„NOSTALGISCH, OHNE WIRKLICH NOSTALGISCH ZU SEIN“ – Klaus Johann Grobe im Interview

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Es ist relativ früh am Morgen. Und Daniel Bachmann putzt sich gerade noch die Zähne, als ich das eher praktisch denn rock’n’rollig eingerichtete Zimmer in der Berliner Künstler-Absteige „Michelberger“ betrete. Sevi Landolt, die Frontmann-Hälfte des Schweizer Duos Klaus Johann Grobe, ist mit seiner Morgentoilette schon durch und erkundigt sich höflich nach meinem Getränke-Wunsch. Gut erzogene Musiker sind noch immer so selten wie Fußballer mit Abitur, denke ich, und wundere mich, dass die eidgenössischen Retro-Groove-Spezialisten kein einziges meiner Vorurteile über typisch eidgenössische Retro-Groove-Spezialisten bedienen: Klaus Johann Grobe sind keine verlottert hippie-esken Alp-Kiffer, die mit Geschichten über Käse-Löcher-Rauchen langweilen und Gesichtspflege für zivilisatorische Barbarei halten. Stattdessen kommen die beiden rüber wie früher jene Typen aus der Klasse, die nie laut wurden noch sonst wie im Vordergrund standen, bei denen aber alle wussten: Die haben ihr eigenes krasses Ding am Laufen. Im Fall von Sevi Landolt und Daniel Bachmann heißt das Ding „Klaus Johann Grobe“, und unter diesem Namen steht das Duo vor der Veröffentlichung des zweiten gemeinsamen Albums. Der Trip in die deutsche Hauptstadt ist PR-Schwerstarbeit, aber weder Landolt noch Bachmann lassen sich das anmerken. Nicht einmal bei der Eingangsfrage nach dem Namen zucken sie mit den Augenbrauen…

JOINMUSIC: Wer ist Klaus, und wer ist Johann, oder ist das egal?
DANIEL BACHMANN: Die gibt’s beide nicht.

JM: Ah! Eigentlich ja recht ungewöhnlich, dass man einen gewöhnlichen Namen als Künstler-Namen wählt.
SEVI LANDOLT: Schon. Aber war halt so. Auf der sehr kleinen Suche nach ’nem Bandnamen, war das für uns eine wunderbare Option: Es bleibt ein wenig unklar, wer es genau ist, was es genau ist. Er lässt recht viel Spielraum lässt für Interpretation und Fantasie. Und so wie wir den Namen aufgefasst haben und wie es sehr viele andere Leute scheinbar auch taten, passt dieser Name auch irgendwie zur Musik: So ein verschrobener 70er Jahre Poet, der irgendwelche halb-politischen Parolen auf’s Papier kritzelt. Von dieser Grundstimmung her hat’s uns sehr gut gepasst.

JOINMUSIC: Und genau das hattet Ihr auch intendiert?
SEVI: Nee.
DANIEL: Nicht wirklich.
SEVI: Es war uns eigentlich nicht so wichtig. Lustig war, wie kongruent zur Musik es dann trotzdem war.

JOINMUSIC: Klang einfach gut?!
SEVI: Genau. Das klang irgendwie gut. Und bei unseren Hörern ist die Wahrnehmung halt in die gleiche Richtung gegangen.

JM: Apropos „gut klingen“ – wie schon auf Eurem Vorgänger „Im Sinne der Zeit“ sind die wichtigsten Klang-Elemente auch auf „Spagat der Liebe“ Schlagzeug, Bass und Synthie.
(zustimmendes Nicken)

JM: Jetzt seid Ihr aber ein Duo. Wie macht ihr das live?
DANIEL: Wir haben live einen Bassisten dabei. Als wir angefangen haben, sind wir als Duo aufgetreten und hatten den Bass einfach als Loop. Deshalb waren besonders die ersten Stücke auch immer nur mit einem Bass-Loop. Wir haben das halt so aufgenommen, dass wir es auch live umsetzen können. Und irgendwann gab’s dann halt mehr Variation in den den Stücken und dann haben wir gemerkt, das funktioniert so nicht mehr ganz so gut, live.
SEVI: Hehe. Zwei, drei Konzerte habe ich noch versucht, irgendwie untenrum was zu machen…
DANIEL: Genau, und jetzt haben wir einen Bassisten. Aber im Studio spielt der Sevi den Bass auch ein.

JM: Also die Ideenfindung findet ohne den Live-Arbeiter statt.
DANIEL & SEVI: Richtig.

JM: Und wer von Euch spielt Flöte, die auf „Liebe am Strand“ und „Geschichten aus erster Hand“ – da sind doch Flöten-Soli dabei?
SEVI: Nee.
DANIEL: Ja, nee, also bei „Geschichten Aus Erster Hand“ klingt der Synthie so ein bisschen wie eine Flöte, das ist mir auch schon aufgefallen: Biep, Biep, Bie-Dip.
SEVI: Ach so, ah. Nee, aber eine ordentliche Flöte ist nur auf „Liebe am Strand“. Und das war halt im Studio, so eine spontane Idee: „Wär doch super, ne Flöte zu haben.“ Und wir hatten aber keinen Flötenspieler. Den einzigen, den ich so halb gekannt hatte, der meinte, nee, er sei eigentlich Klarinettist. Und dann hat der Studio-Techniker David gesagt, ich kenn da so ’nen Typen, den könnt Ihr anrufen. Und der stand dann tatsächlich ’ne Stunde später im Studio, war 10 Minuten im Aufnahmeraum – obwohl er den Take schon nach einer Minute hatte. Das ist so ein Schweizer Alt-Rocker, der schon in den 1970-ern mitgemischt hatte.

JM: Der ist dann live aber nicht dabei?
SEVI: Nee.

JM: Drückt Ihr dann auf ’nen Knopf oder bleibt die Flöte weg?
SEVI: Die Flöte bleibt jetzt mal weg. Vorläufig.
DANIEL: Also man könnte auch in jeder Stadt fragen, wer das denn könnte und dann schauen wir mal, wer da so kommt…

JM: „Dann lass uns noch ein Fleisch drauftun“ („Ein guter Tag“) – sagt man das so in der Schweiz?
SEVI: Hehe. Ja, das kann man schon so sagen. Ja, das kann man. Nicht so im Alltag, aber man kann… Wenn man sich jetzt richtig auf Fleisch freut?! Nee, im Ernst. Wir machen ja manchmal auch nur so Halbsätze und Wort-Konstellationen.

JM: Jaja: „Stoßzeiten-Staus“ („Wo sind“).
SEVI: Genau. Stoßzeiten-Staus. Aber man versteht ja, was wir meinen, oder?

JM: Unbedingt.
SEVI: Manchmal ist das dann grammatikalisch nicht ganz korrekt. Oder zumindest noch nicht.
DANIEL: Hehe.
SEVI: Aber es ist jetzt kein Schweizerdeutsch-Begriff.
DANIEL: Kann man schon sagen.
SEVI: Man würde nicht dumm angeguckt.

JM: Dass Ihr mit Euren deutschsprachigen Texten – und die sind anders als die von Rammstein – international erfolgreich seid, ist ungewöhnlich. Ob „Stoßzeiten-Staus“ oder „Daneben liegt die Tüte schon, gefüllt mit rotem Hochland-Mohn“ („Wo sind“) – wie reagiert das Publikum im nicht-deutschsprachigen Ausland? Erklärt Ihr denen beispielsweise Eure Texte?
DANIEL: Nein.
SEVI: Nein.
DANIEL: Die fragen schon häufiger nach Sachen. Ich hab’s einmal versucht, aber das mach ich nie wieder. Das ist wirklich total bescheuert. Ich würd’s ja auch einem, der Deutsch versteht, nicht übersetzen bzw. erklären. Das geht ja irgendwie so nicht. Und wir haben uns natürlich nicht ausgerichtet auf englisch-sprachige oder nicht-deutschsprachige Regionen. Wir haben das einfach ohne Plan gemacht.
SEVI: Und die Erfahrung dann war für uns auch schon Neuland. Früher haben wir mit anderen Bands auch schon englisch gesungen. Es ist schon immer noch ein wenig seltsam. Nur in Deutschland überhaupt nicht. Sogar in der Schweiz. Da ist es eigentlich am seltsamsten, Hoch-Deutsch zu singen. Da kommt es mir fast am fremdesten vor. Wenn wir in England sind oder sonst wo, da merkt man dann ja, da greift die Musik überhand und die Stimme wird quasi als viertes Instrument gehandelt – was ja irgendwie auch stimmt, weil es ja jetzt nicht so eine Gesangsstimme ist, die über allem liegt. Und in der Schweiz ist das halt immer noch so eine seltsame Mischung. Vom Gefühl her. Die Leute sind irgendwie irritiert.
DANIEL: Aber es ist schon spannend, wenn sich jemand den Google-Translator nimmt, um unsere Texte zu übersetzen. In einem Blog hatte jemand „Spagat der Liebe“ damit übersetzt: The Balancing Act of Love.

JM: Nee, ne?!
DANIEL: Doch. Das nimmt schon super Formen an.

JM: Auf meiner John Lennon Best-of hatte der Vorbesitzer die englischsprachigen Titel mit blauem Kugelschreiber übersetzt. Neben „Cold Turkey“ stand dann: Kalter Türke. Aber wo wir gerade bei den Texten sind: Wovon handelt „Pure Fantasie“?
DANIEL: Ja, also, Ich habe mich sehr gefreut auf die Interview-Tage, weil wir sonst nicht so über unsere Musik und so reden. Und jetzt kommen plötzlich diese Fragen. Also…
SEVI: Aber Du weißt schon, welches Stück.
DANIEL: Natürlich weiß ich, welches Stück.  – Pause –  Also es geht eigentlich drum, sich zu verabschieden. So ein bisschen. So nach dem Motto: Lieber geh ich in den Wahnsinn und dreh durch und bin unzurechnungsfähig, als dass ich noch weiter in der Welt, wie sie jetzt gerade ist, bleibe.  – Pause – Darum geht’s.

JM: Ich frage das u.a. deswegen, weil es der einzige Song auf „Spagat der Liebe“ ist, der ein Fade-Out hat. Alle anderen haben ein ordentliches Ende. Steckt da ein tieferer Sinn hinter?
SEVI: Ich glaub schon. Vom Text her und so ist es ja schon wie eine kleine Reise. Das wird ja auch konkret angesprochen. Und die Reise löst sich dann einfach auf. Gedacht ist es eigentlich wie ein unkonkreter Schluss im Film, ein offenes Ende. Von daher: Die Entscheidung da ein Fade-Out zu benutzen fällt einigermaßen bewusst im Studio. Aber bis zu diesem Punkt schlüsseln wir das nicht auf. Das ist intuitiv und wir merken dann einfach: Da muss ein Fade-Out hin.
DANIEL: Aber das ist ja nicht einfach nur ein Fade Out, so einfach nur den Regler runtergezogen. Die Orgel geht so langsam weg, verschwindet so langsam im Hall, und der Rest läuft so ganz langsam auseinander.
SEVI: Aber geht schon Hand in Hand mit dem Text. So ein Spass-Fade-Out.

JM: Das war also schon mal kein Zufall. Sehr gut. Wie absichtlich ist denn, dass Eure Musik einerseits jenseits irgendwelcher Mainstream-Entwicklungen existiert, von der Struktur her aber allen Anforderungen von Format-Radio entspricht? – Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, C-Teil und das alles in 3 Minuten 30.
SEVI: Ich glaub nicht, dass das jetzt so eine bewusste Entscheidung war, dass wir kommerzieller sein wollen oder einfacher auf gewisse Plattformen kommen. Überhaupt nicht. Seit jeher spielen wie aber immer mit so genannten Pop-Strukturen und dem eigentlichen Pop-Song – weil wir Popmusik mögen und zwar sehr einfache Pop-Musik. Und als wir noch mit dem Bass-Loop unterwegs waren, waren wir auf lange repetitive Songs angewiesen. Songs, die sich dahin ziehen und sphärisch werden usw. Mit „Spagat der Liebe“ haben wir entdeckt, dass es tatsächlich Spass macht, sich in diesen Standard-Gerüsten zu bewegen. Wir haben jetzt einen Bassisten und da können wir jetzt schon mal einen Refrain reinschieben, der in eine andere Harmonie geht. Dazu kommt, das wir Musik nicht einfach nur hören, also gut finden, sondern lustig finden. Wir amüsieren uns über Musik. Dazu gehören komische Sachen wie Drum-Breaks, ultra-kitschige Refrains oder was auch immer. Aber natürlich auch – so haben wir das jedenfalls bei uns gespeichert: Strophe, Refrain, Strophe, Refrain – ja, und was kommt jetzt? – Genau! – Eine Bridge. Und weil wir genau das vorher noch nie so richtig gemacht haben, sind wir da ran gegangen wie kleine Kinder. Hui, und jetzt die Bridge, hehe. Zwar nicht in jedem Stück. Aber für uns war es tatsächlich interessant, das auch einfach mal so zu machen. Keine spezielle Herausforderung, der wir uns schon immer mal stellen wollten, dafür ist es doch recht natürlich rausgekommen. Aber es hat schon mit Humor und einem Bewusstsein um diese gängigen Strukturen zu tun. Aber eben auch damit, dass das für uns noch ein bisschen Neuland war. Wir wollten die Songs so kompakt wir möglich machen und in kürzester Zeit alles in sie reinzuwürgen.

JM: Ist ja auch ’ne Kunst. Und auf jeden Fall eine andere, als die, mit denen Euch nicht nur Eure Waschzettel immer wieder in Verbindung bringen wollen: Kraut und Co. Wenn bei Can und Amon Düül aber was 3 Minuten 30 lang war, dann doch das Gitarren-Solo. Fühlt Ihr Euch wohl mit Einordnung als Gralshüter des Kraut-Rock?
DANIEL: Da sind wir ja überhaupt nicht. Die Musik hat vielleicht ein klein wenig von Kraut mit drin, aber das ist ja bei vielen anderen Musiken nicht anders. Aber diese Ein- und Zuordnung war und ist immer noch sehr aktuell. Und dann braucht’s halt irgendwelche Bands, die man dafür nehmen kann… Und für uns war es ja eigentlich ganz gut, dass wir da reingerutscht sind.
SEVI: Genau
DANIEL: Die ganze Psychadelic-Schiene und so. Wenn das nicht irgendwie gerade aktuell wäre, dann hätte sich vielleicht niemand für uns interessiert. Aber es war nicht unsere Absicht. Wir hätten da nie dran gedacht. Aber es war ein Glück für uns. Ich will mich nicht dagegen sträuben. Und wir wollen auch nicht sagen: Damit wollen wir nichts zu tun haben.
SEVI: Es war halt auch ein wenig seltsam, weil, als wir das Ganze gestartet haben, hatten wir eine ellenlange Liste mit Inspirationen, die wir gar nicht aufzählen können, und Kraut-Rock ist da irgendwie so ganz am Schluss. Ein kleines Puzzleteilchen. Für uns war Kraut-Rock nie so prominent. Klar, wir haben das auch schon gehört und wir mochten es auch, aber es war jetzt nie so, dass wir gesagt hätten: Wow, das ist so krass, genau so was wollen wir machen. Als dann die Assoziationen mit Kraut-Rock aufkamen, war es echt seltsam. Ich glaube im Ausland war die Formel oft auch: Die singen deutsch, und es ist so leicht psychadelisch – obwohl wir mit dem Begriff eigentlich auch Mühe haben und ich jetzt erst check, dass unsere Musik tatsächlich davon was hat – und dann war es halt automatisch Kraut-Rock. Ich glaube, das legt sich jetzt mehr und mehr. Uns ist es jedenfalls nicht so wichtig.

JM: Wo Du das mit dem Psychadelischen sagst – das Klangbild von „Spagat der Liebe“ unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem des Vorgängers „Im Sinne der Zeit“. Dennoch seid Ihr noch fluffiger, noch space-iger geworden. Alles hallt halt ein bisschen mehr. Absicht?
DANIEL: Das Fluffige, Weiche, Samtige, das war schon Absicht, irgendwie. Also allzu viele Gedanken machen wir uns jetzt nicht. Aber ein bisschen überlegt, wie soll das Schlagzeug klingen und so, haben wir schon. Und dann ordentlich Tücher auf alles gelegt, die Felle unten abgeschraubt und so. Am Ende sah das eher wie ein Sofa aus und nicht wie ein Schlagzeug. Für mich am Schlagzeug war es auch spannend, mal anders zu spielen als vorher. Ich hab das Schlagzeug eigentlich nur gestreichelt. Das war ganz komisch. Aber man spielt dann anders. Und andere Sachen. Wir wollten natürlich nicht genau das Gleiche noch mal machen. Das wär ja ganz einfach. Wir könnten ganz gut einfach noch mal das Gleiche machen.

JM: Da gäb’s auf jeden Fall Leute, die das gut fänden…
DANIEL: Sicher.
SEVI: Was vielleicht auch wichtig war: Im Vergleich zu „Im Sinne Der Zeit“, wo wir häufig die Bässe gewechselt haben, und beim Schlagzeug gesagt, das muss jetzt offener klingen, oder jazziger, also auch vom Sound her und nicht nur von der Spielweise – für „Spagat der Liebe“ haben wir das Schlagzeug immer gleich aufgenommen, den Bass haben wir immer gleich aufgenommen, wir haben immer die gleiche Orgel benutzt. Das hat uns auch Wunder genommen, wie das ist, wenn wir jetzt alle Stücke mit der gleichen Basis absolut gleich behandeln und dann schauen, was passiert. Das trägt vielleicht auch zu dem, wie ich finde, homogeneren Sound bei.

JM: Ist „Liebe Am Strand“ nostalgisch der utopisch?
SEVI: Ähm.
DANIEL: Hehe.

JM: Ihr müsst die Frage nicht beantworten, ist Euer Ding. Ja, vielleicht darauf erstmal ein Schluck Wasser…
SEVI: Gute Frage. Ich würde sagen, es ist nostalgisch ohne wirklich – Pause – nostalgisch zu sein.

JM: Aha!
SEVI: Ja, es ist eher so eine Art Sehnsucht. Aber es ist jetzt nicht eine so tiefe Sehnsucht von mir. Es ist eher so, dass die Liebe am Strand in meiner Vorstellung sehr breit gefächert sein kann. Ich kann mir da irgendwie einen glücklichen alten Herrn vorstellen, der auf „Liebe Am Strand“ die Möwen mit Brot füttert oder tatsächlich ein junges Pärchen irgendwo, versteckt, oder einfach nur zwei junge Menschen, die sich da irgendwie näherkommen. Das kann alles sein für mich. Aber es ist eigentlich mehr ein Rückblick auf etwas, das ich so gar nicht erlebt habe.

JM: Letzte Frage: Wann nennt Ihr mal ein Album nach einem Song, der auf diesem Album enthalten ist?
DANIEL: Ja, das wär fast passiert.

JM: Warum heißen denn Eure Alben anders als die Songs darauf?
SEVI: Ein Album ist so ein absolutes Gesamtpaket. Und wenn man dann das Gesamtpaket nach einem Teil des Gesamtpaketes nennt, dann macht es das doch ein Stück weit wieder kaputt. Wir hätten „Spagat der Liebe“ beinahe „Geschichten aus erster Hand“ genannt, weil wir den Ausdruck so mochten. Haben uns dann aber tatsächlich dagegen entschieden, weil eben ein Stück schon so geheißen hat. Aber es ist schon möglich. Wenn man der Meinung ist, das ist der Track, der das Album am besten repräsentiert und wichtig ist, dann kann man das schon so machen. Aber bei uns ist das ja nie der Fall. Bei uns ist es immer das Gesamtding.
DANIEL: Wenn man nur einen Song nimmt, dann beschreibt man eben nicht mehr das ganze Album. Beide Titel, sowohl „Im Sinne Der Zeit“ als auch „Spagat der Liebe“ treffen’s für mich haargenau auf den Punkt, was das Album ist.

JM: Danke für das Interview.

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