„Ich bin ja nicht Phil Collins“ – Dagobert im Interview

Dagobert - Victor Staaf - 01

Dagobert ist weder Bankräuber noch steinreiche Ente. Dagobert ist ein Sänger, dem man mit der Bezeichnung Barde hochwahrscheinlich eher gerecht wird. Mit „Afrika“ hat der Schweizer, der sich irgendwie linkisch und dennoch formvollendet zwischen alle Chanson-, Schlager- und Schmonzetten-Stühle setzt, bereits sein zweites Album veröffentlicht. Höchste Zeit, den Mann, der sich seines Anders-Seins bewusster ist, als manch einer vermutet, persönlich zu treffen. Im mittäglichen Halbdunkel berichtet Dagobert alias Lukas Jäger bei einem Gläschen Korea (Weißwein & Cola) vom Überlebenstraining in den Bergen, erläutert seine Afrika-Sehnsucht und was fünf Jahre Berlin aus ihm gemacht haben. 

JOINMUSIC: Woher weißt Du eigentlich, wie die Sonne in der Karibik scheint?
DAGOBERT: Sehr gute Frage für den Einstieg. Es ist eine der wenigen Schlagerphrasen-Floskeln, der ich mich bediene. Ich war noch nie da.

JM: Klanggestaltungstechnisch ist „Afrika“ ja eine ganz andere Hausnummer.  Im Vergleich zur ersten Platte?
DAGOBERT: Ja, gut, dass man es hört. Beim ersten Album bin ich mit meinen Demos beim Produzenten angekommen und daran haben wir nicht mehr viel geändert. Ein paar Spuren ausgewechselt und ein bisschen was abgemischt. Ein bisschen Schlagzeug drüber gespielt, aber mehr war da auch nicht. Es war noch sehr viel Originalmaterial, das ich in meiner Bergzeit aufgenommen hab. Und jetzt bin ich auch wieder mit meinen Demos angekommen und die Arrangements sind immer noch dieselben, aber wir haben alle Spuren komplett ausgewechselt und alles organisch eingespielt.

JM: Wolltest Du das so?
DAGOBERT: Das war die Idee. Inzwischen habe ich ja auch eine Band und bin nicht mehr mit dem iPod unterwegs und mach diese Halbplaybackshows. Die Musik entsteht auf der Bühne und deswegen war es mir auch ein Anliegen, dass es auch auf Platte klingt wie echt.

JM: War das wie ein erstes Mal zusammen mit anderen Musikern im Studio aufzunehmen?
DAGOBERT: So ein wahnsinnig großer Unterschied war es nicht, weil fast alle Instrumente der Produzent selber eingespielt hat. Die Band gibt es vor allen Dingen für die Konzerte. Von denen war keiner im Studio. Die hab ich erst alle hinterher zusammengetrommelt. Es war gar nicht so einfach Leute zu finden, mit denen ich gerne den ganzen Tag abhänge, die gut spielen können, 100 % immer verfügbar sind und auch kein Geld haben wollen. Aber ich hab sie gefunden.

JM: Darf ich kurz fragen – ich hatte nämlich kein Booklet, weil ich das alles digital und so….
DAGOBERT: Ich auch noch nicht, aber ich weiß ungefähr, was drin steht.

JM: Wer ist denn der Produzent?
DAGOBERT: Markus Ganter. Der hat auch schon das erste gemacht.

JM: Wie habt Ihr zueinander gefunden?
DAGOBERT: Ich war mal beim Gespräch bei Universal, naja eigentlich bin ich ja auch gesignt bei denen. Und der Typ, der mich gesignt hat, hatte die Idee, mich zu Markus zu bringen. Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar. Und die Freundin von dem Ganter ist auch meine Managerin geworden. Und jetzt sind wir so wie eine Familie. Super. Die Konstellation wird wohl noch lange halten.

JM: Hast Du mit der Band schon Live-Erfahrung sammeln können?
DAGOBERT: Wir haben im Januar eine Support-Tour gemacht, für Laing, sieben Konzerte. Da haben wir zum ersten Mal zusammen gespielt. Und da haben wir auch viele Lehren draus gezogen. Aber im April/Mai stellen wir eine Top Show auf die Beine.

JM: Ist das live mit der Band eine andere Qualität im Gegensatz zu Deiner One-Man-Show vorher?
DAGOBERT: Es ist definitiv eine andere Qualität. Als ich angefangen habe mit Konzerten, hab ich mir überhaupt nicht vorstellen können, irgendwen sonst auf der Bühne zu dulden. Da wollt ich einfach nur mein Ding machen und das hat ja auch gut funktioniert. Die Liveshows haben immer gut hingehauen, aber die Möglichkeiten sind eben auch begrenzt. Gerade wenn man vor vielen Leuten spielt, ist es schon schwieriger, wenn man ganz alleine ist. Das wirkt dann schnell wie ne Art Pausenclown-Kleinkunst-Nummer. Aber ich strebe ja nach Höherem und hab mir deshalb eine Band zusammen gesucht und es ist viel geiler, als ich es mir jemals erträumt hätte. Und wenn die Musik entsteht, im Moment auf der Bühne…. das ist schon was anderes. Dass das überhaupt funktioniert, hätte ich früher nie gedacht. Und jetzt sehe ich, das geht alles und es ist richtig geil.

JM: Spielst Du auch ein Instrument auf der Bühne?
DAGOBERT: Nee, ich kann keins. Ein bisschen Schlagzeug vielleicht, aber ich bin ja nicht Phil Collins.

JM: Wie hast Du dann überhaupt Songs komponiert?
DAGOBERT: Ich hab schon so ein Keyboard, 20,-€ Ding vom Flohmarkt. Da klimper ich drauf rum, bis ich zwei drei Akkorde finde, die zusammen passen und wenn ich soweit bin, dann programmier ich alles midimäßig.

JM: In der „Schnulzensänger aus den Bergen“ sprichst Du davon, dass Du lyrisch eigentlich nur ein Thema hast: Die Liebe zwischen Mann und Frau. Das war bei diesem Album aber nicht der Fall. Oder was ist mit Afrika?
DAGOBERT: Stimmt, ich hab das ein bisschen aufgebrochen. Das erste Album war sehr intim. Kammermusikalisch. Das ging nur um diese eine Frau und meine kleine Welt, die von ihr handelt und weil ich jetzt auch musikalisch ein bisschen offener bin, weil auch die Musik organischer ist, habe ich mich auch thematisch ein Stück weit geöffnet. Es gab natürlich schon immer irgendwie Themen, die mich auch beschäftigt haben, aber es hat nie richtig funktioniert, darüber zu schreiben und Musik zu komponieren. Aber ich lerne ja dazu und ich glaube es sieht nicht schlecht aus, dass in Zukunft noch mehr dazu kommen wird. Die Liebe wird trotzdem das Hauptthema bleiben. Das ist sicher. Dazu habe ich am meisten zu sagen. Das wühlt mich gefühlstechnisch am meisten auf.

JM: Ich finde es bezeichnend, dass Du im Titelsong von einer Erfahrung sprichst, die Du eigentlich schon gemacht hast: Weg, Exil, Auswandern, wenn man die Zeit in den Bergen dazu zählen mag. Ist das Alleine-Mit-Dir-Beschäftigt-Sein, ist dieses Thema abgeschlossen oder kann das noch mal wieder kommen?
DAGOBERT: Das kann auf jeden Fall wieder kommen. Ich bin jetzt fast fünf Jahre in Berlin und so langsam hat sich’s fast für mich wieder ausgereizt. So ein bisschen. Diesen Titelsong Afrika habe ich damals auch geschrieben, als ich auf dem Berg war – ich war ja insgesamt 5 Jahre da und nach 3,5 ist es echt schwierig geworden, mit der Einsamkeit klar zu kommen – ich hab keine Zukunft mehr gesehen, auch nicht wieder eingegliedert in die Gesellschaft, weil ich mir geschworen hatte, niemals zu arbeiten und ich auch nie mit dem Gedanken gespielt habe, mit meiner Musik mal was reißen zu können. Die hab ich ja nur für mich gemacht. Und das bisschen Geld, das ich hatte, um da oben am Leben zu bleiben, ging mir auch aus. Deswegen musste irgendetwas passieren. Ich wusste aber nicht was. Und das Einzige, was mir einfiel, was irgendwie realistisch war, war nach Afrika auszuwandern. Weil es im Gegensatz zu den verschneiten Bergen immer warm ist. Dacht ich mir. So ist der Song entstanden und das war auch kein Hirngespinst. Ich habe mich auch seriös drauf vorbereitet. Mit diversen Selbstexperimenten à la „Mit wie wenig komm ich klar“. Ich war wochenlang unterwegs in den Bergen ohne irgendwas. Ich habe aus Bächen getrunken und auch eine Woche nicht gegessen, nicht getrunken und mich auf’s absolute Minimum runtergehungert, einfach um zu sehen, mit wie wenig ich überlegen kann. Dass, wenn ich dann loszieh, ich es auch weiter schaffe, als bis zur nächsten Kneipe.

JM: Das besondere an Deinem Survivaltraining ist ja, dass Du das ohne Aufsicht gemacht hast.
DAGOBERT: Naja, mein Schwager der ist Arzt und der hat mich auf die Idee gebracht, dass man mit ganz wenig klarkommt und als ich in einer ganz seltenen Situation, wo ich dann mal nicht in den Bergen, sondern bei meiner Familie war, da hab ich ihm gesagt: Geil, das probier ich mal aus. Und dann hat der sich Sorgen gemacht, weil ich mich nicht gemeldet habe und ist nach einer Woche zu mir in die Berge gefahren, um zu schauen, ob ich noch lebe.

JM: Und – hast Du noch?
DAGOBERT: Jaja, aber es war schon nahe dran auf jeden Fall. Wenn man sieben Tage nichts trinkt und nichts isst, passiert schon was mit einem. 

JM: Ich bin kein Arzt, aber mein Allgemeinverständnis sagt mir, sieben Tage ohne Essen ist schon hart. Sieben Tage ohne Trinken geht gar nicht bzw. bedeutet für die meisten das Ende.
DAGOBERT: Also bei mir war es immer das gleiche und ich konnt mich auch nie dran gewöhnen. Am fünften Tag kommt dann so eine Stimme, die wird dann ganz präsent und die sagt dann: „Du musst jetzt was trinken, sonst stirbst Du.“ Dann kommt aber die andere Stimme und sagt: „Du hast Dein Leben lang jeden Tag gegessen und jeden Tag getrunken. Du weißt gar nicht, wie es ist, wenn Du das mal nicht machst. Und es ist nur die Gewöhnung, die Dir jetzt sagt, Du musst unbedingt.“ Diese andere Stimme ist aber trotzdem sehr penetrant, nach dem Motto „Es ist jetzt wirklich vorbei, wenn Du nicht sofort etwas zu Dir nimmst.“ Und ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Menschen, die nicht über ein starkes Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl verfügen, nur weil sie dieser einen Stimmen glauben, sterben würden. Ich bin dann aber einfach so stur geblieben, dass ich gedacht habe, nee, irgendwie muss das gehen. Das haben ja andere schon geschafft. Das ist alles nur so ein komischer Gehirnfick. Und ich denke einfach nichts. Und tatsächlich: Wenn man diesen Punkt einmal überwunden hat, dann ist alles auf einmal viel entspannter. An Tag sechs und sieben geht’s einem zwar noch sehr sehr schlecht, aber man weiß, es geht irgendwie. Mann kann zwar nicht viel machen, aber mit jedem Schritt, den man läuft, hebt man ab., weil man sich geistig und körperlich so gut fühlt. Man gewöhnt sich fast schon dran, dass man in einem neuen und solchen Zustand ist. Das war meine Erfahrung.

JM: Krass. Bist Du auch in anderen Aspekten des Lebens derart rigide mit Dir?
DAGOBERT: Was heißt in anderen Aspekten?

JM: Na, du setzt Dir entweder in den Kopf sieben Tage voll zu fasten oder Du nimmst Dir vor, in sieben Tagen 50 Songs zu schreiben.
DAGOBERT: Songs schreiben ist etwas anderes. Ich kann selber nicht entscheiden, worüber ich schreibe und so weiter und wann. Alles was ich tun kann ist: Eine Situation oder eine Stimmung erschaffen, in der ich empfänglich bin für so Ideen. Letztendlich ist es ja der liebe Gott, der das Zeug schreibt. Ich kann keine Auftragsarbeiten machen. Das funktioniert einfach nicht. Ich meditiere jeden Tag, wenn man’s so nennen will, ein paar Stunden. Und oft passiert dann gar nix. Ich setz mich halt hin und überleg mir was. Ich warte halt, bis was kommt.

JM: Bis die Muse Dich küsst.
DAGOBERT: Ist wirklich so. Bisschen unprofessionell. Und in letzter Zeit auch nicht mehr so produktiv, aber ich hab ja noch viel auf Lager.

JM: Welche Muse hat Dich denn bei „Du Bist Tot“ geküsst? Die Art und Weise, wie Du den Refrain schmetterst, lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei um etwas Ironisches handelt – was man von Deinen sonstigen Werken ja nicht sagen kann.
DAGOBERT: Nee nee, da geht’s schon um einen Menschen, der wirklich gestorben ist. Und ironisch ist da nichts – der ist komplett ernst gemeint.  Ich hab den auch schon ein paar mal live ausprobiert und die Reaktion ist meistens schallendes Gelächter, dabei war das gar nicht meine Absicht. Vielleicht ist das einfach zu krass und dann denkt man, das muss ja irgendwie ironisch sein. Aber eigentlich geht es darum,. Dass wirklich jemand gestorben ist und ich beschreibe, wie sich das anfühlt. Und es ist mein Lieblingssong auf dem Album. Tatsächlich. Das ist ja auch alles schon eine Weile her jetzt. Ich kann inzwischen gut damit leben. Anfangs hätte ich den so niemals irgendjemandem vorspielen können: Viel zu persönlich. Aber jetzt ist das schon okay. Ich mag den Song

JM: Mein Lieblingssong ist „Am Natronsee“.
DAGOBERT: Das habe ich schon oft gehört.

JM: Aber erst nach den ersten dreieinhalb Minuten.
DAGOBERT: Ach so. 

JM: Warum musste das Instrumental da vorher hin? Und dann auch noch mit einer Scorpions-Solo-Gitarre?
DAGOBERT: Mit einer Kreator Solo Gitarre.

JM: War das der Mille Petrozza?
DAGOBERT: Ja,klar.

JM: Nee.
DAGOBERT: Doch.

JM: Nee. Echt jetzt?
DAGOBERT: Ja. 

JM: Wow.
DAGOBERT: Aber Du meinst jetzt diesen angehängten Telefonteil?

JM: Genau. Ich finde, das ist das beste Lied auf der Platte. Gerade weil es nur mit Deiner Stimme und einem Tasten-Sound so nackt ist.
DAGOBERT: Das sind die zwei Minuten auf dem Album, die komplett unbearbeitet geblieben sind. Das ist noch von damals, vom Berg. Das habe ich auch nicht noch einmal neu aufgenommen. Ansonsten ist alles neu aufgenommen.

JM: Vielleicht solltest Du doch noch mal über eine Raw und Unreleased Veröfentlichung nachdenken...
DAGOBERT: Dacht ich mir auch gerade.

JM: Warum habt ihr das da so drangehängt? Wie passt der Wurmfortsatz zu dem großen Ganzen, das da „Am Natronsee“ heißt?
DAGOBERT: Naja also – eigentlich ist meine Managerin daran schuld. Das ist auch ihr Lieblingssong, also der angehängte Teil. Und sie wollte den Song unbedingt auf dem Album haben. Ich mag den auch. So ist es ja nicht. Damit nicht nur ein Song „Afrika“ heißt, und es sonst noch ein bisschen Afrika-Bezug gibt, habe ich auch das Instrumental „Am Natronsee“ getauft. Und dann dachte ich mir, mach ich noch so einen Telefonteil dran, von dem man denkt, ich wär jetzt in Afrika und würd von da aus telefonieren. Vielmehr steckt da nicht dahinter. Das ist auch in allerletzter Sekunde, kurz vor Fertigstellung des Albums, da ist die Idee entstanden. Dann habe ich da diese blöden Telefontöne reingemacht und gedacht: ganz geil.

JM: Das mit dem Instrumental ist ja sowieso etwas besonderes, zumal für jemanden, wie Dir, der sich vor allem über den Text definiert.
DAGOBERT: Das sehe ich auch so, Wenn ich über die Jahre ein Talent entwickelt habe, dann ist es eher das Texte schreiben. Ansonsten eher nicht so. Trotzdem finde ich, ist Musik alleine eigentlich die noch stärkere Sprache als die Worte. Wenigstens wollte ich dann ein so ein Instrumental haben, das auch so wirkt. Und dass ich das mit Mille machen konnte, der mein absoluter Musikgott ist… Also das ist eigentlich der Grund dafür, dass ich das überhaupt gemacht habe.

JM: Woher kennst Du eigentlich Kreator? In der Doku sprichst Du von den Scorpions und wie die eine Art musikalisches Erweckungserlebnis für dich waren – und dann kam Kreator?
DAGOBERT: Nein. Ich hatte noch nie etwas von Kreator gehört. Bis letztes Jahr, wo der Mille auf’m Konzert von mir war. Und ich wusste nicht, wer das ist. Wir haben uns gut verstanden. Und so bin ich eigentlich auf die Musik gekommen. Und dann haben wir uns sehr angefreundet. Und hängen halt die ganze Zeit zusammen rum. Dass ich den gefunden habe, ist einfach toll.

JM: In diesem Zusammenhang – Du hast erwähnt, dass die Zeit in Berlin Dich insofern geprägt hat und prägt, als dass sie Dich für bestimmte Dinge geöffnet hat. Auch musikalisch?
DAGOBERT: Also das nun nicht so sehr. Ich finde schon, dass es eine Art Öffnung ist, wenn ich sage, hey, ich will jetzt ne Band, ich will mit Euch zusammenspielen. Das ist ja schon Einiges. Aber ich check überhaupt nicht aus, was gerade veröffentlicht wird oder so. Ich hör kein Radio, ich hab kein Internet.  Ich verschließ mich da auch ein Stück weit. Weil es gerade auch in Berlin schwierig ist, oder schwieriger als anderswo, eine Art eigene Welt aufrecht zu erhalten, in der es überhaupt möglich ist für mich zu schreiben. Man wird sehr mit sinnlosen Informationen zugemüllt, die eher belastend sind als beflügelnd.

JM: Das heißt, Du kennst eigentlich gar nicht so gern auf Konzerte anderer Künstler wie zum Beispiel Herr Petrozza.
DAGOBERT: Wer?

JM: Na, Mille.
DAGOBERT: Ach so. Na, Mille, der zieht sich ja alles rein. Der gibt mir auch immer Tipps, was ich unbedingt anhören muss. Ich mach das dann aber meistens nicht.

JM: „Jenny“ – ist das Deine Lieblingstresenkraft in Deiner Stammkneipe?
DAGOBERT: Ich hab sie so kennengelernt. Aber das war vor 10 Jahren. Aber da hat sie in einer Kneipe gearbeitet und wir sind Freunde geworden und die hat mir schon viel geholfen im Leben. Ich war ja schon mal vor 10 Jahren kurz in Berlin und als ich vor fünf Jahren wiedergekommen bin, war sie der einzige Freund, den ich hier in Berlin und aus der Zeit damals hatte. Wir haben uns fünf Jahre nicht gesehen und nicht gesprochen Ich habe aber einfach bei ihr geklingelt. Sie hat noch immer da gewohnt, und war gerade zuhause. Und die hat mir dann auch die Wohnung in dem Kaffee organisiert, das ihrer Schwester gehört , in dem ich dann anderthalb Jahre umsonst wohnen konnte. Und jetzt gerade wohne ich ihrer Wohnung. Umsonst. Jenny ist meine älteste und beste Feundin.

JM: Schöne Hommage. Du sagt selber, dass Du auf Deinem musikalischen Weg nicht von vielen Künstlern geprägt und beeinflusst worden bist, von den wenigen aber um so intensiver. Kannst Du Dir vorstellen, einen Song eines dieser Künstler zu covern?
DAGOBERT: Grundsätzlich nein. Es fällt mir im Moment noch so schwer, Texte zu singen, die nicht meine eigenen sind. Wies auch. Es sind ja die Ideen von sonst wem. Und wenn ich eine Band liebe, dann haben die ja sowieso schon die perfekt Version der Songs geschrieben. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber im Moment sehe ich darin keinen Sinn.

JM: Danke für das Gespräch.

Foto: Victor Staaf

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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