The Big Pink Steht in Rotterdam – Wolf In Loveland im Interview

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Wölfe im Land der Liebe? – Noch während man am Überlegen ist, ob der Band-Name wirklich gut oder doch nur gut gemeint war, überzeugt das zweite Album der Niederländer auf der Klangspur. „We Set Out In The Naked Dawn“ gehört zu dem besten, was Europas zum Thema Rock-Pop-Country je beigetragen hat. Auf dem Reeperbahn Festival wollten wir von den eigentlich sieben Wolf in Lovelanders – Sängerin Merel Moelker fehlte wegen eines Blasenleidens und Schlagzeuger Rafael Schwiddessen wurde temporär ersetzt – wissen, wie sie zu ihrem Sound fanden, was sonst noch geht und wieso sie nicht längst Hohepriester in der Church of Neil Young sind. Die Band, ein wenig gerädert noch von ihrem Aufenthaltsort für die Zeit des Festivals – eine The Shining ähnliche Kate irgendwo jwd – war nur allzu bereit, bei Weißbier und jede Menge Selbstgedrehter Rede und Antwort zu stehen. Aktuelle Live-Termine und das englische Original des Interviews findet Ihr unterhalb der deutschen Übersetzung.

JOINMUSIC: Ihr seid alle Holländer?
Wolf in Loveland: Ja.

JM: Und Ihr kommt alle aus Rotterdam?
WiL: Ja.

JM: Und Ihr seid alle Anfang 20?
WiL: Ja. Mehr oder weniger.

JM: Wie kommt es dann, dass Ihr Musik macht, die ganz eindeutig in das Amerika der 1970er Jahre gehört? Was ist da passiert? Gibt es in Rotterdam ein Szene?
Jan: Nicht wirklich. 
Bas: Ein bisschen.
Merel: Es gibt eine kleine Szene.
Bas: Der Typ hier, der ist in einer Szene.
Jan: Im Falle von Wolf in Loveland hat es mit meinem Vater zu tun, der schon immer viel Neil Young gehört hat. Und dann habe ich auch angefangen, Neil Young zu hören. Und dann Bob Dylan. Und dann habe ich angefangen, selber Songs zu schreiben. Und dann habe ich Bas getroffen, der eben auch viel Neil Young und Bob Dylan gehört hat und wir haben begonnen, zusammen Musik zu machen. Die Band hat sich dann um uns herum geformt. Und auch wenn das jetzt so klingt, als wären wir eine Neil Young-Bob Dylan-Coverband. Wofür wir die Künstler vor allem schätzen, ist, dass sie immer nur gemacht haben, was sie wirklich auch wollten. Sonst nichts. Und ich glaube, das werden wir auch so halten. Das hat uns zusammengebracht und das wird uns zusammenhalten. 

JM: Interessiert Ihr Euch überhaupt für zeitgenössische, aktuelle Musik? Hört Ihr modernes Zeug?
Jan: Na klar. Ich höre jede Menge neues Zeug. Auch diese neue Musik – die, die ich gut finde – gibt mir das Gefühl, dass die Leute, die sie gemacht haben, die Musik einfach machen mussten. Die können nichts anderes machen. Sie haben keine Wahl. Und ich nehme es ihnen ab. Es gibt so viel Musik, die ich für nicht glaubhaft halte. Weil ich das Gefühl habe, dass solche Leute Musik aus Spaß machen und nicht aus einer inneren Notwendigkeit heraus, weil sie müssen. So jemand kann auch in einem Kaufhaus arbeiten oder als Grafik-Designer. Alles, was ich kann ist auf dem Sofa sitzen und Songs schreiben. 

JM: Weil Du musst und keine andere Wahl hast.
Jan: So fühlt es sich jedenfalls an. Und Musik, die mir gefällt, klingt genauso wie dieses Gefühl. Aber von wegen aktuell und zeitgenössisch – Levi und Tim wissen ganz genau, was in Sachen Elektronika und Techno abgeht. Die sind top-informiert und organisieren sogar eigene Club-Events in Rotterdam. 

JM: Levi und Tim – meint Jan das ernst?
Levi & Tim: Ja, auf jeden Fall. 

JM: Gut.
Jan: Mit dreizehn habe ich mich auch an House versucht. Ich hatte sogar fast schon einen Platten-Deal für meine Dance-Beats. Aber dann habe ich mit Gitarre-Spielen angefangen.

JM: Und hast komplett das Interesse an elektronischer Musik verloren?
Jan: Nein, ich habe nicht das Interesse verloren. Ich bin nur ein bisschen weniger populistisch geworden. Persönlicher. Sachen, die passieren, wenn Du älter wirst. Kennste, oder?

JM: Die Weite Eures musikalischen Horizonts ist schon beeindruckend. hat man nicht oft, dass Leute The Grateful Dead und Dekmantel unter einen Hut bekommen.
Bas: Was ist das eigentlich immer mit The Grateful Dead? Eigentlich kennen wir uns damit überhaupt nicht aus. 
Jan: Ich habe die auch nie wirklich gehört. Aber ich glaube, das sollte ich tun, weil Du uns mit ihnen verglichen hast.

JM: Ja, solltest Du.
Bas: Jerry Garcia war bei denen, oder?

JM: Genau. Wisst Ihr, dass Ben & Jerrys eine Geschmacksrichtung nach ihm benannt haben – Cherry Garcia. Aber der Grund, warum ich ihre Musik mit Eurer verglichen habe ist, dass sie amerikanische Folklore mit modernen Entwicklungen vermengt haben: Elektrische Gitarren und Groove. Genau wie Ihr, insbesondere auf „The Devil Has No Home“. Eine andere Band, die in dieses Schema passt, ist Little Feat.
Jan: Okay – die gehören auf jeden Fall zu unseren Helden. Auf der Website vom Reeperbahn-Festival haben sie uns mit Lindisfarne verglichen, einer Folk-Rock-band aus England. Ich hatte keine Ahnung, wer die waren. Dann habe ich sie mit angehört und jetzt gehören sie zu meinen aktuellen Favoriten. Deshalb freue ich mich schon jetzt auf the Grateful Dead. 

JM: Gibt es denn außer der Musik noch andere typisch amerikanische Traditionen und Bräuche, auf die Ihr steht?
Jan: Meinst Du sowas wie Cajun?
Bas: Barbecueing?
Levi: Rinder und Kühe?
Jan: Weißt Du, wir mögen all das tatsächlich. Bas und ich, wir sind Dorf-Jungs. Alle auf dem Land groß geworden.
Bas: Wir entspannen gerne und mögen Sonne.
Jan: Und Gras.

JM: Ist das der Grund dafür, dass Ihr für die Zeit des Festivals in einem Landhaus außerhalb von Hamburg wohnt, statt in einem Hotel hier um die Ecke?
Jan: Exakt. Und das mit dem Gras ist uns auch schon wichtig. Ich meine, wir sind zwar keine Rastafarians, aber ich hatte eine Phase, in der ich ziemlich autistisch drauf war und eigentlich auch nie aus dem Haus gegangen bin. Bis Bas gekommen ist, mir eine Tüte anbot und dann gesagt hat: Alles klar, dann lass jetzt mal Musik machen. Und daraus ist dann Wolf In Loveland geworden. So hat alles angefangen. 

JM: Wann genau war das?
Bas: Vor drei Jahren.
Jan: Bas und ich haben uns Ende 2011 kennengelernt. 

JM: Das ging ja schnell. Ihr habt inzwischen Euer zweites Album veröffentlicht. In nur dreieinhalb Jahren.
Bas: Aber in der Zeit ist eben auch so einiges passiert. Wir sind schon so weit herum gekommen. Manchmal erzählt jemand von irgendeinem Auftritt und wir alle so: Häh, wann und wo war das denn?
Jan: Und dann gab es ja auch noch den Sommer 2012. Da haben Bas und ich nur 500 Meter voneinander entfernt gewohnt – ich hab trotzdem auf seiner Couch gepennt. Den ganzen Sommer. Jeden Tag sind wir aufgewacht, haben uns die Gitarren geschnappt oder National Geographic angeschaltet und Löwen-Dokus geglotzt. Das war alles. Inzwischen wohnen wir alle im selben Viertel. Und hängen halt viel miteinander ab.
Janine: Ich wohne direkt neben Jan.

JM: Ist das gut oder schlecht?
Janine: Gut. Wir haben mal zusammen in einer WG gewohnt, aber das war einfach zu viel.
Jan: Ich kann mich noch erinnern, wie Du immer gesagt hast: „Ich werde nie wieder mit Dir zusammenziehen“. Wir kennen uns ja jetzt auch schon fünf oder sechs Jahre. Und wir sind Freunde.
Bas: Und als solche sehe ich auch unsere Zukunft. Die Bands, deren Musik wir gerne hören, haben unzählige Stunden damit verbracht, gemeinsam Musik zu machen. Wenn wir Musik machen, sind wir meistens in einer Konzert-Situation. Wir sind noch auf der Suche nach einem Ort, an dem wir gemeinsam leben und Musik machen können. Da müssen wir auf jeden Fall noch was machen.

JM: So wie The Big Pink für The Band.
Jan: Ganz genau.
Schlagzeuger: Eigentlich habe ich ja genau so ein Haus.
Jan: Stimmt, hast Du.
Schlagzeuger: Aber mir fehlt die Band.
Bas: Tim repariert gern alte Mischpulte. Und anderes analoges Equipment.
Jan: Und wenn das fertig ist, dann stellen wir das alles in einen alten Schuppen und fangen an, aufzunehmen. Wochenlang. Alles. 

JM: Wer ist Ben Gerard?
Jan: Das ist ne lustige Geschichte. Danach haben die mich heute morgen auch schon gefragt. Eigentlich heißt der Song ja „La Brugere“ und handelt von einer Woche, die wir zusammen in Frankreich verbracht haben. Wir hatten viel Spaß, aber es war auch – naja, wir konnten eine Woche lang kein Dope rauchen. Wobei das nicht das Problem war. Aber wenn Du eben nicht zu Hause, in Deiner vertrauten Umgebung, bist, sondern in einem vollkommen unbekannten Umfeld, dann kommt so einiges hoch. Und zu diesem Zeitpunkt ging es Levi nicht so gut. Wir haben versucht ihn zu trösten. Aber er hat sich einfach ein Alter Ego zugelegt.
Bas: Er spielt gern verschiedene Rollen. 
Levi: Ben Gerard ist halt ein verrückter Typ.

JM: So, Levi, Du bist Ben Gerard?
Levi: Ich war. 
Jan: Ben Gerard ist tot. Wir mussten ihn auf dem Weg aus Frankreich raus begraben.
Levi: Ich hatte halt den Kopf voll von Dingen. Die wollten aber nicht so richtig rauskommen. Also habe ich mit Ben ausgedacht. Diesen seltsamen Franzosen. 
Jan: Kurz vor unserer Rückkehr aus Frankreich haben wir an einem Rastplatz gehalten. Die Sonne war gerade am Untergehen und wir haben für Ben Gerard eine kleine Abschiedszeremonie abgehalten. Als ich den Song danach geschrieben hab, hatte ich die Idee, ihn Song for Ben Gerard in Klammern zu nennen, weil dann alle fragen würden: Wer zur Hölle ist Ben Gerard? Sie würden ihn googeln und irgendwelche verrückten Bilder gezeigt bekommen. Vielleicht sollten wir einen Fake-Facebook-Account anlegen. Auf jeden Fall: Das ist Ben Gerard.

JM: Warum sind in dem Song „Trumpets“ keine Trompeten zu hören?
Bas: Eigentlich heißt er ja „When They Bring The Trumpets Out“. Aber wir haben ihn gekürzt, als wir die Setlisten geschrieben haben – er war einfach zu lang.

JM: Okay – Trompeten sind trotzdem nicht drin.
Jan: Jaja – das ist noch so eine Art Witz. Es gibt ja einen Song auf dem Album, in dem eine Trompete vorkommt – „Soul Of A Woman“. Und wir haben eben auch „Trumpets“, ein Song, in dem keine Trompete zu hören ist. Manchmal spielen wir die Songs live hintereinander. Und nach „Soul Of A Man“ machen wir dann die Ansage: „Das war „Soul Of A Woman“ und das Trompeten-Solo war von Tim. Der nächste Song heißt „Trumpets“ und Tim legt seine Trompete beiseite und nimmt dafür die Gitarre in die Hand. Das ist unser Humor. 

JM: Wo wir gerade vom Album sprechen: „The Devil Has No Home“ war der erste Song, den ich gehört habe. Ein Ausnahme-Track, vor allem auch wegen seiner aktiven Rhythmik. 
Jan: Das ist, weil ich den nicht geschrieben habe. Im Gegensatz zum Rest des Albums. 
Bas: Unser Schlagzeuger Raphael und ich haben die Musik geschrieben. Er hatte dieses Riff im Kopf und ich hatte dann die Idee für den B-Teil und Refrain. Jan hat den Text beigesteuert – irgendwelche Grand Theft Auto Geschichten. Haben wir bei meinem Cousin endlos gespielt.
Jan: Ich hatte da diese Auto-Jagd-Zeugs im Kopf. Es ist übrigens auch ein Ausnahme-Track insofern, als dass alle anderen Songs von persönlichen Dingen handeln, die ich schreiben musste, damit ich sie aus mir rauskriege. „The Devil Has No Home“ ist Fiktion. Und ich mag den Song richtig gerne – obwohl er schwerer zu schreiben war. 

JM: Eine andere Sache, die mich sehr beeindruckt hat, sind die Vokal-Arrangements. 
Bas: Nur, dass es keine Arrangements sind. 
Jan: Genau – jede Stimme hat ihren Platz. Aber sie finden da auf ganz natürlich Weise hin. 

JM: Da habt Ihr aber Schwein.
Jan: Ich weiß. Sogar, wenn wir einen uns unbekannten Song vom Blatt spielen müssten, könnten unsere Sängerinnen das genauso machen. 
Bas: Merel und Janine, als Kinder habt Ihr viel Beatles gehört, oder?
Janine: Richtig.
Bas: Ich auch. Wenn Du das machst, solange Du klein bist, dann gewöhnst Du Dich einfach dran. 

JM: Dennoch bedarf es eines gewissen Talents – nicht jeder, der viel Beatles hört, kann auch so singen wie sie.
Jan: Schon klar. Aber weißt Du, was das größte beim mehrstimmigen Gesang ist? – Es macht einfach so viel Spaß. Bei einem Klavier und einer Gitarre zum Beispiel, hast Du unveränderliche Abstände zwischen den Tönen. Nicht aber bei der menschlichen Stimme. Die funktioniert stufenlos. Und wenn Du es dann richtig machst, und sich zwei oder mehr Stimmen miteinander verzahnen, dann fühlt sich das zehnmal so mächtig und laut an. 
Bas: Es gibt auch immer wieder Live-Situationen, bei denen wir uns nur schlecht oder gar nicht selber hören können. Und dann wird es natürlich schwierig. Merel und Janine singen zwar immer die richtigen Noten, weil sie Sängerinnen sind, aber Jan und ich, wir sind doch einfach nur die Typen, die Gitarre spielen und singen. Und wenn wir uns nicht gegenseitig hören können, wird’s schwer.

JM: Habt Ihr eigentlich je darüber nachgedacht, auf Holländisch zu singen?
Levi: Ich habe da so ein Zimmer zu Hause. Wir haben es voll gestellt mit Synthesizern und Mikrofonen und alten Aufnahmegeräten. Und einfach angefangen, aufzunehmen. Und auf einmal hatten wir 20 Alben in nur einem Jahr. 
Jan: Wir haben halt angefangen, Texte zu den Akkord-Wechseln zu improvisieren. Nonsens, auf holländisch. Und als wir uns die Sachen danach nochmal angehört haben, ist uns aufgefallen, wie eingängig das eigentlich alles ist. Also haben wir alles auf Bandcamp veröffentlicht: Hört es Euch an: DichterBob38.bandcamp.com.
Bas: Das Projekt Dichter Bob gibt es aber nicht mehr.
Jan: Er ist tot. Und liegt neben Ben Gerard. Aber im Ernst: Ich habe schon immer Discovery Channel geguckt und englisch-sprachige Musik gehört. Ich kann mich natürlich in meiner Muttersprache holländisch ausdrücken, aber gerade in diesem Moment finde ich es viel leichter, mit Dir auf Englisch sprechen zu können. So ähnlich wie zwei verschiedene Gitarren. Oder ganz unterschiedliche Instrumente. Sie unterscheiden sich im Klang und ihrer Intonation. Manchmal gehe ich irgendwo lang und auf einmal fällt mir irgendeine englische Phrase ein. Sobald ich zu Hause bin, schreibe ich darauf aufbauend einen Song. Auf holländisch würde mir so etwas nie passieren. Ich habe zwar schon Songs mit holländischen Texten geschrieben, aber ohne unsere englische Texte wären wir wahrscheinlich nie nach Deutschland gekommen. Oder nächstes Jahr Kanada.  

JM: Ihr spielt nächstes Jahr in Kanada?
Jan: Sehr wahrscheinlich, ja. Es ist in der Pipeline, wie unser Manager immer zu sagen pflegt. 

JM: Habt Ihr schon auf dem amerikanischen Kontinent performt?
Jan: Ich war schon in Kanada und habe da bei ein paar Open-Mike-Sessions mitgemacht. Das war aber auch schon alles. Hat aber Spaß gemacht. Hoffentlich klappt das. Denn ich glaube, das würde …

JM: …passen.
Jan: Ja, und funktionieren. 
Bas: Glaube ich auch.
Jan: Wie bei The Band auch.  Das waren ja eigentlich auch Kanadier, und haben einfach uramerikanisches Zeug, den Bürgerkrieg und die Country-Tradition auf ihre Weise interpretiert. Ich glaube, Amerika ist das gelobte Land.

JM: Auf Eurer Bandcamp-Seite habt Ihr einen Song, der heißt „Tim & Nora“ und besticht durch folgenden Zusatz: Enthält Synthesizer und Drum Computer.
Jan: Und das entspricht auch der Wahrheit.

JM: Ich habe mir schon gedacht, dass das wahr ist. Warum war es wichtig, darauf hinzuweisen?
Jan: Ich dachte einfach mal wieder, das könnte lustig sein. Aber das ist ja nun auch schon eine Weile her. Einiges von dem alten Zeug mag ich wirklich gerne, aber vieles davon kam eigentlich ziemlich ungefiltert aus mir raus. Lustig, dass das alles immer noch da ist.

JM: Irgendwie erleichtert mich diese Antwort. Denn der Zusatz könnte ja auch auf eine Haltung hinweisen. Eine, die sich gegen digitale Instrumente ausspricht.  
JM: Das hat einfach damit zu tun, dass ich mich vor Wolf In Loveland J Minor nannte. Und dann mit Janine an einem Country-Folg-Projekt gearbeitet habe. Und irgendwann habe ich dann eben auch diese EP gemacht und mir vorgestellt, dass das auch etwas für andere Hörer sein könnte. Dieser Untertitel hat also weniger mit mir  und meiner Einstellung zu tun, sondern mit Hörern, die möglicherweise etwas ganz anderes erwarten, das hören und dann sagen: Huch – was soll das denn sein?

JM: „We Set Out In The Naked Dawn“ kommt ohne einen einzigen Fade-out aus. Ich finde das großartig, weil Fade-Outs das Dümmste sind, was  je erfunden wurde.
Jan: Findest Du? – Manchmal mag ich sie.
Bas: Ja. 
Levi: Ich auch.
Janine: Die Beatles haben’s erfunden.

JM: Was die Sache aber auch nicht besser macht. 
Jan: Was ich an Fade-Outs mag ist, dass ein Song, der ein- und ausgefadet wird, in Deiner Vorstellung immer und ewig existiert.

JM: Aus meiner Sicht fehlt einem solchen Song sowohl ein richtiger Anfang, als auch ein richtiges Ende. Und Du wirst ihn niemals so live spielen können. Für Konzerte brauchst Du eine andere Version.
Janine: Aber dann hättest Du ja schon zwei Version von einem Song – wie geil ist das denn?!
Jan: Natürlich passen auch wir uns live an und improvisieren. Das gilt auch für das Ende von einem Song. 
Bas: Levi und ich sind immer am Improvisieren. 
Tim: Ich glaube, das ist genau das, was dem Album ein wenig fehlt. Freiere Improvisationen der Sachen, die uns gefallen. 
Bas: Das erste Album haben wir schichtweise aufgenommen. Erst die Bass- und Drum-Spuren, dann die Gitarren undsoweiter. Auf diesem zweiten Album haben wir alles live eingespielt. Sogar die Soli. Wenn Du also verkackst – so wie ich auf „La Brugere“, wo ich wirklich denke, dass ich verkackt habe – sind die falschen Noten mit auf dem Album.
Jan: Aber das ist auch das, was wir an Neil Young und so mögen.
Bas: Die haben auf ihren Alben auch verkackt.
Jan: Hast Du Dir mal „Tonight’s The Night“ von Neil Young angehört? Da waren irgendwie gerade ein paar seiner Freunde gestorben und er und seine Band haben den ganzen Tag nur Tequila getrunken. In der Nacht haben sie mit den Aufnahmen begonnen. Neil Young fällt gegen das Mikrofon, er spielt die falschen Akkorde und seine Stimme ist einfach durch. Aber es ist ein Moment. Wie eine Fotografie. Das sagt er übrigens auch. Es ist ein Foto, kein Bild. Es ist, was es ist. Man kann es nicht ändern. Nicht ohne Photoshop.
Bas: Außerdem: Wenn Du einen Song live spielen kannst, dann heißt das, dass Du ihn spielen kannst. Das sagt Young auch: Du brauchst kein Overdubbing, wenn Du spielen kannst.
Levi: Das ist der Unterschied zwischen alter Musik und der von heute.
Bas: Du kannst es machen, bis es richtig ist. Wieder und wieder.

JM: Aha – und nun mal zurück zur Frage: Es war keine bewusste Entscheidung, keine Fade-Outs zu benutzen, weil Ihr sie letztlich gar nicht verabscheut?
Jan: Richtig. Das hat mit der Entstehung der Songs zu tun. Ich habe sie geschrieben, wir sie ein paarmal geprobt und dann live gespielt. Und später im Studio haben wir dann genau das gemacht, was wir live entwickelt hatten.

JM: Also mit einem richtigen Ende.
Jan: Ja.
Bas: Wir haben das mit dem Fade-Outs sogar probiert. Beim Gitarrensolo von „The Devil Has No Home“. 
Jan: Die Radio-Version hat sogar eins. Sonst wäre es zu lang gewesen. 

JM: Ihr habt ja inzwischen jede Menge eigenes Material. Spielt Ihr zwischendurch trotzdem die ein- oder andere Coverversion von Euren Helden?
Jan: Aber sicher. 
Bas: Im Juli haben wir eine Tribute-Show zu Ehren von The Band gespielt. 15 Songs von The Band.
Jan: Es war ein großartiger Abend. 
Bas: Da waren „Lookout Cleveland“, „The Weight“ und „The Night We Drove Old Dixie Down“ dabei. Und wenn wir Zeit zum Totschlagen haben, spielen wir „Helpless“.

JM: Gutes Stichwort – wie seht Ihr Spotify und ähnliche Entwicklungen? Fühlt Ihr Euch angesichts dieser Dinge und den Auswirkungen auf Eure Einkommen hilflos?
Bas: Welches Einkommen?
Jan: Es gibt da diese Anekdote von Robbie Robertson und Levon Helm, kurz vor The Last Waltz. Robertson meint: Weißt Du was, wir sollten aufhören. Alle machen sich nur noch gegenseitig an, wir sind ständig auf irgendwas drauf. Und Levon antwortet: Ich mach das doch nicht meiner Gesundheit wegen. Für mich ist es dasselbe. Es ist gar nicht so einfach, die Gesellschaft zu ignorieren und in Unterhosen auf Deinem Sofa zu lümmeln und den ganzen Tag lang Songs zu schreiben, aber das ist nun einmal …

JM: … das, was Du machen möchtest.
Jan: Und was Spotify angeht. Ich finde es großartig. Ich höre viel Musik, ich lade alles runter. Und wenn ich wirklich etwas mag, dann geh ich los und kauf es mir. Niemand würde erwarten, dass wir Klamotten kaufen, ohne sie vorher anzuprobieren. 
Levi: Manche Leute machen das. 
Jan: Klar machen das manche, und dann schicken sie sie wieder zurück.
Bas: Ich habe in dazu folgende Meinung: Über die Jahre habe ich ein Ohr für miesen MP3-Klang entwickelt. Wenn Du zum Vergleich dann nicht-komprimierte Formate wie Vinyl hörst, merkst Du den Unterschied.
Tim: Abgesehen davon, dass Spotify eine gute Sache ist. Deine Musik verkaufst Du so auch nicht. Geld verdient man durch Mucken.

JM: Eure traditionelle Haltung zum Dasein als Musiker macht Euch nur noch sympathischer. Würdet Ihr in Erwägung ziehen, U2 bei der nächsten Apple-Präsentation zu folgen?
Bas: Na klar. Auch schlechte Presse ist gute Presse.
Jan: Naja, ethisch ist das schon so eine Sache. Ich habe gerade gelesen, dass Apple und U2 Musik auf Spam reduziert haben. Dem schließe ich mich an. Niemand hat danach gefragt. Genau wie eine von diesen nervigen Emails. Oder ein Facebook-Event, der 2000 Kilometer entfernt ist. 

JM: Danke für das Interview.


Aktuelle Live-Termine:
4. Oktober       – Cultureel Podium Roepaen, Ottersum, NL – Tickets      
5. Oktober       – Festival De Oversteek, Bemmel, NL – Tickets
13. November – Bar, Rotterdam, NL – Tickets         
8. Dezember   – Muziekgebouw Frits Philips Eindhoven, Eindhoven, NL – Tickets 


ENGLISH VERSION 


JOINMUSIC: You guys are all Dutch?
Wolf In Loveland: Yes.

JM: Are you all from Rotterdam?
WiL: Yes.

JM: And you’re all in your early twenties?
WiL: Yes – more or less.

JM: So – all this doesn’t really prepare oneself for the music you guys are playing? What happened there? – Is there a scene?
Jan: Not really.
Bas: A little bit.
Janine: Here is a small one,
Bas: Well, this guy’s in a scene.
Jan: In the case of Wolf In Loveland it has to with my did, who was listening to Neil Young  a lot and then I started to listening to Neil Young, too. And then I started listening to bob Dylan and then I started writing songs and then I met Bas who also listens to a lot of Neil Young and Bob Dylan and then we started playing music together because his dad does listen to this kind of music, too. And then the band just kind of formed around it. It may sound like we’re a Bob Dylan/Neil Young cover band, but the fact really is, that we admire them for doing the things they really want or wanted to do. And nothing else. And I guess that’s we all are gonna be doing. That’s what brought us together and that’s what’ll keep us together.

JM: Are you aware of the contemporary music scene?
Jan: For sure. I listen to a lot of new music, too. The New music I love also has the feeling that the people making it have to make it. They can’t do anything else. They have no choice. I believe it. There’s a lot of music out there that i don’t believe. Because I feel like: You guys are doing that just for fun, not because you have to. You could be working at a department store or be a graphic designer. All I do is sit on a couch and write songs.

JM: And that’s because you have to. There’s no other option?
Jan: At least, that’s what it feels like. And the music that sounds good to me is the music that just feels like that. But these guys (points at Levi & Tim) are really aware of the electronic the techno scene. They are really on top of that. And know everything about that to an extent where they organize club nights in Rotterdam …

JM: Is he being serious?
Levi & Tim: Yes, yes.

JM: Ok.
Jan: Yeah I even used to make house music when I was thirteen. I almost had a record deal for dance beats. But then I just started playing the acoustic guitar.

JM: An you completely lost interest in that?
Jan: No I didn’t lose interest. I just became a little less populistic. And more personal I guess. Stuff that happens when you get older, you know…

JM: The broadness of your musical mindset is fantastic. It’s not too often that people can get The Grateful Dead and Dekmantel under one hat.
Bas: Now what is it with The Grateful Dead? We’re not really into that.
Jan: I’ve never really listened that Band. And I think I should because you said it in you review.   

JM: Yes, you should.
Bas: It’s with Jerry Garcia, right?

JM: Yes – and you know Ben & Jerry’s – the ice cream company. They made a flavor in his honor called Cherry Garcia – but the reason I compared their music with yours is, that they too incorporate rural american music and combine it with modern things: electric guitars and groove – just like you do, especially on „the devil has no home“. Another band in that wake would be Little Feat.
Jan: Ah yeah. That’s cool. You know on the website of the Reeperbahn Festival they compared us to this band called Lindisfarne, a uk folk rock band and I cecked it out.  You know what: It’s my new favourite band. So I’m really looking forward to be listenting to the Grateful dead.

JM: Except from the music – are there other truly american traditions or parts of the culture you dig?
Jan: You mean like cajun food,
Bas: Barbecuing,
Levi: Trucking?
Tim: Cows and cattle?
Jan: You know we like that kind of stuff. Actually, me and Bas, we are country boys. We grew up in rural provinces.
Bas: So we all like to relax and have sunshine.
Jan: And grass.

JM: That’s why you’re staying in a cottage outside of Hamburg for the reeperbahn festival as opposed to a hotel around the corner?
Jan: Exactly. And weed is a thing. I mean, we’re not rastafarians. But I had a period of my life where I was really autistic and didn’t leave the house and then this guy came along and he gave me a joint and said- Alright, let’s make music and have fun. And that’s what Wolf in Loveland became in the end. That’s where it started.

JM: When exactly did it start?
Bas: Three years ago.
Jan: Me and Bas met in like 2011. In the end of that year.

JM: That went pretty fast then. You already have your 2nd Album out. All in 3,5 years.
Bas: The numbers just add up. We’ve already been to so many pklaces. Like somebody brings up a story about a performance we did and we all go: when was that?
Jan: But there was also the summer of 2012 and at that time i lived about 500 metres away from Bas still I slept on his couch. For the whole summe. And we would just wake up, grab a guitar or put on national geographic and watch lions do their stuff. That’s all.
We’re not here in our original line up, one of our singers is missing and our actual drummer  is away. So —- is filling in and he’s doing a great job. We all live in the same neighborhood, kind of. And we just hang out a lot.
Janine: I live next to him.

JM: Is that good or bad?
Janine: Good. We used to live in the same house but that was too much.
Jan: Yeah I remember you saying. „I’Äm never going to live in a house with you.“ But We have known each other for around 5 or 6 years now. And we’re friends.
Bas: And really that’s our future. The Bands that we listen to like are mostly musicians that have fun spending hours on making music. Most of the time when we make music is when we’re performing and we’re still looking for a place to make music together. Cause it’s really had to get everybody together at the same time and place. That’s the thing we need to work on.

JM: Like The Big Pink for The Band.
Jan: Yeah – exactly.
Drummer: I actually have a house like that.
Jan: Yeah – he does
Drummer: But I Don’t have a band.
Bas pointing at Tim: He’s actually repairing an old mixing console- and making money from buying old tape decks.
Jan: and if that’s all done we’re gonna put in old barn and start recording. For weeks. Everything.

JM: Who is Ben Gerard?
Jan: That’s a good story. They asked me this just this morning. The song is really titled La Brugere and is about the time we went to France for a week. Us four and some other guys from the band. And we had lots of fun but it was also – you know – we didn’t get to smoke weed for a whole week. Which was actually not the problem. But when you’re not home, in a different context – a lot of stuff came up and Levi was pretty unhappy at the time and we were trying to console him. But he made up an alter ego.
Bas: He likes to play a character.
Levi: Ben Gerard is just a crazy guy.

JM: So, Levi, you are Ben?
Levi: I was.
Jan: Ben Gerard is dead now, cause when we left france we had to bury him.
Levi: I just had a lot of things in my head. And I couldn’t get them out properly. So I created Ben. This strange french guy,
Jan: And when we left France we stopped at this rest-stop and the sun was setting and we held a little ceremony for Ben Gerard. Because he was gone And when I wrote this song I just said let’s call it Song for Ben Gerard in paranthesis cause people are going to ask: who the fuck is Ben Gerard and they will google the guy and get crazy images. Of Ben Gerard. Maybe we should make a fake facebook account for ben gerard. So that’s Ben Gerard.

JM: Alright. Why are there no trumpets in the song trumpet, although Tim can play the trumpet?
Bas: It’s originally called „when they bring the trumpets out“. But we shortened when we were writing things on  the setlist because it was to long.

JM: Ok but still there are no trumpets in it.
Jan: Yeah – that’s just another kind of joke. Because there’s one other song on the album, that has a trumpet in it: Soul of a woman. And then we have a song called trumpets and it has no trumpets in it. Sometimes we play that song live after soul of a woman. And go : This was „Soul of a woman“ and the solo was by Tim. The next song is called „Trumpets“ and he puts away the trumpet and picks up his guitar, that’s the kind of stuff we think is funny.

JM: Being at the album  I first heard „The Devil has no home“ before I listened to the rest of the album. And it’s a standout track, mostly because it’s so rhythmically active.
Jan: That’s because I didn’t write the music. For all the other songs I mostly wrote the music.
Bas: Our drummer Raphael and I we wrote the music- Like he had this riff and I came up with the b part and the chorus. And then Jan wrote some crazy lyrics about Grand Theft auto. We played that a lot at my cousins house.
Jan: It’s about that car chase stuff that i had in mind. But it’s also a stand out track because all the other songs are personal stories some of which i felt i just had to write it just to get it out. But the devil has no home is fiction. And i really like it, although ist harder for me to write it.

JM: Alright. The other thing that really intrigued me were the vocal arrangements.
Bas: Except for there are no arrangements.
Jan: Yes – there is a place for every voice but it goes that way naturally.-

JM: You are lucky then.
Jan: I know Even if i got a hold of sheet music of a song we never heard, our girls would be able to sing it just like that.
Bas, Merel and Janine, you both listen to the beatles a lot, when you were younger, right
Janine: Right.
Bas: Me too. And when you do that when you’r young, you really get used to that kind of singing.

JM: But you still must be talented right – not everybody who listens to the beatles can sing like them just because of that?
Jan: But who know what the biggest thing is about the singing in harmonies? – It’s so much fun. When you have a guitar and a piano, you have set distances for the notes. But voices don’t have that. So you really can lock into each other when you do it good. And then it becomes like 10 times more powerful and louder.
Bas: But then there are a lot of times where we don’t get proper monitoring. On stage and then it becomes difficult. Merel and Janine always sing in tune because they ar e singers, but Jan and me we are just guys who sing and play guitar. And when we don’t get to hear ourselves enough, it’s just difficult. 

JM: Have you ever thought of singing in dutch?
Levi: I’ve this room in my house where we put synthesizers microphones and an old cassette recorder. And we just started recording songs. And then we 20 albums in only year. In Dutch,
Jan: Yeah the thing with this is, that we make up chord progressions and then improvise dutch lyrics to it, On the go. And after listening to it again it sounded so catchy that we put it all online. Check out Dichter Bob 38. Bandcamp.
Jan: So we do sing in dutch and we play shows with Dichter Bob,too …
Bas: But we quit Dichter Bob now.
Jan: he’s dead now. And burried next to Ben Gerard. But for me, I’ve  always watched discovery channel. And listened to english music. So I can express myself in durch but  i find it way easier to talk to you in english than to talk to you in durch. It’s just like two different guitars. Two different kind of instruments. They differ in sound and intonation. So i would just walk down the street and have an english sentence in my head. And i come home, start playing and then write a song. I wouldn’t have that in dutch. I wrote a couple songs in dutch. But i fit weren’t fort he english we wouldn’t play here in Germany or go to Canada next year.

JM: Canada – this is next xear?
Jan: Most probably. It’s in the pipeline as our manager always says.

JM: So you’ve never not yet been playing concerts on the american continent?
Jan: I went to Canada on a road trip and O played some open mics there. But that’s all. It was really fun. I hope weg et to go there. Cause i feel like it would …

JM: …fit.
Jan: Yeas, and work.
Bas: I Think so too
Jan: Yeah just like the band were Canadian guys who were interpreting the american stuff, the civil war and country vibe. And we kind of do the same thing. I think America is the promised Land.   

JM: On your bandcamp-site. There’s this song called „Tim & Nora“ that features the subtitle: Contains synthesizer and drum computer.
Jan: And it’s true.

JM: I guessed it was true – why was it important to mention that?
Jan: I just thought it was funny to mention that. Butt that was also a long time ago. And some of the old stuff I really like but most of it is just shit that i blurted out and went : come on now, let’s put it on the internet. But It’s funny that it’s still on there.

JM: I’m kind of glad about the answer because the subtitle could be an attitude. One against digital instruments.
Jan: It’s because before Wolf in Loveland there was this project called  J Minor. And it was with Janine and we made kind of country folk kind of stuff.  And then I made that EP and I thought people who listen to that previous band would listen to this. So the subtitle wasn’t about me but for the people who expected some sort of folk stuff  and hear that. And then go: ui! What’s that?

JM: What struck me during your performance this morning – some of the songs endings sound way more improvised than others. So i re-checked „We Set Out IN The Naked Dawn“ but there’s not a single fade-out – which I find fantastic. Because fade outs are the dumbest thing that ever happened. 
Jan: You think so? I like it sometimes.
Bas: Yeah.
Levi: Me too.
Janine: The Beatles invented it, you know.

JM: That doesn’t make it good, though.
Jan: What I like about fade out is when a song fades in and it fades out then in your mind it can be like: This exited forever.

JM: For me it’s more like there’s no real beginning and no real ending. And you could never play it live. You would have to adapt like a live-version.
Janine: But then you would have two versions, which is even better.
Jan: There’s an improvisational part about what we do live, I guess. And that goes fort he endings too. We talk about it in rehearsals but how we color it in, that just happens.-
Bas: Me and Levi are always improvising. Playing licks around the song.
Tim: I think that’s what’s lacking on the album. More kind of free interpretation of what we like to play.
Bas: The first album we did in layers. We recorded the bass and the drum tracks., dubbed over acoustic guitars and on he second album everything was live. Even the guitar solos. So like when you fuck up a solo, like in La Brugere – when I listened to it now I really think i fucked up the solo. There some wrong notes. And it doesn’t really fly away.
Jan: That’s what we really like about Neil Young
Bas: They fuck up on their albums.
Jan: have you heard Tonight’s Night by Neil Young? All of his friends died and he and his band just drank Tequila all day, And at night they started recording., And Neil Young bumps into the microphone and he plays the wrong chords on the piano and his voice is like through but it’s a moment. It’s a photograph. That’s what he actually says. It#s a photograph and not a painting. It is what it is. And whenever you see it, you go back to that moment because nothing about it is manipulable, unless you use photoshop.
Bas: And when you can play a song live – that means you can play it. That’s what Neil Young says: You Don’t need to dub, when you can play.
Levi: that’s the difference between old music and music from now.
Bas: You have the possibility to do it right. Over and over again.

JM: Yeah. So back to the question: it was not a conscious decision to not use fade outs because you don’t despise fade outs.
Jan: Yeah – the way all of the songs of the album came to be is I wrote them , we rehearsed the once or twice and then weh ad a gig and started playing them live. And in the studio we were actually doing the same thing we were doing live.

JM: That’s with a real end.
Jan: Yeah.
Bas: We tried fade outs though. On „The Devil has no home“, we tried to fade out the guitar solo.
Jan: The radio version actually has a fade out because otherwise it would be too long.

JM: You guys have plenty of your own material. But do you still throw in the occasional cover version of one of your heroes?
Jan: We sure do.
Bas: we played a The band Tribute in july. 15 Songs by the Band
Jan: And it was an amazing night.
Bas: So we played like „Lookout Cleveland“ „The Weight“, „The Night we drove old dixie down.“ And when we have too much time we play „Helpless“.

JM: Speaking of helplessness –  I always ask musicians this question. If you don’t feel comfortable answering it, don’t. What is your opinion on Spotify and the fact that musicians income is more in danger than ever?
Bas: What income?
Jan: Well, there’s this anecdote about Robbie Robertson and Levon Helm, where just before the last Waltz Robertson says to Helm: You know, we should Stopp. Everyone is getting kind of hairy. We’re on too many drugs. And Levon just says: Well I ain’t in it for my health. It’s the same form e. It’s not easy ignoring society and sitting on your couch without pants on and writing songs all day, but that’s …

JM: … what you like to do.
Jan: And back to Spotify; I think it’s lovely. I listen to a lot of music. I download everything. And when i really really fucking love something, I go buy it. I mean nobody expects anybody to by clothes without trying them on. Right?
Levi: Some people do.
Jan: Yeah some people do but then they send it back
Bas: The thing is – what I think about spotify is. I kind of developed an ear for really crappy MP3 sound. And when you start listening to lossless formats like vinyl and then compare it MP3 – you can really hear a difference.
Tim: Besides that it’s a good platform. You won’t sell your music anyway. You earn your money by gigging.
Bas: I just really enjoy it way more to put on a really old record and turn it up really loud and then lows and highs blow you away.
Tim: The practical side about spotify though is, when you want to hear a new band, you found, you can just type it in and check out their music.
Jan: Yeah. If somebody asks us where can we find your music, I just go: Spotify. It’s like a super market.
Levi: And it’s better than to spend 15 minutes on downloading an album, listen to it and then still don’t like it. Time is money as some people say.
Jan: I would be really fucking honored if our album shows up on the pirate bay,
Levi: Yeah, if someone downloads your album that’s great. It would be even cooler if someone stole your album from a cd shop or a records store.
Bas: Like in the old days.

JM: Alright – from what you said so far you all enjoy a very sympathetic old school attitude towards making music. Would you consider being the next U2 for the presentation of the iphone 7?
Bas: Yes. Bad promotion is alway good promotion.
Jan: But as far as the ethics go – I just read that somebody had written apple and U2 have just reduced Music to spam. And i agree with that. Nobody asks for it. It’s just like one of these annoying emails. Or a facebook invite to an event that’s like 2ooo Miles away. 

JM: Thank you for the interview.  

Foto: Megin Zondervan

Geboren in: Magdeburg - stop - Zuhause in: Berlin - stop - Sammelt vor allem: Kochbücher - stop - Spezialist für: Kachelfunk, Power-Pop & Ostblock-Big Bands - stop - Zitiert am liebsten: Mitch Hedberg - stop - Endziel: Nobelpreis für alle - stop -

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