„ICH HASSE BECKEN“ – Strand Of Oaks im JOINMUSIC Interview

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10 von 10 Punkte vergeben auch wir nicht am laufenden Band. Bei Scheiben, wie der neuen von Strand of Oaks allerdings ist’s was anderes. Timothy Showalters „HEAL“ ist nicht nur einfach ein Album. Es ist das klanggewordene Manifest eines erwachsenen Mannes, der sich und seine Musik nach einer Art Erweckungserlebnis – nein, eben nicht neu erfand, sondern – rejustierte; zurück zu den Anfängen, dorthin, wo alles begann. Vollkommen ab von allen anderen tollen Dingen, die es über das Album zu berichten gäbe, hört man „HEAL“ genau das eben auch an. Im Interview mit JOINMUSIC lässt der vor (neugewonnener?) Lebensfreude berstende Timothy Showalter nichts aus (english version below).

JOINMUSIC: Ist die Hand auf dem Cover die heilende Hand?
TIMOTHY SHOWALTER: Das ist eigentlich die Hand meiner Frau. Drei Tage lang haben wir Fotos für die Pressebilder und alles andere gemacht. Wir wollten zum Beispiel unbedingt ein Foto für das Cover. Und das wurde dann ausgerechnet das allerletzte Bild, das wir gemacht haben – aus insgesamt 350–400. Und meine Frau war nur auf den letzten par mit auf dem Bild. Sie war draußen am Wein-Trinken. Eigentlich waren wir alle am Weintrinken. Und waren auch schon angeschickert. Im Hintergrund lief eine gute Schallplatte und das Licht in dem Raum war wunderschön. Ich saß also in diesem Stuhl und merkte quasi gar nicht, dass noch jemand fotografiert. Und meine Frau stand dann einfach so im Bild herum. Irgendwie war es also gestellt, weil wir wussten, dass da jemand mit einer Kamera steht. Es war aber auch irgendwie nicht gestellt, weil ich irgendwohin ins Leere gucke und mit meinen Gedanken ganz woanders bin. Also es dann darum ging, zusammen zu entscheiden, wussten wir alle sofort: Das ist es.

JM: Der Albumtitel „HEAL“ – bezieht der sich auf den tragischen Autounfall oder geht es dabei um das Erweckungserlebnis auf Tour in Schweden?
TS: Nein, nein. Der Unfall geschah ja nach den Aufnahmen. Viel später. „HEAL“ nimmt ganz und gar Bezug auf das Erweckungserlebnis – schönes Wort übrigens: darum schreibst Du und ich spiele Gitarre. Denn diese Erfahrung ist tatsächlich und sprichwörtlich ein Erweckungserlebnis. Darum schreibt sich der Album-Titel in Versalien. Es geht nicht einfach nur um heilen. Es geht ums H E I L E N, verdammt nochmal. Um’s HEILEN. Es schreit Dich regelrecht an. Es ist eine Katharsis und sie ist dringlichst. So hat sich das angefühlt. Ich weiß nicht mehr genau, wie das Zitat von Charles Bukowski geht, aber sinngemäß hat er einmal gesagt: Es wird kein Tod, keine Scheidung oder etwas vergleichbar Großes sein, das einen Mann verrückt werden lässt. Sondern ein kaputter Schnürsenkel.

Und genau so war es bei mir. Ich war in Schweden auf Tour, weil ich die meiste Zeit des Jahres auf Tour bin. Da passiert auch nicht viel, denn vieles läuft nach Schema F ab. Aber in dieser speziellen Nacht bin ich mit Menschen, die ich nie zuvor gesehen, unterwegs gewesen und habe mich mit ihnen unterhalten. Und auf einmal war ich derart überwältigt von dem Gefühl, dass ich Wildfremden so nah war und sie mir und ich einfach ich selbst sein konnte, dass etwas aus mir herausgebrochen ist. Etwas, von dem ich über 10 Jahre gar nicht mehr gewusst hatte, dass es in mir schlummert. Man könnte jetzt annehmen, dass sich das total toll angefühlt haben muss. Hat es sich aber nicht. Denn es ging um mich und die Tatsache, dass ich das Gefühl hatte, über 10 Jahre lang nicht mehr ich gewesen zu sein. Auf einen Schlag war ich unglaublich einsam. So einsam wie ich es in „Goshen“ beschreibe: Du bist 15 Jahre alt und alles, was zählt ist, diese eine Platte zu finden. Eine Platte, die einem den Tag rettet. Manchmal reicht auch nur dieser eine Song im Radio. Mit dem Älterwerden gerät dieses Gefühl immer weiter in den Hintergrund, als ob da einer das Licht dimmt. Das alles zu realisieren und einen anderen Weg einzuschlagen, war die direkte Konsequenz dieses Erweckungserlebnisses. Nicht, dass Schweden großartig anders ware als andere Länder. Dennoch: Irgendwas hat da Klick gemacht, ist eingestöpselt bzw. entstöpselt worden. Seitdem versuche ich, wieder an dieses Kind in mir ranzukommen. Um das zu erreichen muss man manchmal vorgehen wie bei einem kompliziert gebrochenen Arm: Der wird während der OP noch einmal gebrochen. Das habe ich getan: Durch die häßlichste Scheiße meines Lebens bin ich noch einmal durch, um mir einen Teil dieser Urgefühlssuppe zurückzuerobern. Dabei geht es nicht um Fröhlichkeit oder Glücksgefühle, sondern um Zufriedenheit mit sich selbst. Ich wollte mich als Person nicht mehr so verloren fühlen.  

JM: Hilft diese Rückbesinnung auch, die Veränderung im Klang zu erklären?
TS: Ja, sehr sogar. Denn diese Rückbesinnung hat sich nicht nur auf textlicher Ebene manifestiert. Die Veränderung im Sound hat aber auch damit zu tun, dass ich, seit ich Musik höre, schon immer eine Platte machen wollte, die genau so klingt wie jetzt „HEAL“. Ich liebe dicke Gitarren, ich liebe Tanzmusik. Ich liebe Schlagzeug und Synthesizer. Und genauso wie ich mir im Hinblick auf meine Ehe und mein privates Leben in die Tasche gelogen habe, habe ich mich jahrelang mit einer akustischen Gitarre betrogen. Mit akustischen Gitarren im Allgemeinen ist ja nichts falsch. Man kann damit aber leider nur soundsoviel Dinge tun. Zum Beispiel „Going Down The Mountain“ singen. Nach dem Ding in Schweden waren ich und die Akustik-Gitarre miteinander fertig. Ich meine: Wenn ich schon aussehe, als würde ich bei Black Sabbath spielen, und genau das auch immer schon vorgehabt hatte, dann werde ich das kurze Leben, das ich habe, doch nicht damit zubringen, eine verträumte Scheibe voller verhallter Scheiße aufzunehmen. Ich werde eine Platte machen, die so direkt und laut ist, wie es überhaupt nur geht. Und zwar nicht nur laut im Hinblick auf Phonstärke, sondern emotional laut. Nicht jede Nummer auf der Platte ist ein klassischer Power-Rock-Song, aber auch die Balladen sind gefühlstechnisch maximal ausgereizt. Es gibt keine Verschnaufpause. Und ich weiß gar nicht, ob es Spaß macht, sich das anzuhören – mir gefällt’s. Aber aus Hörersicht bin ich ein wenig nervös. Vielleicht sagen ja doch einige: Mann, das hört ja nie auf. Es geht immer weiter.

JM: Nun, ich bin zwar nicht hier, um Schmeicheleinheiten zu verteilen, aber für mich ist „HEAL“ bereits jetzt eines der besten Alben des Jahres 2014. Was eben auch an  diesem unglaublichen Sound-Design liegt, Apropos: Gibt es außer ein paar gelegentlichen Hi-Hat und Ride-Becken-Einsätzen überhaupt Becken auf der Platte?
TS: Ich hasse Becken. Eine meiner Lieblingsplatten aller Zeiten ist „Hounds of Love“ von Kate Bush, und es gibt nicht ein einziges Becken auf der gesamten Platte. Ich hasse Becken. Ich fühle mich für die Schlagzeuger in meiner Band immer etwas schlecht, weil die immer PSHSH machen wollen und ich ihnen dann komme mit: Verdammt nochmal, spiel nicht das Becken, sondern die tiefe Tom. Das klingt so viel erhabener und kraftvoller. Es ist ein wenig wie der Unterschied zwischen einer fauchenden Katze und einem echten Reitpferd. Ich würde lieber einen Hengst reiten, als mich von einer Katze anfauchen zu lassen.

JM: „HEAL“ ist auch wegen der krassen Dynamik-Unterschiede etwas besonderes, fast wie ein Werk aus der Klassik: Unglaublich leise Parts und plötzliche Ausbrüche wechseln sich miteinander ab.  Das allein verleiht der Musik etwas Majestätisches. War das Deine Sound Vision?
TS: So steht es in der Bio. Aber eigentlich habe ich die Aufnahmen erst einmal für mich gemischt und gemastered. Am Ende war das dann sehr verträumt. Ich meine, es waren die exakt gleichen Zutaten, aber sie waren getränkt in Hall und Delay. Ich wusste, dass ich mit John Congleton arbeiten würde, aber dann bin ich zwei Tage vor dem Beginn des finalen Mixes von zwei Lastwagen angefahren wurden: Alle Rippen gebrochen und ne Gehirnerschütterung hatte ich auch. Meine Frau glaubte, ich sei tot. Ich war zwar nicht im Koma, aber lange Zeit bewusstlos. Auf jeden Fall habe ich mich zum Mixen dann mit John – einem persönlichen Helden von mir – getroffen und ihm gesagt: „Pass auf, ich will’s nicht bequem und wohlig. Ich will, dass es gefährlich klingt. Und er rieb sich nur die Hände und sagte „YES!“. Wenn Du auf dieser Platte also Schlagzeug hörst, dann ist es das fetteste Schlagzeug auf der Welt. Und wenn ein Gitarrensolo kommt, stellen wir sicher, dass Du das nicht überhören kannst. Und das hat nichts mit meinen Anweisungen zu tun, sondern fußt einzig und allein auf John Congeltons Genie. Davon lebt die Platte. Alles ist übertrieben. Und eigentlich zu viel des Guten. John sagte dazu nur Folgendes: „Tim, Deine Texte sind sowas von persönlich. Warum zum Teufel sollten wir sie mit Hall kaputtproduzieren, nur damit niemand versteht, worüber Du singst?“

Und obwohl es scheinbar zum Standardprozedere gehört, so zu verfahren, wenn mit dieser Art Synthesizer gearbeitet wird, wirkte die Mischung auch auf meine Ohren beängstigend. Für das Label sowieso: Eine Stimme, die sich quasi neu erfindet und dann ohne jeden Hall auch noch wie ein Messer durch den Mix schneidet. Ich war einigermaßen beunruhigt. Und mochte das anfangs auch überhaupt nicht – aber entweder hatte ich zu viel Schmerzmittel intus oder irgendwas war noch mit meiner Gehirnerschütterung – auf jeden Fall hat es klick gemacht, und dann ergab auf einmal alles Sinn. Denn genauso kam mir mein Leben in diesem Moment vor. Ich wäre fast gestorben. Wahrscheinlich hätte ich sterben sollen. Warum zum Teufel also sollte ich mich hinter so etwas verstecken? Ich will nicht überheblich klingen, aber es war ein bißchen wie: „Zwei Lastwagen haben mich nicht unter die Erde bringen können. Die haben es nicht einfach nicht geschafft. Als Konsequenz werde ich die am fettsten klingene Platte überhaupt produzieren.“ Weil ich in diesem ganzen Drumherum einen tieferen Sinn, eine Art Endzweck sehe. Das Ding ist ja auch, dass ich John von dieser ganze Sache bis nach dem Mischen nichts erzählt habe. Und als ich es ihm sagte, stellte sich heraus, dass auch John eine persönliche Krise durchlebt hatte: Über die Weihnachtszeit war einer seiner besten Freunde verstorben. Und da saßen wir nun im Studio nebeneinander, jeder hing seinen eigenen dunkeln Gedanken nach, ohne von denen des jeweils anderen zu wissen. Keine Ahnung, ob das für irgendwen, der die Platte kauft, von Bedeutung ist. Aus meiner Sicht ist diese Erfahrung von besonderer Eindringlichkeit. Johns Version von „Plymouth“ zum Beispiel war total anders als das, was ich gemischt hatte. Aber seine Version enthielt etwas, das mir Gänsehaut verursachte. Etwas, von dem ich nicht sagen konnte, was es war. Und dann stellt sich raus, dass das der Track war, den John an dem Tag angefertigt hatte, an dem sein Kumpel draufgegangen war. Er hatte es am Morgen in den Nachrichten gehört. 

JM: Verrückt.
TS: Die Sache ist ja, dass ich manchmal sehr emotional werde und mich dann anhöre, wie ein Hippy. Aber auch auf die Gefahr, dass es kitschig klingt: Das einzig Magische, zu dem ich in der Lage bin, ist Plattenmachen. Ich kann keinen Tisch bauen, ich kann nicht schreiben und niemandem irgendetwas beibringen. Aber eine Platte aufnehmen ist das, was etwas magisch Überirdischem am Nächsten kommt. Es gehört ja auch sehr viel mehr dazu als nur Schlagzeug oder Gitarre spielen. Und solche Geschichten, wie die von mir und John, das ist das emotionale Beiwerk, das den Ausschlag macht.

JM: Auf „HEAL“ hat sich nicht nur die allgemeine Klangsprache verändert – auch bei Deinem Gesang haben sich Dinge merklich verschoben. Der Klingt-Wie-Neil-Young-Ansatz Deiner früheren Platten ist  vollständig verschwunden.
TS: Stimmt. Ich habe auf der Scheibe Sachen gemacht, bei denen mir regelrecht unwohl war. Ich habe Noten gesungen, die waren so hoch, dass ich sie eigentlich nicht hätte treffen sollen. Hab ich aber. Und es hat sich gut angefühlt.

JM: So wie das Falsett bei „Same Emotions“ und „Wait For Love“ – war das terra incognita?
TS: Ganz genau. Und es war alles andere als leicht. Was ich richtig gut kann ist, eine Akustik-Klampfe in die Hand nehmen, einen E-Moll Akkord spielen und das Lied über „Going Down The Mountain“ singen. Ich kann es sogar richtig schön singen. Stell mich in irgendein Café dieser Welt und das Publikum wird sagen: „Oh, das ist aber nett. Richtig schön.“ Aber manchmal will ich eben auch schreien. Und zwar vollkommen unabhängig von diesem Erleuchtungsquatsch und was sonst so in meinem Privatleben vor sich ging. Ich meine, so hören sich unsere Live-Sets ja auch seit Jahren an. Nur, das auf Schallplatte aufzunehmen, das ist uns bisher nicht gelungen. Bis jetzt.

JM: Wie schreibst Du eigentlich Songs? Auf „HEAL“ sind häufig Piano-Passagen zu hören. Hast Du das gespielt?
TS: Ich habe alles eingespielt. Außer das Schlagzeug. Und J. Mascis Gitarre.

JM: Also komponierst Du jetzt eher mit der Gitarre oder am Klavier?
TS: „Heal“ ist die erste Platte, bei der ich Zeit in so etwas wie einem Aufnahmestudio verbringen konnte. Jeder einzelne Song auf der Platte begann damit, dass ich mir ein Tempo ausgesucht hab und dann – ohne irgendetwas anderes in der Hand zu haben, einen Beat programmiert habe. Am Anfang stand also der Beat und alles andere baut darauf auf. Außerdem muss ich zugeben, dass ich Overdubs liebe. So sehr sogar, das wir hunderte von Synthesizer und Gitarren-Spuren hatten, die wir am Ende auf sieben reduzieren mussten. Wenn ich genug Gras rauche und ordentlich Whiskey trinke, setz ich mich an den Synthie und sag dann: „Und ab, einen hab ich noch….“ Ich halte mich tatsächlich für einen talentierten Musiker, aber mein Talent verteilt sich leider über die zwanzig verschiedenen Versionen, die ich eingespielt habe. Ich bin immer dann gut, wenn ich das Orchester in meinem Kopf dirigiere. Und genau das ist der Grund, warum ich so gerne Platten mache. Ich würde jede Woche eine machen. Da ist einfach derbe viel Musik in meinem Kopf.

JM: Kurz zu den Texten: Deine sind ungewohnt ehrlich und direct. Wenn Du über „Deine Frau“ singst, ist sie dann auch gemeint?
TS: Ja, klar. Ich benutze keine Symbole. Meine Texte sind keine Gedichte. Sie sind kurze Tagebuch-Einträge. Sie sind das echte Leben. 

JM: Dann sind die vermeintlichen Zitate, die ich glaubte entdeckt zu haben, nur Zufall?
TS: Nunja – ich glaube an so etwas wie ein Kollektiv-Gedächtnis. Aber noch entscheidender ist, dass „HEAL“ ein Album über Musik ist. Es mag abgedroschen und schmalzig zugleich sein, aber „HEAL“ handelt von der Leidenschaft für Musik. Genauso, wie ich mich als Lügner gefühlt hätte, wenn ich nicht mit aller Direktheit von Dingen in meinem Privatleben gesungen hätte, muss ich jetzt über meine Liebe zur Musik singen – und zwar nicht zwischen den Zeilen. Wie im Titelsong, in dem davon singe, dass ich in Malmö auf dem Weg zurück ins Hotel Sharon Van Etten gehört habe, die ich übrigens neulich am Flughafen getroffen und gefragt habe, ob das überhaupt in Ordnung wäre und sie nur so …

JM: … Danke für die Reklame.
TS: Ganz genau. Und als Teenie habe ich selbstverständlich die Smashing Pumpkins gehört. Kann sein, dass das in Indie-Rock-Kreisen als uncool gilt, so etwas zu singen, aber da scheiß ich drauf. Die haben mich bewegt und zu dem gemacht, was ich heute bin. Und genau so sieht das auch bei Jason Molina aus: Sein Präsenz geistert durch jeden Song. Er ist der Schutzengel dieses Albums. „JM“ musste auf’s Album. Ohne hätte ich das Album nicht gemacht. Hätte das Label gesagt, „Tu’s nicht“, hätte ich geantwortet: „Alles klar, dann erscheint die Platte nicht.“ Und natürlich gibt es einen Grund, warum „JM“ der sechste Song ist. Es ist die Sonne. Alle anderen Songs sind Satelliten.

JM: Perfektes Schlusswort. Danke für das Interview.

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english Version | Englische Version________________________________________

JOINMUSIC: Does the hand on the cover show the healing hand?
TS: That’s actually my wife’s hand. We spent three days taking pictures for the press photos and everything else. And we wanted the cover to be a photo, too. But that picture was the last we took. Out of maybe 350 to 400 pictures. And she was only in a few other pictures right in the end. She was drinking wine outside, We all were drinking wine, actually, and getting kind of drunk. And we had a good record playing and the lighting in the room was nice – so than I kind of sat in the chair and that was the picture where I didn’t know a picture was being taken. She was just kind of standing there. It was posed because we knew there was a guy with a camera standing there. But it also wasn’t posed because I was looking off into space and thinking about what ever. And when we got together with everybody to decide for the picture we all knew that’s it.

JM: Heal as the name for the record – does it refer to the epiphany the whole record stems from or does it refer to the recovery of the tragic accident you and your wife were involved in?
TS:

No, no. The accident happened after. It was so late. Heal is about this epiphany – nice expression by the way: that’s why you are writing words and I’m playing the guitar. And epiphany is really what it is. The record title is written in all capital letters. Cause it’s not heal. It’s H E A L, fucking HEAL. You need it screaming at you. It’s a catharsis, it’s urgent. That’s what I felt like. I’ll never get the quote right, but Charles Bukowski once said: It’s not going to be a death or a divorce or something huge that’s going to drive a man crazy. It’s breaking your shoe lace. And it truly was like that for me. I was in Sweden and I played shows most of the year. And every show is like the same kind of thing happens. But this one night I was out with people I never met before and I was talking to them and suddenly I was overwhelmed with the feeling that I was talking to people that I was intimate and actually being myself. And something came out of me that hadn’t been there for ten years. You’ d think I feel good. But being myself I realized that hadn’t been myself for the last ten years. And I was so lonely for what it felt to be like 15 in the first “Goshen” song and just find a record. And just finding a record was enough to save you that day. Just that one fucking song in the radio. And you get older and you go through this life and this feeling gets further, the light dims down more and more. And what it did was it set me on this path . And it wasn’t like Sweden was any different than any other place. It was just that night something clicked or came unplugged or got plugged in.  It set me on this pathway trying to get back to that kid. But in order to get back there  – you know it’s like when you break your arm, in order for it to really heal, sometimes you need to re-break it – and I had to do that: I had to go through the ugliest shit in my life in order to hopefully reclaim some of that. Not happiness but just contentment with yourself. I didn’t want to be lost anymore as a person 

JM: Does the resetting also explain the change in sound?
TS: Yes, very much so. Because the resetting not only happened lyrically but the sound changed because since I first heard music I wanted to make a record that sounded like this. I love big guitars, I love dance music. I love drums, and synthesizers. All those things. just like I was lying to myself about my marriage and my personal life. I was lying to myself by playing a fucking acoustic guitar for all these years. And there’s nothing wrong with the acoustic guitar, but my my god – you can only do so much with it. Like “Going Down The Mountain“ or whatever. I was done with it. And the same epiphany that happened with those people in Sweden. I was like: Wait – I look like I’m in Black Sabbath already and I always wanted to do that in my life and it’s so fucking short I’m not going to make a fucking dreamy, reverby vibe record. I’m going to make a record that’s as loud as I can. And not just loud in terms of volume, but loud in feeling. Not every song on the record is heavy but there’ll at the maximum. There’s no breath on the record. I don’t even know if it’s fun to listen to – I like it. But as a listener I’m kind of nervous if people are going to hear it and be like: There’s no stopping! It just keeps on going.

JM: Well I’m not here to flatter you but “HEAL” already is one of the best albums of 2014. Partly due to that amazing sound work. In which neither the big guitars nor the big synths bite each other. Also I love the drums. But except fort he occasional hi-hat and ride – did you use cymbals at all?
TS: I hate cymbals. One of my favorite records of all time is „Hounds of Love“ by Kate Bush and there is not a single cymbal on the entire record. I hate cymbals. I feel bad for drummers in my band cause you know what drummers always want to do is „Pshhh“. And I’m like: Don’t fucking hit the cymbal. Hit the low tom. That’s so much more powerful. It’s like squeezing a cat or riding a stallion. I would rather be riding an awesome horse than having a cat hiss at me.

JM: “HEAL” is also almost like a classical record in terms of dynamics – you have parts with extremely low volume that all of a sudden blow up. Which by itself gives the records something mighty and/or majestic. Was that your sound vision?
TS: That’s what it says in the bio but I mixed it once before. It was kind of a practice mix. But it was very dreamy. It was the same parts and other things but the record was washed in reverb. And washed in delay. And I knew I was going to work with John Congleton. But then two days before the record was about to be mixed I got hit by two semi-trucks. I broke all my ribs, had a terrible concussion. My wife thought I’d died. I wasn’t in  a coma but I was not conscious for like an hour or something. So I went to the mixing session and John who is like a hero of mine he sent me back on e mix and I kind of liked it but we had this discussion at the beginning and I told him: “Look John, I don’t want this comfortable. I want this to be dangerous.” And he just rubbed his hands and went: „YES!“

So on this record, if there are drums, you’re going to hear the biggest drums in the world. And if there’s a guitar solo, we make sure you notice But that’s not me giving directions but John Congleton’s genius. And that’s what the record is. It’s Gregorian. Everything is over the top. The way that John mixed it was like he told me: “Tim , these lyrics are so personal. Why the fuck would we put reverb around them so nobody can understand what you’re saying?” Although that’s sort of like the standard procedure when you work with these kind of lush synthesizers. And it was even scary for my ears and for the labels ears to have a voice that woke up to the light to not have reverb on the voice. It’s like a knife cutting through the mix. I was scared of it. And I actually didn’t like at first. But then something clicked – either I was on too much pain medication, with my concussion but it just made sense to me. That was the way I was seeing my life at the moment. I just about died. I Probably should have died. Why the fuck would I hide behind anything like this? I don’t want to be cocky but I almost felt like: “Two giant trucks didn’t take me down. You didn’t fucking kill me. So I’m going to make the biggest sounding record possible. Cause I suspect a purpose behind it.” The point is, I didn’t tell John until after the record was done mixing. And when I told him it turned out that john also had some personal crisis that happened over the same christmas time He lost a friend, so we both were doing this work together with our own turmoil but we didn’t know that each other were going through it. I don’t know if for somebody buying records if that even needs to be known. But for me it’s extremely powerful. When he mixed „Plymouth“ – it was completely different from what I had done and he brought out something that just gave me chills. And I didn’t know why it gave me chills. And it turns out that that was the day his friend died. He’d found out in the news that morning. And mixed „Plymouth“ just that day.

JM: Crazy.

TS: The thing is sometimes I get like emotional and start sounding like a hippy. I truly believe – It’s going to be corny – but the only magic in  the world I can do is records. I can’t build a table, I can’t teach or write. But for me that’s like the closest thing to the act of making magic. And there’s so much more to it than just playing a guitar or drums. But it’s the idea of those emotional things going on. So there are ghosts that are in the record.

JM: On „HEAL“ not only the sound has changed, but also your singing style. The Neil Young soundalike thing from the previous records is completely gone.
TS: Yeah. I did things that made me feel uncomfortable. On the record I sing notes so high I shouldn’t be able to sing them. But I did. And it felt so good to do.

JM: Like the falsetto on „Same Emotions” and „Wait For Love“ – was that new territory?
TS: Yeah and it was tough. Because the only thing I can do well is take an acoustic guitar, play an e-minor chord and play that song about the mountain. I can sing it pretty. Put me in any coffee shop in the world  and people will be like : “Oh that’s pleasant. That’s nice. But I also want to scream, literally. Besides the mental and life stuff that happened. All those years we played shows that sounded like „HEAL“. But when it came to making records I never really got it. Until now. 

JM: How do write songs? You can hear a piano on some songs. Did you play that?
TS: I played everything except for the drums. And J Mascis’ Guitar.

JM: So do you write with a guitar or the piano?
TS: This is the first records where I had a little bit of a recording studio. So every single song would start with me choosing a tempo and then without knowing anything else programming the drums. So would program a drum beat, and built everything else from there. As opposed to strumming a guitar and than go from there. Also I love making overdubs. So much that in the studio we have a hundred different synthesizer and guitar parts which in the end we have to wind down to seven. If I smoke enough weed and drink whiskey in the studio I’ll have a synthesizer and go: “Play it again, I got another thing.” I feel like I’m a really talented musician but that talent only comes out in like twenty different parts. I do good when I’m conducting the orchestra in my head. And that’s why I love making records. I could make a record every week if I could. There’s just so much music in my head.

JM: The lyrics – they are all unusually honest and direct. So whenever you sing „wife“ – do you refer to your wife?
TS: Yes – there are no symbols. My lyrics are not poems. They are short diary entries. They are the real stuff.

JM: So are the so called quotes I thought I detected accidental? – Like “You got your troubles I got mine”. And “All my friends are either dead or in prison”?
TS: Well – I  guess there is this collective memory. But more importantly „HEAL“ is about music. It’s corny as shit but it’s about loving music.  Just like I would have been a liar and felt bad if I wouldn’t have been direct with my lyrics about my own life. I need to be direct about how I love this music. Just in the song I was listening to Sharon van Etten in Malmö when I was walking home back to the hotel and I had „Give out” on.  I just met her at the airport and asked her if it was okay and she was like … 

JM: …thanks for the promo.
TS: Exactly. And as a teenie, I was listening to the Smashing Pumpkins. And it might not be cool in indie rock to do shit like that but I don’t give a fuck. This is who moved me and helped me to get back on the track. And that’s also the case with Jason Molina. His spirit is on every single song. He’s the guardian angel of that record.   „JM“ had to be on. If it wasn’t, I wouldn’t have made that record. If the label had said Don’t put it on, I would have been: Well, the record is not coming out. And there’s a reason why it’s song number 6 cause it’s the sun. All the other songs are satellites surrounding him and his spirit. 

Foto: Dusdin Condren

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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