„Mit Jodeci im Hintergrund wurden wir entjungfert“ – Jake One & Mayer Hawthorne von Tuxedo im Interview


++++ english version below +++++ english version below +++++ english version below +++++ english version below +++++


In a tuxedo, I’m a star. In regular clothes, I’m a nobody.“ Dean Martin wusste es schon ganz früh: Kleider machen Leute. Und besondere Kleider machen besondere Leute. Der Smoking ist und bleibt ein sehr besonderes Kleidungsstück der männlichen Abendgarderobe. Das haben vor ca. zwei Jahren auch Mayer Hawthorne und Jake One realisiert und sich kurzerhand nach dem amerikanischen Ausdruck für den kleinen Gesellschaftsanzug benannt: Tuxedo. Dass das gleichnamige Album #1 einschlug wie eine Bombe war mit Sicherheit ausschlaggebend für die Veröffentlichung von Album #2. Schlicht „Tuxedo II“ betitelt, bringt es den retrospektiven Robo-Funk der beiden Smoking-Träger auf’s nächste Level, inklusive Gast-Sänger, einem Bläsersatz und Snoop Dogg Feature. Was man mehr wollen kann und anderes habe ich die beiden auf ihrer Tour quer durch Europa und Asien gefragt. In Deutschland spielen die beiden übrigens nur zwei (2!) Dates: Ostersamstag im Hamburger Mojo-Club und Ostersonntag im Festsaal Kreuzberg. Nun aber zum Interview…

JM: Ich habe mir gerade meinen ersten Smoking geleistet. Woher kriegt Ihr Eure und wer zum Teufel bezahlt die für Euch?
MAYER: Naja – offensichtlich in der Männer-Kaufhausabteilung. Wir sterben für die Garantie gut auszusehen. Nein, im Ernst: Die meisten kriegen wir tatsächlich geschneidert, so wie das bei unseren großen Vorbildern Zapp und The Whispers auch schon war bevor wir geboren wurden. Manchmal sind die dann schweine-teuer, manchmal aber auch auf 2nd-Hand-Store-Niveau. Wir mischen das gerne miteinander. Und das Wichtigste dabei ist: Niemand kann den Unterschied erkennen.

JM: Sehr angetan war ich von den sockenfreien Loafers, den Du, Jake, auf einem Eurer Pressebilder trägst. Keine Blasen?
JAKE: Fußpflege steht bei mir ganz oben. Häufige Spa-Besuche gehören ebenso dazu wie nur das Beste auf dem Lotionen- und Öle-Markt. Für das Wohlergehen meiner Füße habe ich immer Zeit.

JM: Apropos Blasen – auf “Tuxedo II” habt Ihr mit einem “richtigen” Bläsersatz zusammengearbeitet. Woher kanntet Ihr die Musiker?
MAYER: Mit Sam Beaubien und der Will Sessions Crew aus Detroit arbeite ich schon seit Jahren zusammen. Auf dem ersten “Tuxedo”-Album waren sie bei dem Song “Roll Along” mit am Start. Und das fanden wir so gut, dass wir auf fast jedem Song des neuen Albums eingesetzt haben.

JM: Werden die Holz- und Blechbläser auch live dabei sein?
JAKE: Nur wenn wir als Co-Headliner mit Confunkshun die Hollywood Bowl abfackeln.

JM: Ist es Euch eigentlich möglich gewesen, mit ein paar der Robo-Funk-Pioniere zusammenzuarbeiten?
MAYER: Der großartige Lester Troutman von Zapp spielt das Schlagzeug auf “Rotational”. Und The Whispers sind auf Abstand gegangen. Manchmal gewinnst Du, manchmal nicht.

JM: Wie begegnet Ihr Kritikern, die monieren, Ihr hättet Euch musikalisch nicht weiterentwickelt?
JAKE: Das erste Album entpuppte sich auch für uns als ein so unglaublicher Überraschungserfolg, dass ich glaube sagen zu können: Die dürfen gerne Ihre Meinung haben. Warum reparieren, was nicht kaput ist? Vielleicht werden wir auf dem nächsten Album mit Tiesto EDM und Autotune beschäftigen.

JM: Wann wird Album #3 denn erscheinen?
MAYER: Sobald wir uns mit Tiesto einig sind, nehme ich an.

JM: Habt Ihr, wie beim ersten Album ortsunabhängig Ideen via Mail ausgetauscht?
Mayer: Manchmal ist die Grundidee tatsächlich über den Email-Verkehr entstanden. Aber zum Aufnehmen sind wir immer zusammen ins Studio gegangen. Den Großteil des Materials für das neue Album haben wir on the road geschrieben – und das war für uns beide schon irgendwie neu. Aber getrennt voneinander aufnehmen und den Song via File-Sharing zu Ende zu produzieren – das haben wir auch auf dem ersten Album nicht gemacht. Da würde ein wichtiger Teil der Magie für uns verlorengehen.

JM: Woher kommt die “How About A Little Jodeci” – Referenz? Und warum überhaupt “Jodeci”?
JAKE: Tatsächlich sind Jodeci viel näher an unserer eigenen musikalischen Sozialisation als Zapp und Co. Wir wurden beide mit Jodeci im Hintergrund entjungfert. Das gehört einfach zu Tuxedo und macht uns aus. Außerdem unterscheidet es uns wohltuend von anderen Funk-Outfits.

JM: Warum ist “Tuxedo II” 10 Minuten kürzer als Euer Debüt?
MAYER: Wir haben eine sehr innig klingende 10-minütige Cover-Version von “Girls Just Wanna Have Fun” aufgenommen, aber die haben wir nicht lizenziert bekommen.

JM: Welcher Remix für das erste Album hat Euch am meisten begeistert?
JAKE: Abgesehen vom Lil B Remix für “Do it”, war der Battlecat Remix für “Watch The Dance” etwas Besonderes. Wir waren nämlich live dabei, als der Meister in dem Studio am Werkeln war, in dem NWA “Straight Outta Compton” aufgenommen haben.

JM: Welche ist D I E Robo-Funk-Droge?
MAYER: Die perfekte Droge ist ein Love & Positivity-Cocktail.

JM: Als fünffacher Grammy-Verlierer – wie plant Ihr den Verlust Eures sechsten?
MAYER: Wie der Zufall es will, hat Jake seinen sechsten gerade mit DJ Khaled verloren. Das “Hendrixx”-Album von Future, auf dem wir beide gefeaturet sind, könnte ein früher Kandidat für den siebten sein.

JM: Danke für das Interview.



english version



JOINMUSIC: I just bought my first tuxedo. It’s for my own wedding. Where do you get all your tuxedos from and who the hell is paying for them?
MAYER: Clearly, Men’s Warehouse! We’re suckers for the good look guarantee. Nah, in all seriousness – we get a lot of them custom made the same way our heroes like Zapp & The Whispers used to do it before we were born. Sometimes they are crazy expensive, sometimes they are very thrifty. We like to mix it up. The key is – nobody can tell the difference!

JM: I really admire the sock-less loafer style that you, Jake One, are sporting on one of your press-shoots – did you get away without blisters?
JAKE: I take excellent care of my feet. Frequent trips to the spa and only the finest of oils and lotions. Me time is essential for upkeep.

JM: Will the wood and brass players be part of the live shows?
JAKE: Only when we co-headline the Hollywood Bowl with Confunkshun.
JM: Where and how did you hook up with them – they’re not on the first album?
MAYER: I’ve worked with Sam Beaubien & the Will Sessions crew in Detroit for years. They made an appearance on the first album on a song called „Roll Along“. We liked it so much that we ended up using them on almost every song on the new album.

JM: Were you able to contact or even work with some of the robo-funk protagonists from back then?
JAKE: The great Lester Troutman from Zapp played drums on a new song called „Rotational“! The Whispers gave us the super stiff-arm. You win some, you lose some.

JM: How would you react to critics complaining that there’s no “development” between album #1 and album #2?
JAKE: The first album was such an unexpected success for us, that I think we’d be okay with that criticism! If it ain’t broke, don’t fix it! Maybe next album we’ll try some Tiesto EDM breakdowns and auto-tune.

JM: When will album #3 be out?
MAYER: As soon as we hear back from Tiesto, I guess.

JM: Was the work circumstances – the singer in one place, the producer in another, exchanging files online – the same this time?
MAYER: The raw ideas sometimes start over email, but we always get together in the studio to record the songs. We wrote and recorded the majority of the new album on the road which was different for us. But even on the first album we never recorded a song over the internet. It just doesn’t have the same magic.

JM: What about the “how about a little Jodeci” reference – where does this come from? And why Jodeci?
JAKE: That music was actually more of our era. We both remember losing our virginities to Jodeci. It’s part of what makes Tuxedo unique and different from other funk groups.

JM: Why is the record 10 minutes shorter than the first one?
MAYER: We recorded a heartfelt 10 minute version of „Girls Just Wanna Have Fun“, but we unfortunately couldn’t get it cleared for the album.

JM: What’s your favorite remix of the first album’s songs?
JAKE: Besides the Lil B version of „Do It“ (TYBG), the Battlecat remix of „Watch The Dance“ was special to us. We got to watch the master create it on the spot at the same studio where NWA recorded „Straight Outta Compton“.

JM: What’s the perfect robo funk drug? Champagne, weed, snort? Something else?
MAYER: The perfect drug is love and positivity.

JM: As a 5 times Grammy loser – how do you intend to lose a sixth one?
MAYER: Jake coincidentally just lost the 6th with DJ Khaled this year. Future’s „Hendrixx“ album, which we’re both featured on, is looking like the early favorite to be our 7th.

JM: Thank you for the interview.

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

Site Footer

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.