du hast ja schon erzählt, dass Du auch auf der anderen Seite der Musikindustrie gearbeitet hast, bei dem Label. Glaubst Du, das hat Deinen Weg auch irgendwie beeinflusst und Deine Sichtweise?

Shane: Ja, auf jeden Fall. Was wirklich interessant war an der Zeit als ich für Irving gearbeitet habe war, dass es da ja Christina Aguilera und die Eagles gab und so viele erfolgreiche Leute. Aber so viele von denen waren unglücklich. Da war einfach wenig Freude. Und das war eine Lehre für mich. Und Irving ist ja immer noch ein Verbündeter von mir und er schaut, was ich mache. Also, klar, meine Karriere ist ja ganz anders, weil ich unabhängig arbeite. Aber ich kenne so viele Bands, die älter sind als ich, die es schon seit den 90ern gibt und die haben dann einen Vertrag unterschrieben und dann lief das nicht und die Band war am Ende voll versaut, und die Moral dahin und so… Und für mich ist das so wichtig, unabhängig zu arbeiten und mein Master und meine Verlagsrechte zu behalten und dann baut man alles extrem langsam auf, wirklich Stück für Stück, aber das kann Dir dann auch niemand mehr nehmen. Und das ist der Punkt, das ist die größte Lehre für mich. Es geht nicht nur um den Major Label Deal. Aber dennoch versuche ich ja, einen Major Label Standard zu haben, also meine Bilder sind alle sehr schön und meine Webseite und so, alles, was ich rausbringe, hat einen hohen Standard. Ich möchte Weltklasse sein, ich möchte groß sein.

JM: Die perfekten finalen Worte… Vielen Dank für das Interview.

Shane: Vielen Dank auch an Dich! 

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JOINMUSIC: I thought maybe we should start talking about your actually already fifth album. It’s called „Ladera“, right? So it’s your fifth album, where do you get all the inspiration from writing so many songs?

Shane: Well, I think the best stuff comes from real life. And the last almost ten years I’ve been touring internationally and the further I get away from home the more I pick up stories from the people. Politically there’s a lot of stuff going on in the States, the economy has been really weird. And I have a lot of friends that have gone through strange times. So I go out into the world and I sort of pick stuff up. And just like this I have a phone full of thousands, literally thousands of ideas. When I come to Europe, I often take trains and I write ideas. And then I try to find an empty part, where there are the bicycles, and then I play. So I write little ideas, record them into my phone and I take them home and go through them. I try to make time every day to write. I’m not always successful, but I try.

JM: And is it that you first start with the lyrics or the other way around?

Shane: Usually with the music. If I’m lucky enough to get a line or something, then I start with that. The hardest part is finding something to sing about. The music is the easy part.

JM: What does „Ladera“ mean? I read that there is a place in California called like this.

Shane: Well, there is a street in Beverly Hills called „Ladera“. Before I was doing music full time, I worked for Irving Azoff, a very successful music industry mogul. So that was my last day job working for his record company and his managing company. He had a place on a street called „Ladera“ in Beverly Hills. So when I started to write the song „Ladera“ I thought that this is a beautiful word. „Ladera“ actually means hill side. The idea was, he’s got this unbelievable mansion – a symbol of success, but now I have my house and I live on a hill, well, at the bottom of the hill, and the whole record is sort of about where we start in life and where we end up in life. So I started writing this song about him and I ended it sort of writing about me.

JOINMUSIC: What a great story! Well, I also read in the info text about the album that the lyrics on „Ladera“ are unapologetic in their honesty with an ability to leave the listener contemplating their own life’s story and shortcoming. Do you think you send messages to the people around you with these honest lyrics?

Shane: I hope that people might find some comfort in them. And in the same way the music I listen to comforts me. I listened to my father’s record collection and a lot of that music is still working today, still makes sense today. It’s written from an honest place. So for me it’s really important to write from the heart. When I was a teenager I saw Neil Young at the Greek Theatre in L.A. He was solo acoustic and it made me cry, I was just so moved. And I think that was it. It was very open and honest and sort of vulnerable, because he talked about the real shit. Life is hard, life is beautiful, it changes from day to day. And every artist, whether you are a writer or a painter or whatever, you just try to celebrate everything. Make art out of anything. Like looking around this place, it’s an old building, so they had things to start with. So they used this stem over there and used it as a table. I did the same thing in my studio at my house. It’s like you’re always looking for the art in every day life.

JM: Yes, that’s true…  I really like this song „Raincloud of Knowable Things“. What is this song really about?

Shane: That’s a fun one. I wrote this song with a friend of mine, Amanda Williams, in Nashville. Now she’s a friend of mine, at the time I’d never met her before. And someone set us up to write together. I remember I got a plane to catch and it was my last day in Nashville, I had a writing trip. So I’m in this little studio waiting, and she’s like a fucking hour late and I was getting pissed. Because I had a plane to catch. So she burst into the room, she has this big, giant, long red hair, very Southern accent, she’s tiny. She throws her bag down. And I’m like „Who“s this person?“ Literally she sat down and asked „What are we going to write about?“ And I’m like „I don’t know“, and she’s „Let’s just reach up into that raincloud of knowable things and see what we find.“ And I was like „What the hell did you just say?“ And so she told me that a raincloud of knowable things it’s like a Hindu philosophy. And I’m a Buddhist myself, I’ve been a Buddhist almost twenty years. So the raincloud of knowable things is the idea of sort of a cosmic storehouse where all ideas are formed. And so you just have to tap into it. So I’m like „Can I write that down? I want to steal it and take it home with me.“ Anyways, I was playing the guitar and we started messing around. And I started to sing that for the chorus. And I was like „Oh my god, there it is!“ So it came together really quickly, we didn’t finish it and then I took it home and finish it and wrote the bridge. And then I sent it to her, she was like „Beautiful!“ So it just came together very organically. And I really like the idea of the bridge, the „why would you hide, you have been right before my eyes, am I finally getting wise“. It’s a very simple song but I liked it a lot. Yeah, but it was, because she threw the word out there and I liked it a lot. It was really just one take, one microphone.

JM: Fantastic. You already mentioned you listened to Neil Young for example, but how did you actually start becoming a musician?

Shane: I think a lot of musicians come from strange shit at home. My parents separated when I was really young, three. My dad was remarried many times, so between my two parents there were seven marriages. Even by American standard this is pretty fucking high. So I think from a very young age music was a source of comfort for me.  And so again my dad’s record collection… at five years old I’m playing this vinyl record collection. It just really comforted me and moved me on a very deep level. Before I even understood what was really happening… Ten years old, my grandmother bought me my first guitar. Throughout junior high school and high school I would come home from school and play for hours and hours and hours. First I just wanted to play rock, because I just love Black Sabbath. And then I moved to L.A. and I went to a music school there. I did really really well. And then I just ended up being asked to play on a lot of records in L.A. on a session as a guitar player and also I was in an instrumental band. So we had these big very psychedelic concerts to big crowds, we were drawing like a thousand people in L.A. I was still a teenager at that time. So from that I got into more bands and eventually started to write songs and eventually started to sing songs last.

JM: Well, you already said that you played in a band, but now you’re a solo artist for a long time already. What do you think, what are the advantaged and disadvantages?

Shane: You know, being in a band is like a democracy. It’s funny, because now my drummer, he’s been in my band again for a few years, but we grew up together. I used to have a rock band and he played drums in it. And that was the last typical band I was in. And even though I was the principal songwriter it was still more of a democracy. And when that band broke up, I thought, I will never going to be in a fucking band again. So now my philosophy is I try to surround myself with the best musicians I can possibly get. And if they’re working for me, we don’t argue. It’s about them sort of helping me see my vision come to life. So I’m very blessed, both, my American and my Dutch band, are very deadly musicians. So it takes a little bit of that stress away. Again, in a traditional band it’s like your little brother where you just fight all the time. I try to treat my musicians with so much love and respect and so I’ve been very fortunate to play with a lot of the best from L.A. and definitively lot of the best from Holland too.

JM: Are they here tonight as well when you play at Repperbahn Festival?

Shane: No, tonight I’m by myself. On any given year I maybe do between 75 and a 100 shows and I often do 75% solo. All of the biggest tours I’ve ever done have been solo. And that was never my goal. But again, when I saw Neil Young as a teenager at the Greek Theatre do solo acoustic that was radical. So when I play with my band it’s awesome. Now my L.A. band is sometimes 7-piece because I have two background singers too. But at the same time a lot of my like diehard fans they like the solo show the best. I just try to make the most out of every performance.

JM: You said you played with your first band in front of a huge audience, but also you opened shows for Seal or Lisa Marie Presley solo. How was that playing in front of such a huge audience?

Shane: Lisa Marie Presley and Jewel, who is a big artist in the States, that was around the same time and these were my first big shows, one to three thousand. And then Seal was the year later and that was three to ten thousand. And then two summers ago I played with Styx and Yes in front of 25 thousand and that was really the biggest I’ve ever done. With each sort of next level thing… Well, I remember when I toured with Seal I often… my performances were good, but my mental gaming was sometimes challenging. Because I was just by myself and I kept thinking „Do you know the lyrics? What’s the next chord?“ When you’re alone in front of so many people you have to make the most of the moment. But it’s like a learning process. So by the time I got to these really big shows, two years ago, I was quite conversational and really enjoyed that. It’s like you worked so fucking hard to get on the big stages, it’s a mistake to get up there and stress out. Make something beautiful happen and have an exchange. People ask me that a lot because they know that I’ve done such big shows but I do small shows too. I don’t care, I just want the audience there to get music.

JM: I think this is really about Reeperbahn Festival. Although it’s an industry festival kind of, people are there to listen to the concerts. You might not have the biggest audiences, because there’s so much going on, but if they come, they usually listen.

Shane: That’s so true. Last night they were soo good. I was really blown away. I find that generally in Germany, I love the German audience. They are always really respectful and they’re always paying attention. I think compared to Dutch, Germans don’t all speak English quite fluently, so they are really paying attention.

JM: True… You also write a lot of music for TV shows. Is it that you really write for it or that they license it?

Shane: That’s a good question and you just answered it. I haven’t really written specific for TV at all but they used my music a lot. So my music sort of find its way through the world which is a beautiful thing.

JM: Do you also watch these series or TV shows in general?

Shane: I watch TV, sure. But not a lot of these shows that my songs have been on. Last year I had a song in a show called „Deadliest Catch“. It’s about these fisherman that go out to fish crabs in the far far North by Alaska. And they’re really bad ass fisherman. They go out in the dead of winter. And I’ve watched that show for years and they used my song „Keep You In Mind“ for the finale of the season. And it was three and a half minutes and it was really beautiful. When the song really fits the scene it’s a gift. Because people shazam it and stuff. And I sold a lot of downloads that way and it gets me in front of new fans.

JM: And you also write for movies, right? Or again they license it for movies.   

Shane: I’ve done a few writing specific things like that, but often it’s people coming and they want to use what is already existing. But I just built a studio and more and more I’ve been composing as well. 

JM: Ah, that was also one of my questions, because I read that you built this studio. And now it makes sense, because it’s called BuddhaLand, right?

Shane: Exactly. It has been my publishing company and my label imprint as well.

JM: So how did you come up with this idea of building your own studio?

Shane: Well, last year I produced an EP for an artist in California. And at that point I just had like a bedroom studio. And when you mix you have to hear it hundreds of times. And more and more it was clear I needed my own space. So we were looking at buying maybe a bigger house, figuring something out. So in the end, I just put an addition on my house, quite a nice big one – it’s nearly as big as my house was to begin with. So the idea is that I can make music there forever. And it’s big enough, I can rehearse my band in there and we can actually have a performance in there. And I want to have a live show in BuddhaLand, like a webseries, so I can really show off my band.

JM: So there’s something coming up with the studio series soon?

Shane: Yes, definitively.

JM: I read that you also wrote a musical or the music for a musical. How did this thing come up?

Shane: On the big tour I did with Styx and Yes a few years ago, I played in New York City. Someone who was there bought all of my records and gave them to this person, who’s become my partner now, his name is Larry Carpenter. Larry is a television director, but also a Broadway director.  And he had this idea to create something that’s called a „trunk musical“, where in the old times they would take a songwriter’s existing catalogue of songs and write a story to it. So he wanted to meet with me and pitched me on this idea and I said, if you give me some story points or something, then I can start to write. And he was like „No, you don’t understand. I want to write a story to your songs.“ And that was the most flattering thing I’ve ever heard. And that was 2011, so in the last four years we developed the story. And we did two performances, two separate short runs. We did a staged reading two summers ago and we did two performances at a big 1200 theatre this summer in L.A. And it has been amazing. When we met he was like „Give me everything.“ So I had songs even from my teenage years, rockers stuff, and to see these songs live again, and these amazing voices and these amazing actors, this is so special. The response’s been great. It’s sort of a political rock opera. So it’s been a shitload of work. And this past workshop we had, the theatre actually split costs with us, and it’s a very important theatre for performing arts, and they develop new musicals. And there was a really good attendance. And they say to take it from the page to the stage it can take up to ten years. It’s a long process. Larry came to my house after this last one. And you know, Larry has many Emmy’s for television and he was nominated for a Tony for Broadway. He’s a very accomplished guy. So he came to my house and he said „I’ve to tell you something. I owe you an apology. When I first brought this to you I didn’t tell you how long and hard this will be. If you don’t want to do this anymore, just say a word.“ And I was like „No, man, I’m in!“ And to see it really fly it’s amazing. You’re always tinkering with the story and the songs and the instrumentation, there’s so much work, but you just have to keep on doing it. It’s really been a big lesson. Very different for me. Learning a lot.

JM: Was there also a whole orchestra?

Shane: We had a pit band that I put together. So it was this five-piece-band. Our next incarnation we’ll have some strings as well.

JM: And your sixth album… is it already in the making or maybe already done?

Shane: It’s about half. It’s my first thing that I’ve self-produced. In my studio. So it’s half mixed and then the second half is almost done. So they’re doing some changes while I’m here.

JM: There’s this song „I’ll die alone“. Will it be on the album?

Shane: Yes.

JOINMUSIC: Because I really like this song. It’s so sad somehow but then also so… different.

Shane: It’s… I really love it, thank you. It’s one of these songs which is not necessarily personal. It’s like a story sound, it’s like an old Johnny Cash kind of a song. I wrote it with a friend of mine and she and I write really well together. And it just came out very quickly.

JM: Is there a video for it?

Shane: Not yet. But I think there will be. I sort of have a vision for it. And I want my nephew in it. He’s really beautiful, he’s about twelve. And it should be something like he’s out in the desert.

JM: Oh, yes, this sounds interesting. I listened to it several times and it’s really special.

Shane: I like it too.

JM: And „Heart of California“ is also a new song, right? Is this a tribute to California somehow?

Shane: Yes. The funny thing is I wrote it in Germany. So many people have a normal job and their normal life. They won’t really get away from home. And because I do… you never see your home as clearly as you see it from far away. And I’m away from home a lot. And when I’m home I’m like „Oh shit, I have to get out the road again.“ And in the second I’m in a car or a plane heading away from home, I’ll be like „Oh my god, I’ve to get back.“ So I really love Southern California and at the same time I feel really blessed to get out in the world. I’ve written songs about places before but never about home.

JM: Yeah, right, but there’s this song „Skyway Drive-In“ and I read that this is about your hometown, isn’t it?

Shane: Yes, it’s a little town in Pennsylvania. And what’s really fun about „Skyway“ is I wrote that on Christmas Day two years ago. And I woke up, had some drinks, Christmas breakfast, and I googled Neil Young’s guitar tuning. He has this mysterious thing…  So I tuned my guitar, and I wrote this song about my home town. I tried to write it in a way that it’s general enough that everybody can somehow everybody can feel the same about their hometown. And when I wrote it, I remember I was really moved, it’s a good song. It’s always such a gift when they come. So the record came out and people loved that song and like Neil Young at the Greek, I see men cry at my show. When I recorded it I came into the control room and my producer was crying. And I guess this is such a good thing. But the point is, I was so proud of this song, I loved it so much, but it never got licensed or found its way out. But this summer, out of the clear blue sky, it started to happen on Spotify. And so now it has over a million streams on Spotify during the last five, six weeks. And it happened because they put it on a kind of a list or something. And it’s just really great, because I really believed in this song when I wrote it. And now it’s been my biggest stream.

JM: Well, you already mentioned, that you have a Dutch band and… yeah, in 2005 you signed with a Dutch label, Lucky Dice Records, and then there was this single „The Open Road“ and it was very successful in the Netherlands. How do you think about it and how did it actually all happen?

Shane: Well, the funny thing is when I think about this period, it was Myspace time, before Facebook, right? And that was the first time everybody started to be connected. And I did really well on Myspace. I had almost a million streams. And people from all over the world were just finding me for the first time. And this was right at the time my first record came out. So there was a writer in Holland who did a review for my record and then I emailed him saying „thank you so much for your kind words“. And then he wrote back that there’s a label that’s interested in me. And I was like „how do this people even know who I am?“ And so it turned out that they were visiting L.A. that week. And so I invited them to my house, we had dinner and I played for them. And then they bought 300 records on the spot. So they brought me over and that was my first tour. It’s almost ten years ago. And I was on that label for my first two records. And both were like the best sellers on their roster. And I got like really wonderful national press. It was just my dropping off point. And then South America and Germany next and then Scandinavia and England and Austria, France and Belgium… So I got around a little bit.

JM: Unbelievable… It’s so cool because it all started in kind of the smallest country in whole Europe.

Shane: Yes and since that time I’ve developed so many wonderful fans and wonderful friends in Germany and in Holland. And between the Internet and touring, the world seems so much smaller. It’s like „I’m going to see my friend Dennis now.“ Yes, it’s a ten hour plane trip, but I’m over here so much so it’s kind of like I just extended my circle.

JM: Did you ever live in the Netherlands?

Shane: No, no, but I go over and stay for a month then.

JM: Well, we talked about the music video that might come up for the song „I’ll Die Alone“. But generally, you don’t have that many music videos, do you?

Shane: Well, there might be three, four. First „The Sky Below“, where we did this performance video. Oh, I can’t really remember… There’s the „Shipwrecked“ video and that’s actually a fan video. It’s really my favorite. The problem is, it’s like, because I’m an independent, I’m often financing everything. And I feel like, when I do a video, I want to do it great. And ah, „Good as Gold“ was the other one. And the director, who’s a good friend of mine, we split it. And we pulled every favor in the world. Again, I used to work at a major label and to make that video on a label would be a sixty or a hundred thousand Dollars. And for an independent there’s just no return on that money. And so we pulled favors like crazy and made this video for really cheap and it’s beautiful. It was a shitload of work. I have a few animator guys, really edgy, wonderful animators and I have some plans for new videos for sure. I’ve been a DIY artist and I learned a lot on the way, so you have to really look at these things. And you’re like „yes, I need them, I know“… And again, that was also the idea for building this space. And the main thing here will be to document how good my band is and so I want to do more of those. And yeah, my most successful videos on YouTube are always fan videos and I’ve had a lot of songs at television and so my television songs usually are my biggest views. And they create their own content and stuff. It’s great.

JM: You mentioned already that you worked on the other side of the music industry kind of, at this record label. Do you think that also influenced your way or made you think differently sometimes?

Shane: Yes, definitively. What was really interesting about that was that when I worked for Irving, there was Christina Aguilera and the Eagles and so many people at the top of the food chain. And so many of them are miserable. There’s not a lot of joy. And that was a big lesson. And Irving is still a big ally of mine and he watches me. I mean my career is totally different because I’m independent. But I know so many bands that are older than me that came up in the 90s and signed the big deal and then the deal felt through and fucked your band all up, ruined your moral and you know… And for me being an independent and being able to own my masters and my publishing and building up everything really slow, like literally brick by brick, that’s something that no one can take away from you. So that’s the point, that’s the biggest lesson. It’s not all about the major label deal. But the other thing is that I always tried to have a major label standard, so I try to have really beautiful pictures and my website and everything I put out there I keep on a very high standard. I want to be world class, I want to be great.

JM: Perfect final words! Thank you very much for the interview.

Shane: Thank you very much.  

 

 

Foto: Chad Crawford

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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