„Du hast nur ein Leben, lebe es richtig!“ – Kwabs im Interview

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Dass es im persönlichen Gespräch mit Kwabs nicht nur um seine Musik und sein Debütalbum „Love + War“ ging, das zeigt schon die Überschrift: „Du hast nur ein Leben, lebe es richtig!“ Auch Lebensweisheiten hat der im letzten Jahr sehr erfolgreiche Newcomer Kwabs uns mit auf den Weg gegeben. Vorsätze fürs neue Jahr hat er so direkt allerdings keine – denn auch an dieser Stelle hat er lieber einen Tipp für uns.

English version below.

JOINMUSIC: In Deiner Single „Walk“ geht es darum, nach vorne zu schauen und sich selbst treu zu bleiben. Ist das etwas Autobiographisches? Vielleicht auch wegen Deines plötzlichen Erfolgs und bezogen auf die Industrie, in der Du jetzt arbeitest?

Kwabs: Ich denke, der Song bezieht sich mehr auf mein Leben im Generellen. Oder zumindest ist das die Art und Weise, wie ich auf mein Leben schaue. Um voranzukommen muss man manchmal auch Dinge hinter sich lassen oder zumindest sollte man in der Lage sein, nach vorne zu schauen. Und das ist die Weise, wie ich Dinge bisher gehandhabt habe und ich glaube, darum bin ich jetzt auch hier.

JM: Und „Fight For Love“ und „Cheating On Me“, die beiden Songs kann man doch damit auch ein bisschen vergleichen, oder?

Kwabs: Ich glaube, die Songs haben dieselbe Stimmung.  Aber ich denke, alle Songs auf dem Album, oder zumindest die meisten, handeln in irgendeiner Weise von Liebe. Und diese beiden Songs beschäftigen sich in einer herausfordernden Art und Weise damit, weil sie es anzweifeln. Und ich glaube, dass da eine Menge Power dahinter steckt, dieses Gefühl auch mal zu hinterfragen. Weil wir fühlen manchmal doch sehr viel und am Ende gibt’s dann gebrochene Herzen. Und darum denke ich, dass es sinnvoll ist, das auch mal zu tun.

JM: Und schreibst Du über solche Themen, weil Du damit Deinen Frieden schließen willst oder ist es eher so, dass Du willst, dass die Leute aus Deinen Erfahrungen lernen?

Kwabs: Die Songs sind eigentlich keine Erfahrungen, also, nicht meine Erfahrungen. Aber, sie kommen von Gefühlen, die ich habe. Aber wenn Du Dir die Songs anhörst, dann ist das nicht meine Version der Geschichte. Was Du hörst, ist eine Version der Geschichte, die das aufweist, womit ich mich identifizieren kann ohne, dass das unbedingt meine Geschichte ist. Weil ich behalte meine Gefühle gerne für mich. Ich finde, dieses Album ist wie ein erstes Treffen und ich erzähle nicht jedem alles über mich beim ersten Treffen. Das wäre vielleicht was fürs zweite oder dritte Album. Dieses Mal wollte ich Songs machen, mit denen sich andere Leute identifizieren können und die ich ehrlich singen kann.

JM: Ah, okay, weil ich habe gelesen, dass Du Deine Musik für Dich sprechen lässt indem Du Deine Gefühle darein packst. Und dann dachte ich mir, wie muss es wohl für Dich sein, Deine Gefühle vor tausenden von Leuten zu präsentieren, die Deine Musik hören und kaufen.

Kwabs: Ich find’s echt verrückt, dass sich irgendwer das überhaupt anhört. Aber ich fühle mich gut dabei, dass die Leute etwas daraus mitnehmen, das sie brauchen. Und dafür ist es gedacht. Die Musik ist für andere Leute. Ich mache sie und ich bin stolz auf das, was ich mache, und ich genieße das Singen. Und mir bringt das eine große Befriedigung das zu tun. Aber ich bekomme noch mehr Erfüllung dadurch, dass das Ziel erreicht wird, Leute glücklich zu machen. Oder, dass sie zumindest etwas fühlen, was auch immer das ist. Und das ist, woher ich die eigentliche Freude bekommen – das weiterzugeben. Egal, wie persönlich das jetzt ist.

JM: Dein Debütalbum heißt „Love + War“, zwei sehr konträre und starke Worte. Warum hast Du Dich für diesen Titel entschieden?

Kwabs: Weil ich das Gefühl habe, dass Liebe und Krieg in allen von uns existiert in verschiedenen Teilen und in unterschiedlichen Umfängen. Ich denke, dass Liebe und Krieg die Gegenteile in uns repräsentieren. Und nicht alles ist Liebe und nicht alles ist Krieg, aber die Kombination der beiden ist es, was es uns ermöglicht, jedes für sich zu wertschätzen.  Es kann nicht unbedingt alles Liebe sein denn sonst könnten wir Schmerzen und Leiden nicht würdigen. Und ohne Schmerz könnten wir nicht erfassen, wie toll Liebe ist. Und ich wollte dieses Album schreiben, weil ich die verschiedenen Konflikte und Herausforderungen aufzeigen wollte, die mich als Mensch zu dem machen, was ich heute bin. Und ich denke, das ist eine schöne Sache; sesshaft zu sein und sich mit den verschiedenen Gefühlen wohl zu fühlen.

JM: Du hast immer sehr aufwendige Musikvideos. Glaubst Du, dass das wichtig ist um die Leute zu erreichen, dass man starkes audiovisuelles Material hat?

Kwabs: Das glaube ich schon, ja. Ich glaube, das ist immer sehr wichtig für einen Künstler. Die Videos sind wie… sie sind Teil davon, was die Fans erfreut und was ihnen hilft, eine Beziehung mit dem Künstler aufzubauen. Und ich glaube, dass es auch eine Art ist, dass Künstler zeigen können, wer sie sind. Es ist ja eine Sache, jemandem zuzuhören, aber es ist eine andere Sache, dann auch zu sehen, wie sie sich selbst in etwas Visuelles verwandeln. Es ist so, als höre man erst die Stimme von jemandem und treffe ihn dann persönlich. Dann hast Du viel mehr ein Gefühl für die Person, wenn du sie persönlich triffst. Du siehst dann auch ihre Angewohnheiten und ihren Stil und auch die Haarfarbe, die Art, wie sie sich anziehen. Das fügt dem Ganzen eine weitere Dimension hinzu, was ich als ziemlich wichtig betrachte. Ich liebe es, dass die Leute zuhören, aber ich möchte auch, dass sie die Möglichkeit bekommen, eine Idee davon zu bekommen, wer ich bin.

JM: Also ist es nicht so, dass Du in den Videos schauspielerst, sondern, dass das wirklich Du bist?

Kwabs: Ich kann nicht in den Videos sein ohne nicht auch eine generelle Version meiner selbst zu präsentieren. Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Und so bin schon ich das bis zu einem gewissen Punkt. Aber noch mehr als das, ist es so, dass ich dort meine Bekanntheit als Künstler und Musiker vermittle. Und der beste Weg das zu machen ist es, dort draußen zu sein, dort zu sein, sodass die Leute mich sehen können.

JM: Zu Anfang wurdest Du ja als „vielversprechendes Talent“ oder sogar als „Wunderkind“ bezeichnet. Wie war das für Dich – hat Dich das sehr stolz gemacht oder war es eher erschreckend für Dich, so, dass Du Sorge hattest, dass die Leute vielleicht zu viel erwarten würden?

Kwabs: Es ist schon komisch zu wissen, dass die Leute über Dich reden und Träume für Dich haben und so. Aber ich glaube, dass die Leute das machen, weil sie an das glauben, was Du tust. Und das ist eine sehr bekräftigende Sache, eine sehr lebensbejahende Sache. Und dann ist der Druck auch ok. Ich habe schon immer mit Druck umgehen müssen. Und ich glaube, solch ein Druck schafft es, dass ich hart arbeite. Und ich war immer erfolgreich unter einem gewissen Druck. Also vielleicht ist das auch eine gute Sache.

JM: Was würdest Du denn anderen jungen Talenten empfehlen, wie sie mit Erfolg umgehen sollen?

Kwabs: Also ich denke, ein sehr wichtiges Wort, das du gesagt hast, ist „jung“. Ich denke, wenn Du jung bist und Du hast Deine Träume, dann ist es auch machbar für diese Träume, weil Du Dich ja dafür entscheiden hast. Und ich würde nicht sagen, dass sich Dinge nicht auch verändern, denn das Leben ändert sich und manchmal ist es so, dass die Art, wie Du dachtest, das Dinge laufen würden, nicht die richtige ist und das ist ok. Und mein Ratschlag an alle jungen Künstler ist es: Verschwende Deine Zeit nicht, nicht das zu tun, was Du machen möchtest, weil wenn Du zwei oder drei Jahre nicht das zu tun, was Du eigentlich tun möchtest, das ist echt eine Verschwendung Deines jungen Lebens. Du hast nur ein Leben, also lebe es richtig!

JM: Wow, beeindruckender Satz. Was beeinflusst denn Deine Musik, welche Künstler oder welche Art von Musik? Oder ist es vor allem das Leben, das Dich inspiriert?

Kwabs: Ich denke, das ist vor allem das Leben. Ich glaube, dass die Musik, die ich auf dem Weg gehört habe, ein Teil der Mischung ist, dass das auch ein Bestandteil ist, aber noch mehr inspirieren mich die Erfahrungen und die Gespräche, die ich mit Leuten hatte. Weil ich echt gerne mit Leuten über sie rede. Ich rede nicht gerne über mich selbst, aber ich rede gerne über andere Leute, weil ich es sehr interessant finde zu erfahren, wie sie sich fühlen. Weil ich denke, dass wir einander brauchen. Und ein offenes Ohr zu haben, das ist eine wichtige Sache. In meinen 25 Jahren auf dieser Erde, habe ich menschliche Interaktionen zu verstehen gelernt. Und das ist es, was mich antreibt. Also, Leute hören sich Musik an… also, ich weiß nicht, warum sie Musik hören, aber scheinbar brauchen sie sie. Und darum glaube ich, dass es am besten ist, Musik zu machen aufgrund der Erfahrungen, die man mit Menschen sammelt.

JM: Sehr interessant. Dennoch denke ich, dass dein Musikstil sehr speziell ist, darum dachte ich, irgendwie musst Du von verschiedenen Musikrichtungen inspiriert werden.

Kwabs: Ich glaube, musikalisch gesehen… Ich bin damit aufgewachsen, Musik von Außenseitern zu hören. Ich habe mir nie die trendigen Sachen angehört. Ich habe mir R’n’B angehört, als ich eigentlich keinen R’n’B hören sollte. Und ich habe mir keine Rockmusik angehört, als ich hätte Rock hören sollen. Ich habe mir Rock und Alternative Musik angehört, als ich eigentlich hätte R’n’B hören sollten. Und so war die ganze Sache, diese ganze Annäherung an die Musik, ein direktes Ergebnis meines Lebensansatzes. Und das ist, dass ich ein Außenseiter bin und das ist in Ordnung. Und ich singe so und so mache ich auch Musik. Und diese Kollision meiner sehr gefühlvollen Stimme, oder wie auch immer die Leute das nennen wollen, mit allem anderen, das ist es, was es für mich aufregend macht.

JM: All diese Aspekte sind wirklich sehr interessant. Ich habe mir nämlich auch den Song „Father Figure“ angehört, der textlich ganz schön traurig ist, aber der Song selber hört sich sehr positiv an. Wie passt das denn zusammen?

Kwabs: Ja, das ist mein Lieblingstrick. Alle meine Lieblingssongs machen das – kennst Du den Song „Hand on your Heart“ von Kylie Minogue? – der Song ist so erhebend und der Text ist so zerstörend! Wenn Du Dir mal die José Gonzáles-Version anhörst, dann weißt Du, dass das ein sehr trauriger Song ist. Und ich finde, das ist die Schönheit daran, Songs zu schreiben. Du kannst den Samen der Traurigkeit in den Song verpflanzen ohne, dass das ganze gleich so traurig klingt.

JM: Da wir grade über Kylie Minogue sprechen… Ich las in einem der Promotexte, dass Kylie Minogue Dich auf Twitter gelobt hat. War das nur auf Twitter, oder konnte sie Dir das auch schon persönlich sagen?

Kwabs: Das Witzige ist, dass ich so eine Woche später auf einem ihrer Konzerte war und sie saß quasi am gegenüberliegenden Tisch. Aber ich hatte viel zu viel Angst, zu ihr zu gehen und mit ihr zu sprechen. Ja, also, keine Ahnung. Ich finde, das war echt eine tolle Sache von ihr, weil ich glaube, sie hat von meiner Musik durch einen Freund erfahren und dann nahm sie sich die Zeit, das auf Twitter zu sagen. Und darum fand ich das echt toll. Aber eines Tages möchte ich mich bei ihr persönlich bedanken. Ich denke, das ist das Richtige, was ich tun sollte.

JM: Dennoch hast Du ja viele Musiker kennengelernt, mit denen Du jetzt zusammenarbeitest, so wie Plan B, der Deine Single „Pray for Love“ produziert hat, oder Disclosure und Sohn. Wie kamen diese Zusammenarbeiten zustande?

Kwabs: Einige durch mein Management. Oder eigentlich alle durch mein Management. Er kam mit Leuten zu mir, bei denen er dachte, dass ich sie als Person mögen würde. Weil als Künstler glaube ich, dass man mit Leuten zusammenarbeiten muss, die man mag. Ich hatte echt Glück, Leute für dieses Album zu finden, die ich persönlich genauso gerne mag wie ihre Musik. Nur dann kann ich ehrliche Musik mit ihnen machen. Vielleicht hatte ich Glück, aber ich empfinde das echt bei jeder Person, mit der ich für dieses Album zusammengearbeitet habe.

JM: Ich habe gelesen, dass Du gesagt hast, wenn Du mal ein Album machen würdest, dann wäre das Musik, die man von einem Berg herabsingen kann. Hast Du das schon getan?

Kwabs: Ne, das habe ich bisher nicht getan, weil ich noch auf keiner Bergspitze stand, weil ich echt Höhenangst habe. Also vielleicht habe ich mich selbst belogen. Ich denke, verschiedene Songs haben verschiedene Ausmaße. Und einige fühlen sich sehr klein und intim an und andere fühlen sich so an als kämen sie aus einer sehr abgeriegelten Welt. Und andere fühlen sich sehr aufwendig an und so, als seien sie… sie fühlen sich an wie ein Video. Wenn ich Songs schreibe, dann stelle ich mir immer vor, wie das Video aussehen würde. Und einige Videos stelle ich in einer riesigen Landschaft vor mit einer Menge Gras. Und der Wind weht. Und ich bin eine kleine Figur in einer riesigen Landschaft. Und andere stelle ich mir in einem kleinen Raum vor, mit einer Glühbirne oder einer Kerze. Also verschiedene Songs bringen verschiedene Bilder in mir vor. Ich denke Musik in einer 3D Form. Es ist nicht so, dass ich mir nur die Texte vorstelle. Es geht auch darum, welches Bild und welche Umgebung mir in den Kopf kommen.

JM:  Ich habe auch gelesen, dass das Outro für „Walk“ 36 verschiedene Soundspuren mit Backingvocals enthält. Ist das alles Dein Gesang?

Kwabs: Ja, ich glaube am Ende bin ich das alles. Wir hatten auch andere Sänger, die das gesungen haben, aber ich glaube am Ende haben sie nur meine Stimme genommen. Aber ich hatte da echt schon eine Menge aufgenommen, also, wer weiß, wie viel mehr es da eigentlich gab. Naja… Ich tendiere dazu, echt viel selbst zu machen. Erst ganz am Ende habe ich anderen erlaubt, auch etwas zu machen, weil ich echt müde wurde und auch meine Stimme. Und man muss ja auch noch andere Dinge machen. Und man kann halt nicht immer alles kontrollieren. Aber ich habe es sehr genossen. Ich weiß, was ich will und ich weiß, wie es klingen soll.

JM: Ich verstehe, denn das ist es, was ich auch gelesen habe, dass Du auch mal 14 oder 15 Stunden im Studio verbringen kannst.

Kwabs: Ohja. Das Ding ist, dass ich weiß, wie es klingt und ich genieße es ehrlich gesagt auch, das zu tun. Obwohl es sehr lange sein kann, genieße ich es. Und das fordert ja auch mein Gehirn, ich liebe es, mich selbst herauszufordern.

JM: Wirklich interessant. Aber ist das nur der Gesang, bei dem Du so wählerisch bist, oder ist das auch beim Sound oder bei den Instrumenten so?

Kwabs: Ich denke… also, ich spiele ja nur Klavier. Vielleicht habe ich da auch etwas auf dem Album gespielt, ich kann mich gar nicht mehr erinnern. Ne, ich kann mich echt nicht mehr erinnern. Aber ja, wenn es um die Produktion geht, dann arbeite ich mit Leuten zusammen, denen ich echt vertraue. Und dann überlasse ich es ihnen. In derselben Weise wie meine Stimme mein Instrument ist, so ist die Produktion ihrs. Und Du musst ihnen schon erlauben, sich frei entfalten zu können. Wenn es um Akkorde und die Melodie und sowas geht, dann bin ich immer involviert und ich habe dann auch eine Meinung, weil das mein Ding ist. Aber wenn es um die Gesangs-Arrangements geht, dann kann ich scheinen, weil ich dann mit verschiedenen Schichten rumspielen kann und mit verschiedenen Harmonien und sowas. Und so vieles in der Musik ist darum aufgebaut. Bei „Love + War“ zum Beispiel, da gibt es diesen riesigen Gospelchor-Sound und ja… der Gesang ist wirklich überall sehr wichtig. Und so übernimmt man halt verschiedene Aufgaben beim Schreib- und Aufnahme-Prozess.

JM: Das ist echt faszinierend zu sehen, wie sehr Du da drin steckst und dass Du bereit bist, so viel Zeit im Studio zu verbringen.

Kwabs: Ja, das ist anstrengend, aber ich genieße das echt.

JM: Natürlich. Wir stehen ja jetzt kurz vorm Jahreswechsel – was sind denn Deine Vorsätze fürs neue Jahr und was wünschst Du Dir fürs Jahr 2016?

Kwabs: Ich mache mir keine Vorsätze, weil ich denke, wenn man wirklich an etwas glaubt, was auch immer es ist, dann sollte man jetzt damit starten. Mein Vorsatz für jetzt und meine Hoffnungen für das nächste Jahr sind, dass ich mit meiner Kunst machen kann, was ich will. Weil dann kann ich andere Leute inspirieren, auch daran zu glauben. Weil das braucht es. Zweifle niemals an etwas. Ich weiß, dass da so viel mehr ist, was ich machen kann, und ich glaube, wenn ich mich meiner künstlerischen Richtung komplett zuwende im nächsten Jahr, dann habe ich das Gefühl, dass Großes entstehen kann.

JM: Ich werde Dir die Daumen drücken. Vielen Dank für das Interview und Deine Antworten.

Kwabs: Ja, vielen Dank an Dich.

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JM: Your single „Walk“ is about looking ahead and staying true to oneself. Is it something autobiographic? Maybe something about your sudden success and the industry you’re now working in? 

Kwabs: I think it relates more to my life in general. Or at least that’s the way I look at life. To progress, sometimes we have to be able to leave things behind or at the very least be able to look forward. So that’s the way I’ve done things and I feel that’s why I’m here.

JM: And „Fight For Love“ and „Cheating on Me“ are somehow comparable to it, aren’t they?

Kwabs: I think they have the same sentiment. But I think all the songs of the album, or most of them, deal with love in different ways. And those two songs probably deal with it in a more challenging way, because they question it. And I really believe there is a lot of power in trying to question that feeling. Because we’re feeling so much that it sometimes causes us heartbreak. I think it’s worthwhile doing that.

JM: Is it that you write about these topics because you want to come to terms with these topics or is it that you also want the people to think about it and learn from your experiences maybe?

Kwabs: The songs aren’t experiences, they aren’t my experiences. But they drew from feelings that I feel. But when you listen to the songs you don’t hear my version of the story. What you hear is a version of the story that displays something that I identify with without necessarily telling my story. Because I keep my thoughts very close to my chest. I feel like this album is like a first meeting and I don’t tell everyone about myself in the first meeting. That could be for the second album or the third. This time around I wanted to do songs which other people could relate to and I can honestly sing.

JM: Oh, okay, because I actually read that you let your music speak for you by putting your feelings in there. So I was wondering how would you actually feel presenting your feelings to thousands of people, who are now listening to and buying your music.

Kwabs: I think it’s crazy that anyone listens at all. But I feel good that people are getting something that they need out of it. That’s what it’s there for. The music is for other people. I make it and I’m proud of what I do and I enjoy singing it. And I get great gratification from doing that. But I get more gratification from it serving its purpose which is to make people feel good. Or to make them feel something whatever that is. So for me that is where actually the true gratification comes from – from giving that away. No matter how personal that might seem.

JM: Your debut album is called „Love + War“, two contrary and very strong words. Why did you decide on this title? 

Kwabs: Because I feel that love and war exist in all of us in different parts and in different amounts. I think that love and war represent the opposites inside of us. And not everything is love and not everything is war, but the combination of both is what allows us to appreciate each one separately. We can’t necessarily have it all be love otherwise we wouldn’t be able to appreciate hurt and pain. And without pain we can’t appreciate how amazing love is. And I wanted to write this album because I wanted to shadow all the kinds of the conflicts and the challenges that as a human being make me who I am today. And I think that’s a beautiful thing; to be settled and comfortable with the fact that you have a wide range of emotions.

JM: You always have very elaborate music videos. Do you think that’s important to reach the people having strong audiovisual material? 

Kwabs: I think so. I think it’s always important for an artist. The videos are like… they are part of what excites fans and helps to form a relationship with an artist. And I think it’s a way of making the artist be able to say who they are. It’s one thing to listen to somebody but it’s another thing to then see them translating themselves into visual forms. It’s like hearing somebody’s voice and then meeting him in person. There’s so much more of a vibe of them when you meet them in person. You see the mannerism and their style and maybe like their hair color, the way they dress. It adds an actual dimension to everything, which I think is really important. I love the fact that people are listening but I want them to be able to get an idea of who I am as well.

JM: So it’s not really you acting in the videos but it’s rather you yourself?  

Kwabs: I can’t be in the videos without being able to put across a general version of myself. I don’t think that works. So to a certain extent it is me. But more than that it’s me putting across my fame as an artist and as a musician. I’m not anyone else. I’m kind of myself. And the best way to do that is to just kind of like be out there, be there for the people to see me.

JM: In the beginning you have been described as a „promising talent“ or even as a „prodigy“.  How was that – did it make you proud or was it rather a bit scary, that you had the feeling people were maybe expecting too much of you? 

Kwabs: It’s kind of strange knowing that people are talking about you and have dreams for you sort of like that. But I feel that people do that because they believe in what you do. So that’s a really affirming thing, a really life affirming thing. And then the pressure is okay. I’ve always dealt with pressure. I think pressure makes me work hard. And I succeed well under a certain level of it. So maybe that’s a good thing.

JM: What would you recommend other young talents how to deal with success? 

Kwabs: Well, I think, the really important word that you said was „young“. I think when you’re young and you have your dreams it’s easy for those dreams if you will decide on those dreams. And I wouldn’t say things don’t change, because life changes, and sometimes the way you thought it was going to be is not the way it should be and that’s fine. And my advice to any young artist is: Don’t waste your time not doing what you want to do because two or three years not doing what you want to do that’s a waste of your young life. You’ve got only one life so live it right!

JM: Wow, what a sentence! How is your music influenced, which artists or style of music inspires you? Or is it mainly life what inspires you?

Kwabs: I think it’s mainly life. I think the music that I’ve heard on the way is part of the mixture, they’re all ingredients, but more than anything are the experiences and the conversations I’ve had with people influencing me. Because I like to talk a lot with people about themselves. I don’t like to talk about myself much, but I like to talk about other people, because I find it interesting to see how people feel. Because I think we need each other. And having a listening ear is a very important thing. In my 25 years on this earth I’ve come to understand about human interaction. That’s what drives me. You know, people listen to music… well, I don’t know why they listen to music but they must need it. So I feel like drawing information from the people I meet is the best way to make music for people.

JM: Interesting. Still your style of music is very special, so I thought you might have been influenced by different music genres. 

Kwabs: I think that musically speaking… I grew up always listening to outsiders music. I didn’t listen to the „in-trends music“. I was listening to R’n’B when I wasn’t supposed to listen to R’n’B. I didn’t listen to rock music when I was supposed to listen to rock music. I was listening to rock and alternative music when I should’ve listened to R’n’B. So for me the whole thing, the whole approach to music has been a direct kind of result of my approach to life. Which is I’m an outsider and that’s fine. And I sing like this, I make music like this. And the clash of my soulfulness of my voice or however people want to name it, and everything else is kind of what makes it exciting to me.

JM: All these aspects are really interesting. Because I listened to the song „Father Figure“ which is lyrically seen a very sad song, but the song itself sounds very „positive“. How does this fit together? 

Kwabs: Yeah, that’s my favorite trick. My favorite songs do that like – do you know the song from Kylie Minogue „Hand on your Heart“? – the song is uplifting and the lyrics are devastating! If you ever hear the José Gonzáles version of it then you know it’s a really sad song. And I thought that’s the beauty of making songs. You can like plant the seed of sadness in the song without necessarily bringing the whole thing down.

JM: Talking about Kylie Minogue already… In one of your promo texts I read that Kylie Minogue was praising you on Twitter. Was it just on Twitter or was she also talking personally to you? 

Kwabs: The funny thing saw one of her gigs like a week later and she was sitting on a table just across the way from me. But I was too scared to go and talk to her. So I don’t know. I feel it was a genuine thing, because I think she heard it from a friend of hers and she took the time to say it on Twitter. So I figured it was a genuine thing. But one day I want to say thank you to her in person. I think that’s the right thing to do.

JM: Still you got to know a lot of other musicians you’re now working together with such as Plan B, who produced your single „Pray for Love“, or Disclosure and Sohn. How did these collaborations develop? 

Kwabs: Some of them through my management. Actually most of it through my management. So he came to me with people who he thinks I might like as people. Because as an artist I think you have to work with people who you like. I’ve been fortunate enough to find people on this album who I really like as people as much as their music. Only then I can make honest music with them. Maybe I’ve been lucky but I feel that with every person I was working together with on this album.

JM: I read that you have said if you write an album it would be music you can sing down from mountaintop. Have you done it? 

Kwabs: I’ve not done it yet, because I’ve not been on a mountaintop, because I’m afraid of heights. So maybe I’m lying to myself. I think different songs have a different sense of scale. And some feel very small and intimate and some feel like they come from a really closed off world. And others feel really expensive and like they are… they feel like the video. When I write songs I imagine what the video would be like. And I imagine some of them like on big landscapes with a lot of leafy long grass. And the wind is blowing. And I’m a tiny figure in a massive landscape. And others I imagine in a small room with one light bulb or candle. So different songs have different images for me. I always think about music in 3D form. It’s not just like I’m only imagining the lyrics. It’s also what kind of imagine and surrounding comes up in my head.

JM: I also read that the outro of „Walk“ includes 36 different soundtracks of backing vocals. So are these all your vocals? 

Kwabs: I think in the end it’s all me. We got some other singers to sing them but I think in the end they were only using me. But I recorded a lot already so who know how many more there have actually been. Yeah… I tend to do a lot by myself. Only in the end I allowed others to do it as well, because you get tired and your voice gets tired. And you have to do other stuff. And you can’t always control everything. But I enjoyed it. I know what I want and I know how I want it to sound.

JM: I see, because this is what I also read that you can spend up to 14 or 15 hours in the studio. 

Kwabs: Yeah. The thing is I know how it sounds and I really enjoy actually doing it. Even though it can be really long I enjoy it. And it really tests my mind, I like challenging myself.

JM: Really interesting. But is it only the vocals you’re so picky about or is it also the sound itself or the instruments? 

Kwabs: I mean… I only play the keys. I might have played something on the album, I can’t really remember. No, I can’t remember at all. But yeah, when it comes to production I work with people who I really trust. So I let them deal with it. In the same way that my voice is my instrument, production is theirs. And you have to allow them freely to express through that. When it comes to the chords and the melody and all that stuff I’m always involved and I always have an input because it’s my stuff. But when it comes to the vocal arrangements I have my time to shine because I can start to play around with different layers and harmonies and stuff like that. And so much in music is organized around that. For example „Love + War“ has a massive gospel choir sound and yeah… vocals are really important everywhere. So you take over different jobs in the writing/recording process.

JM: It’s fascinating how much you’re into it and that you’re willing to spend so many hours in the studio. 

Kwabs: Well, yeah, it’s tough but I must enjoy it.

JM: Of course. We’re close to the turn of the year – what are your New Year’s resolutions and what do you wish for in 2016? 

Kwabs: I don’t do New Year’s resolutions because I believe firmly in whatever it is, I should start doing it now. So my resolution for now and my hopes for the year coming are to just do what it is I want to do with my art. Because then I can inspire other people to believe in it. Because that’s what it takes. Don’t ever doubt about something. I know that there is so much more that I could do and I believe that if I completely commit to my artistry direction over the next year, I feel like great things will happen.

JM: Well, my fingers are crossed. Thanks a lot for the interview and your answers. 

Kwabs: Cheers, man, thank you very much.

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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