„Lieber sterben, als nochmal 13 sein.“ – Strand of Oaks im Interview

64660008

Es gehört zu den Gemeinheiten des Lebens als Musiker-Interviewer, der von ihm höchstpersönlich mitverantworteten, hoch-künstlichen und angeblich auf Gegenseitigkeit beruhenden Sympathie-Atmosphäre auf den Leim zu gehen. Keiner hat das je schöner auf den Punkt gebracht als Everett True alias Jerry Thackray: „Why Aren’t These People My Friends?“ Timothy Showalter, dessen Brainchild das Musikprojekt Strand of Oaks ist, ist einer von den Typen, bei dem einem das ganz leicht passieren kann. Herzlich, höflich und mit einem „Was diese Augen alles schon gesehen haben, Alter“-Zwinkern, setzt er sich zu Dir, als hätte er gerade gefragt, ob der Platz noch frei sei. Eigentlich sollte es ja nun um das neue Strand of Oaks Album „Hard Love“ gehen – wie schon beim Vorgänger „Heal“ aber entpuppt sich Showalters schonungslose, wenn nicht gar pathologische Ehrlichkeit bezüglich seiner eigenen Schwächen als das eigentlich Faszinierende. Natürlich wird Showalter weder Trauzeuge noch Taufpate – die dürften ruhig weniger kaputt sein – aber Nähe bildet man sich, bilde ich mir angesichts der besprochenen Themen trotzdem ein. Und zumindest für die Dauer des Gesprächs kann selbst die eingebildete Nähe Wunder wirken.

JM: Als wir uns das letzte Mal sprachen, hast mir etwas gesagt, was nachher zur Überschrift des Artikels wurde: „Ich hasse Becken“. Wenn man nur von diesem Statement ausgeht, finden sich auf „Hard Love“ entsetzlich viele davon.
TIMOTHY: Nunja, man könnte das auch als Entwicklungsschritt sehen. War „Heal“ – wie soll ich sagen – egoistisch und notwendig in dem Sinn, dass ich das einfach machen musste, ist „Hard Love“ ein Dokument der Kollaboration und Zusammenarbeit. Es ging darum, Dinge laufen zu lassen. Vor drei Jahren hätte ich wegen Winzigkeiten mehrere Fässer gleichzeitig aufgemacht, aber jetzt hat es sich einfach gut angefühlt. Drei oder vier Typen in einem Raum, die die Zeit ihres Lebens haben. Was mir bei„Heal“ noch so wichtig war, weil mir„Heal“ so wichtig war – nämlich alles unter Kontrolle zu haben – spielte jetzt keine Rolle mehr. Hier war es eher so: Na los, lasst uns einfach Spaß haben. Nur wir. Alles sollte mit auf die Platte. Die Fehler, alles. Wie meine Mutter immer zu sagen pflege: „WORDS AND ALL“. Und genau das ist diese Platte. Alles ist da drauf. Die Becken, ein Tamburine, das runterfällt. Das sagt auch viel über meine Persönlichkeit aus bzw. wie sie sich verändert hat.

JM: Auf „Heal“ hast Du auch fast alles alleine eingespielt. Für „Hard Love“ hast Du Dir also eine Band zusammengesucht?
TIMOTHY: Es waren mein Produzent Nicolas Vernhes, mein bester Freund Jason an der Gitarre und ich. Und dann auch noch der Toningenieur Gabe. Der hat auch ein paar Instrumente gespielt. Und dann hatten wir diverse Drummer. Meistens haben wir denen den Song, bei dem sie mitspielen sollten, gar nicht vorher gezeigt. Wir waren da eher so Guck, so fühlt sich das Ding an mäßig drauf. Und jetzt bitte spielen! Der Typ, der auf „Everything“ Schlagzeug spielt, hatte den Song oder auch nur Teile davon noch nie gehört. Die Gitarre, die Du am Anfang des Songs hörst, ist das, was der zuerst von dem Song gehört hat. Es war so was von angenehm. Und genau das ist doch Sinn und Zweck einer Zusammenarbeit. Lockerlassen. Und vor lauter lockerlassen ins Schwitzen kommen. Wir haben viel über „Taxi Driver“ gesprochen. Und wenn dieser Film eins ist, dann verschwitzt.

JM: So genannte High Profile Kollaboration wie J Mascis auf „Goshen 97“ finden sich auf „Hard Love“ aber nicht, oder?
TIMOTHY: Es gab solche Vorschläge. Aber ich wollte das nicht. Ich mag J Mascis als Fan. Aber auf „Hard Love“ wollte ich niemanden drauf haben, den ich nicht as lieben Freund würde bezeichnen wollen. Wenn jemand daherkommt und sagt: Oho, Du müsstest jetzt aber wirklich mit so-und-so zusammenarbeiten, sage ich: Nein. Nicht, dass ich was gegen die hätte, aber ich kenne diese Leute nicht.

JM: Einer der Punkte, die mir gleich beim ersten Durchhören aufgefallen war, betrifft das Sound-Design. „Hard Love“ klingt so anders als „Heal“ – insbesondere Deine Stimme. Manchmal dachte ich sogar, da gäbe es vielleicht einen zweiten Sänger. Aber das bist alles Du, ja?
TIMOTHY: Ja.

JM: Hast Du Gesangsunterricht genommen?
TIMOTHY: Nee – das Gegenteil. Ich habe drei Jahre lang getourt. Und meine Stimme hat sich über diese Zeit sehr stark verändert. Außerdem habe wir mit verschiedenen Mikrophonen herumprobiert. Bei einigen Stücken hatten wir eins von Telefunken, das schon Frank Sinatra benutzt hatte. Bei anderen musste es ein 30-Dollar-Ding von der Strasse tun. Alles dreht sich um eine gewisse Lockerheit. Nichts war uns heilig. Es gab keinen Punkt, an dem wir gesagt haben: Also, wenn wir das jetzt nicht sofort so-und-so machen, dann… Was dann? Scheiß drauf, Mann. Und was meine Stimme angeht – das ist das Ergebnis, das mein Produzent Nicolas Vernhes aus mir rausgeholt hat. Mach Dir keinen Kopf, hat er gesagt, hab Spaß. Wenn Du so singen willst, sing so.

JM: Abgesehen davon ist „Hard Love“ das zweite Album nach „Heal“, das eine Zäsur darstellt, weil es mit der Musik, die Du vorher gemacht hast, komplett bricht. Auffällig ist, dass sich auf beiden Songs finden, in denen es um die alte gute Zeit geht: „Goshen 97“, „Shut in“, „Radio Kids“. Gibt es da einen Hang zur Nostalgie?
TIMOTHY: Äh ja – ich halte nach der Utopie Ausschau. Da steckt auch jede Menge Eskapismus drin, weil ich manchmal das Gefühl habe, für die Realität nicht mutig genug zu sein. Und wenn die Realität an die Tür klopft, bin ich schon in Richtung früher zur Hintertür raus. Natürlich war früher nicht alles besser. Schrecklich daran zu denken, dahin zurückgehen zu müssen. Da würde ich lieber sterben. Ich möchte nicht wieder dreizehn sein. Nicht noch mal. Es ist fürchterlich. Aber es ist halt so ein Reflex. So war das schon immer mit mir und der Musik. Sie ist ein Ausweg, Aber auf zwei verschiedene Arten. Ich mache ja nicht nur selber Musik – ich bin halt auch ein großer Fan von Musik.

JM: Wovon handelt „Quit it“?
TIMOTHY: Bei „Quit it“ geht’s um den Punkt, wenn die Party vorbei ist. Und um den nächsten Morgen. Um den symbolischen nächsten Morgen. Wenn Dir klar wird, dass Du inmitten all der Feierei Leuten weh getan hast. Ich glaube mit „Quit It“ habe ich mich mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass ich wieder und wieder Leute, die ich gern hab und liebe – wie zum Beispiel meine Frau – dass ich die, die ich am meisten schätze, am schlechtesten behandele. Eine fürchterliche Kombination. Ich bin gut darin, mich mit anderen Leuten zu unterhalten. Und ich versuche immer, so aufrichtig wie nur möglich zu sein. Aber es gibt das diesen Hang, bestimmte Situation mit anderen für das Ausleben meiner eigenen dunklen Seiten auszunuten. Vor allem in Hinsicht auf Sue, meine Frau. „Quit it“ handelt davon, wie ich realisiere, dass ich aufhören muss, sie so zu behandeln. Ich sollte sie feiern. Aber es gibt da diesen Drang in mir.

JM: Es geht also nicht einfach nur um Rauschmittel-Missbrauch?
TIMOTHY: Drogen sind super. Ich persönlich hab es damit nie übertrieben, sondern mir immer auf die richtigen Momente rausgesucht. Aber bei „Quit It“ geht’s nicht um Drogen. Ich bzw. meine Persönlichkeit ist es, die Leute verletzt. Das ist, was sich am schnellsten ändern muss. Und ich hoffe, ich muss nicht irgendwann wieder darüber singen. Ich hoffe sogar, dass ich einige Themen auf „Hard Love“ zum letzten Mal besinge. Ich war irgendwann in Australien, auf einem Musik-Festival. Und da waren all diese Menschen, die sahen aus wie ich, die verhielten sich wie ich und so wie ich mir das immer vorgestellt hatte und da hab ich einfach beschlossen, mich dieser Erfahrung zu öffnen. Was auch immer das bedeuten sollte. Philosophisch und so. Das hat sich alles so dermaßen positiv angefühlt. Und darum sollte es ja auch auf „Hard Love“ gehen: Nämlich gegen diesen Schwermuts-Fetisch, in dem ich mich seit Jahren wälze. Gerade gestern haben wir noch mal drüber gesprochen. Der Fetisch der Schwermut ist nur so lange verlockend, bist Dir mal was wirklich Schlimmes unter die Augen kommt. Dann hast Du nämlich keinen Bock mehr, Dich in Deinem Selbstmitleid zu aalen. Du brauchst dann auch mal was, worüber Du Dich freust. Bei „Heal“ war das noch so. Alles war einfach soooo anstrengend. Ja, das Leben ist anstrengend. Aber man kann darauf anders reagieren, als sich für eine Beerdigung oder Trauerfeier fertig zu machen.

JM: Diese eine Minute nach „Cry“ – es ist nicht music concrete aber eine Art Soundscape. War die Idee dafür dem Song oder der Atmosphäre im Studio geschuldet?
TIMOTHY: Beides. Wäre es aber nur um das Studio gegangen, hätten wir es irgendwo auf der Platte unterbringen können. Es schließt sich aber an „Cry“ an und die Stimme am Telefon ist meine Frau. Nicolas Vernhes hat alles so eingerichtet, dass ich sie vom Aufnahmeraum aus anrufen konnte. Was sie aber nicht wusste. Sie geht also ran, sagt „Hallo“ oder so und wir im Studio haben einfach Lärm gemacht und ihren Namen gerufen. Irgendwie musst eich das tun. „Cry“ ist so viel realer als alles andere, was ich jemals als Musiker gemacht habe. Es war mir wichtig, dass der Song auf diese Art endet: Wild aber nicht ohne Humor. Schrullig halt, wie der Rest der Platte.

`JM: Wahrscheinlich bist Du längst nicht damit durch, aber in Sachen Ego-Analyse und Achterbahn-Psyche hast Du analytisch ja jetzt schon eine ganze Strecke zurückgelegt. Gibt es so was wie eine Plan B, eine Routine oder Verhaltensmuster, an dass Du Dich halten kannst, wenn es Dir mal wieder nicht so gut geht und Du aus dem Loch rauskommen willst? Kochen, Meditieren, Autoputzen?
TIMOTHY: Ja – und auch wenn das jetzt komisch klingt: Ich habe aufgehört, jeden Tag Songs zu schreiben. Song-Schreiben war meine Entschuldigung, nicht am sonstigen Leben teilnehmen zu müssen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass, wenn ich Songs schreibe, mir alles andere egal sein konnte. Wenigstens so lange, bis der Song fertig war. Ich habe mich also ganz vorsichtig in Richtung visuelle Kunst bewegt. Habe mir entsprechende Arbeitsmittel zugelegt und jetzt wollen wir mal sehen.

JM: Gibt es zum Cover-Shoot eine Geschichte?
TIMOTHY: Ja.

JM: Na dann erzähl mal.
TIMOTHY: Aber nicht alles. Nur soviel: Es war eine Art Kunst-Projekt von mir und meinem Freund, dem australischen Fotografen. Wir hatten uns überlegt, was passiert wäre, wenn Hunter S. Thompson und sein Anwalt bei “Fear And Loathing” in Las Vegas einen Fotografen dabei gehabt hätten. Und so haben wir das dann umgesetzt. Soviel dazu!

JM: Du hast Hunter S. Thompson gespielt?
TIMOTHY: Ja, obwohl ich dem Anwalt ähnlicher sehe.

JM: Was soll diese grüne Paste auf der Uhr im “Radio Kids” Video?
TIMOTHY: Keine Ahnung.

JM: Gute Antwort. Hast Du gewählt?
TIMOTHY: Ja.

JM: Aber es hat nichts geholfen?
TIMOTHY: Nein. Unglücklicherweise nicht. Aber verändert hat die Wahl trotzdem etwas: Im Angesicht der Niederlage spüren die Menschen eine nie dagewesene Verbundenheit. Vielleicht hätte es die auch schon mit Bernie Sanders gegeben. Auf jeden Fall schließen sich die Leute zusammen.

JM: Ich kriege das auch so mit und bin total erstaunt.
TIMOTHY: Viele, die ihn gewählt haben, würden das nie zugeben. Ein lautloses/stilles Übel. Das immer schon da war, und sich jetzt seine Bahn bricht. Aber: 50% der US-Bevölkerung hat gar nicht gewählt, und knapp drei Millionen mehr haben für Hillary gestimmt. Es dürfte wohl eher so sein, dass diese rassistischen Idioten zum letzten Mal eine Wahl gewonnen haben werden. Sie sind so was von in der Minderheit. Trotzdem trauern wir. Wie Du weißt, gibt es verschiedene Phasen des Trauerns. Ich hoffe, dass wir das Akzeptanz-Stadium bald erreichen. Der Tag nach der Wahl hat sich angefühlt wie eine Beerdigung. Ein unglaubliches Verlust-Gefühl. In meiner offenherzigen Nachbarschaft haben Leute angefangen zu weinen. Aber ich werde dagegen kämpfen. Wir werden alle aktivieren. Und dann wird es schnell vorbei sein. Und eins garantiere ich Dir: Die Typen, die jetzt am Ruder sind, die werden wir alle in Handschellen abgeführt sehen.

JM: Danke für das Interview!

Photo: Maclay Hariot


english version



JM: When we last met you said something that went on to become the headline for the interview: “I Hate Cymbals”. Judging by that statement there are an awful lot of cymbals on “Hard Love”.
Timothy: Well, I think that could be seen as an evolutionary step. Whereas “Heal” was very – long pause – selfish, in a needed way. An urge, to be taking care of this. “Hard Love” – even if I would make grand statements like that – was about the collaboration. Where you kind of let go. Three years ago I would have made a fuss about this, but now, it just feels so good. Three or four people in a room having the best time of their lives. And that necessary need for control, which I had for “Heal” – because it was just so important to me to make it – is gone. With this record it’s really just. Come on, let’s have fun. Let’s just enjoy ourselves. We wanted everything to be on there. The mistakes. As my Mama always said: Words and all. And that’s what this record is. Every bit is on there. The cymbals, a dropped tambourine. It’s most telling about my own personality, maybe. Things that have changed in this respect.

JM: So, on “Heal” it was basically you playing everything. And on “Hard Love” you had a band?
Timothy: Well, it was me, my producer and my best friend Jason, on guitar. And the engineer, Gabe, also played a bunch of instruments. And we had multiple drummers, that we let show up. And we wouldn’t even show them the song. We would go like: Here, that’s the vibe. Now play! The guy who plays drums on “Everything” had never heard the song before. When you hear my guitar coming in at the beginning, that’s when he heard the song for the first time. It was all joyous. And that’s the idea of collaboration. Keeping it loose. Keeping it sweaty. We talked about “Taxi Driver”. And all of it is sweaty.

JM: Where there any other let’s say high profile features like the J Mascis one on “Goshen 97”?
Timothy: It was suggested. But I didn’t want it. I love J Mascis as a fan. But I didn’t want people that weren’t people that I love as friends. When someone comes up and says: “Oh, you should have so-and-so doing back-up vocals”, I’m like: No. I’ve nothing against these people, I just don’t know them.

JM: One of the things that struck me immediately after the first listen, was the sound design which was fundamentally different from “Heal” – especially your voice. Sometimes I even though there must be a second vocalist. But it’s all you?
Timothy: Yes.

JM: So did you go and take vocal lessons?
Timothy: No, the opposite. I toured for three years. And it has definitely changed over the course of these times. And also we worked with different microphones. For some songs we used the mike that Frank Sinatra would use, a fancy, German Telefunken. For other songs we had 30 Dollar microphones and I was dancing around the studio. It was all about the looseness. Nothing was precious. Nothing was like: If we don’t do this, then … Well, then what? Fuck it. And it terms of vocals that’s what the producer brought out. Don’t worry, he said. Just have fun. If you want to sing like that, sing like that.

JM: Apart from the fact that “Hard Love” is the second album after “Heal” which marked a caesura and broke with the style of music you had made before, there are some other parallels. That both albums are your brainchild is a pretty obvious one. The fact that “Goshen 97” is topic wise pretty close to “Radio Kids” or “Shut in” is not. They deal with the good ol’ times. Is there an infatuation with these nostalgic themes?
Timothy: Yeah, I think I’m looking for utopia. It’s probably escapism when I perhaps think I don’t have the courage to face reality. So when reality is there, sometimes my mind goes over here. And of course it’s actually never the good ol’times. If I was to go back, I’d be like: I don’t want to live. No, I don’t want to be thirteen. Not again. It’s terrible. It’s just this kneejerk reaction. Music has always been that to me. That escape. It’s a double layered thing. I make music but I’m also a huge fan of music.

JM: What is “Quit it” about?
Timothy: “Quit it” is about when the party is over. And it’s the next morning, the symbolic morning. And you realize that in the midst of all the good times you’re hurting people, too. I think “Quit it” was me coming to terms with the fact that – over and over and over mostly about my wife but also – in general the people I love the most, I treat the worst. Which is a terrible combination. I’ pretty good at talking to people and I try to be as genuine as I can when I communicate, But there is something about the safety of people that I love the most where when I’m in that safe situation sometimes the darkest parts of me come out. Especially with Sue, my wife. And “Quit it” is about me realizing that I need to stop treating her like that. I should celebrate her.

JM: So it’s not simply about drug abuse.
Timothy: Drugs are great. I never do them a lot. I picked the right times. But it’s not about them. It’s my personality that hurts people. That’s the most important thing that needs to change. And I hope I don’t sing about it again. I hope a lot of these are like the last time I need to sing about it. I went to Australia and to this festival, and I just met all these people who looked like me, acted like me and how I always wanted to act and I decided I’m just going to open myself up to this and whatever else that meant. Mostly philosophically. It was, again, just so positive. And so much on this record is about this reaction against the fetish of sadness that I’ve lived in and chose to live in, perhaps. I just had a discussion about it last night. The fetish of sadness is appealing until you actually see horrible things. And then you don’t want to be sad anymore. You want to feel joy more than ever. And that was the case. Even “Heal” held on to that: Everything felt just sooooo hard, you know. Well, it is hard. But sometimes the reaction doesn’t have to be going to a funeral or mourning.

JM: What about the minute after “Cry” – it’s not music concrete, but a soundscape. The idea for this – was this due to the content of the song or due to the atmosphere in the studio?
Timothy: Both. But if it was just about the studio, it could’ve come at any point of the record. But it comes after “cry”, cause that’s my wife on the phone. And xxx the producer set it up that I could talk to her in the big recording room, so her voice was coming through and she didn’t know that we were going to call her. So we called and she went like “hello” and me and my friends were just banging stuff, screaming her name. It felt so necessary because, “Cry” is so real, realer than anything I’ve done. It felt just important to finish “Cry” with that wildness, and kind of funny. I wanted it to genuinely whimsical on this record.

JM: Not saying your done but you’ve made quite some miles analyzing yourself and that rollercoaster psyche of yours. Do you have a routine, a pattern or some sort of rescue plan, whenever you find yourself in that hole again, trying to get out? Cooking, meditating, repairing your car?
Timothy: Yes, and although it seems strange, it was very helpful for me: I stopped writing songs everyday. But writing songs was actually my excuse to not live otherwise. I discovered that about myself like I could just say I write songs and not having to deal with the world at least for time of writing. So I tried to find a place in the visual arts world. I started buying supplies and evolving from there.

JM: Is there a story to the choice for the cover of “Hard Love”?
Timothy: Yes.

JM: Then please tell me.
Timothy: I won’t explain everything but it was an art project from me and my photographer friend from Australia. We thought, what would happen during “Fear And Loathing in Las Vegas”, if there was a photographer with Hunter S. Thompson and his attorney. And that’s kind of what we did. So much for that.

JM: And you’re playing the Hunter S. Thompson part?
Timothy: Yeah – although I look more like the attorney.

JM: What’s the sticky green stuff on that watch in the “Radio Days” video?
Timothy: I have no idea.

JM: Very good answer. Did you vote?
Timothy: Yes.

JM: But it didn’t matter?
Timothy: No, unfortunately. But what it did change was: In defeat there’s unification now that wasn’t there. Might have been there with Bernie. But now there’s unification.

JM: I’m seeing that and I’m amazed.
Timothy: Well, a lot of people that voted for him wouldn’t tell you. There’s a quiet evil. A quiet thing that has always been there but now is not quiet anymore. But there were 50% that didn’t vote and 2,5 Million people he lost to. And so the thing is that is the last time that group of racist people will ever win an election. They are small. Still, we’re mourning. And there are certain stages to mourning. I hope that we will enter the coping-stage soon. The day after the election it was like a funeral. A huge sense of loss. In my open-minded neighborhood people were openly crying, like at the coffee shop. But I’m going to fight against it. We all are going to be active. And then it will be over. And I guarantee: All these men we’re going to see them dragged away in handcuffs.

JM: Thank you for the interview.

 

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

Sliding Sidebar

About Me

About Me

Ihr seid auf der Suche nach „großartiger Musik“? - Dann seid Ihr hier genau richtig: JOINMUSIC.COM informiert über Tracks, Playlists, Reviews und Hintergrund-Stories von Künstlern, die den Unterschied machen.

Wenn wir finden, dass ein Track, ein Video, ein Künstler oder gar ein ganzes Album im Netz Beachtung finden sollte, dann schreiben wir darüber. Wenn ihr findet, dass ein Thema bei uns Beachtung finden sollte, dann schreibt uns einfach unter info@joinmusic.com.