„Franz Plasa sagt, wir wären wie die Coen-Brüder“ – Nörd im Interview

Noerd_neu_Credit_Sebastian_Gottschalk

Süd, ok. Wenn schon eine Himmelsrichtung mit Umlaut als Bandnamen, dann Süd. Aber Nörd? – Nun sind Paul und Leonhard Eisenach allerdings auch alles andere als Everybodys-Durchschnitts-Dudes. Auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht. Damit sind sie so etwas wie der komplementäre Gegenentwurf zu den Kaulitz-Geschwistern. Im Gegensatz zu denen glauben Nörd auch nicht nur, Musiker zu sein – sie sind es wirklich. „Na Und, Wir Kennen Euch Doch Auch Nicht“ lautet der vergleichsweise üppige Titel ihres Debüts auf Albumlänge. Anders als das schnoddrige Statement vermuten lässt, erweisen sich die beiden Brüder im Gespräch als vollkommen kinderstubenmängelfrei. Einen Amerikano (Filterkaffee) und zwei Flat Whites (Kaffee mit Milch) später …. 

JOINMUSIC: Im „Drogen“-Video sieht man nur Euch beide, im Booklet ist von vieren die Rede und die Packungsbeilage vom Label erwähnt eine zusätzliche und damit zweite israelische Geheimwaffe. Live wiederum spielt Ihr im Vorprogramm der Rainbirds aber nur zu zweit – Wer ist denn jetzt eigentlich Nörd?
LEONARD EISENACH: Also erstmal: Nörd, das sind vier Leute. Paul, ich, KD – unser Keyboarder und Giddy, unser Schlagzeuger. Die Verwirrung hat damit zu tun, dass wir gerade unseren Schlagzeuger gewechselt haben. Aber wir wollten unbedingt, dass unser ehemaliger Schlagzeuger Matthias auf dem Album genannt und gezeigt wird. Es ist auch sein Album, auf dass er drei Jahre lang hingearbeitet hat.
PAUL EISENACH: Eine Band wie wir bedeutet viel Zeitaufwand und Matthias hatte einfach viel zu tun. Wir sind Freunde und er lebt meinen Traum: Er lässt spielen.
LEO: Also Nörd, das sind vier Leute. Und dadurch, dass zwei aus Israel kommen und wesentlich schlechter Deutsch bzw. gar nicht sprechen, wär das mit den Interviews… naja, das wär halt Quatsch. Und außerdem sind wir die beiden, die singen und so was wie das Aushängeschild. Aber eigentlich immer zu viert.
PAUL: Und KD ist außerdem ein sehr scheuer, öffentlichkeitsscheuer Typ …
LEO: … und wir wollen niemanden zwingen.
PAUL: Wir beide halten unsere Gesichter dafür ja sehr gerne hin.

JM: Aha – im Booklet ist davon die Rede, dass alles – Texte, Musik und so weiter – das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung ist. Welche Rolle spielen die Nicht-Muttersprachler bei den Texten?
PAUL: Naja, mit unserem Keyboarder KD können wir schon ziemlich eingehend über unser Texte reden. Giddy hingegen hat Schwierigkeiten, sich Songnamen zu merken. Aber er hat jetzt eine neue Taktik. Er zitiert jetzt Teile von Songtexten, wenn er in einer Bar eine Frau anspricht. Und wirkt dabei unglaublich intellektuell. Also, für kurze Zeit halt. Und dann kann er aber nicht weitermachen. Nee, aber es ist schon so, dass die meisten Texte, die schreiben wir (Leonhard & Paul) zusammen.
LEO: Es war einfach auch ein bisschen müßig, das so aufzudröseln: Der hat dort und wir haben hier. Wir sind ein Kollektiv bzw. eine Gemeinschaft, bei der es nicht darum geht, wer genau was gemacht hat. Wir sind da eher wie Lennon/McCartney und streiten uns dann später darum, wer welchen Song denn nun wirklich geschrieben hat.

JM: Kurz noch mal zur Aufgabenverteilung: Sowas wie ein klassischer Leadsänger, das bist Du, Leonhard?
LEO: Ja.
PAUL: Wir teilen uns das zwar …
LEO: Ja, wir teilen uns das.
PAUL: …aber der Leo ist einfach der geilere Sänger, muss man einfach mal ganz klar sagen.
LEO: Aber Paul ist der geilere Texter, zum Beispiel.

JM: Apropos geiler Sänger – in einem Eurer früheren Interviews war zu lesen, dass Du, Leonhard, vor 10 Jahren als Next-Steve-Winwood
beschrieben wurdest.
LEO: Da weiß ich gar nicht, wo das herkommt. Weißt Du das?
PAUL: Nö.
LEO: Aber es wurde über uns gesagt. Und deswegen muss das auch stimmen. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

JM: Und was genau war vor 10 Jahren?
LEO: Wir haben eigentlich immer Projekte zusammen. Wir sind ja Brüder. Und haben immer auch zusammen gespielt. Und da hab ich auch schon gesungen. Aber diese Winwood Geschichte ist mir auch einigermaßen unerklärlich.
PAUl: Wir fangen jetzt gerade mal an, Interviews zu geben und schon stehen Sachen in der Welt, von denen wir gar nicht wissen, wo die herkommen.

JM: Wenn Ihr sagt, Ihr steht schon seit mindestens 10 Jahren gemeinsam auf der Bühne – auf wessen Bühne bzw. Bühnen?  Oder waren das Projekte unter eigenem Namen?
PAUL: Wir sind Musiker für andere Leute. Manchmal. Aber man muss auch wirklich sagen, dass wir in Mecklenburg aufgewachsen sind, und uns da komplett ausprobiert haben – als wir jung waren. Zum Teil sind wir da auch mit großem Quatsch auf irgendwelchen Bühnen auf irgendwelchen Dorffesten…
LEO: … mit Coverbands und Ost-Rock…
PAUL: …aufgetreten. Wir haben alles gemacht. Wir waren halt jung, so 13, 14, und wollten halt spielen, spielen, spielen. Das waren jetzt aber nicht unbedingt die großen Bühnen dieser Welt, sondern viele viele viele Umwege.
LEO: Viel „Fleisch ist mein Gemüse„.
PAUL: Sehr viel.
LEO: Das kam jetzt erst mit dem Umzug nach Berlin, dass der „Fleisch ist mein Gemüse„-Anteil ein bisschen weniger wurde und auch mal ein paar schöne und größere Bühnen dazugekommen sind.

JM: Ihr seid Brüder, aber offensichtlich keine Zwillinge …
LEO: …und wir wohnen auch nicht zusammen.
PAUL: Das ist auch eine immer wieder gern gestellt Frage: Ihr seid Brüder – wohnt Ihr zusammen?

JM: OK, das hätten wir also. Wer von Euch beiden ist der Ältere?
PAUL: Ich.

JM: Hast Du denn immer auch das letzte Wort oder sind diese Zeiten lange vorbei?
PAUL: Ich würd sagen, ich quatsche einfach mehr und dadurch ist statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich das letzte Wort hab. Aber ich würde sagen, dass wir da relativ ausgewogen sind.
LEO: Gerade dadurch, dass in der Band die Entscheidungen ja auch zu viert getroffen werden, ist es eher schwierig, das letzte Wort zu haben.

JM: Den Quatsch mit der musikalischen Vorbildung, den sparen wir uns. (denn das habt Ihr schon mit anderen besprochen) Ihr kommt also aus einem musikalischen Umfeld, logisch, dass man da ein Instrument lernt. Ihr seid auch alle beide Multi-Instrumentalisten?
PAUL: Ja, kann man schon so sagen.
LEO: Ja.
PAUL: Also ich bin ja eigentlich Gitarrist, aber ich weiß gar nicht, wie viele Gitarren ich auf dem Album eigentlich eingespielt habe. Wenn KD oder Leo eine Idee haben, dann spielen Sie das einfach und dann freu ich mich auch darüber, dass da eben eine schöne Gitarrenspur entstanden ist. Und bei den Keyboards genau das gleiche. Multiinstrumentalismus heißt ja nun auch nicht, dass man jedes Instrument gleich gut kann, sondern dass man einfach generell auch gerne andere Instrumente spielt. Und das ist absolut der Fall.
LEO: Das auf jeden Fall.

JM: Wir habt Ihr Eure anderen Band-Mitglieder eigentlich getroffen und entstand dann erst die Idee, eine Band zu gründen – oder war es andersrum?LEO: Ja, so war das.
PAUL: Genau.
LEO: Ja.
PAUL: Ja.
LEO: So genau weiß man’s im Nachhinein natürlich immer nicht, aber der Focus war, dass wir elektronische Indie-Musik machen wollten, irgendwie, im weitesten Sinne. Und dass wir es zusammen machen wollten und dass wir beide singen wollten. Und dass das alles von Berlin aus laufen sollte, also eine kleine Eingreiftruppe.
PAUL: Und erst wollten wir es so klein wie möglich machen, nur mit einem Schlagzeuger und wir haben beide Keyboards gespielt. Und ich weiß nicht, ob Du die Band Ofrin kennst?

JM: Ist mir ein Begriff, Jazz und eine Sängerin…
PAUL: Genau. Und daher kommt unser israelischer Keyboarder.

JM: Ach.
PAUL: Wir waren da öfter mal bei den Konzerten und fanden das irgendwie ganz gut. Und dann haben wir uns irgendwann mal getroffen, haben ein Konzert zusammen gespielt. Und dann er gesagt, wir müssten uns immer so abkrücken, so mit dem Wechsel vom Keyboard zur Gitarre, wenn wir irgendwann mal einen Keyboarder bräuchten, sollten wir ihm einfach bescheid sagen.
LEO: Und wir haben relativ schnell Bescheid gesagt.
PAUL: Ich ihm einen Tag später geschrieben, dann hat er sich zwei Wochen nicht gemeldet und da hab ich gedacht, oh Scheiße, die Sache ist durch. Wir wollten ja eigentlich gar keinen Keyboarder haben, aber als er uns gefragt hat, da haben wir gesagt: Also wenn einer, dann der. Und da waren wir auch ganz aufgeregt.

JM: Stand zu dem Zeitpunkt auch schon etwas, Texte auf Deutsch zu machen?
PAUL: Ja.
LEO: Ja.
PAUL & LEO: Das war von Anfang an klar.
PAUL: Deswegen haben wir auch relativ lange gebraucht, weil wir das erst lernen mussten. Wir mussten lernen, wie es ist, selber zu singen, wir mussten lernen, was funktioniert auf Deutsch und wie soll unser Stil sein.
LEO: Die ersten zwei Songs, die wir überhaupt gemacht haben, die waren mit Ideen von einem anderen Texter. Und die haben’s auch auf’s Album geschafft.

JM: Die Gastbeiträge auf dem aktuellen Album von Oliver Koletzki, die waren allerdings auf Englisch.
LEO: Ja. (Pause). Ich weiß gar nicht, wie ich das am besten beschreiben soll. Dadurch, dass wir auch mit anderen Künstlern zusammenarbeiten, ist es immer müßig, diesen Sachen einen Projekt-Namen zu geben. Wir haben an dieser Sache irgendwie zu dritt gearbeitet, ohne dass klar war, ob das nun ein Nörd-Track wird oder nicht. Und dann haben wir gesagt: Irgendwie ist es das dann aber doch, und nun lass uns doch einfach so nehmen. Auch wenn’s irgendwie ein bisschen verwirrend ist. Aber irgendwie haben wir als Nörd daran gearbeitet und gut.
PAUL: Und außerdem waren es ja dann auch die Leute von Universal, die gesagt haben featuring Leonhard Eisenach – das geht gar nicht.
LEO: Das klingt nicht. Leonhard Eisenach ist kein medien-kompatibler Name.
PAUl: Worauf Leo auch ganz richtig sagte: ja, aber Oliver Koletzki, oder wie?
LEO: Oliver Koletzki feat. Leonhard Eisenach.
PAUL: Oli ist ein Freund von unserem Keyboarder KD und Leo.
LEO: Ja
PAUL: Und die haben bei ihm auch live in der Band gespielt, bei den Koletzkis. Und daher kam die Lust, etwas zusammen zu machen. Auch öfter was zusammen zu machen und wir sind da auch sehr dankbar. Es ist auch immer sehr nett. Und vielleicht hat das auch deswegen so gut funktioniert, weil wir den vorher gar nicht so kannten. Das hat sich alles ganz organisch ergeben und das ist auch das Schöne daran.

JM: Zurück zu Eurer Musik – einer der Songs, die mich besonders beeindruckt haben, ist „Krank“; sicherlich einer Eurer opulentesten Songs. Sind das echte Streicher und Bläser, die man da hört?
PAUL & LEONHARD: ***** (Die Antwort kann derzeit nicht veröffentlicht werden. Es ist aber eine Mörder-Geschichte. Wir halten Euch auf dem Laufenden. – Anm. d. Redaktion)  

JM: Beim Cover zu „Na und, wir kennen Euch doch auch nicht“ hab ich lange gerätselt, wo das aufgenommen wurde. Erst dachte ich, Steindamm, Hamburg.
PAUL & LEO: Nein.

JM: Und dann… hier, kann man es doch erkennen, bei dem Turkish Airlines Laden, dann irgendwie Adalbertstraße, Ecke Naunyn?
LEO: Genau, das hier ist die Oranienstraße.

JM: Alles klar.
PAUL: Die Geschichte dazu war, dass Leo sagte, für das Cover fänd er eine Art Suchbild cool, wo man uns nicht sofort erkennt. Und dann haben wir gesagt: Super Idee, nur wie machen wir das? Dann haben wir ein paar Kumpels angerufen und gemerkt, morgen ist 1. Mai – lass es uns doch einfach dann machen. Ein befreundeter Fotograf hatte dann auch noch Zeit und hat gesagt, Ok, machen wir. Aber wir haben ein Problem, wenn wir so ein Suchbild machen wollen: Ich muss irgendwie hochkommen, möglichst hoch. Dann sind wir durch die Gegend gerannt und der Fotograf hat sich immer schon auf diese Stromkästen gestellt, aber immer auch gemosert, Ey, das ist nicht hoch genug. Und dann gab es doch original am 1.  Mai einen Typen, der sich auf die Kreuzung gestellt und eine Leiter für Fotografen vermietet hat. Der hat unten gestanden,. Du konntest ihm 50 Cent geben und durftest dann für ein paar Minuten auf die Leiter.
LEO: Wir hatten bloss das Problem, dass wir sehr früh da waren. Was ja eigentlich gut war. Aber es waren zu wenig Leute am Start. Und wir sind da ab 10 Uhr durch die Gegend gelaufen, weil wir gedacht haben, irgendwann ist Bambule, aber da war nichts. Nur so Polizisten, die die ganzen illegalen Anlagen weggeräumt haben.  

JM: Geographisch ist das Kottbusser Tor ja auch nicht weit. Der Kinderchor, von dem im Booklet die Rede ist …
PAUL: Da hat sich jemand echt die Credits durchgelesen.

JM: … und wie ist die Verbindung dahin?
PAUL: Die gibt’s nicht. Wir haben es einfach so genannt, weil ich über Jahre hinweg die Mitbewohner meiner WG und ihre zahlreichen Freunde abgeführt und ihnen gesagt habe, Du musst den Refrain von „Drogen“ singen, damit wir am Ende einen Chor zusammen haben. Und am Ende haben wir uns gefragt: Wie nennen wir das? Und haben uns für Kinderchor Kottbusser Tor entschieden.

JM: Super – jetzt kann ich die restlichen drei Fragen streichen, weil ich gern gewusst hätte, wie Ihr der Leiterin des Kinderchors diesen Text verkaufen konntet.
LEO: Obwohl wie viel überlegt haben, ob wir Leute beim Video-Dreh einfach andere Texte singen lassen. Zur Zeit des Drehs war WM und wir hätten denen dann einfach gesagt: Das ist ein Fußballlied. „Schuld daran seid Ihr, dass ich mich nur auf Fußball amüsier„. Und dann immer irgendwelche Rentner einladen. Das Wort „Drogen“ muss dann jemand anders singen… Am Ende haben wir’s doch nicht gemacht.
PAUL: Aber wir haben ernsthaft darüber diskutiert.

JM: Warum habt Ihr Eure Texte nicht mit abgedruckt?
PAUL: Ich hab ne Lese-Rechtschreib-Schwäche …
LEO: Optische Gründe, würde ich sagen.
PAUL: Kennst Du die Eels? Mark Oliver Everett hat mal gesagt, seine Texte sähen ohne Musik aus wie Kindergedichte. Und obwohl ich glaube, dass unsere Texte ganz gut sind, sind sie das voe allem eben auch wegen der Rhythmik. Unsere Wortwahl ist bewusst einfach, wir wollen nicht besonders intellektuell rüberkommen. Sondern ich will aus einfachen Worten interessante Verbindungen machen. Das heißt: Niedergeschrieben sieht das nicht so schön aus, wie es klingt.

JM: Wobei: „Schuld daran seid Ihr, dass ich mich nur auf Drogen amüsier“ ist ja nun auch kein Kinderreimschema.
PAUL: Das stimmt – aber das kann man ja auch hören, oder?

JM: Vollkommen richtig. Dann bitte ich Euch, folgende Sätze zu vervollständigen. Los geht’s: „Ich brech zusammen“, immer wenn ich…
PAUL: … diesen Song höre.
LEO: …wenn ich Hunger hab,

JM: „Rette mich wer kann“, fiel uns ein als…
PAUL: …ich ganz allein in der Küche saß und keiner war da, obwohl ich mich mit Kumpels zum Trinken verabredet hatte; dann haben die aber kurz davor abgesagt, und ich saß da, in voller Montur, ausgehfertig und wusste nicht, was ich machen sollte – also habe ich einen Song geschrieben.
LEO: Ich sag dazu ja nix.

JM: „Drogen“, die ich in diesem Leben unbedingt noch ausprobieren will, sind …
LEO: …die meisten.

JM: Das kann ich ja gar nicht glauben.
LEO: Das spricht ja dafür, dass man noch nicht viele ausprobiert hat.

JM: Deswegen ja: Kann ich gar nicht glauben.
LEO: Doch, ist aber wirklich so. Wir warten noch auf den richtigen Tripsitter.

JM: Musikalisch „Nah“ gegangen ist mir kürzlich…
LEO: …das neuste the Roots Album.
PAUL: …dieser Stabil Elite Song „Agent Orange“: „Geht vor, ich bleib wo ich bin.“

JM: „Miese Konzerte“ sind halb so schlimm…
PAUL: …wenn’s ein Raucher Club ist.

JM: „Wesentlich“ für den typischen Nörd-Sound sind…
PAUL: …Spielfreude, Texte und Mitschwingbarkeit.
LEO: Bewegung und Humor, ohne lustig zu sein.
PAUL: Franz Plasa hat immer gesagt, wir wären wie die Coen-Brüder, bei denen man auch nie weiß, ob man lachen oder weinen soll.

JM: Die geilsten „Maschinen“, die jemals erfunden worden, sind..
PAUL: Das musst Du jetzt machen, Leo..
LEO: Nee, weiß ich nicht.
PAUL: Du kaufst Dir immer so viele geile Maschinen

JM: Bohrmaschine?
PAUL: Ja, wirklich. Der is’n Maschinentyp. Große.
LEO: Ich bin vom Sternzeichen Hausmeister. Aber die geilste Maschine, die je erfunden wurde?
PAUL: Rasierapparat.

JM: Sagt der Richtige: Der ist so geil, den benutz ich gar nicht.
LEO: Warte, dann sag ich: Der Herd!

JM: Wenn ich „Krank“ bin, brauch ich unbedingt…
PAUL: …Ingwer-Tee.
LEO: …Fernsehen.

JM: Das Berghain bei „Tageslicht“, finde ich…
LEO: …nicht unsere Baustelle.
PAUL: …ähnlich angsteinflößend wie nachts auch.

JM: „Benzin“ entstand, weil …
PAUL: Als ich extrem gute Laune hatte und aus Versehen ist da so extrem depressiver Song geworden. Aber das ist eigentlich immer so. Wenn man gut drauf ist, kann man Sachen anders  verarbeiten. Vor allem aus der Vergangenheit. Es heißt ja immer, Künstler müssten leiden, um kreativ zu sein. Ich glaube aber, dass Leid natürlich ein Teil des Prozesses, der Selbsterfahrung ist, aber dass man vor allen Dingen dann gut darüber reflektieren kann, wenn es vorbei ist. Das ist dann eine sehr kreative Phase und so war es bei „Benzin“ auch.
LEO:  Man kann das Kind ja auch beim Namen nennen. Es gibt einen alten Blues-Song, der ähnlich geht und von dem wir uns haben inspirieren lassen. 

JM: „Keine Sterne“ in Athen …
LEO: Kommt als erstes, wenn man „Keine Sterne“ bei Youtube eingibt. Das muss geändert werden für uns. Aber die machen da nix.

JM: Ich ruf da mal an. Danke für das Interview!

Foto: Sebastian Gottschalk

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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