Step By Step & App für App – Heute: DJ-Mix-Apps

In der Tat: es gibt Smartphone-Apps, die simulieren Wählscheibentelefone. Wieso, weshalb und warum, das muss woanders geklärt werden – an dieser Stelle lautet das Thema: App in die Zukunft und nicht back to the past.

Im zweiten Teil unserer Serie über musikbezogene Smartphone-Anwendungen wendet sich die App-Teilung Trend & Technik den so genannten DJ-Mix-Programmen. Mit ihrer Hilfe lässt sich die mobile Musiksammlung nicht einfach nur abspielen, sondern so präsentieren, wie man es in einem Club von einem DJ erwartet. Dazu simulieren die Apps zwei Schallplattenspieler, das Mischpult sowie in der Regel eine Handvoll Effekte, mit denen sich wahlweise Mix oder Einzel-Track noch „pimpen“ lassen.

Virtual DJing praktisch
Wie so oft bei den Apps, funktionieren alle drei untersuchten Anwendungen im Großen und Ganzen ähnlich, will sagen, die Steuerungsprinzipien sind beinahe identisch: Musik aussuchen, einem der virtuellen Plattenspieler zuweisen, abspielen. Für den darauffolgenden Song sollte es eigentlich genauso funktionieren. Wirklich spannend wird es also genau dazwischen, wenn die beiden Songs so miteinander gemischt werden, dass ein so gut wie nahtloser Übergang entsteht und der Hörer die beiden Tracks im Idealfall für ein langes Stück hält. Und genau an dieser Stelle machen die verschiedenen Funktionen und der Zugang zu ihnen den Unterschied aus.

Algoriddim DJAY
Platzhirsche gibt’s nicht nur im Wald. Die DJAY-App der Firma Algoriddim ist dafür das perfekte Beispiel. Das Unternehmen aus München überzeugt schon seit Jahren mit immer neuen Optimierungen und Add-ons. Gut aussehen tun die Anwendung zum Überfluss auch noch – kein Wunder, dass DJAY sich als letztjähriger Gewinner einer der Apple Design Awards rühmen darf. Die App, die nicht nur durch ihr aufgeräumtes Design anspricht, sondern auch mit hoher Kompatibilität zu anderen Anwendungen und Geräten überzeugt (Griffin DJ CableiDJ Live controller) ist nicht als Gratis-App verfügbar – die iPhone-Variante allerdings bleibt mit einem Anschaffungspreis von 0,79 € überschaubar teuer.


Xylio Future DJ
Das ebenfalls in Europa ansässige Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Musik- und Audio-Software spezialisiert, erweitert sein Angebot aber regelmäßig auch um andere Medienformate und Mobile-Lösungen. Für ihre Mix-App hat sich Xylio vom sonst oft bevorzugten „Turntable-Look“  – wie er zum Beispiel auch bei DJAY genutzt wird – zu Gunsten einer ausschließlichen Hüllkurven-Darstellung verabschiedet. Das robuste Benutzeroberflächendesign wird zwar kaum Preise einheimsen – funktional ist es trotzdem. Besonders die hervorragend funktionierenden Loop-Optionen machen gewaltigen Eindruck. Aber auch die Future DJ App ist nicht umsonst. Mit 2,99 € kostet sie immerhin fast das Dreifache ihres Konkurrenten aus dem Hause Algoriddim.


Red Bull BPM DJ
Dass der österreichische Getränke-Hersteller Red Bull kein Spezialist für APP-Entwicklungen ist, versteht sich von selbst. Dass eine DJ-App als konsequente Weiterentwicklung ihres kulturellen Engagements (kann man das so sagen?) aber nur logisch ist, allerdings auch. Der Future DJ App nicht unähnlich, verzichtet BPM DJ auf die Darstellung in Anlehnung eines Plattenspielers. Hinsichtlich des UI-Designs aber sind die Parallelen zu DJAY sehr viel deutlicher. Die BPM DJ App ist die einzige im Test, die gratis angeboten wird. Aber Obacht: die Gratisvariante beschränkt die Nutzung von BPM DJ auf vier Tracks, die schon in der App enthalten sind. Um die eigene Musik abspielen zu können, werden 3,99 € fällig.


Verleich

 

Fazit
Beim App-Vergleich erstaunen vor allem die Ergebnisse: Die preiswerteste App kann nicht nur am meisten. Darüber hinaus sieht sie auch am besten aus. Red Bull und seine BPM DJ App kann mit seinem aufgeräumten User-Interface zwar auch Punkte gut machen, lässt sich dann aber durch den fast fünffachen Preis die Butter schnell wieder vom Brot nehmen. Mit der Future DJ kann Xylio weder funktional noch im Preis-Leistungs-Verhältnis mithalten. Ein großes Manko bei allen drei Anbietern: keine einzige dieser Anwendungen ist für Android erhältlich. Unabhängig von den dafür möglicherweise verantwortlichen Gründen – die Mehrheit aller mobilen Endgeräte basiert nun einmal auf Android – diesen Markt außer Acht zu lassen ist fahrlässig.

Vor dem Hintergrund dieser doch sehr deutlichen Ergebnisse, lassen sich die überflüssigen Worte auf ein Minimum begrenzen: Algoriddims DJAY ist ganz klarer Testsieger. Selbst wenn sich die Red Bull BPM DJ App für professionelle Einsätze kaum minder anbietet – preislich ist sie keine Alternative.

photo: der_jipi

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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