„Wenn man Druck hat, hört sich die Musik anders an“ – AB Syndrom Interview

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Was könnte danebener sein als eine junge, aufstrebende Band mit den Worten „höflich“ und „zuvorkommend“ zu bedenken? – Richtig. Weswegen auch kein weiteres Wort über die Kinderstube der vier grundsympathischen Typen verloren werden soll, die AB Syndrom bilden. Stattdessen dreht sich das Interview mit dem in Berlin ansässigen Quartett um das schlechte Gewissen beim Spotify-Hören, den längst als selbstverständlich etablierten international Kauderwelsch nachwachsender Generationen sowie die Frage, ob Musik als Hobby nicht vielleicht doch lebenserfüllender ist – im Vergleich zum hauptamtlichen Popstar. Ach so: Ihr neues, inzwischen schon zweites Album „Hey Herz“ ist auch Thema. Irgendwie. 

JOINMUSIC: Ihr habt ein Band-Logo – aber das hat es bei „Hey Herz“ nicht mal aufs Cover geschafft – wieso nicht?
ALJOSCHA: Das war letztes Mal ja schon auf dem Cover. Ganz prominent sogar, dafür aber den Namen nicht. Und auch nicht den Titel vom Album. Und dann haben alle gesagt, man weiß gar nicht wie das Album heißt und so. Da is nur dieses komische Zeichen. Und dann haben wir gedacht: Okay, schreiben wir halt diesmal den Bandnamen drauf.
BENNET: Das fanden glaube ich auch alle zu kryptisch.
ANTON: Beim letzten Album, meinst Du?

JM: Obwohl es natürlich prominente Vorbilder gibt: Alben-Cover ohne irgendwas, also nur Bilder.
BENNET: Wir hatten beim neuen Cover aber ein anderes starkes Konzept, sozusagen, was wir durchgezogen haben.
ALJOSCHA: Das Logo ist gerade nicht mehr so im Fokus.

JM: Welches ist das andere starke Konzept?
BENNET: Das Album heißt ja „Hey Herz“, und das bedeutet so etwas wie: Man kann Hallo zum Innersten des Inneren sagen und das haben wir visualisiert, indem wir Sachen aufgeschnitten haben. So eine Art schmerzhafter Aufschnitt, der dann aber den Blick ins Innere ermöglicht.

JM: Apropos Blick ins Innere – wer AB Syndrom eigentlich ist, also Namen und Gesichter hinter dem Sound – darüber schweigt sich Euer Booklet aus…
ANTON: Das ist uns auch schon aufgefallen.

JM: War das so von Euch gewollt?
ALJOSCHA: Naja, bei der Credits- und Dangsagungs-Seite im Booklet haben wir halt überlegt, wie wir’s machen könnten. Wir wollten es auf keinen Fall zu kompliziert. Deswegen haben wir bei der Musik dann geschrieben: AB Syndrom. Und dann haben wir uns gefragt, sollen wir das noch weiter aufdröseln, wer AB Syndrom ist und wer was spielt? Nö, das wird schon irgendwie so klar. Und wir waren auch alle cool damit und haben erst als es gedruckt war, gemerkt, krass, Anton und Oskar sind gar nicht erwähnt, aber die Typen, bei denen wir die Drums aufgenommen haben, die sind ziemlich präsent. Und man denkt, die waren viel mehr beteiligt.
ANTON: Wir wollten, dass die Musik als Kollektiv-Arbeit rüberkommt. Und deswegen wollten wir nicht sagen, hier: Musik komponiert von Bennet Seuss und die Drums von Soundso. Das war Hintergedanke dabei zu schreiben, alle Songs komponiert von AB Syndrom. Ist jetzt halt so passiert.
ALJOSCHA: Wenn wir ne neue Auflage machen, denken wir daran.

JM: Eure Musik ist, vor allem was die rhythmische Komponente angeht, sehr komplex. Das Meiste, wenn nicht gar alles, spielt sich zwar im 4/4tel Takt ab, ist aber vertrackt. Und: Es hört sich nicht nach dem Ergebnis einer Jam-Session an – für viele Bands noch immer Grundlage für das Entstehen gemeinsamer Song-Ideen. Wie passiert das bei Euch?
BENNET: Eigentlich ist es bei uns genau andersrum. Sachen, an denen ich zuhause rumprobiert und gefrickelt habe, irgendwelche Sound-Experimente, die übersetzen wir im Proberaum in …
ALJOSCHA: … Live Musik.
BENNET: Genau. Und dabei können wieder Teile entstehen, die wir dann aus der Proberaum-Version übernehmen und in die Komposition einfließen lassen. Denn beim gemeinsamen Spielen merkt man Sachen wie: Der Beat ist echt ein bisschen frickelig, aber wenn Anton den so und so spielt, dann groovt er schon wieder richtig. Und dann passen wir das halt an.
ANTON: Viele Sachen werden also vom Computer aus gestartet, wurden zuerst einmal programmiert. Dann mit der Band gespielt und dann wieder zurück in den Computer gefüttert. Ein Großteil des Albums ist elektronisch produziert. Wir haben vereinzelt Schlagzeuge aufgenommen, den Bass richtig eingespielt und so was, aber die Basis des Albums ist schon noch elektronisch.

JM: Das heißt: Einer von Euch kommt mit einer Skizze an, ihr macht eine Akustik-Version draus, nehmt die auf und arrangiert diese Aufnahmen dann noch mal am Computer.
ALJOSCHA: Genau, es wird quasi aktualisiert.
ANTON: Und zwar viele Male.
BENNET: Nee, einmal reicht da nicht.

JM: Gut. Und wann ist Schluss? Wer sagt, hier brauchen wir keinen weiteren Handclap, kein zusätzliches Störgeräusch – das ist so fertig. Entscheidet Ihr da demokratisch?
ANTON: Wir haben ja vier Jahre an dem Ding gearbeitet.

JM: Krass.
ANTON: Ja. Und irgendwann waren wir an dem Punkt, an dem wir gesagt habe, das fühlt sich jetzt langsam so an, als müsste es langsam mal fertig werden. Und dann haben wir eine Reise an die Ostsee gemacht, haben uns da für ein verlängertes Wochenende eingeschlossen und gemerkt, wir könnten jetzt alles noch mal umwerfen, aber eigentlich würden wir das Album auch gerne mal fertig kriegen. Und dann kamen wir plötzlich in einen Modus, wo wir vor allem pragmatische Entscheidungen getroffen haben. Auch wenn wir bei bestimmten Dingen unterschiedlicher Meinung waren – da müssen wir uns jetzt einfach zusammenschieben, irgendwie. Sonst macht man, machen wir, so ein Album nie fertig.
BENNET: Ein Beispiel ist „Lagerfeuer“. Der Entstehungsprozess zu diesem Song war ein unglaublich zäher. Tage- und wochenlang kam ich bei jeder Probe mit einer neue Refrain-Idee an und die andern immer so: Nee, das ist es irgendwie auch noch nicht. Und ich dann immer so: Och nö, warum denn jetzt schon wieder nicht…
Aljoscha: Am Anfang hat mich der Song so was von genervt, ich fand den nur Scheiße. Vor allem weil ich genervt war von dem, was ich spielen sollte. Inzwischen ist es so, dass ich sage: Es ist einer der stärksten, wenn nicht gar der stärkste Song auf dem Album. Es hat halt ein Jahr lang gedauert.
BENNET: Bei dem Song haben wir dann auch gemerkt, wie gut es ist, dass wir an Sachen immer wieder neu rangehen, ausprobieren, um uns am Ende einig werden.
ANTON: Manche Songs haben echt eine lange Reise hinter sich, vom ersten Entwurf bis zur jetzigen Fassung auf dem Album.

JM: Was man ihnen aber nicht anhört, wie ich finde. Im positiven Sinne. Musik, der man den Entstehungsschweiß mehr anhört als alles andere, ist nichts für meine Ohren. Wie ist das bei den Texten, Bennet – lässt Du Dir von den anderen reinreden? Anscheinend schon, wenn sie Refrain-Vorschläge ein Jahr lang ablehnen?
OSKAR: Ich finde schon, Bennet lässt sich da durchaus reinreden. Was ja gar nicht selbstverständlich ist. Wir haben ja auch Sachen benutzt, die nicht von Bennet selbst kamen, er aber seine ganz eigene Note draufgepackt hat. Auch die Texte entstehen in einem fluiden Prozess. Wir kommunizieren ja miteinander. Das ist nicht monologisch. Es gibt keinen General, der seinen Befehl nach unten durchtritt.

JM: Ihr bzw. Du, Bennet, mischst Deutsch und Englisch miteinander – hat das einfach nur sprach-ästhetische Gründe oder steht da ein tieferer Sinn dahinter?
BENNET: Es gibt verschiedene Ansätze. Bei „Rosen und Psychosen“ ist das ja im Refrain komplett gemischt und da ging es, muss man so sagen, eigentlich nur um die Phonetik. Klingt halt gut. Außerdem hat’s Spaß gemacht, Deutsch auf Englisch zu reimen. Dann gibt’s Sachen wie bei „Lippenblau“ oder „Flaggschiff“, wo am Ende eine runtergepitchte Stimme was sagt, so eine Art Stimme der Wahrheit. Das sind zum Teil sehr ehrliche und intime Zeilen, die ich genau deswegen aber auch noch mal verfremdet habe. Das klingt vielleicht irgendwie feige, aber isses auch.
OSKAR: Was die Texte angeht, bin ich ja auch eher Hörer. Und ich finde es wahnsinnig spannend, weil ich darin unserer Sprachgegenwart wiedererkenne. Icloud, iPhone, der ganze Schwachsinn. Und Bennet benutzt die, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und ich finde, das ist so was wie eine Zwangsläufigkeit. Man muss Texte heute auf Deutsch und Englisch verfassen, weil unsere Gegenwart schon längst gemischt ist. Ich browse, ich streame, mein kleiner Gamer-Bruder spricht in seinen Chats Englisch, Deutsch und wild gemischt. Und ich finde es einfach geil, dass es absolut contemporary ist.
BENNET: Ich bin so fascinated.

JM: Alles klar. Wie sieht das denn live aus: Kommst Du manchmal durcheinander mit der komplexen rhythmischen Anlage?
BENNET: Ich habe für mich gemerkt, dass ich eher durcheinander komme, wenn die Struktur weniger komplex ist. Zu einfache Strukturen verleiten mich zu Fehlern. Außerdem haben wir die Sachen meist so lange hin- und hergewälzt, dass ich die komplett verinnerlicht habe.

JM: Bei „Jalousien“ fand ich die visuelle Komponente, das Video, so umwerfend gelungen, dass es für die Musik schwierig war, da überhaupt hinterher zu kommen. Aljoscha – ich habe gesehen, dass Du dafür einen Preis entgegengenommen hast. Weil kein anderer konnte, oder weil das Video von Dir ist?
ALJOSCHA: Nee nee, der Preis war schon für mich. Oder wie meinst Du das jetzt.

JM: Du hast das Video gemacht…
ALJOSCHA: Genau, ich habe das Video produziert. Das war der Kreativ-Award beim Fulldome Festival in Jena. Und es gibt ja zwei Versionen von dem Video. Einmal die immersive Version, also ein 360 Grad Film, den man in Halbkugeln wie zum Beispiel Planetarien abspielen kann. Da ist der Zuschauer vom ganzen Video umgeben und man kann in alle Richtungen gucken. Über all passiert etwas. Die 16:9 Version ist abgespeckt, man sieht quasi nur eine Seite.

JM: Hat mich tierisch umgehauen.
BENNET: Du hättest bei der Live-Premiere im Planetarium Potsdam dabei sein müssen. 

JM: Ja, hätte ich wohl. Zu etwas Anderem: Ihr seid, ganz grob, in Euren Early-Mid-Twens. Ist es Euer auserkorenes Ziel, mit Musik Euren Lebensunterhalt verdienen zu wollen, oder ist gerade jetzt für das zeitfressende Hobby noch genügend Muße da?
ANTON: Also das mit dem genügend Zeit da kann ich schon mal verneinen. Was uns von anderen unterscheidet, ist glaube ich, dass wir nicht so die typischen Mucker sind, die gleichzeitig mehrere musikalische Projekte am Start haben und hier mal was machen und dann da. Für uns ist eher so, dass AB Syndrom unser gemeinsames künstlerisches Baby ist, wo wir uns ganzes Herzblut reinstecken. Natürlich versuchen wir, so viele Leute wie nur möglich damit zu erreichen, und dafür zu begeistern, aber eben nur mit dem künstlerischen Konzept, auf das wir Bock haben. Und ich glaube, wenn man sagt, wie müssen damit Geld verdienen, dann verändert sich zwangsläufig das Konzept. Und darauf hab ich zumindest im Moment keine Lust.
ALJOSCHA: Wir haben ja alle noch was neben her laufen: Studium, Ausbildung, Professur.

JM: Also wenn’s klappt, ist gut, wenn nicht, habt Ihr andere Optionen?
ALLE: Tausende.

 JM: Das wollte ich hören. Die Frage, was ist wichtiger: Mit Musik Geld machen oder gute Musik machen, würdet Ihr also wie beantworten?
ALLE: Gute Musik machen.

JM: Heißt das auch, ein relevanter Kulturpreis wäre Euch mehr wert als ein Fetter Industrie-Deal?
OSKAR: Kann ich so nicht sagen.
ALLE: Gelächter.
ANTON: Ob die eigene Zufriedenheit mit der künstlerischen Arbeit wichtiger ist als ein Industrie-Deal? – Ja, wahrscheinlich schon. Bei mir jedenfalls.
ALJOSCHA: Find ich auch.
OSKAR: Ich habe die Vorstellung, das ein fetter Industrie-Deal nicht gleichbedeutend ist mit künstlerischer Vernachlässigung des Kerns. Das kann sein und ist es vielleicht auch bei 90 Prozent der Fälle. Aber eigentlich ist das doch bei jedem Job, bei jedem Vertrag so.  

JM: Mag sein. Die beiden österreichischen Kollegen von LEYYA sehen das anders. Zum Kulturpreis Amadeus sagen die: Liebe Amadeus Leute, Euer Preis kann uns gestohlen bleiben. Wir brauchen keinen Preis, sondern 1.000 verkaufte Alben. Idealerweise helfen Preise ja, Platten zu verkaufen.
BENNET: So kann ich mir das für uns auch vorstellen: Erst kulturell relevant sein und dann…

JM… fett absahnen.
BENNET: Genau.

JM: Wo Wir schon beim Business sind. „Hey Herz“ ist nicht einfach nur Euer zweites Album, es ist auch die zweite Veröffentlichung auf dem eigens für AB Syndrom gegründeten Label Herr Direktor. Ist ja auch eher unüblich: Das eigene Label gründen, um darauf das Debüt zu releasen. Warum habt Ihr das gemacht?
BENNET:  Hauptsächlich waren wir an einem Label-Code interessiert. Deswegen.
ANTON: Ja, Du brauchst sowas ja, um offiziell CDs pressen zu lassen …
ALJOSCHA: … und um im Radio gespielt zu werden ist das ja auch ne Grundvoraussetzung.
BENNET: Und da wir davon ausgegangen sind, dass wir in jedem Radiosender auf Super Heavy Rotation laufen, war uns der wichtig.

JM: Aha – war die Entscheidung zur eigenen Labelgründung beeinflusst von möglichen Absagen anderer Labels zu Euren Demos oder habt Ihr die Ochsentour von vornherein ausgeschlossen?
ALJOSCHA: Wir haben nichts an andere Labels geschickt. Wie haben von vornherein gesagt. Dass wir das selbst machen. Irgendwie.
BENNET: Was mir vorher gar nicht so klar war und erst mit der Zeit immer mehr auffällt, wie viel Freiheit wir uns damit bewahrt haben. Uns redet keiner in irgendwas rein, das ganze Grafik-Konzept haben wir gemacht und so funktioniert es eigentlich auch ganz gut.

JM: Hat denn einer von Euch denn mal in einem Label gearbeitet? Praktikum? Irgendwelche Erfahrungen?
ALLE: No.
OSKAR: Ich hab den Eindruck, es sollte halt realisiert werden, das Projekt. Ich war zwar nicht von Anfang an dabei, aber soweit ich mich erinnere, ging es tatsächlich um diesen Label-Code, weil man ohne eben nicht offiziell am und im Musikmarkt mitmischen konnte. Erfahrungen oder so was haben da keine Rolle gespielt. Die Frage: Klappt das oder klappt das nicht, genauso wenig. Es war eher so: Wir machen das jetzt.
ANTON: Und wir waren auch nicht komplett auf uns allein gestellt. In bestimmten Bereichen haben wir uns schon die Unterstützung von Freunden und Bekannten geholt. Mit Partnern, die das entsprechende Know How hatten.

JM: Allerhand. Plant Ihr Releases von anderen Interpreten auf Herr Direktor?
ANTON: Wurde schon mal angedacht.
BENNET: Da ist noch nichts konkret geworden.
OSKAR:  Aber das geistert schon so als Traum herum, auf jeden Fall. 

JM: Wie steht Euer Label zu Spotify und Co.
ALJOSCHA: Unser erstes Album ist ja auf Spotify. Und von dem, was wir erleben und was wir bei Freunden mitbekommen, kaufen sich nur noch ganz wenige Leute Musik wirklich. Und wenn man gehört werden möchte…
BENNET: …dann kann man sich dem nicht widersetzen.
ANTON: Das ist zumindest unser Gefühl. Und wir sind halt noch in der Phase, in der uns Leute kennenlernen müssen, anders als Taylor Swift, AC/DC oder die Beatles. Ich kenn’s halt von mir selbst. Das Streaming hat eine so niedrige Barriere – da hörst Du eben auch schnell mal in Sachen rein.

JM: Ihr seht das aber auch schon mit einem weinenden Auge. 
ANTON: Ich seh‘ auch meinen eigenen Konsum mit einem weinenden Auge. Ich weiß auch nicht, wie man sich daraus befreien soll. Ich konsumiere viel über Spotify, hab aber ein schlechtes Gewissen dabei. Und dann kauf ich mir ab und zu mal ne CD, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
BENNET: Ich hab mich dem ganzen auch vehement widersetzt. Bis vor ’nem halben Jahr hatte ich kein Spotify. Und dann war der Punkt, wo ich dachte, Mensch, ich hab überhaupt keine Kohle und muss da aber jetzt unbedingt mal reinhören. Und irgendwie ist das ja doch so praktisch…

JM: Neulich in einem Artikel auf Cuepoint: Martyn Leaper von The Minders war vor zehn Jahren darauf angewiesen, einen 9-to-5 Job anzunehmen, um Rechnungen bezahlen zu können. Inzwischen sagt der: Das war das Beste, was mir je passieren konnte, weil er  1. Die größere kreative Unabhängigkeit schätzt und 2. So etwas wie eine neue Lebenswirklichkeit für sich entdeckt hat, abseits der Mucker-Kollegen, Booking-Agenten, Label-Mitarbeiter, Festival-Betreuer und Tour-Manager etc. Wie steht Ihr dazu?
BENNET: Find ich gut und kann ich nachvollziehen. Ich studiere ja noch Kommunkationsdesign und Anregungen und Inspirationen für kreative Prozesses auf verschiedenen Wegen zu bekommen, mit neuen Themen konfrontiert zu werden, das ist wichtig.
ANTON: Die ökonomischen Zwänge haben ja einen Rieseneinfluss. Wenn man den Druck hat, hört sich die Musik eben auch anders an. Vielleicht würden viele – auch aus unserem Bekanntenkreis – sich ganz anders hören, wenn der Druck nicht da wär. Vielleicht würde uns das dann auch mal gefallen.
OSKAR: Ich finde, es gibt einen entscheidenden Vorteil, wenn man das macht ohne davon leben zu müssen. Man läuft nicht Gefahr, seine Motive zu korrumpieren. Und das hält die Sache reiner. Ich zum Beispiel werde Arzt und mache noch so einiges nebenbei und das befruchtet mein ärztliches Handeln, weil ich weiß, dass es dazu auch noch einen Gegenpol gibt. Und umgekehrt hält mir der Job als Arzt den Rücken frei für alles, was ich sonst noch machen möchte.

JOINMUSIC: Danke für das Interview. 

 

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