Manchen Bands schenkt man BHs, The Barr Brothers Instrumente – Interview

BarrBrothers

„Starkes Album“ – so kam „Sleeping Operator“ von The Barr Brothers durch die JOINMUSIC-Bewertung. Klar also, dass wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten, die Band hinter diesem Album näher kennenzulernen und mit Fragen zu löchern. Fast hätte uns der Streik der Lokführer einen Strich durch die Rechnung gemacht, am Ende trafen wir Andrew Barr und Sarah Pagé nach ihrem wunderbaren Konzert in der Prinzenbar dann aber doch noch und konnten unsere Fragen loswerden.

JOINMUSIC: Schön, dass Ihr hier seid. Das war ja alles gar nicht so sicher, Ihr seid ja gestern auch schön in den Streik geraten, richtig?

Andrew: Ja, an sich eine ganz lustige Geschichte. Gestern gab es ja diesen Streik und Brad sollte mit seinem Baby mit dem Zug kommen. Und dann ging irgendwann gar nichts mehr und wir mussten ihn einsammeln. Heute sollten wir dann eine Session irgendwo in einem Wald spielen, aber da waren Gleise und heute sind die Züge dann natürlich gefahren…
Also war es heute genau andersherum. Wir haben angefangen zu spielen und plötzlich fuhren die Züge an uns vorbei und dann sagte man uns „Okay, das wird nicht noch einmal passieren, spielt weiter!“ und wir haben wieder von vorne angefangen – und natürlich kamen wieder Züge. Also das war echt ein bisschen schwierig.

JM: Naja, aber immerhin habt Ihr es jetzt geschafft. Also, zumindest bis Hamburg…

A: Ja, wir haben’s geschafft. Und wir lieben es. Dieses schöne, andersartige, alte Gebäude.

JM: Wie fandet Ihr das Publikum?

A: Ich war überrascht, dass es überhaupt Publikum gab.

Sarah: Ich auch.

JM: Echt?

A: Ja, klar, man weiß ja nie. Wir haben niemals in Deutschland, niemals in Hamburg, gespielt.

S: Genau das ist es, wir waren niemals zuvor in Deutschland. Also hatten wir nie die Chance, hier irgendwen kennenzulernen, und die Leute hatten auch nie die Chance, uns kennenzulernen.

JM: Aber die Leute sind ja echt total bei Euch und Eurer Musik gewesen. Auch, wenn sie Euch vielleicht noch nicht kannten.

A: Ja, das ist ein wirklich gutes Gefühl für uns.

JM: Es ist interessant darüber zu reden, weil das auch in etwa meine erste Frage war – in die Fremde zu gehen und dann dort erfolgreich zu werden. Andrew, Du kommst ja aus Amerika. Aber dann bist Du nach Kanada um die Karriere mit den Barr Brothers dort zu starten. Und es gibt da diese Story, dass Ihr in Montreal in einem Club ward und dann ein Feuer ausbrach… Und damit alles begann. Ist das wahr?

A: Oh ja. Das Mädchen, das Du grade getroffen hast, Meghan. Sie war Kellnerin in dieser Bar. So ähnlich wie diese hier. Und ich bin dort aufgetreten und dann habe ich sie gesehen und gedacht, dass ist die Frau, mit der Du den Rest Deines Lebens verbringen wirst. Aber ich wusste halt nicht, wie ich mit ihr reden soll. Und dann war da plötzlich dieses Feuer in der Bar. Was angeblich unsere Schuld war, aber ich glaube, es war deren. Irgendwer hat eine Zigarette in den Mülleimer geschmissen. Ja und dann stand die Bar unter Flammen und alle mussten raus auf die Straße. Und dann habe ich den Schritt gewagt: ich habe mein Sweatshirt ausgezogen und es ihr gegeben. Und sie gab mir dann ihre Adresse… Und dann bin ich nach Irland und habe ihr eine Postkarte geschrieben und sie in den Briefkasten geschmissen, als ich feststellte, dass ich meinen Namen gar nicht drauf geschrieben habe. Ich habe versucht, die Postkarte wieder aus dem Briefkasten zu fischen, aber keine Chance. Und dann habe ich auch noch ihre Adresse verloren. Das war also der Stand der Dinge: eine Postkarte ohne Name und die verlorene Adresse. Und dann hat sie auch noch aufgehört in der Bar zu arbeiten und ich konnte sie nicht wiederfinden. Aber ein Jahr später habe ich sie dann doch wiedergefunden und ich bin los, um sie zu besuchen. Und Brad kam mit mir, weil wir dann da auch eine Show zusammen in Montreal gespielt haben. Und dann haben wir uns beide in die Stadt verliebt. Und entschieden uns, dorthin zu ziehen. Es war so: „Wir kommen und wir bleiben!“. Quasi einen Monat später sind wir dann nach Montreal gezogen.

JM: Aber es ist doch wirklich ungewöhnlich – eine amerikanische Band kommt nach Kanada, um dort musikalisch durchzustarten. Normalerweise ist es ja eher andersherum.

A: Ja, so rum ist es schon echt witzig. Normalerweise ziehen immer alle nach New York, weil das der „place to go“ ist. Viele Musiker aus Montreal, die wir getroffen haben, versuchen Visa zu bekommen um in New York zu spielen.  Aber zu der Zeit, als wir dorthin gezogen sind, war Montreal so… Also, Meghan und ich sind zum Beispiel zu einem Arcade Fire-Konzert in einem kleinen Club – und das war so „Wow, die Musik hier ist echt gut!“ Und dann ist Brad in eine Wohnung gezogen, wo nebenan Sarah wohnte. Und Du hast ja echt viel geprobt. Mit der Harfe. Und Brad dachte sich „Wow, das ist wunderschön. Was ist das?“ Und so traf er dann Sarah. Und für uns war das dann so, als wäre überall Musik in Montreal und das hat uns echt eingenommen. Und dann haben wir uns mit Sarah befreundet und sie war bereits mit den Jungs befreundet, die heute mit uns zusammen gespielt haben, und mit Patrick Watson und all diesen großartigen Musikern aus Montreal. Und musikalisch gesehen ist die englische Szene in Montreal echt klein.

S: Ja, es ist ja eine französischsprachige Stadt. Und in Kanada an sich spricht man Englisch. Und somit ist Montreal eine Minderheit in einer Minderheit. Du bist da echt ein wenig isoliert und jeder aus Deinem Freundeskreis versucht, so viel wie möglich mit den Leuten zu unternehmen.

A: Also mein Vater meinte echt so: „Kanada? Wieso Kanada?“

JM: Aber Ihr lebt immer noch dort?

A: Ja, wir leben dort noch immer und wir lieben es.

JM: Aber wie kam es dann zu Eurer Band? Zu dieser Kombination? Die ja wirklich etwas ungewöhnlich und interessant ist…

A: Also, Brad und Sarah waren ja dann irgendwann befreundet und unser gemeinsamer Freund Patrick hat sie ausversehen beide auf eine Show gebucht. Er war so: „Hey, hast Du Lust eine Show zu eröffnen?“ und „Hey Brad, willst Du eine Soloshow spielen?“ Und zu dieser Zeit habe ich mit meiner Frau in einem Zelt in Massachusetts gelebt. Ich habe sie gestohlen und runter nach Amerika, in die United States, gebracht. Und zu diesem Zeitpunkt lebten wir da für so acht Monate, als Brad anrief und sagte: „Ich kenne jetzt die Band! Es wird Sarah an der Harfe sein und Miles am Bass.“ Miles lebt übrigens momentan in Berlin und wird uns nächste Woche begleiten. Und dann der Keyboarder, der heute leider auch nicht hier ist. Und ja, Brad hatte da so eine Vision für die Band, weil er all diese Songs geschrieben hat. Unsere alte Band war etwas lauterer Experimental-Rock und als wir dann nach Montreal gezogen sind fing Brad an, diese Songs zu schreiben. Er war öfter alleine, ein Fremder in einer neuen Stadt, sowas halt. Und dann hat er diese wirklich wunderschönen Songs geschrieben, die einer erlesenen Besetzung bedurften. Bevor ich dann zurück nach Montreal kam, haben Brad und Sarah schon an vielen Dingen gemeinsam gearbeitet. Und dann kam ich dazu und wir haben gemeinsam weitergearbeitet. Wir haben die Songs in unserem kleinen Keller-Studio aufgenommen und irgendwann gingen dann Freunde von uns, The Low Anthem, auf Tour und fragten uns, ob wir nicht als Support mitkommen wollten. Sarah war zu dieser Zeit nicht da und Brad und ich haben die Songs gemischt und wussten nicht so recht, ob das wirklich ein Album wird. Aber dann haben wir ein Bild dazu gepackt, es „The Barr Brothers“ genannt und sind losgetourt. Und das war wirklich nicht das, was wir dachten, was wir mit unseren Leben machen würden, aber es war so „Okay, auf geht’s!“

S: Andrew und ich haben zuvor in einer Band mit der Sängerin Lhasa de Sela aus Montreal gespielt und das hat schon viel Zeit eingenommen. Und dann endete das und wir hatten diese freie Zeit. Und wir waren alle nirgendwo wirklich verpflichtet. Andrew hat noch viel mit „Land of Talk“ gespielt. Ich glaube, sie war auch oft in Hamburg. Hat sie nicht sogar einen Song namens „Hamburg“ geschrieben? Naja, da fand jedenfalls auch nichts mehr statt. Und Lhasa verstarb. Und dann hatten wir alle plötzlich viel seltsame freie Zeit in unserem Leben. Also eigentlich hatten wir keinen wirklichen Plan, sagten nicht, ok, das ist die Band und so wird die Karriere laufen. Aber es fühlte sich gut an und wir fingen einfach an und schauten mal, was passieren wird.

JM: Scheinbar hattet Ihr aber alle schon immer viel mit Musik zutun. Wie fing das an? Wie seid Ihr zur Musik gekommen?

S: Andrew, Du hast da doch eine ganz interessante Geschichte.

A: Ja? Naja, also, unser Vater liebt Musik. Aber er ist Zahnarzt. Also hat er uns E-Gitarren gekauft und Keyboards und ein Schlagzeug. Er hat viel ZZ Top und AC/DC und Tom Petty gehört. Und ich glaube, er wollte seinen Traum durch uns ausleben. Und so kamen wir zur Musik und fingen an, Instrumente zu spielen. Und unser Onkel ist Blues-Musiker, also so ein kreativer Vagabunden-Typ, von dem wir nur gehört hatten. Also besuchten Brad und ich ihn als wir so 16, 17 waren.

S: Weißt Du was? Wir haben da nie drüber gesprochen, aber ich habe auch so einen Onkel. Er ist auch so ein Freigeist und Blues-Musiker und er trampte jahrelang durch Kanada und Amerika und Mexiko. Und irgendwann verkaufte die kanadische Regierung Land in einem Katalog. Das war so ein kleines Gebiet in Kanada, eine Insel, und keiner wollte da leben, weil es da nichts gibt. Aber das haben sie verkauft und mein Onkel fand diesen Katalog und hat dann sehr günstig Land gekauft.

A: So jemanden in Deiner Familie zu haben, der ein etwas anderes Leben führt und glücklich ist… das ist gut, das inspiriert. Und dadurch kamen Brad und ich zum Jazz und haben zusammen Jazz studiert. Und immer zusammen gespielt.

S: Ich finde die Story auch super, als Euch die falschen Instrumente gegeben wurden.

A: Ja, eines Tages, am Weihnachtsmorgen, bekamen wir ein Schlagzeug und eine Gitarre. Und ich bin zum Schlagzeug und war so „Yeeeaaah, juchuuuh!“ und habe sofort angefangen zu spielen. Und dann meinten meine Eltern aber „Ehm, das ist Brads!“ Und so bekam ich die Gitarre. Und ich habe auch Unterricht genommen, als ich acht war, vielleicht so für ein Jahr. Aber auch schon zu dieser Zeit habe ich immer gezählt. Ich stieg in den Bus nach Hause ein und zählte „1, 2. 1, 2, 3, 4…!“ Und dann eines Tages spielte Brad endlich besser Gitarre als ich. Und dann haben wir getauscht.

JM: Da wir grade über Instrumente reden… Auf Eurem neuen Album tauchen so viele verschiedene Instrumente auf. Aus Afrika, aber auch dieses Instrument, das ein Fan für Euch gebastelt hat, das „Cardboardium“. Wie kam es zu all diesen Instrumenten?

A: Naja, bei manchen Bands ist das so, dass sie BHs und Unterwäsche auf die Bühne geworfen bekommen. Wir bekommen Instrumente. Vor allem dieser eine Typ bringt uns immer wieder neue Instrumente mit. Und dann hat er Sarah dieses „Cardboardium“ mitgebracht.

S: Er hat es uns allen mitgebracht. Aber am Anfang hat sich keiner so wirklich dafür interessiert. Aber bei mir ist es so, dass wenn wir unterwegs sind und mein Instrument dann eingepackt ist – das ist echt hart für mich. Ich war eine klassische Musikerin und habe bestimmt sechs bis acht Stunden am Tag geübt. Und jetzt übe ich keine einzige Stunde mehr. Und dann weiß ich nicht, was ich mit all der Energie machen soll. Aber dieses Cardboardium war in unserem Van und irgendwann sagte ich mir dann „Ok, ich werde jetzt etwas damit machen!“ Am Anfang konnte ich nicht wirklich etwas damit anfangen. Aber dann habe ich es immer mehr abgeändert. Ich habe Saiten geändert und einen Haken dran gesetzt und versucht, es mit einem Bogen zu spielen und dann habe ich es in meinen Amp eingestöpselt und Tremolo gespielt.

 

JM: Das ist doch echt cool. Und all diese afrikanischen Instrumente? Was hat es damit auf sich? 

A: Wir sind alle ein bisschen besessen von nord- und westafrikanischer Musik.

S: Ja, Andrew hat da echt eine lange Vergangenheit. Er war sogar mal da und Brad und Du, ihr beide habt da eine tolle Geschichte.

A: Ja, als ich so 14 war, da habe ich diesen Schlagzeuger aus Mali getroffen. Er hat an der Universität unterrichtet. Und dann brauchte er einen Zahnarzt. Also hat mein Vater Zähne gegen Schlagzeugunterricht eingetauscht. Sein Name ist Abdul und er ist wunderbar, so ein toller Charakter. Und dann habe ich bei ihm so zehn Jahre gelernt und dann bin ich nach Mali und habe da auch von seinen Freunden gelernt. Und Brad hat auch mit Musikern aus Mali in Austin gespielt. Und Sarah hat gelernt, Kora zu spielen. Und so ging alles ein bisschen von der Harfe aus. Weil alle Instrumente ein wenig mit der Harfe verwandt sind, vor allem Kora und Ngoni. Und so dachten wir uns, dass diese Band perfekt ist, um die Dinge, die wir lieben, mit einzubringen. Wenn man in eine Rockband spielt, dann ist es eher schwierig, sich mit solcher Musik zu beschäftigen. Aber diese Blues-Tonalität, die wir eh schon nutzten, passte perfekt, um diese Instrumente auch mit einzubringen.

S: Für mich war ja schon die Blues-Musik echt weit weg, da ich ja aus der Klassik-Welt komme, aber das funktionierte. In einer Rock’n’Roll-Band ist das ja so, dass jeder versucht, zum Sound etwas beizutragen – und zwar immer. Und dann gibt’s eine Menge Wiederholungen. Und das war etwas, dass ich am Anfang nicht so ganz verstanden habe wegen meines klassischen Hintergrunds. Zu lernen, Wiederholungen interessant zu machen, ist echt schwierig für einen klassischen Musiker. Aber Kora-Musik ist das beste Beispiel dafür. Es gibt keine Akkord-Wechsel. Nicht einen. Geschweige denn Tonart-Wechsel. Aber dennoch ist jede Sekunde anders und niemals gleich. Es bewegt sich immer etwas. Es gibt rhythmische Wechsel. Und das zu lernen, war echt eine Herausforderung für mich, aber das war großartig. Und wir alle denken, dass Folk-Musik Musik für die Leute ist. Ob es nun Blues- oder afrikanische Musik ist, sie wird gespielt, damit Leute zusammenkommen. Und darum muss es ja wiederholt werden, damit die Leute das verstehen. Und das habe ich gelernt und lieben gelernt und da wir alle so offen sind, hat es einfach perfekt gepasst.

JM: Sarah, hast Du denn vorher schon Erfahrungen in der nicht-klassischen Musik gesammelt? Oder war das mit „The Barr Brothers“ die erste Erfahrung?

S: Patrick Watson war die erste Person, die mich in dieses Nicht-Klassik-Dingen gebracht hat. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und er hat mich immer mit in Kneipen geschleppt und auf die Bühne gestellt. Und er liebt es zu improvisieren, was ja wirklich kein Element der klassischen Musik ist. Also nannte er einen Song, sagte „das sind bloß drei Akkorde“ und ich dachte dann „Was heißt das jetzt?“ und er fing an zu spielen und irgendwann rief er dann „Harfen-Solo“. Und ja, er hat mir da echt einen großen Anstoß gegeben. Und er hat mich auch mit Lhasa de Sela, dieser großartigen Sängerin in Kontakt gebracht, die ja leider verstorben ist. Und in Montreal im Generellen ist eine sehr große Improvisations-Szene. Und so bin ich immer in viele solcher Bars und Cafés gegangen.

A: Ehrlich gesagt kennt sie jeder in Montreal, weil sie immer mit ihrer Harfe unterwegs war, dieses riesen Ding, das durch den Schnee geschoben werden musste.

S: Ja, ich habe immer meine Harfe auf so einen Karren geschnallt und bin dann von Bar zu Bar.

JM: Ihr müsst jetzt leider schon wieder los, aber vielen Dank für das Interview und die wirklich interessanten Einblicke, die Ihr uns gegeben habt.


ENGLISH VERSION


 

JOINMUSIC: I’m very happy you’re here, because it wasn’t too sure whether you can make it all, since you were also affected by the strike yesterday, right?

Andrew: It’s actually kind of funny. The trains were on strike yesterday and Brad was coming with his baby and he stranded somewhere and we had to pick him up. And today we were supposed to do a session out in the woods, but there were train tracks and the trains were running today. It was a bit reverse this time. We started to play and then the trains also started to go by and they were like „Okay, it’s not going to happen again, just go ahead“ and then we started again and again a train came by. So that was really tough.

JM: But you finally made it? At least to Hamburg…

A: Yes, we finally made it. And we love it. This beautiful, weird, old building.

JM: You also liked the audience?

A: Yes, I was surprised there was an audience.

Sarah: So was I.

JM: Really?

A: Well, you don’t know. We never played in Germany, never in Hamburg.

S: That’s it, we’ve never really been to Germany before. We didn’t really have the chance to get to know anybody, nobody really had the chance to get to know us.

JM: But people were really into your music. Although they might not really knew you.

A: Yes, its a really good feeling for us.

JM: It’s interesting to talk about that, because this was kind of my first real question – going to a foreign land and being successful there. You, Andrew, are from America. But then you went to Canada to start your career with the Barr Brothers. And there exists this story that you went to Montreal to a club and then a fire broke out… And then it all started. Is this story true?

A: Oh, yes. The girl you met, Meghan. She was a waitress at this bar. Kind of like this one here. And I was playing a show and then I saw her and then I decided that this is the woman I“m going to spend my life with. But I didn’t really know how to talk to her. And then there suddenly was this fire in the bar. Which they blamed at us, but I think it was them. Somebody put a cigarette in a trash can. So the bar got on fire and everybody had to clear on the street. And then I kind of made my move: I took my sweatshirt off and gave it to her. And then I got her address… And then I went to Ireland and I wrote her a postcard and then I put it into the mail box and then I realized I forgot to put my name on. And then I tried to get it out off the mailbox… And then I lost her address. So all there was: this postcard without my name on and the lost address. And then she left her job and I couldn’t find her there. But one year later I found her again and went to visit. And Brad came with because we played a show together in Montreal. And we fell in love with this city. And then we decided to move there. And yes, it was like „we’re coming, we’re staying“. So basically a month later we moved back to Montreal.

JM: But it is really unusual – American bands coming to Canada to start their career there. Most of the time it’s the other way around.

A: Yes, it’s funny that way. Usually everybody moves to New York, because this is the place to go. And a lot of Montreal musicians we have met they’re trying to get their visas to go and play in New York. But Montreal at the time when we moved there… When I came to visit Meghan again we went to see Arcade Fire in a tiny little place – and that was really like „Wow, the music here is good“. And then Brad moved in an apartment that shared a wall with Sarah. And you were practicing hard through this wall. With the harp. And Brad was like „Well, this is beautiful! What is that?“ So he met Sarah. And to us it really seemed like the music is everywhere and it embraced us. And we became friends with Sarah and she was already friends with the guys playing tonight with us, Patrick Watson and all these great Montreal musicians. And the English scene in Montreal music wise is pretty small actually.

S: Yes, it’s a French speaking city. And Canada is English speaking. So Montreal is particularly that minority in a minority. There you are very isolated and everybody who is in your community tries to interact with each other as much as possible.

A: Yes, my dad was like „Canada? Why do you go to Canada?“

JM: But you still live there?

A: Yes, we still live there and we love it.

JM: How did you then decide on your band, on this combination? Because it is very interesting an unusual.

A: So Brad and Sarah have met and our friend Patrick accidently double booked them both on a show.  He was like: „Hey, are you open for a solo performance!“ and „Hey Brad, you want to play a solo support?“ And I was living in a tent in Massachusetts with my wife. I stole her and took her down to America, to the United States. We were living at that tent for like eight months and at that point Brad called me and was like „I know the band! It’s going to be Sarah on the harp and Miles on bass“. He lives in Berlin now actually and he’s going to join us next week. And the keyboard player, who is actually not here either. But yes, Brad kind of had the vision for this band because he has written all these songs. Our old band was a bit of a louder experimental-rock and when we moved to Montreal Brad started writing songs, he was spending a bit more time alone, being a stranger in a new city, that kind of thing. So he was writing some very beautiful songs that took more of a delicate orchestration. So actually before I even went back up, Brad and Sarah have worked out a lot of things. And then I came and joined in and we started working on this together. And we are recording in our own little basement studio and finally some friends of us, The Low Anthem, they were doing a tour and they asked us to come open up for them. And Sarah was away to meditation retreat and Brad and I were mixing these songs but didn’t really know whether this was a record. So we slept a picture on it, called it „The Barr Brothers“ and then we hit the road with this. And that wasn’t really what we were expecting to do with our lives, but it was like „Okay, let’s just go!“.

S: Well, Andrew and I had actually been playing in a band with a singer from Montreal, with Lhasa de Sela, and that was a big time commitment. And then it ended and we had this kind of empty space. And we were all not necessarily committed. Andrew has been playing with „Land of Talk“ a lot. I think she’s been to Hamburg a lot. She even wrote a song called „Hamburg“ I think. And that wasn’t happening. And then Lhasa went off and passed away. So that was that weird time when there was this big space in all our lives. So we didn’t really have a plan, saying this is the band and this is the career path. So it felt good and we started it to see what is going to happen.

JM: Apparently all of you have always been in contact with music. How did it start? How did your interest in music develop?

S: Well, Andrew, you have quite an interesting story.

A: Do I? Well, our dad loved music. But he is a dentist. So he kept buying us electric guitars and keyboards and drums. He listened to ZZ Top and AC/DC and Tom Petty. I think he tried to live his dream with us. And so we got into it and we kept playing. And our uncle is a blues musician, this kind of hobo creative guy we just knew about. And then Brad and I went to visit him when we were 16 or 17.

S: You know, we never talked about it, but actually I have a similar uncle. My uncle is a hobo and blues musician who just hitchhiked around Canada and America and Mexico for years and years. And eventually at a certain point the Canadian government was selling land by catalogue. It is a very small part of Canada, an island and nobody wanted to live there, because there is nothing there. So they were selling land for almost nothing. And my uncle came across this catalogue and bought a part of this land.

A: Having somebody in your family who is living a different life but being happy… that’s good, that’s inspiring. And then Brad and I started studying Jazz together. We always play together.

S: I like the story of you guys being given the wrong instruments.

A: One day, Christmas morning, we got a drum set and a guitar. And I ran over the drum set and I was like „Yeeaah, wooohooo!“ and I started playing. And then my parents were like „Aaah, that’s Brad’s.“ So I got a guitar. And then I took guitar lessons when I was 8, maybe for a year. But I remember even at that age I was counting all the time. Taking the bus home and then I was like „1, 2. 1, 2, 3, 4…“ I remember I’ve been always counting. And finally one day, Brad started getting better at the guitar than me. So at one point we switched.

JM: Talking about instruments: on your new album there are so many different instruments. From Africa and then also this instrument created by a fan, this „cardboardium“. How did you decide on all these different instruments?

A: I think some bands get bras and panties thrown – for us it’s instruments. This one guy in particular kept bringing us instruments. And he brought Sarah this „cardboardium“.

S: Well he brought it for all of us. At first nobody really cared for it very much. But for me sometimes it gets hard on the road, because my instrument is all packed up. I used to be a classical musician and I used to practice six hours a day, eight hours a day. And now on tour it’s zero hours a day. And you don’t know what to do with this energy. And this cardboardium was in our van and I was like „Ok, I’m going to do something with it“. I couldn’t really relate to it. But then it morphed and morphed. I kept on changing strings and putting a pick up and trying bowing, put it through my amp and the tremolo.

JM: Really cool. And all these African instruments? What’s behind that?

A: We’re all kind of obsessed with North African, West African music.

S: Well, Andrew actually has a long history. He even has been over and you guys have a wonderful story.

A: Yes, when I was 14 maybe, I met a drummer who was from Mali and he came over to teach at the University. And then he needed some dental work. So my dad treated him teeth for drum lessons. So I met this guy. His name is Abdul and he is amazing, just a great character. So yes, I studied with him for like ten years and I went over to Mali and studied with some of his friends over there. And Brad, too, played with Mali musicians of Austin. And Sarah studied some Kora. It kind of is like a way in from the harp. Because a lot of the instruments are related to the harp, the Kora or the Ngoni. So we kind of thought this would be a good band to incorporate the stuff we love. You know it’s hard when you’re playing in a rock band to start to get into that music too much. But the blues tonalities we are using anyway were kind of a way to also include these instruments.

S: For me coming from a classical world even the blues was already far away, but it worked out. In a rock’n’roll band you’re all trying to be contributing to the whole sound – all the time. And there is a lot of repetition. And that was something I wasn’t really understanding at first due to my classical background. Learning to make a repetitive form interesting is difficult for a classical musician. But Kora music is the best example of this that I’ve ever seen in the world. There are no chord changes. Not even one. Never mind like key changes. But still every single second is completely different, it’s never the same. It’s moving all the time. It’s rhythmic changes. And learning all this has been a big challenge for me but it was great. And we all feel that folk music is music for people. Whatever kind of special music it is, whether it’s desert blues or African music, it’s played for getting people together. And therefore it has to be repetitive. And I learnt that and I liked it and it fit because we were all so open-minded about it.

JM: But Sarah, did you ever do something non-classical before then?

S: Patrick Watson was actually the first person who got me into this non-classical thing. We went to school together and he always dragged me into bars, putting me on stage. And he loves to improvise and this is really nothing you do in classical music. So he would call a song, saying „It’s just three chords“ and I was like „What does this mean?“ and he started playing and at one point he was like „harp solo“. So, yeah, he really gave me a big push. And also he introduced me to Lhasa de Sela, who is a really wonderful singer, who passed away, and Andrew and I and Joe made an album with. And in Montreal there is in general a bit of a free improvising scene. So I went a lot to these cafés and bars.

A: Actually everybody in Montreal knows her because she is always dragging her harp, this huge thing, pushing it around through the snow.

S: Yes, I always put my harp on a cart and walked around like this from bar to bar.

JM: Unfortunately you need to go now, but thanks a lot for this interview and these really interesting insights you gave us.

Entdeckte Musik durch ihre Oma, die mit ihr Kinderlieder am Telefon sang. Damals, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Dann für's musikorientierte Studium in die Niederlande und nach Finnland. Derzeit wohnhaft in Hamburg. Und die Liebe zur Musik nicht verloren.

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