„Es war echt wie eine Belohnung für uns“ – Admiral Fallow im Interview

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Im August veröffentlichte das schottische Quintett Admiral Fallow Ihr neues Album „Tiny Rewards“ und im September kamen sie mit diesem dann auch auf Tour. Grund für uns, Sarah und Louis vor ihrem Konzert in Hamburg mal ordentlich über die Bandgeschichte und all die Entwicklungen auszuquetschen. 

English version below. 

JOINMUSIC: Ich dachte, vielleicht starten wir einfach mal ganz zu Beginn Eurer Bandgeschichte. Ihr seid alle Freunde und habt alle Musik studiert, richtig?

Sarah: Ja, genau, wir haben uns alle in Glasgow kennengelernt. Aber eigentlich kommt nur einer aus der Band aus Glasgow. Aber wir anderen sind zum Studieren dorthin gezogen und dort finden wirklich ziemlich viele Sachen rund um Musik statt. Also haben wir uns durch gemeinsame Freunde kennengelernt und auch durch Open Mic-Nächte. Und ein paar von uns haben auch zusammen studiert. Und ja, wahrscheinlich haben wir angefangen wie die meisten Bands, sehr informell, und wir haben dann zusammen Songs von Louis gespielt. Mit den Jahren wurde das dann eine offiziellere Sache. Aber Freunde sind wir noch immer.

JM: Aber Ihr studiert nicht mehr?

Sarah: Ne.

JM: Konntet Ihr denn alle Euer Studium beenden? Oder kam die Bandkarriere dazwischen und der Fokus hat sich verschoben?

Louis: Irgendwie haben wir’s alle geschafft, unser Studium zu beenden.

JM: Lasst uns über Eurer neues Album reden. Es heißt „Tiny Rewards“. Ist das Album für Euch auch etwas wie eine kleine Belohnung, a „Tiny Reward“?

Louis: Oh, das ist eine interessante Art drüber nachzudenken. So habe ich da vorher noch nie drüber nachgedacht, aber ja, irgendwie schon… Eigentlich kam der Titel ja von einem der Songs, von „Liquor & Milk“ und die Titel für die zwei Alben davor kamen auch von Songs. Und wir mochten diese beiden Worte zusammen. Und witziger Weise passt das ja auch zu unserem Bandnamen. Die beiden Worte „Admiral Fallow“ sind ja auch gegensätzlich, eine Gegenüberstellung, wenn man so will. „Admiral“ ist ja eine sehr vornehme Person und „Fallow“ ist ja auch das, was es eben ist, eher das Gegenteil. Und „tiny rewards“ ist ja auch ein bisschen so. Eine Belohnung ist ja eher eine große Geste, etwas, das wirklich nicht winzig ist für die Leute. Also ich denke, das funktioniert ganz gut so. Und ja, am Ende war es echt ein belohnender Prozess für uns als wir mit allem fertig waren. Wir haben sehr lange an den Songs geschrieben und es hat echt lange gedauert, alles zusammenzufügen. Und als es fertig war, war es echt wie eine Belohnung für uns.

JM: Das ist ja nun schon Euer drittes Album und ich habe gelesen, dass Ihr das Album aber eher eine Kollektion von Songs nennt, die ihr während eines 18 Monate langem Experiment zusammengefügt habt. Und Du hast ja auch bereits gesagt, dass es sehr lange gedauert hat, das Album fertigzustellen. Könnt Ihr vielleicht ein bisschen was über diesen Prozess erzählen?

Sarah: Also die große Veränderung kam mit unserem neuen Ansatz, Musik zu schreiben. In Der Vergangenheit war es für gewöhnlich so, vor allem am Anfang, dass Louis die Songs quasi schon komplett fertig hatte und wir haben sie dann zusammen aufgenommen und noch musikalische Parts hinzugefügt. Also es war mehr so, dass wir die Songs noch etwas arrangiert haben, die aber an sich schon existierten. Und für das aktuelle Album war das eigentlich genau andersherum. Wir haben die ganze Musik mit allen zusammen geschrieben und dann hat Louis den Text danach hinzugefügt. Also war es genau der umgekehrte Weg. Und das hat dann länger gedauert, weil ja viel mehr Stücke Musik zusammenkamen von mehr Leuten und das dann in die Form eines Songs zu bringen, das dauerte dann etwas länger. Auch, weil es ja eine vollkommen neue Art der Zusammenarbeit war. Und ich denke, das ist etwas, was wir beibehalten werden. Wir haben schon angefangen, etwas mehr in dieser Art und Weise zu schreiben. Also werden wir damit weiterarbeiten und dazulernen. Weil’s so gut funktioniert hat.

JM: Wie war das denn, all diese verschiedenen Ideen und Meinungen zu handhaben? War das schwieriger?

Louis: Ne, das denke ich nicht. Generell, wenn jemand eine Idee in die Gruppe gebracht hat, haben wir auch immer damit gearbeitet, in jedem Fall, und wenn es sich gut anfühlte, damit weiterzuarbeiten, haben wir das gemacht. Wenn es sich aber so anfühlte, als würden wir etwas verkrampft versuchen, dann haben wir es damit einfach gelassen. Aber es gab da nie ein Problem, keine Streitigkeiten oder so. Also hoffentlich ist das unsere neue Art der Zusammenarbeit.

JM: Ich habe auch gelesen, dass Ihr in einem einsamen Studio gearbeitet habt. Es gab quasi nur Euch und das Studio. Wie war diese Zeit?

Louis: Das war gut, richtig gut. Obwohl das Studio in einer einsamen Gegend im Nordwesten von Schottland ist, gibt es da trotzdem Internet und sowas, also man war nicht total isoliert von allem. Aber es war trotzdem sehr gut, da zu sein. Und wir sind da ein paar Mal hin und einmal als wir da waren, haben wir eigentlich ziemlich wenig gearbeitet. Wir haben zusammen abgehangen, es war richtig gutes Wetter und sehr warm, also sind wir im Fluss schwimmen gewesen. Wir hatten gutes Bier und gutes Essen. Kev spielt bei uns immer den Koch und er macht dann all die Arbeit in der Küche. Ja, das war echt eine gute Art zu arbeiten.

JM: Also das eine Mal habt ihr quasi an Eurer Freundschaft gearbeitet?

Louis: Ja, es war auch ein bisschen das. Und wir wollen auf jeden Fall nochmal dahin, wenn wir die Gelegenheit dazu haben. Es war auch weniger so, als dass uns die Gegend für das Album inspiriert hat, sondern eher, einfach mal von all dem Stress wegzukommen und etwas relaxter zu sein, um kreativ zu arbeiten.

JM: Und wovon wurde Euer Album dann inspiriert? Wie kommen Euch sonst die Ideen für Eure Songs?

Louis: Also, von der textlichen Seite ist das generell so, dass es auf jeden Fall eine Art von Erfahrung, die ich hatte, sein muss. Ob das nun etwas von jemanden ist, der mir davon erzählt, oder was auch immer. Aber ich finde es sehr schwierig, mir etwas einfach vorzustellen und mir Geschichten auszudenken. Also generell drehen die sich immer um etwas Wahres. Aber je mehr Du schreibst, desto öfter denkst Du „Oh, darüber hast Du doch in einer gewissen Weise vorher schon geschrieben“. Und das versuche ich eigentlich zu vermeiden, aber manchmal nicht wirklich erfolgreich. Und wenn es da ein Thema gibt, über das ich schon geschrieben habe, dann versuche ich, es von einer anderen Perspektive zu beleuchten. Oder vielleicht ist auch schon etwas Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal an diesem Thema gearbeitet habe, sodass man etwas Neues dazu sagen kann. Aber generell: wahre Gegebenheiten.

Sarah: Also ich schreibe ja keine Texte, für mich ist das ja rein instrumentelle Musik, und manchmal ist das echt komisch, sich vorzustellen, man gucke aus dem Fenster und denke „Okay, ich schreibe jetzt über Dieses oder Jenes“. Alles, was ich über unsere Band und die Musik, die ich kreiert habe – ich kann ja nicht für jemand anderen sprechen – für mich ist das mehr eine Art des Rumexperimentierens und es ist weniger so, dass es von etwas Speziellem inspiriert ist. Oder vielleicht ist es auch so, dass in dem Song schon etwas passiert oder, dass sich Dinge um eine musikalische Idee herum entwickeln, aber weniger, dass der Song über etwas Spezielles ist. Und ich habe das schon mal versucht, Musik für etwas zu schreiben… Und wenn Du da ein klares Konzept hast bevor Du anfängst, das kann helfen. Aber bezogen auf die aktuellen Songs, da war das nicht so. Das waren echt mehr Ideen, die sich entwickelt haben.

JM: Ich finde, das kann man der Musik auch irgendwie anhören, vor allem beim neuen Album, das sehr komplex ist. Es gibt viele Schichten und da ist echt eine Menge los. Meint Ihr, dass manche Leute das Album vielleicht sogar zu kompliziert fanden?

Louis: Womöglich ja. Es war ja nicht bewusst so gemacht. Ich denke nicht, dass wir zusammensaßen und sagten „Lasst uns etwas schreiben, was sehr schwierig zu verstehen ist!“  Ich denke, es gab einfach immer dieses Element, diese interessanten Konzepte, wie Taktwechsel und sowas. Damit ging irgendwie immer etwas. Und bei diesen Songs ist das einfach noch viel weiterentwickelt. Ich denke, die Alben, die wir mögen, oder die ich mag, ich kann nur von mir selbst reden… diejenigen, die vielschichtiger sind, die interessanter sind, die beim ersten Mal schwieriger sind, sie zu mögen, das sind die Alben, die ich mir auch noch nach Jahren anhöre. Weil dann bin ich für gewöhnlich nicht gelangweilt. Die Sache mit so klaren Songs, wie zum Beispiel „Guest of Government“, das auf unserem zweiten Album ist, das ist ein Song, der geht geradeaus, das ist ein Popsong. Und da gibt’s auch interessante Momente, aber die meiste Zeit ist der Song sehr klar und darum ist es nicht so aufregend, sich den Song anzuhören. Aber ich hoffe, dieses Album fühlt sich für die Leute anders an.

JM: Das ist sehr interessant, was Du da sagst. Ich stimme Dir total zu, weil wenn Du einen typischen Popsongs hörst, ist es vielleicht interessant, den einmal zu hören, aber wenn Du Dich echt in die Musik hineinversetzen möchtest und versuchen möchtest, den Song zu verstehen, dann ist es viel interessanter, sich den Song öfter anzuhören. Und bei Eurem Album war das auf jeden Fall so, man musste sich das mehrmals anhören. Und auch die Texte, die Du ja auch schon ansprachst, die sind ja auch nicht so gewöhnlich. Das sind nicht „bloß Liebeslieder“ oder „Schlussmachsongs“, das ist ja viel mehr.

Sarah: Wir hören uns unsere Songs jetzt natürlich nicht andauernd an, um das mal zu erwähnen hier, aber eine Sache, die für uns wirklich interessant war, war, dass der Typ, der das Album gemischt hat, Paul Savage, der hat echt einen fantastischen Job gemacht, so, wie er alles, all diese Fragmente zusammengefügt hat. Und er hat das echt in eine Form eines Albums gebracht, hat echt alle Songs unterschiedlich angefasst… Und das ist etwas, das ich sehr interessant finde… Vielleicht auch nur, weil ich ja schon so lange mit Musik zu tun habe. Und nach sowas habe ich in Songs echt immer gesucht, also, so gehört, wo der Sound vielleicht manipuliert ist oder man hört jedes Mal einen neuen, unterschiedlichen Sound… Und das finde ich bei anderen Bands echt spannend.

JM: Ich habe gehört, dass Ihr mit dem Glasgow Film Festival zusammengearbeitet habt, dass Ihr für sie Songs geschrieben habt. War das vielleicht auch inspirierend oder beeinflussend für Eurer Album, oder hat die Art, wie Ihr am Album geschrieben habt, verändert?

Louis: Interessanter Weise kam das zu der Zeit zustande, als wir angefangen haben für das Album zu schreiben. Also so ziemlich genau in der Mitte. Und einer der Songs, den wir für den Gig beim Film Festival nutzten, also einer der Songs, den wir für einen der Kurzfilme schrieben, wurde dann auch auf das Album gepackt. Und das war etwas, das wir vorher noch nie gemacht haben, quasi auf ein Bild oder einen Film zu reagieren. Das war also etwas komplett Neues für uns, ein Experiment. Es war aber auch das erste Mal, dass wir zu einem Click-Track gespielt haben, weil die Musik ja auf den Film zugeschnitten war und es ganz genau sein musste. Und ein wenig haben wir das jetzt auch mit in unsere Songs für unsere Liveshow genommen. Also ja, das war alles sehr hilfreich. Es war leider ein wenig spontan, etwas gehetzt, es wäre schön gewesen, noch mehr Zeit zu haben, um noch mehr damit zu machen. Aber es hat uns auf jeden Fall einen guten Eindruck verschafft, dass wir in Zukunft noch mehr damit machen sollten und hoffentlich auch erfolgreich waren. Aber interessant war es auf jeden Fall.

JM: Und wie hat sich das angefühlt? Steckte da nicht vielleicht auch ein gewisser Druck dahinter? Weil Ihr wusstet, da gibt es schon etwas, und Ihr müsst nun die Musik dazu schreiben.

Louis: Ne, eigentlich nicht. Was Sarah auch schon sagte, es war mehr so, als gäbe es da dieses Konzept und das ist der Startpunkt für Dich. Wenn es so gewesen wäre „was soll ich denn schreiben“ „ach, irgendwas, so wie Du möchtest, dass es klingt“, das wäre schwieriger gewesen. Aber weil es etwas gab, auf das wir uns beziehen konnten, diese zehn Kurzfilme, und weil uns auch ein bisschen die Zeit davonrannte, weshalb wir dann die Aufgaben verteilten und jeder so um die zwei oder drei Songs machte. All das war echt gut, wir haben die Arbeit sehr gut aufgeteilt. Und dieser Schreibprozess war sehr interessant. Also wirklich eine coole Sache.

JM: Und Ihr habt ja auch mit dem Royal Scottish National Orchestra zusammengearbeitet. Wie war denn diese Zusammenarbeit?

Louis: Wow, das war gut!

Sarah: Oh, ja!

Louis: Wie Du weißt, haben wir ja fast alle Musik studiert, und da haben wir mit Leuten zusammenstudiert, die sich im Orchester entwickelt haben und darum kannten wir viele der Gesichter. Einer meiner Lehrer hat auch ein Instrument gespielt. Und mit all diesen Leuten zusammenzuspielen und der Mittelpunkt des ganzen Orchesters zu sein, das war echt nervenaufreibend. Eine dreistündige Probe, um das ganze Set durchzugehen… Das war echt furchterregend und es gab da dieses riesige Gebäude in der kleinen Stadt namens Paisley in der Nähe von Glasgow, und da gibt es dieses riesige Kloster und das ist so lang und schön und ja, wie diese religiösen Gebäude halt so sind. Und all das war echt aufregend.

Sarah: Aber auch hier, ähnlich wie beim Filmfestival, das war wirklich super interessant für uns. Eine andere Art der Musik zu hören und all diese Instrumente zu hören, die Arrangements unserer Songs spielen und dieser andersartige Sound… Und so können Songs echt ein neues Leben bekommen in einem anderen Umfeld. Und all das hat mit Sicherheit unser Schreiben beeinflusst in ihrer eigenen Art und Weise.

JM: Und wie viele Leute spielen da in diesem Orchester?

Louis: Ich denke das sind schon so 65 bis 70. Erschreckend! Wir haben den Gig auch aufgenommen und einige Songs behalten und gemischt. Und man kann sich die Songs online anhören. Es ist also echt schön, auch eine Erinnerung daran zu haben. Egal, wie furchteinflößend das war. Und dieses Jahr spielen wir sogar auch einen Gig auf dem Celtic Connections Festival in Glasgow. Und dafür spielen wir zusammen mit dem Kammerorchester, weil die auch Arrangements unserer Songs gemacht haben. Ich hoffe, das wird eine interessante Show. Interessant für uns.

JM: Du sprachst ja schon von dem Song „Liquor & Milk“ und ich las, dass Du sagtest, dass sich der Song um diesen Moment dreht, wenn man das Ende seines Lebens erreicht und man sich selbst fragt, was hätte man machen können. Hattet Ihr jemals diesen Moment, dass Ihr dachtet „was hätte ich machen können“. Natürlich nicht am Ende eures Lebens, aber so allgemein im Leben, dass Ihr mal dachtet „ich hätte dies oder das anders machen können“.

Sarah: Ich denke, das hängt von den Persönlichkeiten der Leute ab. Ich bin nicht so gut darin, zurückzublicken und zu denken „oh, vielleicht hätte dies oder das anders machen sollen“ oder „was wäre wenn“… Ich versuche, das nicht zu machen. Aber ja, es gibt da vielleicht schon ein paar Dinge, aber nichts Spezielles. Nur so generell. Aber das ist schwierig… Also alle diese Erfahrungen, vor allem diese musikalischen Erfahrungen, die sind niemals verschwendet. Ich bereue nichts!

JM: Das wollte ich hören! Aber Louis, Du hast grade gelacht, als ich das gefragt habe. Hast Du das nicht über den Song gesagt?

Louis: Doch, doch, absolut. Alles ist super und es ist großartig, dass das Album jetzt draußen ist. Und viele der Songs beschäftigen sich damit, was wir machen, das Leben als Band, das Tourleben, und etwas zu kreieren und das dann den Leuten zu präsentieren und zu hoffen, dass sie irgendwie darauf reagieren in einer positiven Weise. Wenn nicht gar mögen. Und diese vier oder fünf Songs, die sich um dieses Thema drehen, mit auf Tour zu nehmen, ist wirklich sehr interessant. Und als wir kürzlich probten, da dachte ich noch „das ist wirklich eine komische Vorahnung, die Art, wie sich die Dinge entwickelten“… Ja… das ist komisch, ich weiß nicht. Aber es ist großartig auf Tour zu sein.

JM: Das ist schön zu hören. Es gibt da diesen Song „Good Luck“, der von dem schlechten Zustand handelt, in dem wir die Welt für die nächste Generation hinterlassen. Tut Ihr etwas dafür, um das zu ändern?

Louis: Ich schreibe bloß Songs darüber. Ne, irgendwie nicht so viel wie… ne, irgendwie gar nicht. Wir spielen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen und haben in der Vergangenheit auch gespendet, aber im Bezug auf den Klimawandeln und so, nein. Ich bin wirklich kein Botschafter dafür… Aber auf jeden Fall bin ich mir dessen bewusst. Wie wohl die meisten Leute, die ein Gehirn haben. So erneuerbare Energien und so. Aber ich glaube, den Song kann man auch etwas vereinfach auffassen ohne die großen Problem in der Welt zu betrachten. Du kannst ihn so vereinfachen: Ich habe zwei jüngere Brüder und die sind zur gleichen Schule gegangen wie mein älterer Bruder und ich. Aber durch schlechte Veränderungen zu der Zeit, als sie die Schule beenden wollten, mussten sie die Schule ohne Prüfungen und sowas verlassen und das hat sie natürlich beeinflusst. Also auch auf einer persönlichen Ebene… können kleine Veränderungen das Leben einer Person echt durcheinander bringen. Aber wenn Leute auf der Regierungseben alles auseinanderreißen, dann hat echt keiner aus der nächsten Generation eine Chance. Und auch nicht in unserer Generation. Und das ist alles ganz schön schlimm. Das war ein Song, den ich recht schnell geschrieben habe ohne wirklich darüber informiert über dieses Thema des Klimawandels oder der Politik zu sein. Aber zu der Zeit war das eine Sache, die mich hat komisch oder sauer fühlen lassen. So wie alle anderen Songs, die eine Art Befreiung sind. Ich wünschte, ich wäre ein Experte auf dem Gebiet vieler Dinge damit ich darüber sehr informiert reden und schreiben kann.

JM: Aber immerhin bist Du ehrlich. Der Song „Building as Foreign“, den finde ich irgendwie besonders… Könnt Ihr ein bisschen was zu diesem Song sagen?

Louis: Das war echt ein Song, der Spaß gemacht hat, an ihm zu arbeiten und ihn live zu spielen und das ist auf jeden Fall einer der besseren Songs auf diesem Album. Ich habe ja vorhin schon mal davon gesprochen, ein Thema mehrmals zu behandeln. Und es gibt da diesen Song „Subbuteo“ auf dem ersten Album, der sich um Kindheit und Erwachsenwerden dreht. Und „Building as Foreign“ bespricht eigentlich dasselbe Thema, nur sechs Jahre später, nachdem viele Jahre vergingen. Also es grast quasi dasselbe Thema ab und es gibt Bezüge zum Text des alten Songs aber nur aus meiner Perspektive nach einem gewissen Zeitabstand. Und dass ich es manchmal echt schwierig finde, jetzt wo ich und meine Brüder und jeder in der Familie eigentlich jemand anders ist. Wir sind keine Kinder mehr, die nach Hause kommen. Wir sind Erwachsene, die in ein Haus gehen, mit dem sie sich irgendwie verbunden fühlen. Und davon handelt der Song. Es ist auch irgendwie ein zorniger Song mit zwei großen Bereichen. Das ist etwas, dass wir einige Male gemacht haben und dann ging das so „das ist auch cool, also lass uns das auch noch einbauen“. Also es ist irgendwie ein komischer Song, aber hoffentlich ist da genug für die Leute drin, um den Song musikalische zu genießen.

JM: Definitiv. Ich habe auch gelesen, dass einige der Instrumente erst hinterher im Angelic Studio hinzugefügt wurden. Weil Ihr da diese alten und ungewöhnlichen Instrumente fandet.  Könnt Ihr die denn live auf Tour überhaupt mit einbauen? Oder wie macht Ihr das?

Sarah: Nein, nicht alle. Das war auch eine neue Herausforderung für uns, alle diese Songs auf die Bühne zu bringen, in ein Konzertformat zu bringen, sodass wir sie auch wirklich spielen können. Zuerst haben wir also alle diese Schichten hinzugefügt um es dann physikalisch unmöglich zu machen, alle zur gleichen Zeit zu spielen. Also wurde auch Zeit damit verbracht, durchzusieben, und zu schauen, welche wir wirklich drin lassen möchten. Und nun machen wir alle ein bisschen mehr auf der Bühne. Fast jeder von uns hat irgendeine Art von Keyboard. Kevin, der Koch, ist wirklich total interessant an Keyboards und er schaut online immer nach neuen Dingen, die er zu seiner Kollektion hinzufügen kann. Und das, was Louis vorhin schon sagte, wir wollten sichergehen, dass wir so viel wie möglich davon auch spielen könnten und wollten uns jetzt nicht auf einen Backing-Track verlassen müssen, weil das einfach nicht zu uns passt. Wir machen einfach alle mehr.

Louis: Du solltest Kevin mal live sehen. Er ist wirklich überall. Damals hatte er viele Pausen in den Songs und dann stand er nur rum und fühlte sich fehl am Platz. Aber jetzt sorgt er dafür, dass er immer beschäftigt ist.

JM: Das klingt super, man sollte sich also unbedingt eine Liveshow von Euch anschauen. Zwischen 2009 und 2012 ward Ihr ja quasi durchgehend auf Tour. Hattet Ihr jemals das Gefühl von wegen „das ist echt genug jetzt, ich wäre echt gerne öfter zu Hause“ oder sowas in der Art?

Louis: Wir hatten da diese 7-Wochen-Tour durch Großbritannien. Und das ist echt eine lange Zeit für so ein kleines Land. Und zu dieser Zeit waren wir echt alle bereit für eine Pause. Und das ist echt schwierig, sowas für eine so lange Zeit durchzuziehen. Die Hoch- und Tiefpunkte sind sehr intensiv und kommen echt schnell. Ich habe letztlich ein paar interessante Postings online gesehen, geteilt von Freunden von uns, und die handelten von gesundheitlichen Problemen, die durch das viele Touren kamen. Jeder hat da so sein Päckchen zu tragen. Aber dieses Jahr war soweit echt gut, wir waren immer nur ein oder zwei Wochen unterwegs. Und das ist echt viel machbarer. Und wenn man dann noch neue Orte auf der Welt sehen kann, dann ist das ziemlich interessant. Aber wenn Du immer die gleichen Shows in Großbritannien spielst, das kann echt eintönig werden. Aber auch dann machen die Besucher die Shows natürlich immer noch total lohnenswert. Also, ja, auf Tour zu sein ist noch immer sehr gut.

JM: Meine letzte Frage an Euch: da wir ja schon über Eure Zusammenarbeiten sprachen, habt Ihr da noch Wünsche für die Zukunft?

Louis: Uuh, gute Frage…

Sarah: Sollen das Traum-Zusammenarbeiten sein, oder realistische?

JM: Gerne beides…

Sarah: Okay, das ist vielleicht nicht so spezifisch, aber wenn wir noch mehr für Filme schreiben könnten, das wäre echt cool. Wir machen ja auch diese Sache zusammen mit dem Kammerorchester, wie wir vorhin schon erzählten. Und dieser Komponist, der das Stück für unsere Band geschrieben hat, der ist ein wirklich begnadeter Perkussionist aus L.A. Und er wird uns wirklich auf die Probe stellen. Also das wird auch noch mal eine neue Sache für uns.

Louis: Also das ist eine Sache, die mit Sicherheit niemals so zustande kommt, aber es wäre echt total interessant mit einer anderen Band zusammenzuarbeiten um zu sehen, wie die so arbeiten. Jemand wie Radiohead. Da würde man sich echt dumm vorkommen wenn man mit Radiohead zusammen in einem Raum ist, aber nur um zu sehen, wie die so arbeiten, und wie die alles zuzsammenfügen… Das wäre echt ein „Wow“-Erlebnis. Also jemand wie die. Oder Phil, er wäre wahrscheinlich total daran interessiert, mit The National, oder jemandem von The National zusammenzuarbeiten. Freunde von uns hatten jetzt die Gelegenheit mit dem Gitarristen von The National ein Album aufzunehmen. Und ich bin mir sicher, Phil wird sie für  Stories ausquetschen.

Sarah: Also ich stelle mir immer vor, wie cool es wäre, mal die Fliege an der Wand zu sein. Ich wüsste so gerne, wie all diese Bands… also in ihrer früher Phasen, wie fing eigentlich alles an? Das wäre echt cool.

Louis: Weil Du wirst wahrscheinlich niemals wirklich herausfinden, wie etwas wirklich ist, auch nicht, wenn Du die Leute fragst. Also, nicht, dass wir jetzt hier lügen… Aber Du weißt, was ich meine… 

JM: Dann danke für Eure Offenheit 😉 Und vielen Dank für das Interview.

Sarah & Louis: Vielen Dank an Dich, es war uns eine Freude.  


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JOINMUSIC: I thought maybe we should start at your very beginning of your band history. You are friends and you were all studying music together, right?

Sarah: Well, we all met in Glasgow. And actually there’s only one of the band from this city of Glasgow. But a few of us moved there to study and there are quite a lot of music things happening around there. And yeah, we met through mutual friends and through open mic nights. And also a few of us studied in the same place. And we started probably like most of the bands, quite informal, just playing a few songs of Louis. And then over the years it became a more official thing. But we’re still friends.

JOINMUSIC: But you’re not studying anymore?

Sarah: No.

JOINMUSIC: Did you all finish your studies? Or was it that the band career started and you focused more on that?

Louis: No, somehow we all managed to finish.

JOINMUSIC: Let’s talk about your new album. It’s called „Tiny Rewards“. Do you think it’s somehow a tiny reward for yourselves as well?

Louis: Well, that’s definitively an interesting way to think about it. I hadn’t really thought of this before but yeah… Well, actually the title came from one of the songs, the song which is called „Liquor & Milk“ and the titles for the two albums before were coming out of the songs as well. And we liked these two words together. And funnily it goes along with our band name as well. The two words „Admiral Fallow“ are in a way quite opposite, a juxtaposition if you like. „Admiral“ being like a stately figure of whatever and „fallow“ being what it is. And also „tiny rewards“ is a bit like this. A „reward“ being a big, grant gesture, something that’s really not tiny for the people. So I think it kind of works. And yes, it also was an ultimately rewarding process when we finished it.  We’ve written the songs for so long and it took so long to put them together. So when it was done I think it was kind of a reward for us.

JOINMUSIC: It’s your third album already and I read that you’d rather call it an 18-months-long experiment and that you were putting songs together that developed during that time. And you mentioned it already as well that it took you quite a long time to finish the album. So could you maybe explain this process and this time a little bit?

Sarah: Well the big change came in our approach to writing the music. So in the past generally what happened was, especially in the early days, that Louis would have songs almost fully formed and then we would record them and add musical parts. More like arranging songs that already existed. And then for this most recent album it sort of happened the other way around. So we wrote all the music all together pretty much and then Louis added his words after that. So it was kind of the opposite way around. And this took a bit longer just because there were more bits of music coming from more people and trying to build these into a shape of songs just took a little bit longer. Also because it was a brand new way of working. And I think it’s something we’re going to continue doing. We’ve already started writing a little bit of more music in the same way. So it’s something we’d like to keep working on and learning on. Since it worked out quite well.

JOINMUSIC: How was it to manage all the different ideas and maybe also all the different opinions you might have had? Was it more difficult?

Louis: No, I don’t think so. Generally if someone had brought something to the group we’d always work on it, no matter what, and if it felt good to keep working on it we did it. If it felt like we were forcing something to work maybe we just didn’t end up using it. But there was never a problem, no arguments or anything like that. But hopefully this is a start of a new way of working.

JOINMUSIC: I also read that you worked in an isolated studio. Where there was basically only you and the studio. How was that time?

Louis: It was good, really good. While the studio is in a quite isolated part of the Northwest of Scotland, it still has Internet and all this stuff so you can’t really get away from everything. But it was still so nice to get over there. And we went there a few times and one of the times we went there we ended up doing very little in the way of work. We were just hanging up, it was really nice weather and it was quite warm so we ended up swimming in the river. We had nice beer and lots of nice food. Kev plays our chef so he usually does the work in the kitchen. So yeah, that was a nice way of working.

JOINMUSIC: So this one time you were more working on your friendship?

Louis: Oh yeah, it was a little bit of that as well. And this is a place we definitively want to visit again if we got the chance to. It was less that the album was inspired by the surroundings of that cool area but it was more getting away from busyness and being able to feel more relaxed about working creatively.

JOINMUSIC: So, what is your album inspired of? How do you usually come up with your songs?

Louis: Well, from a lyrical kind of view, generally it needs to be some sort of experience that I have had. Whether that is something from someone else who’s told me about something or whatever. But I find it hard to kind of imagine or make up stories. So generally they’re all based around some sort of truth. But the more things you write the more often you think „Oh, you’ve already sort of written about this before“. And that’s something I’m trying to avoid, although unsuccessfully sometimes. And if there’s a subject I’ve already written about then I’m trying to put it from a different kind of angle. Or maybe a section of time is passed since working on the subject the last time so there might be new things to say. But very generally: real life things.

Sarah: Well, I’m not writing words, for me it’s just instrumental music, and sometimes it’s quite weird to think, looking out of the window thinking „Okay, I’m going to write about that kind of thing.“ I think as far as this band goes and the music that I’ve created, because I can’t speak for anyone else, it’s more the case of experimenting a little bit and it’s maybe not directly inspired by specific things. Or maybe there’s something already happening in this song or maybe a musical idea where things are developing around rather than it being about something. And I’ve tried to sort of do that, write music for something… And if you have got this clear concept before you start writing that can help. But in terms of these songs it wasn’t like this. It was more like bouncing ideas of each other.

JOINMUSIC: I think you can also hear it in your music. Especially the new album, it’s very complex, there are a lot of layers and there’s really a lot going on. You think some people might have even found it too difficult to listen to it? 

Louis: Probably, yes. It wasn’t intentionally supposed to be like that. I think we weren’t sitting there saying: „Let’s write something that’s really difficult to understand!“ I think we always had an element of slightly interesting concepts going on like time signature changes and stuff. We always had little bits of that going on. And for this set of songs it’s definitively far more developed. I think the records we like, or, I, I can only speak for myself… the once that are  a bit more layered, a bit more interesting, a bit harder to enjoy at the first listen, these are the ones I usually find myself listening to years down the way. Because then I’m not bored of them basically. The thing with straight-ahead songs, like „Guest of the Government“, which is on the second album, this one is kind of a straight-ahead pop song and there is a couple of interesting moments in it but mostly it’s kind of straight-ahead and perhaps it’s not that exciting to listen to. But hopefully this album is something different to the people.

JOINMUSIC: It’s interesting what you’re saying. I agree, because if you have this typical pop songs it’s interesting to listen to it, but if you really want to get into the music and try to understand a song it’s way more fun listening to it several times. And I definitively had this feeling with this album, that you have to listen to it again and again. Also you already talked about the lyrics and I think the topics of the songs are quite unusual as well. It’s not „just a love song“ or something like this or a „breaking up song“, it’s way more.

Sarah: We don’t really make a habit of listening to our music to clear that, but one thing that was really exciting about this album for us is the guy who mixed it, Paul Savage, did an amazing job in bringing together all these little bits, all these fragments. And he kind of fashioned it in a shape of an album, treated all the songs differently… That’s something that I find quite interesting more and more… maybe just because of having been involved in music for a long time. I really have been listening out for these kinds of things, like the way it is a manipulated sound or you hear a different sound each time… And I find this quite interesting in other bands as well.

JOINMUSIC: I heard that you worked together with the Glasgow Film Festival, that you were writing music for them. Do you think that this also inspired or influenced you writing your album or changed the way you worked on your album?

Louis: Well, interestingly it came around the time of when were just about to start writing. So it came basically halfway through writing the record. And one of the songs that we used for the film festival gig, so one of the songs we wrote for a short film, became a song on that record. And it was something we’ve never done before, reacting on any kind of image or art or film. So it was a brand new thing and experiment for us. But it was also the first time we ever played to a click track because it was synced up to the film so it had to be exact. And that’s something we have now incorporated slightly into some songs for our live set of the show. So yeah, it was very helpful. It was quite a last-minute, quite a rushed thing, it would have been nice to have a bit more time to have done something a bit more of this. But it certainly gave us an idea that we could probably do more of this stuff in the future and hopefully did quite well. But yes, it definitively was interesting.

JOINMUSIC: How was it, writing for these short films? Wasn’t it maybe also a kind of pressure? Because this time you had something given and you needed to write for it…

Louis: No, it wasn’t really. What Sarah said before, it was more likely having a concept in front of you and this gives you a starting point. If it’s like „what do you want me to write about?“ „just write something, whatever you want it to sound like“, that would be harder. Because we had something to react to, it was ten short films, and because we were running out of time basically, we kind of delegated it and everyone took two or three at least. So that was good, it kind of shared the load of the whole thing. But writing through it was really interesting as well. It was definitively a cool thing.

JOINMUSIC: And you also worked together with the Royal Scottish National Orchestra. How was that collaboration?

Louis: Wow, that was good!

Sarah: Oh yes!

Louis: Most of us studied music as you know and there we studied with quite a lot of people who had progressed in the orchestra and we knew quite a lot of faces. One of my teachers was playing one of the instruments. Playing with all of them and being like the focal point of the whole orchestra was a bit nerve-racking. One three-hour rehearsal to do a whole set… It was terrifying and it was a massive building in a town called Paisley near Glasgow where there is this huge abbey and it is really long and beautiful and everything what these religious buildings usually are. But quite nerve-racking.

Sarah: But again, similar to the Film Festival, it was quite exciting for us to do it. And hear another possibility of the music and hearing all these different instruments playing arrangements of it and the different sounds, and songs can take on new life in different settings. So yeah, all these experiences are probably fed into the writing in their own way.

JOINMUSIC: And how many people are playing in the orchestra?

Louis: I think it was 65 or 70. Terrifying! We recorded the gig and we kept a few songs and mixed them. They’re available to listen to online. So it’s really nice to have that little memory. No matter how terrifying it was. And actually we’re going to play a gig this year on the Celtic Connections Festival in Glasgow. We’re joining a chamber orchestra because they did some arrangements of our songs as well. Hopefully this is going to be a very interesting show. Interesting for us.

JOINMUSIC: You already mentioned the song „Liquor & Milk“ and I read that you said it deals with the moment when you reach the end of your life and you ask yourself what you could have done. Did you ever have that moment that you thought „what could I’ve done“. Not at the end of your life of course, just generally, that you thought „I should have done this or that differently“.

Sarah: I think it depends on people’s personalities. I’m quite bad for going back thinking „oh, maybe I should’ve done this or that“ or „what if“… I’m trying not to do that. But yeah, maybe there are a couple of things, but nothing specific. It’s just all general. It’s hard… Like I was saying all these experience, especially musical experiences, are never wasted. I regret nothing!

JOINMUSIC: That’s what I wanted to hear! But you, Louis, you laughed when I asked. Wasn’t it what you were saying about this song?

Louis: No, no, absolutely. Everything is good and it’s great to have this new record out. A lot of the songs are about what we are doing, life being in a band, touring and creating something and then playing it to the people hoping that they respond to it in a positive way. If not like it. And to take the four or five songs that deal with those themes onto the road is quite an interesting thing. And when we rehearsed the other day I remember feeling like „this is kind of a strange premonition to what things are playing out“… Yeah… it’s strange, I don’t know. But it’s great to be on tour.

JOINMUSIC: Good to hear. There’s this song „Good Luck“ about the bad condition we’re going to leave the world in for the next generation. Do you do something to change it?

Louis: I just write songs about it. No, not as much as… no, not at all. We’re doing some charity gigs and did little donation in the past but in terms of climate change and stuff, no. I’m not by any means an ambassador for that… certainly I’m aware. As most people who have a brain are aware of it. Like renewable energy sources and stuff like that. But I think you can simplify this song without looking at it as the huge world problems. You can simplify this song like this: I have two younger brothers for example who went to the same school as me and my older brother went to but due to bad changes when they were trying to finish school they had to leave without any exams and that of course affected them. So even on a personal level… tiny little changes in someone’s life can really mess up. So if it is on government level that people are just ripping everything apart, no one will have a chance in the next generation coming. Or even in our generation. And it’s all pretty bad. And this was quite a quickly written song without really being particularly knowledgeable about this subject of climate change or politics. But this was at that time another thing that was making me feel strange or angry or whatever. Like as any other songs it’s like a release of something. I’d love to be an expert on a lot of things so I can talk about and write about it really well.

JOINMUSIC: But you’re honest. This song „Building as Foreign“, I found that one very outstanding for some reason… Can you tell us a little bit more about this song?

Louis: This is really a song that was quite fun working on it and is fun playing live and it’s definitively one of the better songs on this record. I think I mentioned earlier writing about a similar topic again. So there’s this song „Subbuteo“ on the first record which is kind of about childhood growing up. And „Building as Foreign“ kind of talks about the same subject but then written six years later on, after many years have passed. So it’s kind of going over some old ground, there are references to the lyrics from the old song but just from my point of view after a period of time. And how I find it quite difficult sometimes now that me and my three brothers and everyone in my family basically is another. We’re not kids going home anymore. We’re adults going to a house that you somehow feel some affinity for. So that’s what is kind of is about. It’s quite a mad song with two quite big sections. Something we’ve done a few times and it kind of went „this is cool as well  so let’s put it somehow together“. So it is kind of a strange song but hopefully there’s enough in it so people can enjoy it musically.

JOINMUSIC: Definitively. I read that some of the instruments you added when you were in the Angelic Studio. So you found these old and unusual instruments. Are you actually able to involve them now on tour? Or how do you do it?

Sarah: Not all of them. That’s been another new challenge bringing these songs to the stage, to a gig format so making sure we can actually play them. So at the time we obviously added all the layers and it’s physically impossible to do them all at the same time. Part of the process became just sifting through them, deciding on what we really wanted to keep in. And we’re all doing a little bit more on stage. Nearly everyone has a keyboard of some type at some point. Kevin, the chef, is having keys and he’s got quite into it and he’s always looking on them and looking online for new things to add to his collection. Going on from what Louis was saying later on, we wanted to make sure we could play as much of it and we didn’t really want to rely on a backing track since this is not what suits us. We’re all doing more.

Louis: You should really see Kevin live. He’s all over the place now. He used to have a lot of bricks in the songs, just standing around, feeling quite awkward. But now he keeps himself busy.

JOINMUSIC: That sounds really interesting, so we should make sure, we all see one of your live shows. Between 2009 and 2012 you were basically constantly on tour, really playing a lot of gigs. Did you ever feel like „that’s enough, I want to be at home more often“ or something like this?

Louis: We did a sort of seven week stand around the UK. This is so long to be in such a small place.  By then we were all kind of ready for a break. And it’s a difficult thing doing it for a long period of time. The highs and lows of it are so massive and can be so quick. I’ve been reading quite a few interesting posts online shared between the people we know in the last few months and they were about the kind of health issues they were going through touring for a long time. They all have their own kind of struggles. This year was good so far, we only did one or two weeks here and there. And that’s way more manageable. Plus coming to new parts of the world it’s always really interesting. So if you do the same gigs in the UK all the time this can get a bit mundane. But even then the people that come to the show make it really worthwhile. So still, touring is good.

JOINMUSIC: One last question: as we already talked about all your collaborations: any wishes for that for the future?

Louis: Uuh, good question.

Sarah: Is this like dream collaboration or realistic ones?

JOINMUSIC: Both maybe?

Sarah: Well, that’s not that specific, but if we could write a bit more for films that would be quite cool. Another thing that we’re going to do is this chamber orchestra thing we already talked about. And we got this composer to write a piece for the band and he is an amazing percussionist from L.A. So he’s really going to test us I think. It’s going to be quite another new thing coming up.

Louis: I mean, obviously, like what would never happen but it would just be really interesting being thrown in with another band just to see how they work. Someone like Radiohead, you’d feel like a real dick being in a room together with Radiohead, but just to see how they work, how they put stuff together… That would be like „wow“. So someone like them or Phil, he’d probably be really interested in working with The National, someone from The National. Friends of ours actually recently recorded an album with one of the guitarists from The National. So I’m sure Phil will be teasing them for stories.

Sarah: Well, I always think it would be nice to be a fly on the wall. I want to know how all these bands… like in the early stage, how did they actually start? That would be so cool.

Louis: And you’ll probably never know, well, you can ask people a question, but then you’ll never really know how it’s like. Well, not that we’re lying but, you know what I mean.

JOINMUSIC: Sure. So thanks for your honesty :) Thanks for the interview.

Sarah & Louis: Thank you, it has been a pleasure. 

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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